In der Ausstellung „TRASFERTA“ trifft der Mixed-Media-Artist Paolo Moretto auf den Fotokünstler Axel Beyer. Gemeinsam gestalten die befreundeten Künstler den nachtspeicher-Raum. Thematisch geht es beiden um Stadtraum, Reisen und Zeitgeschichtliches, dabei entstehen einige kongeniale Überschneidungen aus beiden Positionen.
Kunst in Hamburg: Paolo Moretto & Axel Beyer Ausstellung TRASFERTA
Paolo Morettos vielschichtige malerische Material-Collagen bilden einen ganz eigenen zeitgeschichtlichen Kosmos. Diese treffen bei der Ausstellung TRASFERTA auf Beyers aktuelle fotografische Diptychen und Raum-Situationen aus dem direkten Umfeld der Galerie im Stadtraum St. Georg. Die Ausstellung im Nachtspeicher23 in Hamburg ist vom 13.03. bis zum 27.03.2026 zu den regulären Öffnungszeiten zu besichtigen. Eröffnung: Freitag, 13. März 2026, 18-21 Uhr. Abschluss: Freitag, 27. März 2026, 18-21 Uhr.
Zwischen Spurensuche und Bilddialog – Trasferta im nachtspeicher23
Abseits der großen Institutionen lebt die Hamburger Kunstszene von kleinen, engagierten Projekträumen, die neue Perspektiven auf zeitgenössische Kunst ermöglichen. Einer dieser Orte ist der Offspace nachtspeicher23 im Stadtteil St. Georg. Mit der Ausstellung Trasferta präsentiert die Galerie derzeit eine dialogische Schau zweier künstlerischer Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit urbanen Räumen, Bewegung und Erinnerung auseinandersetzen.
Der Titel der Ausstellung – aus dem Italienischen übersetzt etwa „Auswärtsspiel“ oder „Unterwegssein“ – deutet bereits an, worum es hier geht: um das Erkunden von Orten und die Spuren, die Menschen in ihnen hinterlassen. Die Arbeiten des Mixed-Media-Künstlers Paolo Moretto entfalten sich als vielschichtige Bildoberflächen. Collageartige Fragmente, malerische Gesten und Materialüberlagerungen verbinden sich zu visuellen Erzählungen, in denen persönliche Erinnerungen und historische Bezüge miteinander verschmelzen.
Dem gegenüber stehen die fotografischen Arbeiten von Axel Beyer, die den urbanen Raum mit präzisem Blick untersuchen. Seine Fotografien – teilweise als Diptychen angelegt – richten den Fokus auf Details des Stadtraums, auf Strukturen, Oberflächen und flüchtige Momente des Alltags. Besonders spannend ist dabei der Bezug zum unmittelbaren Umfeld der Galerie: Einige Motive entstehen direkt in der Nachbarschaft von St. Georg und verleihen der Ausstellung eine lokale Verankerung.
Gerade im Zusammenspiel der beiden Positionen entwickelt Trasferta ihre Wirkung. Malerei und Fotografie treten in einen stillen Dialog, der Fragen nach Bewegung, Erinnerung und Wahrnehmung stellt. Der kleine Ausstellungsraum von nachtspeicher23 wird dabei zum Ort einer konzentrierten Begegnung mit Kunst – nahbar, experimentell und offen für Entdeckungen.
Paolo Moretto
Der italienische Künstler Paolo Moretto arbeitet an der Schnittstelle von Malerei, Collage und Materialexperiment. In seinen Arbeiten verbindet er unterschiedliche Bild- und Bedeutungsebenen zu vielschichtigen visuellen Kompositionen. Fragmente aus Fotografien, grafischen Elementen oder gefundenen Materialien treffen auf malerische Gesten und schaffen Bildräume, in denen persönliche Erinnerungen und historische Bezüge miteinander verschmelzen.
Morettos Werke sind dabei weniger als lineare Erzählungen zu verstehen als vielmehr als offene Bildlandschaften, in denen sich verschiedene Perspektiven überlagern. Das Motiv der Reise, der Bewegung und der kulturellen Spurensuche spielt in seiner Arbeit immer wieder eine zentrale Rolle.
Mehr über den Künstler finden Sie hier: https://www.paolomoretto.com/
Axel Beyer
Der Fotograf Axel Beyer beschäftigt sich in seinen Arbeiten intensiv mit dem urbanen Raum und den oft übersehenen Details des Alltags. Seine Fotografien richten den Blick auf Strukturen, Oberflächen und architektonische Fragmente, die im hektischen Rhythmus der Stadt leicht übersehen werden. Häufig arbeitet Beyer mit seriellen Formaten oder Diptychen, in denen Bildpaare miteinander in Beziehung treten und neue Bedeutungen erzeugen. Durch diese präzise, zugleich poetische Beobachtung entsteht eine fotografische Sprache, die urbane Räume nicht nur dokumentiert, sondern ihre verborgenen ästhetischen Qualitäten sichtbar macht.
Mehr über den Künstler: https://www.axelbeyer.de/about
nachtspeicher23 – Offspace für zeitgenössische Kunst in St. Georg
Die Galerie nachtspeicher23 gehört zu den kleineren, aber lebendigen Offspaces der Hamburger Kunstszene. Gegründet wurde der gemeinnützige Verein 2008 im Stadtteil St. Georg, unweit des Hauptbahnhofs. Die Galerie wird überwiegend ehrenamtlich betrieben und versteht sich bewusst als alternative Plattform außerhalb des kommerziellen Kunstmarktes.
Der Fokus des Projektraums liegt darauf, zeitgenössische Kunst zugänglich zu machen und Künstler:innen Raum zum Experimentieren zu geben. Die Ausstellungen wechseln meist monatlich und zeigen ein breites Spektrum an Medien – von Malerei und Fotografie über Installation und Skulptur bis hin zu Video- und Aktionskunst. Neben der Präsentation neuer Arbeiten versteht sich die Galerie auch als Diskurs- und Begegnungsort. Wo der Austausch zwischen Künstler:innen und Publikum gefördert wird.
Typisch für Offspaces wie nachtspeicher23 ist die inhaltliche und kuratorische Freiheit: Projekte entstehen häufig kollaborativ, experimentell oder thematisch gebündelt und können schneller auf gesellschaftliche oder künstlerische Entwicklungen reagieren als große Institutionen. Gerade für junge oder unabhängige Positionen bietet der Raum daher eine wichtige Bühne innerhalb der Hamburger Kunstlandschaft.
Weitere Informationen: https://nachtspeicher23.hamburg/
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