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Verantwortungsbewusste Kunst
Interview mit der „elefantastischen“ Künstlerin Anja Semling

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Interview mit der „elefantastischen“ Künstlerin Anja Semling Noch bis zum 31.12.2021 läuft die Ausstellung „Elefantastische Gemälde “ von Anja Semling
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Mit ihrer Kunst setzt sich Anja Semling für Elefanten und andere bedrohte Tierarten ein. Viele ihrer Werke legen einen Zugang; für eine bessere und nachhaltigere Wahrnehmung und Wertschätzung der Natur- und Tierwelt. Denn nicht nur der Mensch steckt aktuell in einer Krise.

Interview mit der „elefantastischen“ Künstlerin Anja Semling

Noch bis zum 31.12.2021 läuft die Ausstellung „Elefantastische Gemälde “ von Anja Semling im Bürgerhaus Au. Bei dieser Ausstellung wird unter anderem auch das Kunstwerk „Totengesang“ der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Arbeit macht besonders deutlich, dass die Künstlerin nicht einfach „drauf los malt“, sondern sich beim erschaffen ihrer Werke Gedanken macht – Gedanken über die gesellschaftlichen Probleme beim Umgang mit der Natur und die eigene Verantwortung etwas zu ändern. Anja Semling nutzt ihre Kunst als Sprachrohr und was die Künstlerin nicht durch ihre Bilder ausdrückt, spricht sie nun bei uns im Interview aus.

Interview mit Anja Semling

Danke für ihre Zeit und Mühe! Wo sind Sie grade, wie geht es ihnen und woran arbeiten sie aktuell?

Ich bin zu Hause und hatte mit einer Bindehautentzündung an den Augen zu kämpfen. Mein derzeitiges Bild ist ein kleinformatiges mit Krakelierhintergrund, darüber ein linearer Elefant in Schwarz. Nun überlege ich, ob ich noch Farbe mit einbringen soll, wie z. B. ein metallisch schimmerndes smaragdgrün.

Ich bin gespannt auf das Ergebnis! Wie läuft ihre aktuelle Ausstellung „Elefantastische Gemälde“?

Das kann ich leider nicht sagen, weil ich nicht vor Ort bin. Aufgrund von Corona wohl eher mau mit Besuchern.

Wann und wie haben sie entschieden, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren?

Das war im Jahr 2018, als ich einen Aufruf in der Lokalzeitung zur Bewerbung für eine Freilichtgalerie in meinem Wohnort gelesen habe.

Wie viele Arbeiten haben sie im Laufe ihrer Karriere erschaffen?

Ohje, das weiß ich nicht so genau, doch wenn man alle Arbeiten zusammenzählt aus den auftragsorientierten grafischen und freien malerischen Bereichen, dann sind es weit über 1500. Bei den Gemälden sind es ca. 200 (Stand: Ende 2021)

Welchen Tipp hätten sie gerne früher bekommen?

Dass man mit dem sogenannten „Binder“ auch Bilder versiegeln kann sowie dass dieses Mittel ein sehr guter Kleber ist.

Was bedeutet für sie Kunst?

Kunst ist ein dehnbarer Begriff; breit gefächert deckt Kunst sehr viel ab. Für mich bedeutet Kunst, das Leben mit anderen Augen zu sehen, auf ganz eigene Art. Jeder Künstler trägt etwas in sich, das er durch Kunst der Außenwelt zeigen kann. Es sollte auf jeden Fall einzigartig, unverwechselbar, authentisch, individuell sein.

… und was möchten sie mit ihrer Kunst erreichen?

Auf das Dilemma aufmerksam machen, in dem die Elefanten seit Jahrzehnten sich befinden – da Elefanten ein großes Feld meines künstlerischen Schaffens abdecken. Und ich möchte mit meiner Kunst zeigen, wie vielseitig bildhafte Darstellungen sein können, sei es anhand der Kunsttechniken oder der Themenumsetzung.

Sind schon neue Ausstellungen geplant?

Ja, im nächsten Sommer eine Gruppenausstellung in meinem Wohnort Breisach zum Thema „Kaiserstuhl“.

Wo würden sie ihre Kunstwerke gerne einmal präsentieren?

Auf der ART Basel!

Warum eigentlich Elefanten und nicht bspw. auf Delfine oder Eisbären?

Der Elefant zieht mich seit jeher auf magische Weise an. Da ist zum einen seine kräftige, stabile Natur und zum anderen seine hohe Feinfühligkeit und große Sensibilität für seine Umwelt und Artgenossen. Ein schönes Vorbild! (Grundsätzlich mag ich aber alle Tiere!)

Bildsprache und Botschaften sind ihnen bei ihren Arbeiten sehr wichtig – würden Sie sich wünschen, das mehr Künstler ihre Arbeiten nutzen, um auf Schwierigkeiten aufmerksam zu machen?

Ja, das würde ich mir wünschen. Viele Künstler sehen und zeigen zu sehr das „Schöne“ in dieser Welt. Den Schattenseiten wird zu wenig künstlerische Aufmerksamkeit geschenkt. Ein Gemälde, das einfach eine schöne Blume zeigt, bewirkt nicht viel. Wobei ich natürlich auch etliche Gemälde habe, die „nur“ einen Elefanten oder ein schönes Motiv zeigen; diese gehören zu meinen ersten Arbeiten, man entwickelt sich ja weiter.

Darf Kunst alles oder gibt es Grenzen?

Im Geiste darf Kunst alles, doch in der Umsetzung nicht.

Gibt es etwas was Sie auf dem Kunstmarkt gerne ändern würden?

Ja! Es gibt abstrakte Bilder, die zu erschaffen ich fast Jedem zutrauen würde, diese jedoch auf dem Kunstmarkt oft zu hohen Preisen angeboten werden. Ein Farbklecksbild für rund 6000 Euro, ist zwar legitim, aber der Wert orientiert sich da nicht an der Qualität des Bildes, sondern an der Arroganz des Künstlers. Sowas sollte tabu sein.

Was bisher ihr schönstes Feedback?

Dass in meinen gemalten Bildern mehr als nur Farben drin stecken, sondern auch Leidenschaft und Liebe.

… und ihre härteste Kritik?

Kommt darauf an von wem sie ausgesprochen wurde. Vielleicht die Kritik daran, dass ich an zu wenigen Ausstellungen bislang teilnahm, und deshalb meine Vita nicht so voll ist, und somit noch keine erfahrene Künstlerin bin!?

Gibt es einen Künstler, den sie selbst gerne mal kritisieren würden? Sie hätten jetzt die Möglichkeit …

Ich kritisiere alle Künstler, insbesondere Rainer Schoch, die fotorealistisch malen. So was ist für mich keine Kunst. Ein Foto, das genauso aussieht wie das Gemälde, hat denselben Effekt. Mein früherer Dozent sagte mir: es kommt nicht darauf an WIE etwas gemacht ist, sondern auf die Wirkung. Warum soll ich dann also ein fotorealistisches Bild von einem Foto abmalen?!

Eine berechtigte Anmerkung – wer soll ihre Kunst auf gar keinen Fall kaufen?

Trophäenjäger*innen und böse Menschen.

Stellen sie sich vor, wir wären die New York Times oder ein anderes großes Magazin, was würden sie der Welt gerne noch sagen?

Helft mit die einzigartige Schöpfung zu bewahren, denkt weniger egoistisch, seht das große Ganze und verhindert das Artensterben sowie die Klimakrise mit allen Kräften. Jede*r kann was dazu beitragen!

Ein schönes Schlusswort! Wer sich für den Elefanten-Schutz einsetzen möchte oder weitere Arbeiten von Anja Semling betrachten möchte, sollte auf der Webseite vorbeischauen! www.mayday-elefanten.de

Weitere Informationen

Mehr über die Künstlerin: https://viskom-semling.de

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