Die ARTE NOAH des Kunstverein Würzburg ist eine schwimmende Galerie mit Geschichte – ein umgebauter Frachter im Alten Hafen Würzburg, der zeitgenössische Kunst in einen mobilen Raum überführt. Aktuell lädt der Open Call zur Sommerausstellung 2026 sowie zur Programmplanung 2027 ein.
Galerieschiff als Ausstellungsraum: Open Call der ARTE NOAH in Würzburg
Ein schwimmender Kunstraum zwischen Geschichte und Gegenwart. Die ARTE NOAH des Kunstverein Würzburg ist kein klassischer Ausstellungsraum, sondern ein transformierter Frachter mit industrieller Vergangenheit. Ursprünglich als „MS Iris“ auf französischen Kanälen für den Transport von Kohle und Getreide genutzt, wurde das Schiff nach seiner Stilllegung im Jahr 1992 zu einem mobilen Kunstraum umgebaut.
Heute liegt die ARTE NOAH im Alten Hafen Würzburg, eingebettet in den sogenannten Kulturhafen – direkt neben dem Kulturspeicher Würzburg. Der über 100 Jahre alte Lastkahn fungiert damit als besondere Form eines Ausstellungsraums, in dem sich industrielle Architektur und zeitgenössische Kunst unmittelbar überlagern. Der Kontrast zwischen Stahlkörper, sichtbarer Mechanik und künstlerischer Präsentation ist dabei kein Nebeneffekt, sondern Teil des kuratorischen Konzepts.
Oft wird die ARTE NOAH auch als „Arche für Kunst“ beschrieben – ein Bild, das den Anspruch des Projekts gut fasst: Kunst nicht nur zu zeigen, sondern sie in einem beweglichen, historisch aufgeladenen Raumkontext erfahrbar zu machen.
Open ARTE 2026 und Einblicke in das Galerieschiff
Im Rahmen von Open ARTE 2026 öffnet die ARTE NOAH am 25. und 26. April 2026 jeweils von 11 bis 18 Uhr ihre Türen für Besucher*innen. Dabei geht es nicht nur um aktuelle Kunst, sondern auch um Einblicke in die Geschichte des Schiffes, vergangene Ausstellungen und die Arbeitsweise des Kunstvereins.
Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf der neuen Jahresgabe edition #15 (2026), realisiert von Júlia Lema Barros und René Schäfer. Die Werke entstehen aus dem Originalmaterial der Installation „Submerged Reverie“ (ARTE NOAH 2025) und tragen deren materielle und konzeptuelle Spuren weiter – als Unikate zwischen Erinnerung, Transformation und Resonanz.
Sommerausstellung 2026: Mozartfest trifft Gegenwartskunst
Im Zentrum des aktuellen Open Calls steht die Sommerausstellung vom 10. Juni bis 28. Juni 2026. Sie bietet Raum für bis zu sechs regionale Künstler*innen und ist zugleich Teil des Programms zum Mozartfest Würzburg 2026.
Das Festival steht in diesem Jahr unter dem Titel „Beschworene Schönheit – Idol Mozart“ und öffnet ein thematisches Feld zwischen klassischer Ästhetik und zeitgenössischer Interpretation. Die Ausstellung auf der ARTE NOAH reagiert darauf mit künstlerischen Beiträgen, die sich mit Fragen von Wahrnehmung, Körperlichkeit und Bildproduktion auseinandersetzen.
Die thematischen Bezugspunkte reichen von „Der Goldene Schnitt“ über „Plastikträume“ bis hin zu „Im Angesicht des Digitalen“ und „Risse im Spiegel“. Damit entsteht ein Spannungsfeld zwischen historischer Formensprache und gegenwärtigen Bildwelten – bewusst offen für unterschiedliche künstlerische Perspektiven.
Open Call für 2027 und kontinuierliches Programm
Neben der Sommerausstellung 2026 richtet sich der aktuelle Open Call auch an Künstler*innen für das Programmjahr 2027. Für eine der vier Hauptausstellungen auf dem Galerieschiff können sich Kunstschaffende schriftlich oder digital beim Kunstverein Würzburg bewerben.
Der Kunstverein, der seit über 35 Jahren zeitgenössische Kunst zeigt, betreibt die ARTE NOAH als kontinuierlichen Ausstellungsort. Angesetzt sind etwa vier Ausstellungen pro Jahr sowie ergänzenden Formaten wie Talks, Vermittlungsprogrammen und Veranstaltungen im Kontext des Schiffes.
Bewerbung und Fristen
Für die Sommerausstellung 2026 endet die Bewerbungsfrist am 24. April 2026, für das Jahresprogramm 2027 am 30. April 2026.
Die Bewerbung erfolgt schriftlich oder digital direkt an den Kunstverein Würzburg.
Fazit
Die ARTE NOAH steht exemplarisch für eine Form zeitgenössischer Ausstellungsräume, die sich bewusst von klassischen White-Cube-Strukturen löst. Als schwimmende Galerie verbindet sie industrielle Geschichte, mobile Architektur und aktuelle Kunstproduktion zu einem besonderen Kontext. Der sich ständig zwischen Ort, Bewegung und Ausstellung neu verortet.
Weitere Informationen
Titelbild Quelle: https://www.kunstverein-wuerzburg.de/2026-4/
Mehr über den Kunstverein Würzburg: https://www.kunstverein-wuerzburg.de
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