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Finale einer dezentralen Retrospektive
Thomas Baumgärtels NiederrheinTour 2026: Das Finale im Museum Kurhaus Kleve

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Thomas Baumgärtels NiederrheinTour 2026: Das Finale im Museum Kurhaus Kleve Ein ganzer Landstrich als Ausstellungsraum: Nach 143 Tagen, 40 Werkgruppen
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40 Werkgruppen, 40 Kunstorte und 1.806 Arbeiten in 143 Tagen: Mit der NiederrheinTour 2026 hat Thomas Baumgärtel eine ganze Region in einen dezentralen Ausstellungsraum verwandelt. Am 27. September endet das Jubiläumsprojekt mit einer Finissage im Museum Kurhaus Kleve – doch ein Teil der Spraybananen bleibt im öffentlichen Raum sichtbar.

Thomas Baumgärtels NiederrheinTour 2026: Das Finale im Museum Kurhaus Kleve

Ein ganzer Landstrich als Ausstellungsraum: Nach 143 Tagen, 40 Werkgruppen und 40 Stationen nähert sich Thomas Baumgärtels NiederrheinTour 2026 ihrem Finale. Zum Abschluss im Museum Kurhaus Kleve zeigt sich noch einmal, welche Dimension das Projekt zum 40-jährigen Jubiläum der Spraybanane angenommen hat.

Als ARTTRADO im Frühjahr über die NiederrheinTour berichtete, klang die Idee bereits ungewöhnlich: Vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens sollten nicht in einer einzigen Retrospektive zusammengeführt werden. Stattdessen verteilte Baumgärtel sein Werk auf Museen, Galerien, Kunstvereine, Kirchen und weitere Kulturorte am Niederrhein. Inzwischen lässt sich das Ergebnis auch in Zahlen fassen: 1.806 Arbeiten, 40 Kunstorte und 143 Tage Ausstellungsdauer.

Ein ganzer Landstrich als Ausstellungsraum: Nach 143 Tagen, 40 Werkgruppen und 40 Stationen nähert sich Thomas Baumgärtels NiederrheinTour 2026 ihrem Finale. Zum Abschluss im Museum Kurhaus Kleve zeigt sich noch einmal, welche Dimension das Projekt zum 40-jährigen Jubiläum der Spraybanane angenommen hat.

Als ARTTRADO die NiederrheinTour 2026 im Frühjahr erstmals ausführlich vorstellte, war das Vorhaben noch ein Versprechen: Vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens sollten nicht in einer einzigen Retrospektive zusammengeführt, sondern über eine ganze Region verteilt werden. Eine gesonderte Übersicht dokumentierte anschließend alle 40 Stationen der NiederrheinTour. Nun lässt sich das tatsächlich realisierte Projekt auch in Zahlen fassen: 1.806 Arbeiten, 40 Kunstorte und 143 Tage Ausstellungsdauer.

Vom angekündigten Großprojekt zur Bilanz

Anlass der NiederrheinTour ist das 40-jährige Jubiläum von Thomas Baumgärtels Spraybanane. Ihre Geschichte, Baumgärtels weitere Werkgruppen und die Idee hinter der dezentralen Retrospektive hat ARTTRADO bereits zum Start der Tour eingeordnet. Entscheidend ist jetzt, was aus diesem Plan geworden ist.

Beim zentralen Auftakt im Niederrheinischen Museum Kevelaer trafen am 8. Mai die „Grauen Bilder“ auf die „German Urban Pop Art“. Danach übernahmen die weiteren Kunstorte jeweils andere Ausschnitte aus Baumgärtels Werk. Die zuvor angekündigte Vielfalt blieb damit nicht bloß ein kuratorisches Konzept, sondern wurde über die Region hinweg tatsächlich sichtbar.

Die Spraybanane wurde nicht zum alleinigen Mittelpunkt, sondern zum verbindenden Zeichen einer größeren Werkschau. Nun rückt deshalb die Bilanz in den Vordergrund: Wie groß wurde die Tour tatsächlich – und hat das dezentrale Format mehr hervorgebracht als 40 parallel laufende Ausstellungen?

1.806 Arbeiten am Niederrhein: So setzt sich die Zahl zusammen

Die Bilanz macht die Dimension des Projekts greifbar. In den verschiedenen Ausstellungen wurden beziehungsweise werden 1.766 Arbeiten gezeigt. Hinzu kommen 40 Bananen im öffentlichen Raum. Zusammen ergibt das die kommunizierte Gesamtzahl von 1.806 Arbeiten.

Die größte Einzelpräsentation der NiederrheinTour umfasst 206 Werke bei Heidefeld & Partner in Krefeld. Doch die Zahlen sind nicht nur als Rekordmeldung interessant. Sie verweisen auf eine ungewöhnliche Form der Retrospektive: Wer das Gesamtprojekt erleben wollte, musste sich tatsächlich durch die Region bewegen.

Statt eines einzelnen Museumsbesuchs entstand eine künstlerische Route durch den Niederrhein – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto. Die Besucherinnen und Besucher betrachteten nicht nur Kunst, sondern mussten die Ausstellung aus ihren einzelnen Stationen selbst zusammensetzen.

Wie der Niederrhein selbst zum Ausstellungsraum wurde

Eine klassische Retrospektive lässt sich an einem Ort und innerhalb weniger Stunden betrachten. Bei Baumgärtels NiederrheinTour blieben die einzelnen Ausstellungen dagegen räumlich getrennt und institutionell eigenständig. Verbunden waren sie durch den Künstler, das Jubiläum und die Aufteilung seines Werks auf 40 Stationen. Baumgärtel bezeichnet die Tour deshalb als ein „begehbares Gesamtkunstwerk“.

Diese Beschreibung trifft den Kern des Projekts. Seine Besonderheit entsteht nicht allein durch die Menge der ausgestellten Arbeiten, sondern durch ihre geografische Verteilung. Die Entfernung zwischen den Kunstorten wird selbst Teil der Ausstellungserfahrung. Kunst verlangt hier nicht nur Betrachtung, sondern Bewegung.

„Freiheit für Kunst“ als politisches Leitmotiv

Über der NiederrheinTour steht der Gedanke der Kunstfreiheit. Baumgärtel bringt seinen Anspruch auf eine knappe Formel: „Kunst braucht Freiheit. Sie muss stören dürfen, Fragen stellen dürfen und auch unbequem sein.“

Das Jubiläum blickt damit nicht nur zurück. Es stellt zugleich die Frage, welche Rolle Kunst im öffentlichen Raum und in gesellschaftlichen Debatten einnehmen kann. Gerade die Verteilung über sehr unterschiedliche Institutionen zeigt, dass Kunstfreiheit für Baumgärtel nicht an eine bestimmte Form oder einen klassischen Ausstellungsort gebunden ist.

Kamp-Lintfort zeigt eine Ausstellung über die Ausstellungen

Parallel zu den letzten Stationen wurde in der Orangerie am Kloster Kamp in Kamp-Lintfort die Überblicksschau „Freiheit für Kunst XL – Highlights der NiederrheinTour 2026“ eröffnet. Kurator Andreas Verfürth hat dafür 85 Arbeiten aus unterschiedlichen Werkgruppen und Stationen neu zusammengestellt.

Wichtig für die Bilanz: Diese 85 Werke werden nicht zusätzlich auf die 1.806 Arbeiten gerechnet. Ein Teil war bereits an anderen Stationen zu sehen. Die Ausstellung in Kamp-Lintfort präsentiert also keine 85 weiteren, bislang ungezählten Werke, sondern ein Konzentrat des Gesamtprojekts.

Gerade diese Wiederholung ist konzeptionell interessant. Was zuvor über eine ganze Region verteilt war, wird an einem Ort neu geordnet und in andere Beziehungen gesetzt. So entsteht eine Ausstellung über die Ausstellungen – und zugleich die Möglichkeit, die NiederrheinTour aus der Distanz zu betrachten.

Finale im Museum Kurhaus Kleve am 27. September 2026

Den zentralen Schlusspunkt bildet am Sonntag, 27. September 2026, um 15 Uhr die Finissage im Museum Kurhaus Kleve. Dort läuft seit dem 10. Juli die Ausstellung „Künstlerbananen – Hommagen an große Künstler“.

In dieser Werkgruppe setzt sich Baumgärtel mit prägenden Künstlerinnen und Künstlern sowie unterschiedlichen Positionen der Kunstgeschichte auseinander. Die Banane bleibt als Grundform erkennbar, übernimmt jedoch Farben, Strukturen oder typische Merkmale der jeweiligen künstlerischen Handschrift. Auf diese Weise entstehen Hommagen, die zugleich Wiedererkennungsspiel und kunsthistorischer Kommentar sind.

Zur Finissage sind eine gemeinsame Führung von Thomas Baumgärtel und Museumsdirektor Harald Kunde sowie die Preisverleihung zur NiederrheinTour angekündigt. Während der vergangenen Monate konnten Besucherinnen und Besucher an den Stationen Stempel sammeln. Als Hauptpreis wird ein originales Leinwandbild der „Freiheitsbanane“ vergeben.

Termin: Sonntag, 27. September 2026, 15 Uhr
Ort: Museum Kurhaus Kleve, Tiergartenstraße 41, 47533 Kleve
Ausstellung: „Künstlerbananen – Hommagen an große Künstler“

Was von der NiederrheinTour 2026 bleibt

Mit der Finissage endet die zentrale NiederrheinTour, doch das Projekt verschwindet nicht vollständig. An mehreren Orten entstanden im Jubiläumsjahr Arbeiten im öffentlichen Raum, die über das Ende der Ausstellungen hinaus sichtbar bleiben sollen. Dazu gehört das bereits vor dem Tourstart realisierte Wandbild „Mädchen mit Pflanze“ in Kevelaer, über das ARTTRADO im März berichtete.

Damit schließt sich ein bemerkenswerter Kreis. Die Spraybanane begann als Markierung einzelner Kunstorte. Vier Jahrzehnte später hat Baumgärtel dieses Prinzip umgedreht: Nicht mehr nur ein Museum oder eine Galerie wird mit der Banane gekennzeichnet – eine ganze Region wird zum Ausstellungsraum.

Die Zahl von 1.806 Arbeiten ist deshalb weniger als Rekord interessant denn als Ausdruck einer kuratorischen Idee. Diese Retrospektive wurde nicht in einem Museum konzentriert, sondern über Städte, Institutionen und öffentliche Räume hinweg erlebbar gemacht. Aus 40 einzelnen Ausstellungen entstand der Versuch einer gemeinsamen künstlerischen Landschaft.

Wenn am 27. September im Museum Kurhaus Kleve die zentrale Finissage beginnt, bleibt deshalb vor allem eine Frage: Wie weit kann eine Ausstellung reichen, wenn sie sich nicht mehr auf einen einzigen Ort beschränkt?

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