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	<title>Skandal Archive - Arttrado.de</title>
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	<title>Skandal Archive - Arttrado.de</title>
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		<title>Urin im Kunstpavillon: Österreichs Biennale-Beitrag 2026 eskaliert zum Kultur-Shitstorm“</title>
		<link>https://arttrado.de/news/urin-im-kunstpavillon-oesterreichs-biennale-beitrag-2026-eskaliert-zum-kultur-shitstorm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 21:47:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ist das Kunst? Diskussionen]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmesse]]></category>
		<category><![CDATA[venedig]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Performance]]></category>
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		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Florentina Holzinger]]></category>
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					<description><![CDATA[Der österreichische Pavillon auf der Biennale di Venezia 2026 sorgt bereits vor der offiziellen Eröffnung für heftige Diskussionen. Unter der <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/urin-im-kunstpavillon-oesterreichs-biennale-beitrag-2026-eskaliert-zum-kultur-shitstorm/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4>Urin im Kunstpavillon: Österreichs Biennale-Beitrag 2026 eskaliert zum Kultur-Shitstorm“</h4>



<p>Der österreichische Pavillon auf der Biennale di Venezia 2026 sorgt bereits vor der offiziellen Eröffnung für heftige Diskussionen. Unter der künstlerischen Leitung von Florentina Holzinger entsteht ein Beitrag, der mit körperlichen Extremen, Tabubrüchen und drastischer Körperlichkeit arbeitet – und damit einen regelrechten „Shitstorm“ im doppelten Wortsinn ausgelöst hat.</p>



<p>Im Zentrum der Kritik stehen nicht nur die Inhalte, sondern auch die Kosten: Rund 600.000 Euro öffentliche Förderung fließen in den Pavillon. Für viele Beobachter stellt sich damit die Frage, ob eine derart radikale, bewusst provokative Performancekunst in diesem finanziellen Rahmen noch gesellschaftlich vermittelbar ist.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Teure Provokation oder notwendige Kunst?</h4>



<p>Die Debatte entzündet sich weniger an der künstlerischen Idee als an ihrer Zuspitzung: Körper, Flüssigkeiten, Grenzüberschreitungen – eine Ästhetik, die gezielt irritiert.</p>



<p>Die Kritik lautet entsprechend:</p>



<p>sehr teuer für reine Provokation</p>



<p>zu extrem für öffentliche Förderung</p>



<p>Zu zweit entfernt von klassischer Repräsentationskunst</p>
<p>Doch genau hier liegt der Kern des Projekts: Es verweigert sich bewusst einer glatten, konsumierbaren Ästhetik.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Der „Shitstorm“ als Teil des Werks</h4>



<p>Der aktuelle öffentliche Aufschrei ist längst Teil der Wahrnehmung geworden. Der Begriff <strong>„Shitstorm“</strong> bekommt in diesem Kontext eine doppelte Bedeutung: als digitale Empörungswelle – und als sprachliches Echo der körperlichen Themen, die das Werk verhandelt.</p>



<p>Denn die Arbeiten von Holzinger sind nicht auf Schönheit oder Harmonie ausgerichtet, sondern auf Konfrontation. Körperlichkeit wird nicht abstrahiert, sondern radikal sichtbar gemacht – inklusive jener Aspekte, die gesellschaftlich normalerweise ausgelagert werden.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Warum der Beitrag künstlerisch relevant ist</h4>



<p>Die eigentliche Relevanz des österreichischen Beitrags zeigt sich nicht im Skandal, sondern in der Frage, warum er überhaupt Skandal erzeugt.</p>



<p>Moderne Gesellschaften funktionieren über klare Trennungen:</p>



<p>sauber vs. unrein</p>



<p>privat vs. öffentlich</p>



<p>sichtbar vs. verdrängt</p>
<p>Körperliche Prozesse werden in Systeme ausgelagert: Kanalisationen, Kläranlagen, medizinische Infrastruktur. Auch Wasser durchläuft in urbanen Räumen permanente Reinigungsprozesse – mechanisch, biologisch, chemisch. Selbst Schwimmbadwasser ist kein „Naturzustand“, sondern ein technisch kontrollierter Kreislauf.</p>



<p>Sauberkeit ist damit keine biologische Tatsache, sondern eine kulturell und technisch hergestellte Ordnung.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Venedig als perfekter Resonanzraum</h4>



<p>Der Ort selbst verstärkt diese Themen zusätzlich. Venedig ist eine Stadt, die permanent zwischen Wasser, Infrastruktur und Zerfall vermittelt.</p>



<p>Die Kanäle sind Teil eines urbanen Systems, kein Badegewässer</p>



<p>Schwimmen ist offiziell verboten</p>



<p>Wasserqualität wird durch Strömung, Schifffahrt und urbane Einträge beeinflusst</p>



<p>Die Stadt lebt von einem fragilen Gleichgewicht zwischen Natur und Kontrolle</p>
<p>Damit wird Venedig selbst zu einem Symbol für die Frage, wie „sauber“ oder „kontrollierbar“ eine künstlich erhaltene Umwelt überhaupt sein kann.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Körper als Störung des Systems</h4>



<p>Vor diesem Hintergrund wirkt die Performance weniger wie reine Provokation, sondern wie eine bewusste Störung von Ordnungssystemen.</p>



<p>Wenn Körperlichkeit – im extremen, unvermittelten Sinn – in den öffentlichen Raum zurückkehrt, entsteht Reibung:</p>



<p>Was gilt als zumutbar?</p>



<p>Was wird verdrängt?</p>



<p>Wer definiert die Grenze zwischen Kunst und Unbehagen?</p>
<p>Die Arbeit zwingt damit zur Auseinandersetzung mit einer unbequemen Frage:</p>
<p>Nicht was gezeigt wird ist radikal, sondern was normalerweise nicht gezeigt werden darf.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Fazit: Zwischen Empörung und Erkenntnis</h4>



<p>So laut der aktuelle Shitstorm um den Biennale-Beitrag auch ist – er greift zu kurz, wenn er sich nur auf Provokation und Kosten reduziert.</p>



<p>Der österreichische Pavillon 2026 ist kein reines Skandalprojekt, sondern eine radikale Auseinandersetzung mit dem, was moderne Gesellschaften systematisch ausblenden: Körperlichkeit, Abfall, Materialität und die unsichtbaren Infrastrukturen von „Sauberkeit“.</p>



<p>Gerade in dieser Spannung entfaltet sich seine Wirkung.<br />Die Performance mag teuer, unbequem und verstörend wirken – aber genau darin liegt ihre Stärke: Sie macht sichtbar, dass Ordnung immer auch eine Konstruktion ist, die das Ungeordnete voraussetzt.</p>



<p>Oder anders gesagt: Der Beitrag ist kein Angriff auf Kunst, sondern eine Erinnerung daran, wie viel Aufwand nötig ist, damit Ekel überhaupt unsichtbar bleibt.</p>
<p><blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="Jf1o7NrOlO"><a href="https://arttrado.de/news/alexandra-kordas-im-grenada-pavillon-der-biennale-arte-2026/">Alexandra Kordas im Grenada-Pavillon der Biennale Arte 2026</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Alexandra Kordas im Grenada-Pavillon der Biennale Arte 2026&#8220; &#8211; Arttrado.de" src="https://arttrado.de/news/alexandra-kordas-im-grenada-pavillon-der-biennale-arte-2026/embed/#?secret=XMYcsJkknL#?secret=Jf1o7NrOlO" data-secret="Jf1o7NrOlO" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>



<h4 class="wp-block-heading">Weitere Informationen</h4>



<p>Titelbild: SEAWORLD VENICE 2026, (c) Nicole Marianna Wytyczak</p>



<p>Mehr über die „Skandal“-Performance : <a href="https://www.seaworldvenice.at/de/about/kuenstlerin">https://www.seaworldvenice.at</a></p>



<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>



<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>



<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Berliner Fördergelder-Skandal: 2,6 Millionen Euro &#8211; Ein System in der Kritik</title>
		<link>https://arttrado.de/news/berliner-foerdergelder-skandal-26-millionen-euro-ein-system-in-der-kritik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 01:11:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[kunst und politik]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Fördergelder]]></category>
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					<description><![CDATA[Berliner Fördergelder-Skandal: 2,6 Millionen Euro &#8211; Ein System in der Kritik Rund 2,6 Millionen Euro Fördergelder, vergeben für Projekte zur <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/berliner-foerdergelder-skandal-26-millionen-euro-ein-system-in-der-kritik/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Berliner Fördergelder-Skandal: 2,6 Millionen Euro &#8211; Ein System in der Kritik</h4>
<p>Rund 2,6 Millionen Euro Fördergelder, vergeben für Projekte zur Antisemitismusprävention – und ein Prüfbericht, der von „evident rechtswidriger“ Mittelvergabe spricht: In Berlin sorgt aktuell ein Kulturskandal für politische und gesellschaftliche Debatten.</p>
<p>Konkret geht es um die Vergabe öffentlicher Gelder durch die Kulturverwaltung an mehrere Projekte, bei denen laut Rechnungshof zentrale Vergaberegeln missachtet worden sein sollen. Kritisiert werden unter anderem fehlende Transparenz, unklare Auswahlverfahren und mögliche politische Einflussnahme.</p>
<p>Der Fall hat bereits personelle Konsequenzen nach sich gezogen und wirft eine grundsätzliche Frage auf, die weit über Berlin hinausgeht:</p>
<p>&#x1f449; Wie funktioniert Kulturförderung wirklich – und wer profitiert davon?</p>
<h4>Berliner Fördergelder: 2,6 Millionen Euro und ein System, das Künstler kennen</h4>
<p>Die Debatte um die Millionenförderung wird oft als politischer Skandal dargestellt. Doch für viele Künstler fühlt sich das weniger wie eine Überraschung an – und mehr wie ein bekanntes Muster.</p>
<p>Denn der eigentliche Kern der Affäre ist nicht nur eine mögliche Fehlentscheidung, sondern ein strukturelles Problem.</p>
<p>&#x1f449; Wie funktioniert Kulturförderung wirklich – und für wen?</p>
<h4>Wenn Kulturförderung politisch wird</h4>
<p>Die Mittel wurden für Projekte mit gesellschaftspolitischer Zielsetzung vergeben – insbesondere im Kontext von Antisemitismusprävention. Das ist grundsätzlich legitim.</p>
<p>Problematisch wird es dort, wo Verfahren offenbar nicht eingehalten wurden.</p>
<p>Hier entsteht ein Spannungsfeld, das die Kunst seit Jahren begleitet:</p>
<p>Soll Kunst frei sein – oder gesellschaftlich nützlich?<br />
Wer entscheidet, was „relevant“ ist?<br />
Und nach welchen Kriterien wird Geld verteilt?</p>
<p>Wenn Fördergelder an politische oder gesellschaftliche Prioritäten gekoppelt sind, verändert sich die Logik des Systems.</p>
<p>&#x1f449; Kunst wird dann nicht mehr nur gefördert, weil sie künstlerisch überzeugt – sondern weil sie in ein bestimmtes Narrativ passt.</p>
<h4>Das eigentliche Problem: Intransparenz ist kein Einzelfall</h4>
<p>Der Vorwurf der intransparenten Vergabe ist im aktuellen Fall besonders deutlich – aber er trifft einen Nerv, weil er strukturell ist.</p>
<p>Viele Künstler kennen Situationen wie:</p>
<p>unklare Auswahlprozesse<br />
schwer nachvollziehbare Absagen<br />
wechselnde Förderkriterien je nach politischem Klima</p>
<p>Der aktuelle Fall wirkt deshalb weniger wie ein Ausrutscher, sondern eher wie ein sichtbarer Teil eines Systems, das sonst im Verborgenen bleibt.</p>
<p>&#x1f449; Der Unterschied: Diesmal ist es öffentlich geworden.</p>
<h4>Wer hat Zugang – und wer bleibt draußen vor?</h4>
<p>Ein besonders kritischer Punkt ist die Frage nach Chancengleichheit.</p>
<p>Wenn Gelder:</p>
<p>ohne offene Ausschreibung<br />
ohne klare Kriterien<br />
oder unter politischem Einfluss</p>
<p>vergeben werden, profitieren zwangsläufig:</p>
<p>etablierte Netzwerke<br />
bekannte Akteure<br />
institutionell verankerte Projekte</p>
<p>Währenddessen haben es:</p>
<p>unabhängige Künstler<br />
Newcomer<br />
experimentelle Positionen</p>
<p>noch schwerer, überhaupt wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Das verstärkt ein ohnehin bestehendes Ungleichgewicht in der Kunstszene.</p>
<h4>Kunst  und Kultur als Mittel zum Zweck?</h4>
<p>Kunst war schon immer politisch – aber sie war selten so stark zweckgebunden wie in vielen aktuellen Förderlogiken.</p>
<p>Das Problem ist nicht, dass Kunst gesellschaftliche Themen behandelt.<br />
Das Problem entsteht, wenn:</p>
<p>&#x1f449; gesellschaftliche Ziele zur Voraussetzung für Förderung werden</p>
<p>Dann verschiebt sich die Rolle der Kunst:</p>
<p>von freiem Ausdruck<br />
hin zu einem Instrument politischer Kommunikation</p>
<p>Langfristige Folgen:</p>
<p>weniger künstlerisches Risiko<br />
mehr Anpassung an erwartete Inhalte<br />
geringere Vielfalt<br />
Vertrauen ist schnell verloren</p>
<p>Ein funktionierendes Fördersystem lebt von Vertrauen.</p>
<p>Wenn jedoch der Eindruck entsteht, dass Entscheidungen:</p>
<p>nicht nachvollziehbar<br />
politisch beeinflusst<br />
oder willkürlich</p>
<p>sind, verliert dieses System seine Legitimation.</p>
<p>Für Künstler bedeutet das konkret:</p>
<p>weniger Planungssicherheit<br />
mehr Frustration<br />
zunehmende Distanz zu öffentlichen Institutionen<br />
Warum der Fall die Kunstszene direkt betrifft</p>
<p>Wer denkt, das sei nur ein politischer Skandal, unterschätzt die Tragweite.</p>
<p>Denn solche Fälle beeinflussen direkt:</p>
<p>wer sichtbar wird<br />
wer arbeiten kann<br />
welche Kunst entsteht</p>
<p>Förderpolitik ist immer auch Gestaltung von Realität.</p>
<p>Sie entscheidet darüber, welche Stimmen gehört werden – und welche nicht.</p>
<h4>Fazit: Kein Einzelfall, sondern ein Warnsignal</h4>
<p>Die 2,6 Millionen Euro sind letztlich nicht das Entscheidende.<br />
Sie sind nur der Anlass für eine größere Debatte.</p>
<p>Die eigentliche Frage lautet:</p>
<p>&#x1f449; Wollen wir ein Fördersystem, das Kunst ermöglicht – oder eines, das sie lenkt?</p>
<p>Für Künstler, Kuratoren und Kulturinteressierte ist klar: Diese Diskussion geht weit über Berlin hinaus.</p>
<p>Und genau deshalb sollte sie nicht nur politisch geführt werden – sondern mitten in der Kunstszene selbst.</p>
<p class="isSelectedEnd">Doch bei aller Kritik bleibt eine entscheidende Frage offen. Nicht nur, was schiefgelaufen ist – sondern, wie es besser gehen könnte.</p>
<p>&#x1f449; <em>Wie lässt sich ein Fördersystem gestalten, das fair ist, Vertrauen schafft und künstlerische Freiheit nicht einschränkt?</em></p>
<h4>Wie Kulturförderung besser funktionieren kann</h4>
<p>Ein zentraler Ansatzpunkt liegt in der Transparenz. Denn solange für Außenstehende kaum nachvollziehbar ist, warum bestimmte Projekte gefördert werden und andere nicht, bleibt jede Entscheidung angreifbar. Ein offener Umgang mit Kriterien, Begründungen und Verfahren würde nicht nur Vertrauen schaffen, sondern auch die Qualität der Entscheidungen sichtbar machen. Förderung würde damit aus dem Bereich des Vermuteten in den Bereich des Nachvollziehbaren rücken.</p>
<h4 data-section-id="1r27hy7" data-start="834" data-end="905"><span role="text">Politischer Einfluss und die Unabhängigkeit von Kulturförderung</span></h4>
<p>Eng damit verbunden ist die Frage nach politischem Einfluss. Kulturförderung wird zwangsläufig in einem politischen Rahmen beschlossen – doch die konkrete Vergabe sollte davon möglichst unabhängig bleiben. Wenn inhaltliche Prioritäten direkt darüber entscheiden, wer Geld erhält, entsteht ein subtiler Anpassungsdruck. Kunst orientiert sich dann nicht mehr nur an eigenen Ideen, sondern auch an erwarteten Themen. Unabhängige Jurys und klar dokumentierte Entscheidungswege könnten hier eine wichtige Grenze ziehen.</p>
<h4>Einheitliche Verfahren als Voraussetzung für Fairness</h4>
<p>Gleichzeitig zeigt der aktuelle Fall, wie sehr uneinheitliche Verfahren zur Verunsicherung beitragen. Unterschiedliche Abläufe, schwer vergleichbare Entscheidungen und fehlende Standards machen das System nicht nur anfällig für Kritik, sondern auch schwer zugänglich. Ein klar strukturiertes, verständliches Verfahren würde nicht nur für mehr Fairness sorgen, sondern auch dafür, dass sich mehr Künstler überhaupt auf Förderungen einlassen.</p>
<h4 data-section-id="nt1sl1" data-start="1936" data-end="1995"><span role="text">Zugang zu Kulturförderung: Wer profitiert wirklich?</span></h4>
<p>Denn Zugang ist einer der entscheidenden Punkte. In vielen Fällen profitieren diejenigen, die das System bereits kennen oder gut vernetzt sind. Für unabhängige Künstler oder neue Stimmen bleibt der Einstieg dagegen oft schwierig. Eine Öffnung der Verfahren – etwa durch niedrigschwellige Bewerbungen oder gezielte Förderung neuer Positionen – könnte helfen, dieses Ungleichgewicht zumindest teilweise auszugleichen. Vielfalt entsteht nicht automatisch, sie muss ermöglicht werden.</p>
<h4 data-section-id="h6rxf3" data-start="2483" data-end="2539"><span role="text">Kontrolle und Transparenz in der Kulturförderung</span></h4>
<p>Hinzu kommt ein strukturelles Problem, das selten im Fokus steht: Kontrolle greift oft erst dann, wenn es bereits zu spät ist. Der Berliner Fall ist dafür ein Beispiel. Ein System, das auf Vertrauen basiert, braucht jedoch kontinuierliche Überprüfung – nicht nur im Nachhinein. Unabhängige Aufsicht und klare Regeln könnten dazu beitragen, Fehlentwicklungen früher zu erkennen und zu korrigieren.</p>
<h4 data-section-id="js6dun" data-start="2943" data-end="3030"><span role="text">Kriterien der Kulturförderung zwischen Qualität und gesellschaftlicher Relevanz</span></h4>
<p>Am sensibelsten bleibt jedoch die Frage nach den Kriterien selbst. Wenn gesellschaftliche Relevanz zur zentralen Voraussetzung für Förderung wird, verschiebt sich zwangsläufig der Maßstab. Themen gewinnen an Gewicht, während künstlerische Qualität oder Risiko in den Hintergrund treten können. Eine zukunftsfähige Kulturförderung müsste beides zusammenbringen: gesellschaftliche Offenheit und künstlerische Freiheit. Sie müsste Raum lassen für Positionen, die nicht sofort einzuordnen sind – und gerade deshalb relevant werden können.</p>
<h4 data-section-id="6z4j09" data-start="3572" data-end="3630"><span role="text">Kulturförderung im Wandel: Mehr als ein Einzelfall</span></h4>
<p>Der Berliner Förderskandal ist damit mehr als ein politischer Streitfall. Er ist ein Anlass, grundlegende Fragen neu zu stellen. Denn am Ende entscheidet Kulturförderung nicht nur über Projekte oder Budgets, sondern darüber, welche Kunst entsteht – und welche gar nicht erst sichtbar wird.</p>
<p>&#x1f449; Ein funktionierendes Fördersystem muss deshalb vor allem eines leisten: Es muss Kunst ermöglichen, ohne sie im Voraus festzulegen.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild: Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/flotty-3631325/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1826557">Bernd Scheumann.</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
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