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	<title>Ksenia Malykh Archive - Arttrado.de</title>
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		<title>Ukrainischer Pavillon auf der Biennale Venedig 2026: Zhanna Kadyrova</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 12:04:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ukrainischer Pavillon auf der Biennale Venedig 2026: Zhanna Kadyrova Ein Hirsch aus Beton schwebt über dem Boden. Ein Kran hält <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/ukrainischer-pavillon-auf-der-biennale-venedig-2026-zhanna-kadyrova/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 dir="auto" data-start="493" data-end="595">Ukrainischer Pavillon auf der Biennale Venedig 2026: Zhanna Kadyrova</h4>
<p>Ein Hirsch aus Beton schwebt über dem Boden. Ein Kran hält ihn in der Luft; der Lastwagen, der ihn nach Venedig gebracht hat, bleibt Teil des Bildes. Die Skulptur wirkt auf den ersten Blick leicht wie gefaltetes Papier. Tatsächlich ist sie schwer, verletzlich und auf eine Maschine angewiesen, die sie trägt.</p>
<p>Mit diesem Bild beginnt der ukrainische Beitrag zur Biennale Venedig 2026. <strong>„Security Guarantees“</strong> heißt die Ausstellung der Künstlerin <strong>Zhanna Kadyrova</strong>. Sie verteilt sich auf zwei Orte: In den Giardini hängt ihr „Origami Deer“ am Kran des Lastwagens. Im Arsenale erzählen Videos und Archivmaterialien, warum die Skulptur ihre Heimatstadt verlassen musste. Kuratiert wird der Pavillon von Ksenia Malykh und Leonid Marushchak.</p>
<h4>Ein Kunstwerk aus dem Alltag von Pokrowsk</h4>
<p>Kadyrova schuf den Hirsch 2019 für einen Park in Pokrowsk in der ostukrainischen Region Donezk. Er stand dort an der Stelle eines abgebauten sowjetischen Kampfjets. Die Skulptur wurde direkt auf ihren Sockel gegossen und war nie für eine Reise vorgesehen. Sie gehörte zum öffentlichen Raum und über die Jahre zum Alltag der Stadt.</p>
<p>Als sich die Front 2024 Pokrowsk näherte und Menschen die Stadt verließen, wurde auch der Hirsch abgebaut und in Sicherheit gebracht. Daran beteiligt waren Kadyrova, der Historiker und heutige Mitkurator Leonid Marushchak, die Organisation <em>Museum Open for Renovation</em> sowie Fachleute und städtische Mitarbeiter aus Pokrowsk. Eine Arbeit, die fest an einem Ort stehen sollte, musste plötzlich beweglich werden.</p>
<p>Genau darin liegt die Stärke des Projekts: Der Hirsch steht für die Menschen, deren vertraute Umgebung durch den Krieg verloren ging. Seine Rettung macht zugleich sichtbar, wie viel Arbeit es braucht, kulturelle Spuren einer Stadt zu bewahren.</p>
<h4>Warum hängt der Hirsch am Kran?</h4>
<p>In Venedig erhält die Skulptur keinen neuen Sockel. Sie bleibt in einem Zustand zwischen Ankunft und Weiterreise. Der Kran verhindert, dass sie fällt, aber er gibt ihr keinen dauerhaften Platz.</p>
<p>Kuratorin Ksenia Malykh verbindet diesen Schwebezustand mit der Erfahrung von Menschen, die ihr Zuhause und damit einen Teil ihres sicheren Alltags verloren haben. Die Inszenierung zeigt das durch ein präzises Bild: Der Hirsch ist gerettet, doch er ist nicht wieder zu Hause. <a href="https://mincult.gov.ua/en/news/at-the-61st-venice-biennale-the-ukrainian-pavilion-security-guarantees-was-officially-opened/?utm_source=chatgpt.com">Міністерство культури України</a></p>
<p>Das Material verstärkt diesen Eindruck. Beton ist schwer und widerstandsfähig; die Form erinnert an ein gefaltetes Blatt Papier. Was stabil erscheint, kann dennoch aus seinem Zusammenhang gerissen werden.</p>
<h4>Was versprechen „Security Guarantees“?</h4>
<p>Der Ausstellungstitel verweist auf das <strong>Budapester Memorandum von 1994</strong>. Im Zusammenhang mit dem Verzicht der Ukraine auf die Atomwaffen, die nach dem Zerfall der Sowjetunion auf ihrem Gebiet verblieben waren, gaben unter anderem die USA, Großbritannien und Russland Zusicherungen zur Achtung ihrer Souveränität und territorialen Unversehrtheit. Der ukrainische Pavillon fragt, was solche Zusicherungen wert sind, wenn Schutz im entscheidenden Moment ausbleibt.</p>
<p>Im Arsenale werden Materialien zum Memorandum mit Aufnahmen der Evakuierung und der Reise des Hirsches verbunden. Die politische Frage erhält dadurch eine konkrete Form. Es geht um ein Kunstwerk aus einem Park, um die Menschen, die es in Sicherheit brachten, und um die Stadt, zu der es gehörte.</p>
<h4>Der ukrainische Pavillon erzählt mehr als eine Rettungsgeschichte</h4>
<p>Die Geschichte des Hirsches endet vorerst in Venedig, aber die Ausstellung macht aus seiner Ankunft keinen versöhnlichen Schluss. Die Skulptur ist erhalten geblieben. Ihr ursprünglicher Ort und die Sicherheit, in der sie dort einmal stand, lassen sich damit nicht zurückholen.</p>
<p>Gerade deshalb bleibt das Bild des schwebenden Hirsches im Gedächtnis. „Security Guarantees“ zeigt, dass Rettung und Sicherheit verschiedene Dinge sind. Und es fragt, wer Verantwortung trägt, wenn Menschen und ihre Kultur dauerhaft auf Schutz angewiesen sind.</p>
<p>ARTTRADO hat die politischen Konflikte um die Biennale bereits im Beitrag <a href="https://arttrado.de/news/biennale-venedig-2026-kunstfreiheit-und-politik-russland-israel-und-der-streit-mit-der-eu/?utm_source=chatgpt.com">„Kunstfreiheit und Politik: Russland, Israel und der Streit mit der EU“</a> behandelt. Der ukrainische Pavillon gibt dieser Debatte eine eigene künstlerische Perspektive: einen Hirsch, der gehalten wird und doch keinen festen Boden unter sich hat.</p>
<h4>Weitere Beiträge zur Biennale Venedig 2026 auf ARTTRADO</h4>
<p><a href="https://arttrado.de/news/britischer-pavillon-auf-der-biennale-venedig-2026-lubaina-himid/?utm_source=chatgpt.com">Britischer Pavillon: Lubaina Himid</a><br />
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<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild: Die Evakuierung von Zhanna Kadyrovas Skulptur <em>The Origami Deer</em> aus Pokrowsk. Standbild aus dem Dokumentarfilm <em>IDP</em>. Bild: Zhanna Kadyrova / Ukrainischer Pavillon.</p>
<p>Ausstellung: „Security Guarantees“ – Ukrainischer Pavillon der Biennale Venedig 2026<br />
Künstlerin: Zhanna Kadyrova<br />
Kuratiert von: Ksenia Malykh und Leonid Marushchak<br />
Orte: Giardini della Biennale und Arsenale, Venedig<br />
Laufzeit: 9. Mai bis 22. November 2026</p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/?utm_source=chatgpt.com">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a>.</p>
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