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	<title>van gogh Archive - Arttrado.de</title>
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		<title>Kunst aus Stuttgart: Kunstpädagoge und Künstler Chris Morys im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 16:05:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
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					<description><![CDATA[Kunst aus Stuttgart: Kunstpädagoge und Künstler Chris Morys im Interview Chris Morys ist ein bildender Künstler aus Deutschland, dessen Gemälde <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/kunst-aus-stuttgart-kunstpaedagoge-und-kuenstler-chris-morys-im-interview/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Kunst aus Stuttgart: Kunstpädagoge und Künstler Chris Morys im Interview</h4>
<p><span class="wixui-rich-text__text">Chris Morys ist ein bildender Künstler aus Deutschland, dessen Gemälde international ausgestellt wurden. Die Expressivität  und der kraftvolle Ausdruck seiner Bilder spiegeln die innersten Energien, die die Menschen antreiben. Die Kunstwerke von Chris Morys regen dazu an, die eigene innere Stärke wahrzunehmen und auf positive Art schöpferisch zu leben.</span></p>
<p class="font_9 wixui-rich-text__text"><span class="wixui-rich-text__text"><span class="wixGuard wixui-rich-text__text">​</span></span><span class="wixui-rich-text__text">Morys gelingt es die kraftvollen Dynamiken des menschlichen Seins in seinen Werken darzustellen. Inspiriert durch Begegnungen mit Menschen, dem Hören von Musik und dem Erleben von Natur, lassen seine kontrastreichen und lebendigen Kompositionen den Betrachter in ein starkes emotionales Erlebnis eintauchen. </span></p>
<h4>Chris Morys im Interview</h4>
<p><strong>Wo bist du gerade, wie geht es dir und woran arbeitest du aktuell?</strong></p>
<p><em>Ich befinde mich derzeit in meinem Atelier in Esslingen bei Stuttgart. Mir geht es sehr gut, danke der Nachfrage. Aktuell arbeite ich an einer Serie von abstrakten Gemälden, bei der ich versuche den Kopf auszuschalten und innere Prozesse fließen zu lassen. Außerdem beschäftige ich mich viel mit Spiritualität und arbeite daran, die Verbindungen zwischen Menschen und Natur zu erkunden.</em></p>
<p><strong>Wie bist du überhaupt zur Kunst gekommen? Und gab es einen bestimmten Moment, in dem du dich entschieden hast, deine Werke mit der Öffentlichkeit zu teilen?</strong></p>
<p>Die Kunst begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Mir war schon immer klar, dass ich gerne kreativ bin. So habe ich zunächst als Kind viel gemalt und gezeichnet. In der Jugend kam dann die Begeisterung für Graffiti dazu. Als dann die Entscheidung anstand, nach der Schule anstand, was ich „einmal werden will“, wusste ich, dass ich etwas mit Menschen machen will und entschied mich dafür Lehramt zu studieren.</p>
<p><em>Zum damaligen Zeitpunkt dachte ich allerdings, dass meine Kunst nicht gut genug sei. Der Klassiker &#8211; wir vergleichen uns mit anderen und unser eigener innerer Kritiker, redet uns ein, dass wir nicht gut genug seien. Kunst blieb daher bis dahin ein Hobby und etwas, das ich ab und zu in Workshops an Kinder und Jugendliche weitergab.</em></p>
<p>Im Laufe des Studiums kamen aber immer mehr Menschen zu mir und sprachen mich darauf an, warum ich nicht Kunst studiere. Ich  hörte in mich rein und spürte, wie die anfänglichen Ängste und Zweifel, einer Neugierde und einer Begeisterung wichen. Also entschied ich mich dazu, Kunst als weiteres Fach zu studieren. Das war ein echter Volltreffer. Und eine der wunderschönsten Phasen meines Lebens.</p>
<p><em>Ich konnte so viele verschiedene Kunststile und Kunstmethoden ausprobieren und so viele Kunstinhalte lernen. Von Bildhauerei mit Stein, Holzskulpturen mit Kettensägen über Drucke, Urban Sketching, Malerei, Design, Fotografie, natürlich jeder Menge Graffiti und Zeichnungen, über Besuche der Dokumenta, Fahrten nach Berlin und das Engagement in der Kunstfachschaft. In dieser Phase kamen auch die ersten Ausstellungen in der Studiengalerie, in meiner Geburtstag Esslingen und in Novi Sad (Serbien).</em></p>
<p><em>Ein Highlight war, als ich in der Staatsexamensprüfung saß und der Professor mir neben einer 1.0 für meine Prüfung ein Promotionsangebot im Fach Kunst anbot. Ich entschied mich, den Weg des beamteten Lehrer zu gehen und im weitern Schritt zu promovieren. Dies sollte dann aber einer der lehrreichsten Erfahrungen und bis dato größte Lebenskrise werden.</em></p>
<p><em>Trotz meiner sehr guten Noten im Studium und vieler erfolgreicher Projekte, die ich bereits umgesetzt hatte, blieb ich nun im Lehrerberuf weit hinter den Anforderungen zurück. Das konnte und wollte ich nicht akzeptieren! Ich gab alles. Ich schlief fast nicht mehr und hatte kaum noch ein Sozialleben. Ich stand morgens vor der Arbeit auf, um extra zu arbeiten, gönnte mir kaum Pausen und arbeitete bis tief in die Nacht.</em></p>
<blockquote><p>Es machte mich ohnmächtig, zu merken, dass ich alles gab und die vorgegeben Ziele nicht erreichte. Der Druck war unaushaltbar. Meine Verzweiflung war riesengroß. Ich konnte nicht mehr schlafen, meine Beziehung ging in die Brüche und ich war nur noch ein Schatten meiner selbst. Ich hatte unfassbare Angst, dass ich mein Leben in die falsche Richtung gelebt hatte. Es fühlte sich nach Scheitern an. An diesem Punkt, war mein Selbstwert auf dem absoluten Tiefpunkt.</p></blockquote>
<p><em>In dieser Zeit wurde mir sehr deutlich von erfahrenen Kollegen gesagt: „Du gehörst hier nicht her!“ Das traf mich wie ein Blitz und zog mir den Boden unter den Füßen weg. Mein Lebensplan war den Menschen als Lehrer zu helfen. Aber wenn dir jemand dann mit Autorität sagt: „Du gehörst hier nicht her!“, wirst du zurückgeworfen.</em></p>
<p><em>Jedoch musste ich mir eingestehen, dass Sie recht hatten und realisierte: Absolut! Ich gehörte da nicht her. Das war nicht meine Lebensvision! Also ging ich den konsequenten und radikalen Schritt und kündigte. Ich kündigte mein geplantes Leben, ich kündigte meinen Beamtenstatus und ich kündigte die Sicherheit.</em></p>
<p><em>Was nun folgte war die spannendste Reise meines Lebens. Die Reise zu mir selbst. Kreativität half mir, mich selbst zu finden. Ich hatte gesehen, dass viele Leute durch Kreativität ihr Potential entfalten konnten. Sie fanden Lösungen für ihr eigenes Leben und hatten die Liebe zu anderen entdeckt.</em></p>
<p><em>Ich habe die innere Erkenntnis gewonnen, dass ich in meinem Leben nicht am richtigen Ort war. Durch diese Erfahrung, habe ich erkannt, ich will eigentlich etwas anderes. Ich möchte mein Potential leben, Ich möchte mein Leben selbst in die Hand nehmen. Ich will nicht das Leben in dem man mir etwas vorgibt. Ich will ein freies, selbstbestimmtes Leben leben. Daher habe ich mich entschieden Künstler zu werden und mein Glück darin gefunden.</em></p>
<p><em>In meiner Lehrertätigkeit konnte ich den vielen Menschen nicht gerecht werden. Nun habe ich eine Möglichkeit, wie ich mit den Menschen interagieren kann und deren Schicksal positiv beflügeln kann. Ich sagte mir: „Ich gehe jetzt raus mit meiner Kunst und will den größtmöglichen Impact für alle Menschen geben! Ich träume von einer Welt, in der jeder ganz er selbst sein kann und seine Stärken lebt.“</em></p>
<p><strong>Glaubst du, dass es wichtig war einen Rückschritt zu machen, um quasi wieder Anlauf zu nehmen? </strong></p>
<p>Ich denke, es war wichtig, zurückgeworfen zu werden, um meinen eigenen Wert zu begreifen, den ich jetzt viel besser entfalten kann. Durch den Weg den ich gegangen bin, durch die Erfahrungen und die Lehren, die ich daraus gezogen habe, kann ich Menschen erreichen und den Unterschied machen.</p>
<p>Ich habe oft den Eindruck, dass es fast egal war, was ich gemacht habe, sondern entscheiden war, wie ich es getan habe. Wie ich meinen ganz eigenen Weg gegangen bin, war wichtig, um jetzt anderen Menschen Kraft zu geben.</p>
<p><strong>Du hast Lehramt studiert und bist Kindergärtner? – wie stark beeinflusst dein pädagogisches Wissen deine Kunst?</strong></p>
<p><em>Das ist nicht ganz richtig. Es stimmt, dass ich studierter Lehrer bin. Allerdings arbeite ich ich nicht im Kindergarten, sondern im Kinderheim. Im Kinderheim wohnen die Kinder in Wohngruppen, jede/r aus ganz individuellen Gründen. Das können zum Beispiel minderjährige unbegleitete Flüchtlinge sein, aber auch Mädchen mit Essstörung oder Kinder und Jugendliche, die als Inobhutnahme im Kinderheim wohnen. </em></p>
<p><em>Ich bin dort Freizeitpädagoge, das heißt, ich helfe jungen Menschen in ihrer Freizeit, ihre eigenen Stärken zu entdecken und in ihre Kraft zu kommen. Außerdem bin ich selbständig und gebe Workshops in denen ich Menschen helfe, sich persönlich zu entwickeln.</em><br />
<em>Mein pädagogisches Wissen und meine Kunst verschwimmen sehr oft.</em></p>
<blockquote><p>In meinem Kopf geht es ständig um menschliche Persönlichkeiten und die Frage: „Wer bist du?“ Und „Wie sieht die Welt aus deinem Kopf aus?“ Zwei zentrale Fragen, die ich auch in meinem Podcast den Gästen stelle. Draus leitet sich für mich automatisch die Frage ab: „Wer bist du wirklich?“ Und was ist deine Funktion in dieser Welt?“ Auf Grundlage dessen helfe ich den jungen Menschen in ihre Kraft zu kommen und ihr Potential zu entwickeln.</p></blockquote>
<p><em>Kunst ist meine Methode, um in meine Kraft zu kommen. Mein Selfcare &#8211; meine Selbsttherapie. Durch die Kunst kann ich Dinge und Ebenen ausdrücken, die ich mit Worten nicht beschreiben kann. Nuancen, Schwingungen, Energien, Details. Kunst hilft mir, Erlebnisse zu verarbeiten, mich wieder mit mir selbst und dem großen Ganzen zu verbinden. </em></p>
<p><em>Somit kann man klar sagen: Mein pädagogisches Wissen hat einen deutlichen Einfluss auf meine Kunst. Es hilft mir, die Verbindung zwischen Kunst und persönlicher Entwicklung zu verstehen. In meinen Workshops und Podcasts konzentriere ich mich darauf, wie Kunst die Persönlichkeit fördern kann. </em></p>
<p><em>Diese Erkenntnisse fließen in meine Werke ein, indem ich versuche, den Betrachter zur Reflexion anzuregen und ihm eine tiefere Bedeutungsebene zu bieten.</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt die Kunst deiner Meinung nach in der Bildung und Entwicklung?</strong></p>
<p><em>Kunst spielt eine wichtige Rolle in der Bildung und Entwicklung von Kindern. Sie fördert die Kreativität, die Selbstausdrucksmöglichkeiten und die Vorstellungskraft der Kinder. </em></p>
<blockquote><p>Kunst hilft Kindern, ihre Emotionen auszudrücken und ihre individuellen Stärken zu entdecken.</p></blockquote>
<p><em>Sie lehrt sie auch, die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und kritisch zu denken. Somit kann man sagen, dass Kunst und Kreativität zentral für die Entwicklung von Persönlichkeit sind. Zudem wird unsere Welt zunehmen komplexer. Das betrifft unsere Leben, aber auch die Probleme. </em></p>
<p><em>Daher benötig es ständig kreative Lösungen von Problemen. Man kann also sagen: Wer kreativ ist, findet bessere Lösungen für Probleme und ist dadurch im Stande, das Leben besser zu meistern.</em></p>
<p><em>Wenn wir uns die Entwicklungen in der KI ansehen, würde ich sogar so weit gehen, zu sagen, dass Kreativität das zentrale Element ist, dass uns von der KI unterscheidet. Somit ist Kreativität nicht eine nice to have Fähigkeit, sondern der zentrale Skill in unserer Welt.</em></p>
<p><strong>Du leitest auch Workshops unter dem Credo &#8222;Persönlichkeit kreativ fördern&#8220; &#8211; glaubst du, dass man Kreativität lernen kann?</strong></p>
<p><em>Ja klar! Jeder Mensch ist kreativ. Das sehe ich jeden Tag, wenn ich mit Kindern arbeite. Uns wird nur in dieser sehr logisch, rational, strukturierten Welt beigebracht, wir müssten immer alles ganz genau planen und kontrollieren. Kreativität ist für mich wieder loszulassen und die Welt mit kindlicher, spielerischen Neugierde zu betrachten.</em></p>
<p><strong>Inwieweit kann Kunst helfen, die eigene innere Stärke wahrzunehmen?</strong></p>
<p><em>Kunst ist eine kraftvolle Möglichkeit, die eigene innere Stärke zu erkennen und zu stärken. Indem man sich durch Kunst ausdrückt, kann man auch seine innere Welt besser wahrnehmen und verstehen. Dadurch ermöglicht Kunst es, Emotionen auszudrücken, innere Konflikte zu lösen und Selbstreflexion zu fördern.</em></p>
<p><strong> In deinem Podcast &#8222;Gedankenwandel&#8220; konzentrierst du dich mit deinen Gesprächspartnern auf die Frage, &#8222;Was für ein Mensch bist du?&#8220; &#8211; Was für ein Mensch bist denn du?</strong></p>
<p><em>Das werde ich oft gefragt und es fällt mir schwer, das in einem Satz zu beantworten. Ich beschreibe mich gerne als bunten Vogel. Ein neugieriger Mensch, der gerne neue Erfahrungen mit spannenden Menschen macht, neue Orte entdeckt und sich von der Welt inspirieren lässt. Das kann Surfen sein, Bogenschießen, Lesen, Meditation, Yoga, über Gott und die Welt sinnieren, Spazieren, Musik machen, Retreats und Seminare besuchen, Boxen, ins Fußballstation gehen, und natürlich Kunst machen.</em></p>
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<p><strong>Wie kann man sich den Entstehungsprozess von einem deiner Werke vorstellen?</strong></p>
<p><em>Mein kreativer Prozess beginnt oft mit einer emotionalen Resonanz auf ein bestimmtes Thema oder eine Erfahrung. Ich lasse diese Emotionen in meine Arbeit einfließen und arbeite intuitiv mit verschiedenen Materialien, Farben und Kompositionen. Dabei höre ich auf mein Bauchgefühl und lasse die Energie fließen. Es ist ein kreativer Flow, in dem ich mich selbst jedes Mal ein bisschen mehr entdecke.</em></p>
<p><strong>Wie viele Werke sind bis heute entstanden und wie viel Liter Farbe hast du bis heute verbraucht? </strong></p>
<p><em>Kann ich echt nicht genau sagen. Das hat mich bisher aber irgendwie auch nicht interessiert. Viel wichtiger ist mir, was mir die alten Werke sagen. Werke sind immer Zeitzeugnisse einer Lebensphase. Wie ein Tagebuch. Ich bin mein ganzes Leben schon kreativ. </em></p>
<p><em>Alleine letztes Jahr, habe ich ein komplettes Rathaus mit 60 Bildern gefüllt. Die waren fast alle während Corona entstanden und selbst das war eine Auswahl. Ich denke mit Zeichnungen, Malereien, Graffiti und Skulpturen sind wir locker bei 500-700 Werken. Das macht unzählige Farbliter, Graffitidosen, Marker, Stifte, Kreiden, Fineliner und was ich sonst noch so alles in meine Hände bekommen habe.</em></p>
<p><strong>Wie war das Feedback aus deinem Umfeld, als du gesagt hast, dass du Künstler bist?</strong></p>
<p>Ich habe nicht gesagt, dass ich Künstler bin, sondern ich bin Künstler. Das ist eine Haltungsfrage. Wenn du in dir etwas bist, handelst du entsprechend. Und das bist du dann für deine Umwelt. Du sucht und findest dich in dir selbst und manifestiert es dann im Außen.</p>
<p><em>Aber natürlich hatte ich auch einen Prozess. Als ich für mich entschlossen hatte, die Karriere als Lehrer aufzugeben, war das hart. Und es gab auch Stimmen, die nicht verstanden haben, warum ich „die Sicherheit“ aufgebe. Die Verbeamtung, die regelmäßige, sehr gute Bezahlung, die Gesundheit- und Altersabsicherung.</em></p>
<p><em>Diese Stimmen waren aber am lautesten in mir selbst. Meine Familie und meine Freunde haben gemerkt, dass das nicht mein Weg ist und haben mich immer unterstützt. Dafür bin ich ihnen unfassbar dankbar!</em></p>
<p><strong>Gibt es Künstler oder Kunstwerke, die dich beeinflusst haben?</strong></p>
<p><em>Definitiv. Als Künstler wird man ständig von anderen Künstlern inspiriert. Die Challenge ist es dabei, bei sich zu bleiben, nicht in der Vergleich zu geraten und gleichzeitig offen zu sein, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Es geht also darum, den Einfluss der anderen positiv, konstruktiv und nicht negativ, destruktiv zu nutzen. Jeder der Social Media hat, weiß wovon ich spreche 😉</em></p>
<p><em>In letzter Zeit haben mich die abstrakten Arbeiten von Gerhard Richter sehr beeinflusst. Aber auch die Zeichnung von Alberto Giacometti prägen mich seit Jahren. Beide zeigen eine Offenheit und Lockerheit in ihren Arbeiten, die ich unglaublich finde. Dieses innere Haltung des Losgelösten &#8211; wie ich es nenne „go with the flow“ &#8211; ist mein innerer Kompass im Kreativprozess.</em></p>
<p><em>Neben Techniken und künstlerischen Herangehensweisen ziehen mich vor allem Künstler an, die radikal ihren eigenen Weg gehen. Daher fasziniert mich Caravaggio schon seit dem Kunststudium. Über ihn habe ich meine Abschlussprüfung im Staatsexamen gemacht. Die Art und Weiße, wie er gemalt hat, was er gemalt hat, wen er gemalt hat und vor allem auch, wie er gelebt hat, ist an Radikalität kaum zu überbieten.</em></p>
<p><em>Ein weiterer Künstler, der mir über die Jahre unfassbar ans Herz gewachsen ist, ist Vincent van Gogh. Es ist nicht nur sein Malstil, sondern auch, wie dieser Mensch sein Leben gelebt hat. Die Tragik und Radikalität spiegeln sich so sehr in seinen Werken wieder, dass ich jedes Mal zutiefst ergriffen bin von diesem Menschen und seiner Kunst.</em></p>
<p><strong>Und gibt es vielleicht Künstler oder Kunstformen, mit denen du überhaupt nichts anfangen kannst?</strong></p>
<p><em>Natürlich begegnet mir Kunst, mit der ich nichts anfangen kann, die mich nicht anspricht oder die mir nicht gefällt. Ich weiß aber, dass ich immer nur einen Teil der künstlerischen Arbeit sehe. Gerade in so schnelllebigen Zeiten wie der unseren, bleibt es oft bei einer oberflächlichen Betrachtung einer Sache (oder einem Kunstwerk). </em></p>
<p><em>Woher nehme ich mir also das Recht, über etwas zu urteilen, von dem ich nur einen Teil kenne. Ich halte es daher mit Sokrates und sage: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Letztlich ist es mit der Kunst, wie mit allem im Leben, ich kann in mich hineinfühlen und spüren, was es mit mir macht. Ich kann dann reflektieren, warum mir das nicht gefällt.</em></p>
<p><em>Somit kann ich mich durch Kunst selbst besser kennenlernen und persönlich wachsen. Als Künstler kann ich diese Erkenntnis wiederum in meinen Kreativprozess einfließenzulassen. Auch zu wissen, was man nicht mag und nicht will, ist wichtig und hilft einem dabei, seinen eigenen Weg zu gehen.</em></p>
<p><strong>Wie gehst du mit kreativen Blockaden um?</strong></p>
<p><em>Frühe habe ich mich deswegen verrückt gemacht. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, dass Blockaden ganz normal sind und zum künstlerischen Prozess dazugehören. Wenn ich in einer Blockade stecke, versuche ich mich zu entspannen, mir den Druck aus dem Kopf rauszunehmen und mir selbst etwas Gutes zu tun. </em></p>
<p><em>Oft gehe ich raus in die Natur, mache lange Spaziergänge, gehe in die Therme, schreibe Tagebuch, lese Bücher, gehe ins Fitness, meditiere, führe tiefe Gespräche mit engen Freunden, zeichne lose vor mich hin, singe, mache Musik und spiele Gitarre. Das hilft mir, den Kopf frei zu bekommen und neue Inspiration zu finden. Für mich ist es wichtig, loszulassen und ohne Erwartungen zu arbeiten. </em></p>
<p><em>Wenn ich merke, dass Druck entsteht, der mir nicht gut tut, lasse ich das Werk eine Weile liegen und warte, bis ich den Impuls verspüre, an ihm weiterzuarbeiten. Es ist ein Bisschen, wie in einer Partnerschaft. Unsere Beziehung benötigt dann, so zusagen eine Pause und ein bisschen Abstand. Irgendwann finden wir dann wieder zusammen und unser gemeinsamer Weg geht weiter. Meist in einer tieferen Verbindung, mit mehr Erkenntnis und mehr Verständnis als davor. Somit erfahren meine Kunst und ich selbst als</em><br />
<em>Mensch mit jedem Werk einen Reifeprozess.</em></p>
<p><strong>Wie findest du Inspiration für neue Kunstwerke?</strong></p>
<p><em>Inspiration finde ich überall, im Alltag, in der Natur, in Büchern, Gesprächen mit anderen Menschen und in meinen eigenen Gedanken. Ich versuche, offen und neugierig durch das Leben zu gehen und immer wieder neue Erfahrungen zu sammeln. Diese Erfahrungen sind dann der Kern für meine Kunstwerke.</em></p>
<p><strong>Findet sich in deinen Werken eine Signatur? Etwas, was du als deine ganz eigene Handschrift bezeichnen würdest?</strong></p>
<p><em>Die lockeren, gezeichneten Linien und die abstrakten Mischungen aus Graffitilack und Acrylfarbe haben sich über die vielen Jahre meines künstlerischen Arbeitens heraus kristallisiert. Sie sind charakteristisch für meine Kunst.</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt die Kunst in der Gesellschaft?</strong></p>
<p><em>Kunst spielt eine vielfältige Rolle in der Gesellschaft. Sie kann unterhalten, provozieren, inspirieren und Veränderungen bewirken. Kunst macht es möglich, dass Menschen, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Das kann sonst nichts in der Form auf dieser Welt. Dadurch macht sie Unsichtbares sichtbar und regt soziale und kulturelle Diskussionen von Veränderungen an.</em></p>
<p><strong>Du fingst mit Zeichnungen und Malereien an und bist dann später bei Graffitis gelandet &#8211; immer legal?</strong></p>
<p><em>Mein Führungszeugnis ist leer 😉</em></p>
<p><strong>Wie stehst du heute zu Streetart bzw. Urban Art?</strong></p>
<p><em>Ich mag das Radikale, das Wilde, das Direkte an Streetart. Streetart fragt nicht nach, ob sie da sein darf, sondern nimmt sich einfach den Raum und ist da. Das ist der Kern von Kunst.</em></p>
<p><strong>Darf Kunst alles, oder gibt es Grenzen?</strong></p>
<p><em>Kunst muss frei sein und keine festen Grenzen haben. Sie muss Raum für kreative Freiheit bieten.</em></p>
<p><strong>Gibt es etwas, was du auf dem Kunstmarkt gerne ändern würdest?</strong></p>
<p><em>Ich denke, dass wir durch das Internet schon eine extreme Demokratisierung von Kunst erleben. Das ist ein enormer Gewinn. Jeder Mensch kann seine Kunst im Internet präsentieren, ungeachtet seiner Ausbildung, seiner Vita und der klassischen Instanzen, wie Kuratoren, Galerien etc. Dadurch kommen Künstler in den Fokus der Öffentlichkeit, die vor dem Internet nie zu soviel Popularität erreicht hätten. </em></p>
<blockquote><p><em>Ich wünsche mir dennoch, dass sich die „alte“ Welt der „neuen“ noch mehr öffnet. Man darf aber nicht vergessen, dass der Kunstmarkt immer noch ein Markt ist. Dass dieser den Gesetzmäßigkeiten eines Marktes unterliegt, gefällt vor allem dem aufstrebenden Künstler nicht, aber es ist ok.</em></p></blockquote>
<p><strong>Muss Kunst immer eine Botschaft haben oder kann sie auch einfach nur &#8222;schön&#8220; sein?</strong></p>
<p><em>Kunst darf alles und muss gar nichts. Ich kann in allem etwas deuten. Egal, ob der Künstler eine Botschaft bewusst in seinem Werk verarbeitet hat oder nicht. Wenn ich bedenke, wieviel Prozent unserer Handlungen wir bewusst und wieviel wir unterbewusst machen, wird es eh egal, ob jemand bewusst eine Botschaft in seinem Werk ausdrücken wollte.</em></p>
<p><em>Generell gilt aber: Ein Kunstwerk drückt immer etwas über den Künstler aus. Und der Künstler entstammt einem Kontext. Dieser Kontext ist immer größer als der Künstler selbst. Der Künstler ist sensibler Mittler. Und was gefällt und was nicht gefällt ist immer subjektiv. Wer mir das nicht glaubt, der möge mal ein Blick in die sozialen Netzwerke werfen.</em></p>
<p><strong>Hast du einen Tipp für junge bzw. andere Künstler? Oder welchen Tipp hättest du vielleicht selbst gerne früher bekommen?</strong></p>
<p>Folge deinem Herzen! Sei mutig! Sei dankbar. Folge deiner Leidenschaft. Beschäftige dich mit dir selbst und spüre in dich hinein. Was fühlt sich gut an? Was räsoniert mit dir? Zweifel und äußere Erwartungen sind normal. Nimm sie wahr, aber lasse dich von ihnen nicht kontrollieren.</p>
<p>Versuche dich immer ein bisschen besser zu verstehen und bei dir selbst anzukommen. Strebe nicht nach Sicherheit oder äußerer Anerkennung! Alles ist schon da, du musst/darfst es nur finden. Leg dein Handy auch mal weg. Social Media ist gut zur Inspiration, beobachte dich aber dabei und merke, wenn du in den Vergleich kommst. Dann mache dir bewusst, was du alles kannst und wie du dich entwickelt hast.</p>
<blockquote><p>Und vor allem hör niemals auf zu erschaffen. Jede Phase ist wichtig, auch die, die vermeintlich destruktiv und negativ ist. Der kreativen Prozess ist eine Reise und nicht nur das fertige Endergebnis.</p></blockquote>
<p><strong>Kannst du schon was über kommende Projekte verraten?</strong></p>
<p>Aktuell beschäftigt mich Spiritualität sehr. Dies wird auf jeden Fall in meine zukünftigen Arbeiten einfließen. Wie genau, wird sich herausstellen. Für mich ist die aktuelle Frage, ob ich dabei komplett abstrakt bleibe oder Themen, die mich faszinieren, genauer darstelle. Eine Tierserie zu schamanischen Krafttieren würde mich zum Beispiel sehr reizen.</p>
<p><strong>Stell dir vor, wir wären ein großes Magazin wie die New York Times &#8211; was würdest du der Welt gerne noch sagen?</strong></p>
<p><em>In dieser Welt geht es darum, sich selbst und die Welt zu entdecken. Jeder Mensch hat ein einzigartiges Potential und einen Grund, warum er auf dieser Welt ist. Ich träume von einer Welt, in der jeder ganz er selbst sein kann. Eine Welt, in der jeder sich selbst, die anderen und die Welt intensiv spürt.</em></p>
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<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/CstbskXo-QF/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Chris Morys (@chrismorys)</a></p>
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<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Zur Webseite des Künstlers: <a href="https://www.chrismorys.com/">C.Morys aus Stuttgart</a></p>
<p>Mehr über die Kunstkurse und Pädagogik von Chris Morys: <a href="https://feelartflow.com/" target="_blank" rel="noopener">https://feelartflow.com/</a></p>
<p>Ausgewählte Arbeiten des Künstlers finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie auch bei uns im Shop!</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
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		<title>Kunst aus Niedersachsen: Judith Riemer im Interview</title>
		<link>https://arttrado.de/news/die-gluecksfinderin-judith-riemer-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Aug 2023 18:56:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[van gogh]]></category>
		<category><![CDATA[Hannover]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Hildesheim]]></category>
		<category><![CDATA[Judith Riemer]]></category>
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					<description><![CDATA[Kunst aus Niedersachsen: Judith Riemer im Interview Judith Riemer wurde 1975 in Braunschweig geboren und absolvierte nach dem Abitur eine <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/die-gluecksfinderin-judith-riemer-im-interview/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Kunst aus Niedersachsen: Judith Riemer im Interview</h3>
<p>Judith Riemer wurde 1975 in Braunschweig geboren und absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung als Bauzeichnerin. Im Jahr 2001 schloss sie ihr Studium der Innenarchitektur an der Fachhochschule Hildesheim mit dem Diplom ab. 2016, nach ihrer ersten erfolgreichen Ausstellungen, entschied sich Judith Riemer, die Karriere als freischaffende Innenarchitektin zu beenden und sich als professionelle Künstlerin zu etablieren.</p>
<p>​Seitdem erhielt sie mehrere Auszeichnungen, und ihre Werke wurden in Magazinen und Kunstbüchern in Belgien, Österreich, Großbritannien und Japan veröffentlicht. Zuletzt wurde Riemer im Jahr 2022 als Preisträgerin des &#8222;Talented Award&#8220; der Ausschreibung &#8222;Flower&#8220; durch die „Artshow International Los Angeles“ geehrt. Im Jahr 2021 war sie außerdem als Finalistin für den &#8222;Emerging Scene Art Prize Dubai&#8220; nominiert und ihre nominierten Werke wurden auf über 1000 Screens der Elevision Media Group in Dubai und Abu Dhabi präsentiert. Ebenfalls im Jahr 2021 erhielt sie eine Doppelseite im japanischen Kunstmagazin &#8222;365art+&#8220; in Tokio.</p>
<p>​Ihre Kunstwerke befinden sich in privaten Sammlungen in Deutschland, Italien und Österreich. Riemers Werke zeichnen sich durch eine fantasievoll-mysteriöse Ästhetik aus. Sie laden den Betrachter ein, in ein vielschichtiges Universum einzutauchen, in dem Zeit und Raum bewusst vage bleiben. Vertraute Elemente wie Blätter, Menschen und Tiere erfahren eine neue Deutung, um das wahre Wesen der Dinge widerzuspiegeln.</p>
<p>Die Künstlerin konzentriert sich dabei auf die aufmerksame und feinfühlige Beobachtung des Verborgenen.</p>
<h4>Judith Riemer im Interview</h4>
<p><strong>Wo bist du grade, wie geht es dir und woran arbeitest du aktuell?</strong></p>
<p><em>Aktuell arbeite ich an einer naturbasiert-abstrakten Werksreihe. Nach einer erzwungenen kreativen Pause in diesem Jahr, bedingt durch eine längere Erkrankung, freue ich mich nun besonders endlich wieder im Atelier sein zu können. Meine Malschüler: innen wiederzusehen und ein paar kleine Events für die Herbst/Wintersaison vorzubereiten.</em></p>
<p><strong>Fangen wir mal ganz vorne an. Wie bist du zur Kunst gekommen und was hat dich dazu inspiriert, deine Kunst mit der Öffentlichkeit zu teilen?</strong></p>
<p><em>Meine erste richtige Erfahrung mit Kunst hatte ich als Kind in einer Kinderkunstschule. Die besondere Atmosphäre dort, verbunden mit den Farbgerüchen und dem Gefühl, mich hier nach Herzenslust kreativ entfalten zu dürfen, hat mich sehr geprägt.</em></p>
<p><em>Das Malen und Zeichnen hat mich dann immer weiter begleitet und ist mit mir und meiner Persönlichkeit gewachsen. Nach beruflichen Umwegen als Bauzeichnerin und Innenarchitektin ergab sich in meiner Elternzeit die Möglichkeit, mich an einer Kunsthaus-Neugründung zu beteiligen und ein kleines Atelier zu mieten. Als Künstlergruppe hatten wir dann ab 2015 einige Gemeinschaftsausstellungen – und ich merkte schnell, dass es Menschen gibt, denen ich mit meiner Malerei etwas geben kann. Das war eine großartige Inspiration, weiterzumachen!</em></p>
<p><strong>Wie kann man sich den Entstehungsprozess von einem deiner Werke vorstellen?</strong></p>
<p><em>Meine Arbeit ist inspiriert von Sinneseindrücken und geprägt von einem intensiven Naturerleben. Diese Impulse sind normalerweise der Startschuss für ein neues Werk. Es kann auch sein, dass eine ausdrucksstarke Körperhaltung oder Gestik mich anspricht, so dass ich daraus eine figürliche Interpretation erstelle.</em></p>
<p><em>Zu Beginn wähle ich Werksgröße und Format &#8211; da ich die Keilrahmen selber zusammenbaue und bespanne, bin ich relativ flexibel und kann auch spontan entscheiden. Manchmal tackere ich auch einfach eine große Leinwand an die Atelierwand und beginne, Farbverläufe, Formen und Linien aufzutragen.</em></p>
<p><em>Schicht für Schicht entwickelt sich die Arbeit weiter, und ab einem gewissen Punkt überlasse ich mich dem Prozess, weil die Malerei anfängt, ein Eigenleben zu entwickeln. Skizzen mache ich nur manchmal bei figurativen Werken. Die Farbzusammenstellung mit einer eingeschränkten Palette wähle ich jedoch immer im Vorfeld sorgfältig aus.</em></p>
<p><strong>Welche Themen oder Botschaften versuchst du mit deiner Kunst zu vermitteln?</strong></p>
<p><em>Meine Kunst ist eine Liebeserklärung an die Fantasie: Ich beobachte aufmerksam mit allen Sinnen das Unsichtbare, und gebe meinen Wahrnehmungen auf der Leinwand Raum. Da ich ein spirituell interessierter Mensch bin, liegt mir viel an Selbstwahrnehmung, Achtsamkeit und Gefühlswelten. Von daher möchte ich auch die Betrachter gerne zu eigenen Gefühlen und individuellen Gedanken einladen, ohne allzu viel vorzugeben. Meine Arbeiten sind vielschichtig. Mysteriös und offen interpretierbar &#8211; ich erschaffe ein Universum, in dem es keine präzise definierten Situationen oder Räume gibt. </em></p>
<p><em>Einzelne Elemente können bekannt erscheinen (Blätter, Menschen, Tiere), sind jedoch keine naturalistischen Abbildungen, sondern spiegeln das Wesen der Dinge, wie ich sie sehe. Alles in Allem würde ich sagen: Meine Kunst ist eine Einladung, die Augen und das Herz voller Entdeckerfreude, Lebendigkeit und Neugier über das Werk reisen zu lassen.</em></p>
<p><strong>Wie würdest du deinen künstlerischen Stil beschreiben? Hast du ein Stilmittel, was sich in jedem deiner Werke befindet und als deine Signatur betrachtet werden kann?</strong></p>
<p><em>Mein Stil ist expressiv und orientiert sich nicht so sehr an den Oberflächen, sondern mehr an der Ausstrahlung der Dinge. Typisch für mich sind organische, abgerundete Formen und Strukturen, auch mit blattartigen Formen. Man wird keine schnurgeraden Linien, oder Ecken und Kanten in meinen Bildern finden, denn dagegen habe ich tatsächlich eine starke Abneigung.</em></p>
<p><em>Die gestische Energie in Form von Pinselstrichen, der Linienführung oder der Darstellung von Bewegungsdynamik ist auch ein typisches Stilmittel für mich. Dass ich in meinen figürlichen Arbeiten vorwiegend Frauenakte male, hat rein gar nichts mit der Lust an der Präsentation des weiblichen Körpers zu tun. Auf die Darstellung von Kleidung verzichte ich vor allem deshalb, weil sie schlicht die Aussage verwässert: Sie stellt eine Zuordnung zu Raum und Zeit dar, die für das, was ich ausdrücken möchte, komplett überflüssig ist.</em></p>
<p><strong>Wie beeinflusst dein persönlicher Hintergrund deine Kunst?</strong></p>
<p><em>Ich wuchs mit dem Gefühl auf, anders zu sein als die anderen Kinder. Meine Gedanken, Gefühle und Ideen passten häufig nicht zu dem, was von mir erwartet wurde. Deshalb suchte ich Freiräume für mich, und Zufluchtsorte für meine Fantasie. Ich fand sie in der Natur, in Büchern und beim Malen und Zeichnen.</em></p>
<p><em>Heute weiß ich Bescheid über meine Hochsensibilität, die bewirkt, dass ich ständig ein Übermaß an Informationen verarbeiten muss, denen ich auf geistiger, emotionaler und sensorischer Ebene ausgesetzt bin. Das lässt mich vieles wahrnehmen und bewerten, was andere gar nicht so sehen oder in Zusammenhänge bringen würden. Ich denke, das sieht man auch deutlich an meiner Kunst.</em></p>
<p><strong> Und welche Künstler oder Kunstwerke haben dich am meisten beeinflusst?</strong></p>
<p><em>Ganz klar van Gogh. Der Rhythmus seiner Pinselstriche hat mich schon als Kind fasziniert, und weiterhin Egon Schiele mit seinen expressiven Figuren und der Kompromisslosigkeit seiner Linien und Formen.</em></p>
<p><strong>Wie wichtig ist es für dich, Feedback von anderen Künstlern oder Experten einzuholen?</strong></p>
<p><em>Feedback finde ich immer interessant. Die Sicht von anderen vermittelt zu bekommen, kann sehr wertvoll sein und einen weiterbringen.</em></p>
<p><strong>Und wie gehst du mit Kritik an deiner Kunst um?</strong></p>
<p><em>Ich versuche, Kritik nicht zu persönlich zu nehmen und denke mir immer, dass nun mal die richtigen Menschen mit der richtigen Kunst zusammentreffen müssen, damit es passt. Natürlich spricht meine Arbeit nicht jeden an, das kann auch nicht das Ziel sein. Ich weiß jedoch, dass einige Menschen meine Bilder und Sichtweisen als sehr bereichernd empfinden, und das macht immer wieder Mut.</em></p>
<p><strong>Du hast deinen Hauptjob beendet und bist vollberuflich als Künstlerin aktiv. Wie gehst du mit dem Druck um, erfolgreich zu sein?</strong></p>
<p><em>Ich muss schon sehr aufpassen, dass ich mich nicht zu sehr im Erfolgsdruck verbeiße. Etwas zu sehr zu wollen, gehört leider zu den Dingen, die ich noch loslassen darf. Wenn man immer, immer mehr macht und sich das Rad immer schneller dreht, dann verliert man leicht den Blick auf das große Ganze. Und verrennt sich am Ende komplett.</em></p>
<p><strong>Wie gehst du mit Selbstzweifeln um?</strong></p>
<p><em>Ich warte ab, bis die Welle wieder über mich hinweggespült ist und versuche dann besonders daran zu denken, wie viel ich bereits geleistet habe. Und ich erinnere mich ganz bewusst an Momente, die besonders und berührend waren, die es beispielsweise bereits mit Menschen gab, die sich für meine Kunst entschieden haben.</em></p>
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<p><strong>Wie hältst du die Balance zwischen kommerzieller Kunst und persönlicher künstlerischer Vision?</strong></p>
<p><em>Ich überlege schon sehr genau, worauf ich mich einlasse. Natürlich versuche ich zu verstehen, warum sich manches besser verkauft als anderes, und möchte meine Erkenntnisse in meinen Prozess einfließen lassen. Aber viel wichtiger als der aktuelle Trend ist es für mich, mir selbst und meiner eigenen Handschrift treu zu bleiben.</em></p>
<p><strong>Bist du experimentierfreudig bzw. kannst deine Kunst mit anderen Disziplinen verbinden?</strong></p>
<p><em>Das kann spannend sein! Meine Werke habe ich bereits auf Kissen, Notizbüchern etc. drucken lassen, allerdings nur in kleinen, limitierten Auflagen. Kunst und Musik ist auch eine schöne Kombination, weil das sehr inspirierend ist. Ich könnte mir auch gut vorstellen, für eine Branding-Kooperation mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, wenn es wirklich passt. Kunst in einen anderen Kontext zu stellen, kann neue, spannende Möglichkeiten eröffnen.</em></p>
<p><strong>Wie viele Werke von dir sind bis heute eigentlich entstanden? Und was passiert, wenn du mit einem Werk einmal nicht zufrieden bist?</strong></p>
<p><em>Grob überflogen müssen es mehr als 150 Leinwandarbeiten seit 2014 sein, die vielen Zeichnungen und Mixed-Media Papierarbeiten sind dabei nicht mitgezählt. Wenn mir ein Werk nicht (mehr) gefällt, ziehe ich die Leinwand ab und nutze den Keilrahmen für etwas Neues. Manchmal lagere ich die alten bemalten Leinwände, aber ich habe auch schon Bilder zerschnitten und daraus Stifte Mäppchen, Münztaschen oder ähnliches genäht, die ich dann auf Ausstellungen oder Märkten verkauft habe.</em></p>
<p><strong>Muss Kunst einen bestimmten Zweck erfüllen?</strong></p>
<p><em>Auch wenn ich mich persönlich nicht gerne damit konfrontiert sehe, dass ein Kunstwerk „übers Sofa“ passen soll, habe ich doch Verständnis dafür, dass Kunst auch zweckgebunden eingesetzt werden kann. Aus meiner früheren Berufstätigkeit als Innenarchitektin weiß ich genau, wie Raumwirkungen durch Kunst verändert werden können. Und dass es auch Sinn macht, Kunstwerke bewusst zu platzieren.</em></p>
<p><em>Mit Kunst als reiner Investition, die nur gelagert wird, tue ich mich schwer. Man kennt das aus der hochpreisigen Kunstbranche &#8211; plötzlich ist so ein Kunstwerk nur noch ein Spekulationsobjekt. Das finde ich schwierig und schade, auch emotional betrachtet für die Künstler.</em></p>
<p><strong>Wie würdest du den aktuellen Stellenwert von Kunst in der Gesellschaft sehen?</strong></p>
<p><em>Leider befürchte ich, dass Kunst immer mehr zu etwas Elitärem wird. Gerade in der momentanen Krise und Inflation ist es illusorisch zu glauben, dass das allgemeine Augenmerk sich vermehrt auf Kunst richten wird. Mit Kunst erreicht man zurzeit sicher vor allem diejenigen, die schon immer ein Interesse daran hatten.</em></p>
<p><strong>Und welche Rolle spielt die Gesellschaft in deiner Kunst?</strong></p>
<p><em>„Die Gesellschaft“ als Gesamtheit spielt für mich keine so große Rolle. Es ist mir wichtig, jeden Menschen als Individuum zu betrachten &#8211; und so soll auch meine Kunst dazu ermutigen, den ganz persönlichen, eigenen Wahrnehmungen zu vertrauen und sich darauf einzulassen.</em></p>
<p><em>Meine Vorstellung ist die, dass ein Mensch der bewusst sieht, fühlt, und in sich ruht, auch seinen Mitmenschen freundlich begegnen wird. Mit meinen Bildern schaffe ich Freiräume für diese bewusste Individualität. Ich glaube wirklich daran, dass nur daraus mehr Offenheit, Toleranz und gegenseitige Wertschätzung entstehen kann. So gesehen bin ich vielleicht doch wieder bei „der Gesellschaft“, für die ich mir insgesamt genau diese Werte wünsche.</em></p>
<p><strong>Kannst du dir vorstellen, auch eines Tages neben der Malerei in anderen Bereichen aktiv zu sein?</strong></p>
<p><em>Ja, solange es eine Tätigkeit ist, die mir kreative Freiräume lässt. Ich arbeite gerne als Mal- und Zeichendozentin. In kleinen Gruppen oder mit Einzelcoachings &#8211; und für die Zukunft könnte ich mir auch vorstellen, mich mit dem Bereich der Illustration von Kinderbüchern näher zu befassen.</em></p>
<p><strong>Danke dir für deine Zeit und Mühe!</strong></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über die Künstlerin finden Sie auf der Webseite: <a href="https://www.judithriemer.art/">www.judithriemer.art</a></p>
<p>Ausgewählte Arbeiten der Künstlerin finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie in Kürze bei uns im Shop!</a></p>
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<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
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		<item>
		<title>Über 200.000 Besucher in der Ausstellung &#8222;Making van Gogh&#8220;</title>
		<link>https://arttrado.de/news/ueber-200-000-besucher-in-der-ausstellung-making-van-gogh/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Dec 2019 10:21:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aufgeschnappt aus der Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[making van gogh]]></category>
		<category><![CDATA[besucherzahlen]]></category>
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		<category><![CDATA[Max Beckmann]]></category>
		<category><![CDATA[Elsa Tischner-von Durant]]></category>
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					<description><![CDATA[Über 200.000 BESUCHER IN DER AUSSTELLUNG „MAKING VAN GOGH“ Neun Wochen nach ihrem Start haben bereits mehr als 200.000 Besucher <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/ueber-200-000-besucher-in-der-ausstellung-making-van-gogh/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Über 200.000 BESUCHER IN DER AUSSTELLUNG „MAKING VAN GOGH“</h3>
<p>Neun Wochen nach ihrem Start haben bereits mehr als 200.000 Besucher die Ausstellung <strong><a href="https://arttrado.de/events/event/groesste-van-gogh-ausstellung-oeffnet-im-oktober-2019/" target="_blank" rel="noopener">„MAKING VAN GOGH&#8220; &#8211; Geschichte einer deutschen Liebe“</a></strong> im Städel Museum gesehen. Im Zentrum der dem Maler Vincent van Gogh (1853–1890) gewidmeten Schau steht die Entstehung des „Mythos van Gogh“ um 1900 sowie die Bedeutung seiner Kunst für die Moderne in Deutschland. Das Städel vereint in der Ausstellung mehr als 120 Gemälde und Arbeiten auf Papier. Den Kern bilden 50 zentrale Werke von Vincent van Gogh aus allen Schaffensphasen. Es ist die umfangreichste Präsentation mit Werken des Malers seit fast 20 Jahren in Deutschland. Zu sehen sind herausragende Leihgaben aus Privatsammlungen und führenden Museen weltweit. Einfluss und Wirkung van Goghs auf die nachfolgende Generation veranschaulichen in der Ausstellung 70 Werke von deutschen Künstlerinnen und Künstlern. Darunter befinden sich sowohl bekannte Namen wie Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker oder Gabriele Münter als auch wiederzuentdeckende Positionen, etwa von Peter August Böckstiegel, Theo von Brockhusen, Heinrich Nauen oder Elsa Tischner-von Durant.</p>
<p>„Die Schau zeigt den Maler van Gogh als Schlüsselfigur für die Kunst der deutschen Avantgarde und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis der Kunstentwicklung in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dass bereits mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher die Ausstellung gesehen haben, erfüllt uns nicht nur mit großer Freude, sondern bestätigt uns auch darin, ein Programm zu gestalten, das präzise Ausstellungsthesen mit neuen Perspektiven auf vermeintlich Wohlbekanntes verbindet,“ so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Kuratoren:Dr. Alexander Eiling (Leiter Kunst der Moderne, Städel Museum) und Dr. Felix Krämer (Generaldirektor, Kunstpalast Düsseldorf)<br />
Projektleitung: Elena Schroll (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunst der Moderne, Städel Museum)<br />
Ausstellungsdauer: 23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020</p>
<p><strong>Öffnungszeiten<br />
</strong>Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–19.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr<br />
<a href="http://www.staedelmuseum.de" target="_blank" rel="noopener">www.staedelmuseum.de</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener"><strong>&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</strong></a></p>
<p>Wenn Sie uns auf ein spannendes Projekt aufmerksam machen möchten, können Sie das über <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener"><strong>&gt;&gt;&gt;Kontakt&lt;&lt;&lt;</strong></a></p>
<p>Wenn Sie unser Projekt Arttrado unterstützen möchten können Sie das über Paypal. NOTFALL@ARTTRADO.DE</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stilleben „Vase mit Mohnblumen“ als echter van Gogh bestätigt!</title>
		<link>https://arttrado.de/news/stilleben-vase-mit-mohnblumen-als-echter-van-gogh-bestaetigt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2019 08:17:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Aufgeschnappt aus der Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[van gogh]]></category>
		<category><![CDATA[vase mit mohnblumen]]></category>
		<category><![CDATA[Wadsworth Atheneum Museum]]></category>
		<category><![CDATA[The Art Newspaper]]></category>
		<category><![CDATA[Art]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=5600</guid>

					<description><![CDATA[Stilleben „Vase mit Mohnblumen“ als echter van Gogh bestätigt! Bei dem Werk „Vase mit Mohnblumen“ von 1886 handelt es sich <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/stilleben-vase-mit-mohnblumen-als-echter-van-gogh-bestaetigt/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Stilleben „Vase mit Mohnblumen“ als echter van Gogh bestätigt!</h3>
<p>Bei dem Werk „Vase mit Mohnblumen“ von 1886 handelt es sich um ein Original. Zu diesem Befund kam das Wadsworth Atheneum Museum in Hartford (USA) Experten des Amsterdamer Van Gogh Museums bestätigten, dass es unter der Farbe ein verstecktes Porträt gibt, so das Magazin „The Art Newspaper“. Van Gogh hat die Leinwand wiederverwendet, vermutlich um Geld zu sparen. Das Ölgemälde befand sich seit 1957 in der Sammlung des Museums. Seit den 1990er Jahren mehrten sich zweifel an der Echtheit.</p>
<p>Van Gogh (1853-1890) gilt als der verkannteste Künstler schlechthin, da er zu lebzeiten nur sehr wenige Bilder verkaufte. Er malte nur während der letzten zehn Jahre seines Lebens, und fast alle Werke entstanden erst wenige Jahre vor seinem Tod.</p>
<p>Die <strong><a href="https://arttrado.de/events/event/groesste-van-gogh-ausstellung-oeffnet-im-oktober-2019/" target="_blank" rel="noopener">größte Van Gogh Ausstellung öffnet im Oktober 2019!</a></strong></p>
<p><strong>Weitere Informationen</strong></p>
<p>Wer mehr über den Künstler Vincent van Gogh erfahren möchte sollte auch unseren Filmtipp anschauen: <strong><br />
<a href="https://arttrado.de/news/filmtipp-loving-vincent/" target="_blank" rel="noopener">Loving Vincent</a></strong></p>
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