<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Russland Archive - Arttrado.de</title>
	<atom:link href="https://arttrado.de/news/tag/russland/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://arttrado.de/news/tag/russland/</link>
	<description>No earth without art</description>
	<lastBuildDate>Thu, 07 May 2026 13:07:59 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/10/cropped-favicon-32x32.gif</url>
	<title>Russland Archive - Arttrado.de</title>
	<link>https://arttrado.de/news/tag/russland/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Russische Rückkehr zur Biennale Venedig 2026: Kunstfreiheit oder politische Normalisierung?</title>
		<link>https://arttrado.de/news/russische-rueckkehr-zur-biennale-venedig-2026-kunstfreiheit-oder-politische-normalisierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 13:07:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[venedig]]></category>
		<category><![CDATA[Koyo Kouoh]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Pietrangelo Buttafuoco]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[kunst und politik]]></category>
		<category><![CDATA[kunstfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=19768</guid>

					<description><![CDATA[Russische Rückkehr zur Biennale Venedig 2026: Kunstfreiheit oder politische Normalisierung? Die Rückkehr Russlands zur Biennale in Venedig 2026 hat eine <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/russische-rueckkehr-zur-biennale-venedig-2026-kunstfreiheit-oder-politische-normalisierung/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4>Russische Rückkehr zur Biennale Venedig 2026: Kunstfreiheit oder politische Normalisierung?</h4>
<p>Die Rückkehr Russlands zur Biennale in Venedig 2026 hat eine der kontroversesten kulturpolitischen Debatten der letzten Jahre ausgelöst. Während die Biennale-Leitung von künstlerischer Offenheit spricht, sehen Kritiker darin eine problematische Verschiebung zwischen Kunstfreiheit und politischer Normalisierung. Der russische Pavillon ist damit längst kein reiner Ausstellungsraum mehr, sondern ein Symbol für eine größere Frage: Welche Rolle spielt Kunst in Zeiten geopolitischer Konflikte?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Russland kehrt nach Venedig zurück</h4>



<p>Nach dem faktischen Rückzug russischer Beiträge seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 ist Russland 2026 wieder offiziell auf der Biennale vertreten. Präsentiert wird ein umfangreiches Gemeinschaftsprojekt unter dem Titel „Der Baum ist im Himmel verwurzelt“, an dem zahlreiche Künstler beteiligt sein sollen.</p>



<p>Auffällig ist jedoch die Form der Präsentation: Der Pavillon bleibt für das Publikum nur eingeschränkt zugänglich. Statt klassischer Ausstellungsräume dominieren Projektionen, Klanginstallationen und musikalische Beiträge im Außenbereich. Der Eindruck entsteht bewusst zwischen Präsenz und Abschottung.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Eine Rückkehr mit politischer Sprengkraft</h4>



<p>Die Entscheidung zur Wiederzulassung Russlands ist hoch umstritten. Für Kritiker stellt sich weniger die Frage nach einzelnen Künstlern, sondern nach der symbolischen Wirkung nationaler Repräsentation.</p>



<p>Denn nationale Pavillons sind auf der Biennale nie nur künstlerische Räume, sondern auch kulturelle Stellvertreter staatlicher Identität. Genau deshalb wird die russische Teilnahme als mögliche Normalisierung eines weiterhin laufenden Krieges gelesen.</p>



<p>Proteste von Künstlergruppen wie Pussy Riot und Femen begleiteten die Eröffnungstage und machten deutlich, dass die Rückkehr keineswegs als unpolitischer Akt verstanden wird.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Biennale-Präsident im Zentrum der Debatte</h4>



<p>Im Mittelpunkt der Kontroverse steht auch der Präsident der Biennale, Pietrangelo Buttafuoco. Der italienische Journalist und Autor ist politisch im rechtskonservativen Spektrum verortet und wurde 2024 von der Regierung Giorgia Meloni eingesetzt.</p>



<p>Er verteidigt die Entscheidung mit einem klaren Argument: Kunst dürfe keine politischen Grenzen ziehen und keine „Tribunale“ ersetzen. Die Biennale sei ein Raum des Dialogs, nicht der Sanktion.</p>



<p>Kritiker hingegen sehen genau darin ein Problem. Denn kulturelle Großinstitutionen erzeugen immer auch symbolische Legitimität — unabhängig davon, ob sie es beabsichtigen oder nicht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Rücktritt der Jury</h4>



<p>Die Spannungen eskalierten, als die internationale Jury der Biennale geschlossen zurücktrat. Ein außergewöhnlicher Schritt, der die institutionelle Krise sichtbar machte.</p>



<p>Die Biennale 2026 ist damit nicht nur eine Ausstellung, sondern auch ein Schauplatz innerer Konflikte zwischen Leitung, Jury, Künstlern und politischem Umfeld.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Teilnahme als künstlerisches Dilemma</h4>



<p>Die Debatte um Russland verweist zugleich auf eine grundsätzliche Frage, die über diesen Einzelfall hinausgeht: Was bedeutet es eigentlich, heute an einer Biennale teilzunehmen?</p>



<p>Für viele Künstler ist die Situation ambivalent und nicht eindeutig ideologisch auflösbar:</p>



<p>Einerseits steht die Teilnahme für Sichtbarkeit, Austausch und internationale Anerkennung.</p>



<p>Andererseits ist jede Beteiligung auch eine Einbindung in eine Institution, die politisch gelesen wird.</p>





<p>Wichtig ist dabei: Teilnahme bedeutet nicht automatisch Zustimmung zu politischen Positionen der Gastgeber oder der Leitung. Ebenso wenig ist ein Boykott per se moralisch überlegen.</p>



<p>Die entscheidende Frage liegt oft woanders: Reflektiert ein Künstler die politischen Bedingungen seiner Teilnahme – oder tut er so, als existierten sie nicht?</p>



<p>Zwischen kritischer Auseinandersetzung und stiller Anpassung liegt ein breites Feld, das sich nicht eindeutig moralisch auflösen lässt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kann Kunst neutral sein?</h4>



<p>Die zentrale Spannung der Biennale 2026 liegt genau hier: zwischen dem Anspruch künstlerischer Offenheit und der Realität politischer Symbolik.</p>



<p>Befürworter der russischen Teilnahme warnen vor kultureller Abschottung und der Instrumentalisierung von Kunst als politisches Ausschlussinstrument. Gegner betonen hingegen, dass gerade große Kunstinstitutionen nie neutral sind, sondern immer Machtverhältnisse sichtbar machen oder stabilisieren.</p>



<p>Die Biennale bewegt sich damit in einem Spannungsfeld, das sich nicht auflösen lässt, sondern nur sichtbar gemacht werden kann.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Wendepunkt für die Kunstwelt</h4>



<p>Die Biennale Venedig 2026 zeigt deutlicher als viele Ausgaben zuvor, dass internationale Kunstplattformen längst politische Räume geworden sind — auch wenn sie sich selbst gern als neutral verstehen.</p>



<p>Die eigentliche Debatte verschiebt sich deshalb: Nicht nur wer ausstellt, ist entscheidend, sondern wie die Kunstwelt mit Verantwortung, Kontext und Wirkung umgeht.</p>



<p>Die Rückkehr Russlands macht die Biennale damit zu einem Testfall: für Kunstfreiheit, für institutionelle Glaubwürdigkeit — und für die Frage, wie politisch Kunst in einer globalisierten Welt eigentlich sein darf oder muss.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Blick im Sinne von Koyo Kouoh</h4>



<p>Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen stellt sich zwangsläufig die Frage, wie die ursprünglich verantwortliche  <a href="https://arttrado.de/news/biennale-di-venezia-2026-kuratieren-nach-dem-tod-koyo-kouoh/" target="_blank" rel="noopener">Kuratorin Koyo Kouoh</a> die Situation eingeordnet hätte. Auch wenn sie die Ereignisse nicht mehr selbst begleiten konnte, lässt sich ihr kuratorisches Denken als Referenzrahmen heranziehen.</p>



<p>Kouoh verstand die Biennale nicht als neutralen Ausstellungsraum, sondern als Ort struktureller Auseinandersetzung – mit Macht, Repräsentation und globalen Ungleichgewichten. Ihre kuratorische Haltung war dabei weniger auf Konsens als auf Reibung ausgelegt.</p>



<p>Vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Dynamik der Biennale 2026 besonders ambivalent: Die Rückkehr Russlands, die institutionellen Spannungen und die politische Aufladung der nationalen Pavillons verschieben den Fokus weg von kuratorischer Kritik hin zu geopolitischer Normalisierung.</p>



<p>Gerade hier entsteht ein Spannungsfeld, das sich mit Kouohs Ansatz gut kontrastieren lässt:</p>



<blockquote>
<p>Ihre Biennale war als Raum für kritische Reibung gedacht – nicht als Bühne für die stille Wiederherstellung politischer Normalität.</p>
</blockquote>



<p>Diese Verschiebung macht deutlich, wie sehr sich die Biennale 2026 zwischen künstlerischem Anspruch und institutioneller Realität neu positionieren muss – und wie fragil der Anspruch auf Neutralität in einem zunehmend politisierten Kunstsystem geworden ist.</p>
<p><blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="bSla54G1uk"><a href="https://arttrado.de/news/krieg-und-kunst-kunst-zwischen-verantwortung-und-realitaet/">Krieg und Kunst – Kunst zwischen Verantwortung und Realität</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Krieg und Kunst – Kunst zwischen Verantwortung und Realität&#8220; &#8211; Arttrado.de" src="https://arttrado.de/news/krieg-und-kunst-kunst-zwischen-verantwortung-und-realitaet/embed/#?secret=h3ETA7RmY4#?secret=bSla54G1uk" data-secret="bSla54G1uk" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>



<p>Titelbild: Mit farbigen Rauchbomben protestierte das russische Künstlerkollektiv Pussy Riot vor dem russischen Pavillon in Venedig. © Luca Bruno/AP/dpa</p>



<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>



<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>



<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>8½ Jahre Haft in Russland: Jacques Tilly verurteilt – Angriff auf Kunstfreiheit?</title>
		<link>https://arttrado.de/news/8%c2%bd-jahre-haft-in-russland-jacques-tilly-verurteilt-angriff-auf-kunstfreiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 19:06:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Kurioses aus der Kunstwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Nathanael Liminski]]></category>
		<category><![CDATA[Mona Neubaur]]></category>
		<category><![CDATA[Hendrik Wüst]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Tilly]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[kunst und politik]]></category>
		<category><![CDATA[kunst und recht]]></category>
		<category><![CDATA[kunstfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Graf Lambsdorff]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=19355</guid>

					<description><![CDATA[8½ Jahre Haft in Russland: Jacques Tilly verurteilt Jacques Tilly, geboren 1963 in Düsseldorf, gehört zu den einflussreichsten politischen Satirikern <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/8%c2%bd-jahre-haft-in-russland-jacques-tilly-verurteilt-angriff-auf-kunstfreiheit/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>8½ Jahre Haft in Russland: Jacques Tilly verurteilt</h4>
<p>Jacques Tilly, geboren 1963 in Düsseldorf, gehört zu den einflussreichsten politischen Satirikern Deutschlands. Mit seinen überdimensionalen Papier-maché-Figuren kommentiert er seit Jahrzehnten gesellschaftliche und politische Themen – von innenpolitischen Kontroversen bis zu internationalen Machtstrukturen.</p>
<p>Seine Karnevalswagen, die regelmäßig auf den Umzügen in Düsseldorf, Mainz oder Köln zu sehen sind, sind oft provokativ und polarisierend. Tilly kombiniert Humor mit scharfer Kritik und erreicht so ein Millionenpublikum, das sich in seinen Arbeiten wiedererkennt oder kontrovers diskutiert.</p>
<p>Zu seinen bekanntesten Projekten zählen Mottowagen zu aktuellen politischen Krisen, zu Wahlen oder globalen Konflikten. Mit seinem unverwechselbaren Stil hat Tilly die politische Karikatur im öffentlichen Raum neu definiert. Das jüngste Urteil in Russland unterstreicht einmal mehr die Bedeutung seiner Kunst – und die Risiken, die Satire in autoritären Kontexten birgt.</p>
<h4>Urteil wegen Satire über Putin und Kirche</h4>
<p>Die russische Justiz befand Tilly für schuldig, angeblich religiöse Gefühle verletzt und Falschnachrichten über das russische Militär verbreitet zu haben. Auslöser des Verfahrens waren satirische Karnevalsmotive, die Tilly in seinen berühmten Rosenmontags‑Mottowagen zeigte, darunter provokative Darstellungen des russischen Präsidenten Vladimir Putin zusammen mit dem Patriarchen der russisch‑orthodoxen Kirche – eine Darstellung, die in Russland als besonders beleidigend bewertet wurde.</p>
<p>Zusätzlich zur Haftstrafe sieht das Urteil eine Geldbuße und ein Arbeitsverbot in Russland vor – Maßnahmen, die rechtlich außerhalb russischer Grenzen jedoch keine Durchsetzung finden dürften.</p>
<h4>Tilly reagiert gelassen – Kritik an Russland</h4>
<p>Der Düsseldorfer Künstler, der seit den 1980er‑Jahren mit seinen papier‑maché‑Sculpturen die politischen Umzüge im Rheinland prägt, bezeichnete das Urteil als „lächerlich“ und „paranoiden Quatsch“. Er betonte, dass es in Russland wenig Verständnis für Satire und kritische Kunst gebe und sieht in dem Urteil vielmehr einen Beweis dafür, wie wirkungsvoll seine Arbeit ist.</p>
<p>Tilly, der in Deutschland lebt, muss nicht ausreisen und ist vor einer Auslieferung durch das deutsche Grundgesetz geschützt. Dennoch kritisiert er die Verhandlung als „Farce“ und als gezielten Angriff auf Meinungs‑ und Kunstfreiheit.</p>
<h4>Deutsche Politik und Szene zeigen Solidarität</h4>
<p>In Deutschland stößt das Urteil auf deutliche Kritik aus Politik und Kultur: Vertreter aus Bund und dem Bundesland Nordrhein‑Westfalen sehen den Vorgang als politisch motivierten Einschüchterungsversuch eines autoritären Systems. Sie betonen die Bedeutung von Satire als unverzichtbaren Teil demokratischer Debatten und künstlerischer Freiheit.</p>
<p>Auch die Fastnachtsszene zeigt Tilly breite Unterstützung: Verbände und Karnevalsgesellschaften kündigten an, sich nicht einschüchtern zu lassen und weiter politische Karikatur in ihren Wagen zu zeigen – gerade weil Satire „Schmerz ausübt und Wirkung zeigt“.</p>
<p>Unter den Stimmen:</p>
<p>Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein‑Westfalen, bezeichnete das Urteil als „Angriff auf die Kunstfreiheit“ und unterstrich die Notwendigkeit, Künstler:innen in ihrer Arbeit zu unterstützen.</p>
<p>Mona Neubaur (Grüne), stellvertretende Ministerpräsidentin von NRW, kritisierte das Verfahren scharf und sprach von einem repressiven Vorgehen gegen freie Meinungsäußerung.</p>
<p>Nathanael Liminski (CDU), NRW-Europaminister, nannte das Urteil politisch motiviert und hob die zentrale Rolle von Satire in einer demokratischen Gesellschaft hervor.</p>
<p>Alexander Graf Lambsdorff, deutscher Botschafter in Moskau, zeigte sich „empört“ über das Urteil und bezeichnete das Verfahren als Kriminalisierung von Kunst und Satire.</p>
<h4>Tillys Kunst im Kontext der politischen Satire</h4>
<p>Jacques Tilly ist einer der profiliertesten politischen Satiriker Deutschlands. Seine überdimensionalen Figuren in Papier‑maché‑Technik kommentieren seit Jahrzehnten gesellschaftliche und politische Themen – von innenpolitischer Kritik bis zu globalen Machtstrukturen. Viele seiner Arbeiten lösen regelmäßig kontroverse Diskussionen aus, unabhängig davon, wie provokativ sie politisch sein mögen.</p>
<p>Mit dem Russland‑Urteil rückt erneut die Frage in den Fokus, wie weit Kunst gehen darf, wenn sie politische Autoritäten kritisch beleuchtet – und wie unterschiedlich Regierungen auf künstlerische Kritik reagieren.</p>
<p>Fazit: Ein in Moskau gefälltes Urteil mit internationalem Echo – aber ohne direkte rechtliche Konsequenzen für Tilly außerhalb Russlands. Die Debatte um Kunstfreiheit, politische Satire und Meinungsfreiheit bleibt damit hochaktuell.</p>
<h4>Kunstfreiheit unter Druck – warum Satire unverzichtbar ist</h4>
<p>Das Russland-Urteil gegen Jacques Tilly verdeutlicht einmal mehr, wie verletzlich Kunstfreiheit in autoritären Kontexten ist. Satire, politische Karikatur und provokative Kunst leben davon, gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen, Macht zu hinterfragen und Debatten anzustoßen.</p>
<p>Jacques Tillys Arbeiten zeigen exemplarisch, dass künstlerische Freiheit nicht nur ein ästhetisches Recht ist, sondern ein demokratisches Grundprinzip. Sie fordert Meinungsvielfalt, kritisches Denken und die Auseinandersetzung mit politischer Realität. Einschränkungen dieser Freiheit – sei es durch staatliche Repression oder juristische Verfolgung – treffen nicht nur den einzelnen Künstler, sondern die Gesellschaft insgesamt.</p>
<p>Die internationale Solidarität mit Tilly, die Reaktionen aus Politik und Karnevalsszene sowie die mediale Aufmerksamkeit unterstreichen, dass Kunst nicht neutral ist: Sie wirkt, provoziert, hinterfragt – und sie braucht Schutz, gerade dort, wo sie unbequem wird.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild Quelle Instagram: <a href="https://www.instagram.com/p/DIJaZpLNjx-/" target="_blank" rel="noopener">https://www.instagram.com/p/DIJaZpLNjx-/</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Russland plant Kultur-Metropole auf der Krim</title>
		<link>https://arttrado.de/news/russland-plant-kultur-metropole-auf-der-krim/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Aug 2018 07:05:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Aufgeschnappt aus der Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Sewastopol]]></category>
		<category><![CDATA[Tretjakow]]></category>
		<category><![CDATA[Tretjakow-Galerie]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Krim]]></category>
		<category><![CDATA[Eremitage]]></category>
		<category><![CDATA[Putin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=4630</guid>

					<description><![CDATA[Russland plant Kultur-Metropole auf der Krim Für mehr tourismus und mehr Prestige&#8230; Mit einem Mamutprojekt möchte die russische Regierung den <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/russland-plant-kultur-metropole-auf-der-krim/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Russland plant Kultur-Metropole auf der Krim</h3>
<p>Für mehr tourismus und mehr Prestige&#8230;</p>
<p>Mit einem Mamutprojekt möchte die russische Regierung den tourismus auf der Krim fördern. In der Hauptstadt Sewastopol soll eine Kultur-Metropole errichtet werden, dies erklärte die Vize-Ministerinpräsidentin Golodetz. In dem Kulturzentrum sollen eine Oper, ein klassisches Ballett-Theater mit Tanzschule und ein Kino integriert werden. Russische Meisterwerke sollen ebenfalls ausgestellt werden. Diese Werke sollen von namhaften Museen wie der Eremitage und der <a href="https://arttrado.de/news/betrunkener-beschaedigt-bedeutendes-gemaelde-der-tretjakow-galerie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Tretjakow-Galerie</strong></a> zur Verfügung gestellt werden.</p>
<p>Hinter dem Projekt steckt tatsächlich nicht nur Liebe zur Kunst und Kultur. Ein fader Beigeschmack schwingt mit, wenn man bedenkt das die Krim vor 4 Jahren von Präsident Putin annektiert wurde. Die Regierung in der Ukraine und der Westen sehen die Krim weiter als Teil der Ukraine. Im Mai wurde eine 19 Kilometer lange Brücke eröffnet, die die Halbinsel mit dem russischen Festland verbindet.</p>
<p>Wie lange das Projekt bis zum Baubegin und der letztendlichen Fertigstellung benötigt, ist noch nicht geklärt.</p>
<p>Titelbild: Sewastopol</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
