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	<title>nachruf Archive - Arttrado.de</title>
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	<item>
		<title>Georg Baselitz ist tot: Markt, Meisterwerke und Prognose eines radikalen Malers</title>
		<link>https://arttrado.de/news/georg-baselitz-ist-tot-markt-meisterwerke-und-prognose-eines-radikalen-malers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 09:48:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Personalien]]></category>
		<category><![CDATA[georg baselitz]]></category>
		<category><![CDATA[nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blue Chip]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkriegskunst]]></category>
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					<description><![CDATA[Georg Baselitz ist tot: Markt, Meisterwerke und Prognose Mit dem Tod von Georg Baselitz am 30. April 2026 verliert die <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/georg-baselitz-ist-tot-markt-meisterwerke-und-prognose-eines-radikalen-malers/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4>Georg Baselitz ist tot: Markt, Meisterwerke und Prognose</h4>
<p>Mit dem Tod von Georg Baselitz am 30. April 2026 verliert die Kunstwelt nicht nur einen ihrer bedeutendsten Maler der Nachkriegszeit – sondern auch eine der letzten Figuren, die künstlerische Radikalität mit nachhaltiger Marktmacht verbinden konnten.</p>



<p>Baselitz war nie ein gefälliger Künstler. Doch genau diese Unbeugsamkeit machte ihn zu einem Fixpunkt für Sammler, Museen und den globalen Kunstmarkt.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Ein Künstler gegen die Sehgewohnheit</h4>



<p>Geboren 1938 als Hans-Georg Kern in Sachsen, entwickelte Baselitz früh eine Bildsprache, die sich bewusst gegen jede Form ästhetischer Anpassung stellte. Seine berühmte Strategie, Motive auf den Kopf zu stellen, war keine Spielerei – sondern eine gezielte Entmachtung des Bildinhalts zugunsten der Malerei selbst.</p>



<p>Serien wie die „Helden“-Bilder der 1960er Jahre gehören heute zu den wichtigsten Werkgruppen der deutschen Nachkriegskunst. Zerrissene, deformierte Figuren spiegeln ein Land im psychologischen Ausnahmezustand – und markieren gleichzeitig Baselitz’ Durchbruch.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Die 10 wichtigsten Werke von Georg Baselitz </h4>



<p><strong>1. „Die große Nacht im Eimer“ (1962/63)</strong><br />Skandalträchtig beschlagnahmt – heute eines der ikonischsten Werke der deutschen Nachkriegskunst.</p>



<p><strong>2. „Der nackte Mann“ (1962)</strong><br />Frühe Provokation, die Baselitz’ kompromisslose Bildsprache etabliert.</p>



<p><strong>3. „Die großen Freunde“ (1965)</strong><br />Schlüsselwerk der frühen figurativen Phase.</p>



<p><strong>4. „Mit Roter Fahne“ (1965)</strong><br />Auktionsrekordträger – Inbegriff der „Helden“-Serie und Marktbenchmark.</p>



<p><strong>5. „Der Wald auf dem Kopf“ (1969)</strong><br />Eines der ersten konsequent invertierten Motive – kunsthistorischer Wendepunkt.</p>



<p><strong>6. „Adler“ (1972)</strong><br />Nationales Symbol, radikal dekonstruiert.</p>



<p><strong>7. „Modell für eine Skulptur“ (1979/80)</strong><br />Ikonische Holzskulptur – wichtig für den Skulpturenmarkt.</p>



<p><strong>8. „Der Hirte“ (1966)</strong><br />Archetypische Figur zwischen Mythos und Verfall.</p>



<p><strong>9. „Remix“-Serie (ab 2005)</strong><br />Selbstzitat und Marktstrategie zugleich – wichtige Werkgruppe für Sammler.</p>



<p><strong>10. Spätwerke (2010er–2020er)</strong><br />Introspektiv, körperlich, oft unterschätzt – mit Potenzial zur Neubewertung.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Marktanalyse: Baselitz zwischen Blue-Chip und Provokation</h4>



<p>Der Markt für Baselitz ist seit Jahrzehnten stabil – mit klaren Hierarchien:</p>
<p><strong>Top-Werke (1960er):</strong> mehrere Millionen Euro<br /><strong>Großformate (1970er–80er):</strong> hoher sechs- bis siebenstelliger Bereich<br /><strong>Editionen:</strong> zugänglich, aber weniger dynamisch</p>



<p>Das bisherige Auktions-Highlight bleibt „Mit Roter Fahne“ mit rund 9 Millionen Dollar.</p>



<p>Bemerkenswert: Baselitz war nie ein „sicherer“ Künstler im klassischen Sinn. Kontroversen begleiteten ihn konstant – von beschlagnahmten Bildern in den 1960ern bis zu umstrittenen Aussagen im Spätwerk.</p>



<p>Doch genau diese Reibung stabilisierte langfristig seine Position: Baselitz blieb relevant.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Kontroverse als Kapital</h4>



<p>Kaum ein deutscher Künstler verband Skandal und Markt so effektiv:</p>
<p>Beschlagnahmung früher Werke wegen „Obszönität“<br />Provokative Darstellungen von Körper und Sexualität<br />Späte Debatten über Geschlechterrollen</p>



<p>Im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen Künstlern führten diese Kontroversen nicht zu Marktverlusten, sondern stärkten seine Wahrnehmung als unbequemer, aber bedeutender Künstler.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Prognose: Wie entwickelt sich der Baselitz-Markt nach seinem Tod?</h4>



<p>Der Tod eines Künstlers wirkt oft als Katalysator – aber selten linear.</p>



<p class="wp-block-heading"><strong>Kurzfristig (1–3 Jahre)</strong></p>



<p>Steigende Nachfrage</p>



<p>Gleichzeitig mehr Angebot (Nachlässe, Verkäufe)<br />→ Volatilität wahrscheinlich</p>



<p class="wp-block-heading"><strong>Mittelfristig (3–7 Jahre)</strong></p>



<p>Fokus auf museale Schlüsselwerke</p>



<p>Stärkere Kanonisierung der 1960er-Jahre</p>



<p>→ Erwartung: Neue Auktionsrekorde im Bereich 8–12 Mio. € möglich</p>



<p class="wp-block-heading"><strong>Langfristig</strong></p>



<p>Baselitz wird sich voraussichtlich neben den großen Namen der deutschen Nachkriegskunst etablieren – insbesondere durch seine einzigartige Bildsprache.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Fazit: Ein unbequemer Klassiker</h4>



<p>Georg Baselitz hinterlässt ein Werk, das sich jeder einfachen Einordnung entzieht. Für Sammler bleibt er ein Künstler mit klarer Marktstruktur – und gleichzeitig mit Raum für Neubewertungen.</p>



<p>Sein Tod beendet eine Karriere.<br />Sein Markt hat gerade erst ein neues Kapitel begonnen.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild: Portrait of Georg Baselitz in his studio, 2014. Photo: Peter Knaup, Berlin.</p>



<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>



<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>



<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt</a> </p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Biennale di Venezia 2026: Kuratieren nach dem Tod – Koyo Kouoh</title>
		<link>https://arttrado.de/news/biennale-di-venezia-2026-kuratieren-nach-dem-tod-koyo-kouoh/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 May 2026 13:02:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Personalien]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Koyo Kouoh]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale 2026]]></category>
		<category><![CDATA[ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[In Minor Keys]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmesse]]></category>
		<category><![CDATA[nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[kurator]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[venedig]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[events]]></category>
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					<description><![CDATA[Biennale di Venezia 2026: Kuratieren nach dem Tod – Koyo Kouoh Die Biennale di Venezia 2026 ist längst mehr als eine kuratierte <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/biennale-di-venezia-2026-kuratieren-nach-dem-tod-koyo-kouoh/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote">
<p>Die Ausstellung ist abgeschlossen gedacht – aber nicht mehr von ihrer Urheberin begleitet.</p>
</blockquote>

<h4 class="wp-block-heading">„In Minor Keys“ als nicht mehr veränderbare Partitur</h4>



<p>Der Titel „In Minor Keys“ verweist ursprünglich auf eine kuratorische Haltung, die auf leise, fragmentierte und nicht-hierarchische Formen künstlerischer Erfahrung setzt. Die Metapher der Molltonart steht dabei nicht für Verlust, sondern für Ambivalenz, Spannung und Offenheit.</p>



<p>Im Kontext der posthumen Umsetzung verändert sich diese Lesart jedoch grundlegend.</p>



<p>Die Ausstellung wird zur:</p>
<p>fixierten Struktur eines Denkprozesses<br />ästhetischen Partitur ohne aktive Dirigentin<br />Komposition, die nicht mehr revidiert werden kann</p>



<p>Damit entsteht eine paradoxe Situation:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ein kuratorisches Konzept, das ursprünglich auf Bewegung, Offenheit und Resonanz ausgelegt war, wird zu einer festen institutionellen Realität.</p>
</blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Verschiebung der kuratorischen Autorschaft</strong></h4>



<p>Die Realisierung der Biennale erfolgt durch ein kuratorisches Team, das Kouoh zu Lebzeiten in die Entwicklung eingebunden hatte. Dieses Team agiert jedoch nicht als neue kuratorische Instanz, sondern als ausführende Struktur eines bereits definierten Konzepts.</p>



<p>Diese Konstellation verschiebt die klassische Rolle der Kuratorin in drei Richtungen:</p>



<h4 class="wp-block-heading">1. Von Autor<em>in zu Konzeptgeber</em>in</h4>



<p>Das kuratorische Denken bleibt präsent, aber ohne Möglichkeit zur Anpassung.</p>



<h4 class="wp-block-heading">2. Von Gestaltung zu Umsetzung</h4>



<p>Kuratorische Entscheidungen werden zu Ausführungsprozessen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">3. Von Präsenz zu Nachwirkung</h4>



<p>Die kuratorische Stimme wird zu einem strukturellen Echo.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Biennale als Institution im Ausnahmezustand</h4>



<p>Die Entscheidung, keine neue kuratorische Leitung einzusetzen, ist auch institutionell bemerkenswert.</p>



<p>Die Biennale di Venezia folgt damit nicht ihrer üblichen Logik des kuratorischen Wechsels, sondern etabliert eine Form der <strong>Kontinuität trotz Abwesenheit</strong>.</p>



<p>Das hat mehrere Konsequenzen:</p>
<p>Die Ausstellung wird nicht neu interpretiert<br />Entscheidungen bleiben unangetastet<br />Die Institution tritt stärker in den Vordergrund als in früheren Ausgaben</p>



<p>Damit verschiebt sich die Rolle der Biennale selbst:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>von einer Plattform kuratorischer Autorschaften zu einem Träger kuratorischer Nachlässe.</p>
</blockquote>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Kuratorische Praxis zwischen Erinnerung und Verwaltung</strong></h4>



<p>Im Kontext der Gegenwartskunst wird Kuratieren zunehmend als aktiver, interpretierender Prozess verstanden. Die Biennale 2026 zeigt jedoch eine andere Dimension: Kuratieren als <strong>Verwaltung eines bereits abgeschlossenen Denkraums</strong>.</p>



<p>Diese Form der Umsetzung wirft grundlegende Fragen auf:</p>
<p>Wie verändert sich Bedeutung, wenn sie nicht mehr verhandelt werden kann?<br />Wo endet Interpretation und wo beginnt Konservierung?<br />Kann ein kuratorisches Konzept „fertig“ sein, bevor es realisiert wurde?</p>



<p>Gerade hier entsteht die eigentliche Spannung der Ausstellung.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Koyo Kouoh und die Verschiebung globaler Ausstellungspraxis</h4>



<p>Koyo Kouoh zählt zu den prägenden Figuren einer global erweiterten kuratorischen Praxis, die sich bewusst von eurozentrischen Modellen entfernt hat. Ihre Arbeit war geprägt von:</p>
<p>postkolonialen Perspektiven<br />institutioneller Kritik<br />Fokus auf diasporische Narrative<br />dem Verständnis von Ausstellung als sozialem Raum</p>



<p>„In Minor Keys“ bündelt diese Ansätze in einer Form, die weniger auf Hierarchie als auf <strong>Resonanz und Vielstimmigkeit</strong>setzt.</p>



<p>Dass dieses Konzept nun ohne ihre aktive Präsenz umgesetzt wird, verstärkt seinen paradoxen Charakter:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Eine kuratorische Praxis, die auf Offenheit basiert, wird in eine geschlossene Realisierungsform überführt.</p>
</blockquote>



<h4 class="wp-block-heading">Kunsthistorische Einordnung: Die Biennale als kuratorisches Nachlassmodell</h4>



<p>Die Ausgabe 2026 kann damit als seltenes Beispiel eines neuen Typs von Großausstellung gelesen werden:</p>
<p>nicht mehr rein autorenzentriert<br />nicht vollständig kollektiv<br />sondern posthum kuratiert im institutionellen Rahmen</p>



<p>Diese Form lässt sich als <strong>„kurativer Nachlass“</strong> beschreiben – ein Konzept, bei dem die Idee einer Ausstellung über den Tod ihrer Urheberin hinaus weitergeführt wird, ohne neu verhandelt zu werden.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Fazit: Eine Biennale zwischen Konzept und Abwesenheit</h4>



<p>Die Biennale di Venezia 2026 ist damit weder klassische Ausstellung noch reine Hommage. Sie ist ein Zwischenzustand: eine realisierte Idee, die nicht mehr verändert werden kann, aber weiterhin gelesen werden muss.</p>



<p>„In Minor Keys“ wird so zu einem doppelten Raum:</p>
<p>als kuratorisches Konzept über leise Verschiebungen<br />und als institutionelles Dokument über die Grenzen von Autorschaft</p>



<p>Die entscheidende Frage dieser Biennale lautet deshalb nicht, was gezeigt wird, sondern:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wie bleibt ein kuratorisches Denken lebendig, wenn seine Stimme verstummt ist?</p>
</blockquote>



<p><blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="Kyp5gDFTcU"><a href="https://arttrado.de/news/die-biennale-2026-zwischen-leisen-toenen-und-globaler-neuordnung/">Die Biennale 2026 – Zwischen leisen Tönen und globaler Neuordnung</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Die Biennale 2026 – Zwischen leisen Tönen und globaler Neuordnung&#8220; &#8211; Arttrado.de" src="https://arttrado.de/news/die-biennale-2026-zwischen-leisen-toenen-und-globaler-neuordnung/embed/#?secret=vZz59ybBjl#?secret=Kyp5gDFTcU" data-secret="Kyp5gDFTcU" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>

<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild: By Lard Buurman. &#8211; SUD-Salon Urbain de Douala 2010. Photo Lard Buurman. Courtesy doual&#8217;art, CC BY-SA 3.0, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77376514">https://commons.wikimedia.org</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p><!-- /wp:quote --><!-- wp:post-content --><!-- wp:heading {"level":1} -->
<h4 class="wp-block-heading">Biennale di Venezia 2026: Kuratieren nach dem Tod – Koyo Kouoh</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Biennale di Venezia 2026 ist längst mehr als eine kuratierte Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Mit dem Tod der Kuratorin Koyo Kouoh während der Konzeptionsphase hat sich die Ausgabe in einen seltenen Ausnahmezustand verwandelt: ein Großprojekt, das nicht neu gedacht, sondern in seiner ursprünglichen Form <strong>posthum realisiert</strong> wird.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Damit verschiebt sich nicht nur die organisatorische Ebene der Biennale, sondern eine der zentralen Fragen der Gegenwartskunst: Wer besitzt kuratorische Autorität, wenn die Autorin nicht mehr anwesend ist?</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:heading -->
<h4 class="wp-block-heading">Posthume Kuratierung als Sonderform institutioneller Praxis</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Im klassischen Modell der Biennale ist der Wechsel der kuratorischen Leitung ein definierendes Strukturprinzip. Jede Ausgabe wird bewusst als Bruch, Neubewertung und Neuinterpretation verstanden.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Ausgabe 2026 bricht mit dieser Logik.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Statt eines kuratorischen Neustarts wurde entschieden:</p>
<p>das bestehende Konzept vollständig zu übernehmen<br />den Titel „In Minor Keys“ beizubehalten<br />die von Kouoh entwickelte Struktur unverändert umzusetzen<br />ein von ihr selbst eingebundenes Team mit der Realisierung zu betrauen</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Diese Entscheidung erzeugt eine ungewöhnliche Konstellation:</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:quote -->
<blockquote class="wp-block-quote"><!-- wp:paragraph -->
<p>Die Ausstellung ist abgeschlossen gedacht – aber nicht mehr von ihrer Urheberin begleitet.</p>
</blockquote>
<!-- wp:separator -->
<h4 class="wp-block-heading">„In Minor Keys“ als nicht mehr veränderbare Partitur</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Der Titel „In Minor Keys“ verweist ursprünglich auf eine kuratorische Haltung, die auf leise, fragmentierte und nicht-hierarchische Formen künstlerischer Erfahrung setzt. Die Metapher der Molltonart steht dabei nicht für Verlust, sondern für Ambivalenz, Spannung und Offenheit.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Im Kontext der posthumen Umsetzung verändert sich diese Lesart jedoch grundlegend.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Ausstellung wird zur:</p>
<p>fixierten Struktur eines Denkprozesses<br />ästhetischen Partitur ohne aktive Dirigentin<br />Komposition, die nicht mehr revidiert werden kann</p>
<!-- /wp:list -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Damit entsteht eine paradoxe Situation:</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:quote -->
<blockquote class="wp-block-quote"><!-- wp:paragraph -->
<p>Ein kuratorisches Konzept, das ursprünglich auf Bewegung, Offenheit und Resonanz ausgelegt war, wird zu einer festen institutionellen Realität.</p>
<!-- /wp:paragraph --></blockquote>
<!-- /wp:quote -->

<!-- wp:separator -->
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Die Verschiebung der kuratorischen Autorschaft</strong></h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Realisierung der Biennale erfolgt durch ein kuratorisches Team, das Kouoh zu Lebzeiten in die Entwicklung eingebunden hatte. Dieses Team agiert jedoch nicht als neue kuratorische Instanz, sondern als ausführende Struktur eines bereits definierten Konzepts.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Diese Konstellation verschiebt die klassische Rolle der Kuratorin in drei Richtungen:</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:heading {"level":3} -->
<h4 class="wp-block-heading">1. Von Autor<em>in zu Konzeptgeber</em>in</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Das kuratorische Denken bleibt präsent, aber ohne Möglichkeit zur Anpassung.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:heading {"level":3} -->
<h4 class="wp-block-heading">2. Von Gestaltung zu Umsetzung</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Kuratorische Entscheidungen werden zu Ausführungsprozessen.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:heading {"level":3} -->
<h4 class="wp-block-heading">3. Von Präsenz zu Nachwirkung</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die kuratorische Stimme wird zu einem strukturellen Echo.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:separator -->
<h4 class="wp-block-heading">Die Biennale als Institution im Ausnahmezustand</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Entscheidung, keine neue kuratorische Leitung einzusetzen, ist auch institutionell bemerkenswert.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Biennale di Venezia folgt damit nicht ihrer üblichen Logik des kuratorischen Wechsels, sondern etabliert eine Form der <strong>Kontinuität trotz Abwesenheit</strong>.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Das hat mehrere Konsequenzen:</p>
<p>Die Ausstellung wird nicht neu interpretiert<br />Entscheidungen bleiben unangetastet<br />Die Institution tritt stärker in den Vordergrund als in früheren Ausgaben</p>
<!-- /wp:list -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Damit verschiebt sich die Rolle der Biennale selbst:</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:quote -->
<blockquote class="wp-block-quote"><!-- wp:paragraph -->
<p>von einer Plattform kuratorischer Autorschaften zu einem Träger kuratorischer Nachlässe.</p>
<!-- /wp:paragraph --></blockquote>
<!-- /wp:quote -->

<!-- wp:separator -->
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Kuratorische Praxis zwischen Erinnerung und Verwaltung</strong></h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Im Kontext der Gegenwartskunst wird Kuratieren zunehmend als aktiver, interpretierender Prozess verstanden. Die Biennale 2026 zeigt jedoch eine andere Dimension: Kuratieren als <strong>Verwaltung eines bereits abgeschlossenen Denkraums</strong>.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Diese Form der Umsetzung wirft grundlegende Fragen auf:</p>
<p>Wie verändert sich Bedeutung, wenn sie nicht mehr verhandelt werden kann?<br />Wo endet Interpretation und wo beginnt Konservierung?<br />Kann ein kuratorisches Konzept „fertig“ sein, bevor es realisiert wurde?</p>
<!-- /wp:list -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Gerade hier entsteht die eigentliche Spannung der Ausstellung.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:separator -->
<h4 class="wp-block-heading">Koyo Kouoh und die Verschiebung globaler Ausstellungspraxis</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Koyo Kouoh zählt zu den prägenden Figuren einer global erweiterten kuratorischen Praxis, die sich bewusst von eurozentrischen Modellen entfernt hat. Ihre Arbeit war geprägt von:</p>
<p>postkolonialen Perspektiven<br />institutioneller Kritik<br />Fokus auf diasporische Narrative<br />dem Verständnis von Ausstellung als sozialem Raum</p>
<!-- /wp:list -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>„In Minor Keys“ bündelt diese Ansätze in einer Form, die weniger auf Hierarchie als auf <strong>Resonanz und Vielstimmigkeit</strong>setzt.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Dass dieses Konzept nun ohne ihre aktive Präsenz umgesetzt wird, verstärkt seinen paradoxen Charakter:</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:quote -->
<blockquote class="wp-block-quote"><!-- wp:paragraph -->
<p>Eine kuratorische Praxis, die auf Offenheit basiert, wird in eine geschlossene Realisierungsform überführt.</p>
<!-- /wp:paragraph --></blockquote>
<!-- /wp:quote -->

<!-- wp:separator -->
<h4 class="wp-block-heading">Kunsthistorische Einordnung: Die Biennale als kuratorisches Nachlassmodell</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Ausgabe 2026 kann damit als seltenes Beispiel eines neuen Typs von Großausstellung gelesen werden:</p>
<p>nicht mehr rein autorenzentriert<br />nicht vollständig kollektiv<br />sondern posthum kuratiert im institutionellen Rahmen</p>
<!-- /wp:list -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Diese Form lässt sich als <strong>„kurativer Nachlass“</strong> beschreiben – ein Konzept, bei dem die Idee einer Ausstellung über den Tod ihrer Urheberin hinaus weitergeführt wird, ohne neu verhandelt zu werden.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:separator --><hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" /><!-- /wp:separator -->

<!-- wp:heading -->
<h4 class="wp-block-heading">Fazit: Eine Biennale zwischen Konzept und Abwesenheit</h4>
<!-- /wp:heading -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die Biennale di Venezia 2026 ist damit weder klassische Ausstellung noch reine Hommage. Sie ist ein Zwischenzustand: eine realisierte Idee, die nicht mehr verändert werden kann, aber weiterhin gelesen werden muss.</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>„In Minor Keys“ wird so zu einem doppelten Raum:</p>
<p>als kuratorisches Konzept über leise Verschiebungen<br />und als institutionelles Dokument über die Grenzen von Autorschaft</p>
<!-- /wp:list -->

<!-- wp:paragraph -->
<p>Die entscheidende Frage dieser Biennale lautet deshalb nicht, was gezeigt wird, sondern:</p>
<!-- /wp:paragraph -->

<!-- wp:quote -->
<blockquote class="wp-block-quote"><!-- wp:paragraph -->
<p>Wie bleibt ein kuratorisches Denken lebendig, wenn seine Stimme verstummt ist?</p>
<!-- /wp:paragraph --></blockquote>
<!-- /wp:quote -->

<!-- wp:separator -->
<p><blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="Kyp5gDFTcU"><a href="https://arttrado.de/news/die-biennale-2026-zwischen-leisen-toenen-und-globaler-neuordnung/">Die Biennale 2026 – Zwischen leisen Tönen und globaler Neuordnung</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Die Biennale 2026 – Zwischen leisen Tönen und globaler Neuordnung&#8220; &#8211; Arttrado.de" src="https://arttrado.de/news/die-biennale-2026-zwischen-leisen-toenen-und-globaler-neuordnung/embed/#?secret=vZz59ybBjl#?secret=Kyp5gDFTcU" data-secret="Kyp5gDFTcU" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<!-- /wp:paragraph -->
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild: By Lard Buurman. &#8211; SUD-Salon Urbain de Douala 2010. Photo Lard Buurman. Courtesy doual&#8217;art, CC BY-SA 3.0, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77376514">https://commons.wikimedia.org</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p><!-- /wp:post-content -->]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Jenny Falckenberg – Eine Vermittlerin der Gegenwartskunst</title>
		<link>https://arttrado.de/news/jenny-falckenberg-eine-vermittlerin-der-gegenwartskunst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2026 17:30:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Personalien]]></category>
		<category><![CDATA[Jenny Falckenberg]]></category>
		<category><![CDATA[kunst in hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[Sammlung Falckenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=19446</guid>

					<description><![CDATA[Jenny Falckenberg – Eine Vermittlerin der Gegenwartskunst Mit ihr verliert die Kunstwelt eine Akteurin, die sich bewusst zwischen den klassischen <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/jenny-falckenberg-eine-vermittlerin-der-gegenwartskunst/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Jenny Falckenberg – Eine Vermittlerin der Gegenwartskunst</h4>
<p>Mit ihr verliert die Kunstwelt eine Akteurin, die sich bewusst zwischen den klassischen Rollen bewegte – weder reine Galeristin noch Kuratorin, sondern vor allem eines: eine Vermittlerin.</p>
<h4>Zwischen Sammlung, Szene und Öffentlichkeit</h4>
<p>Als Tochter des renommierten Sammlers Harald Falckenberg war sie eng mit einer der bedeutendsten Privatsammlungen für Gegenwartskunst in Deutschland verbunden, der Sammlung Falckenberg, die heute Teil der Deichtorhallen Hamburg ist.</p>
<p>Doch Jenny Falckenberg blieb nicht im Schatten dieser Institution. Sie entwickelte eine eigene Rolle – jenseits klassischer Strukturen. Ihr Fokus lag darauf, Kunst zugänglich zu machen, Kontexte zu schaffen und Menschen miteinander zu verbinden.</p>
<p>Sie arbeitete an der Schnittstelle von:</p>
<p>Kunst und Gesellschaft<br />
Künstler:innen und Sammler:innen<br />
Ausstellung und Erlebnis</p>
<h4>Projekte und Formate</h4>
<p>Auch wenn viele ihrer Aktivitäten bewusst informell und projektbasiert waren, lassen sich einige wiederkehrende Formate benennen:</p>
<p><strong>1. Interdisziplinäre Kunst-Events &amp; Kooperationen</strong></p>
<p>Falckenberg organisierte regelmäßig Ausstellungen und Veranstaltungen in ungewöhnlichen Kontexten – oft in Verbindung mit Mode, Musik oder Marken. Diese Formate brachen mit der klassischen White-Cube-Logik und erreichten ein neues Publikum.</p>
<p><strong>2. „Ball d’Amour“ (Charity- und Kunstformat)</strong></p>
<p>Ein besonders sichtbares Projekt war ihr gesellschaftlich-künstlerisches Eventformat, das Kunst, Inszenierung und Fundraising verband. Hier zeigte sich exemplarisch ihr Ansatz: Kunst als Erlebnisraum und sozialer Katalysator.</p>
<p><strong>3. Künstler*innen-Vermittlung und Aufbau von Netzwerken</strong></p>
<p>Sie arbeitete intensiv daran, junge Positionen sichtbar zu machen und gleichzeitig etablierte Künstler:innen in neue Kontexte zu bringen. Ihre Arbeit bestand oft weniger in einzelnen Ausstellungen als im langfristigen Aufbau von Beziehungen.</p>
<h4>Was sie geleistet hat</h4>
<p>Ihr eigentlicher Beitrag zur Kunstszene lässt sich nicht nur an Projekten messen, sondern an einer Haltung:</p>
<p>Sie hat neue Öffentlichkeiten für Gegenwartskunst erschlossen<br />
Sie hat Kunst aus institutionellen Räumen herausgelöst und in soziale Kontexte überführt<br />
Sie hat früh verstanden, dass Kunstvermittlung auch Inszenierung und Kommunikation ist<br />
Sie hat als „Kunstagentin“ eine Rolle geprägt, die heute immer wichtiger wird</p>
<p>Damit stand sie exemplarisch für eine Generation, die den Kunstbetrieb seit den 2010er-Jahren verändert hat.</p>
<h4>Was bleibt – und was jetzt fehlt</h4>
<p>Mit dem Tod von Jenny Falckenberg verschwinden keine großen, klar umrissenen Ausstellungsprojekte. Was fehlt, ist etwas anderes – und schwerer zu ersetzen:</p>
<p>ein Netzwerk, das an eine Person gebunden war.</p>
<p><strong>Viele ihrer Formate lebten von:</strong></p>
<p>persönlichen Beziehungen<br />
spontanen Ideen<br />
ihrem Gespür für Menschen und Konstellationen</p>
<p><strong>Das bedeutet konkret:</strong></p>
<p>Institutionen wie die Deichtorhallen Hamburg arbeiten unverändert weiter<br />
Freie, eventbasierte Formate könnten wegfallen oder sich verändern<br />
Künstlerische Netzwerke müssen sich neu ordnen</p>
<p>Ihr Tod hinterlässt daher weniger „offene Projekte“ als vielmehr ein unbesetztes Wirkungsfeld.</p>
<h4>Eine Lücke im System</h4>
<p>Die vielleicht treffendste Beschreibung ihrer Bedeutung ist diese:</p>
<p>Jenny Falckenberg hat nicht nur Kunst gezeigt – sie hat Situationen geschaffen, in denen Kunst stattfinden konnte.</p>
<p>Gerade diese Rolle ist im heutigen Kunstsystem zentral: als Verbindungsglied zwischen Markt, Institution und Öffentlichkeit. Ihr Wegfall macht sichtbar, wie stark die Szene noch immer von einzelnen Persönlichkeiten getragen wird.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Mit Jenny Falckenberg verliert die Kunstwelt eine Akteurin, die sich bewusst nicht in bestehende Kategorien einordnen ließ. Ihr Einfluss lag weniger in einzelnen Ausstellungen als in der Art und Weise, wie sie Kunst gedacht und vermittelt hat.</p>
<p>Oder anders gesagt:</p>
<p>Mit ihrem Tod endet kein Projekt – sondern eine bestimmte Form, Kunst in die Gegenwart zu holen.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bildhauer Gerhard Thieme mit 90 Jahren gestorben</title>
		<link>https://arttrado.de/news/bildhauer-gerhard-thieme-mit-90-jahren-gestorben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 May 2018 17:56:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Personalien]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[skulpturen]]></category>
		<category><![CDATA[bildhauer]]></category>
		<category><![CDATA[gerhard thieme]]></category>
		<category><![CDATA[kunst in berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=4126</guid>

					<description><![CDATA[Bildhauer Gerhard Thieme mit 90 Jahren gestorben Der Bildhauer Gerhard Thieme ist am Sonntag mit 90 Jahren in Berlin gestorben, <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/bildhauer-gerhard-thieme-mit-90-jahren-gestorben/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Bildhauer Gerhard Thieme mit 90 Jahren gestorben</h3>
<p>Der Bildhauer Gerhard Thieme ist am Sonntag mit 90 Jahren in Berlin gestorben, teilte seine Familie am Dienstag mit. Er hinterlässt der Nachwelt zahlreiche Brunnen und Skulpturen, ein bedeutender Teil davon steht in der Hauptstadt. Doch auch international hinterließ er seine Spuren.</p>
<h4><a href="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/Gerhard_Thieme.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-4127 alignleft" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/Gerhard_Thieme.jpg" alt="" width="164" height="167" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/Gerhard_Thieme.jpg 1035w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/Gerhard_Thieme-600x614.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/Gerhard_Thieme-293x300.jpg 293w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/Gerhard_Thieme-768x786.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/Gerhard_Thieme-1001x1024.jpg 1001w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/Gerhard_Thieme-800x819.jpg 800w" sizes="(max-width: 164px) 100vw, 164px" /></a>Gerhard Thieme</h4>
<p class="avArticle_paragraph__padding gtm-articleContent">Gerhard Thieme wurde 1928 im sächsischen Rüsdorf geboren. Traditionell war Thieme mit der Erzgebirgischen Kunst des Holzschnitzens aufgewachsen.Zunächst studierte Thieme Kunst  in Dresden, später in Berlin-Weißensee. Er  war Meisterschüler bei Fritz Cremer von 1952 bis 1956 an der Akademie der Künste in Ostberlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="avArticle_paragraph__padding gtm-articleContent">Mit seinem Mentor Cremer nahm er 1956 dem berühmten Dramatiker Bertolt Brecht  die Totenmaske ab. Erst im letzten Jahr war das Original im Brecht-Haus in Augsburg zu sehen gewesen. Davor war es ein gut gehütetes Geheimnis. Zu Thiemes Werken gehören mehr als 50 Totenmasken. Für Staats- und Parteiführung der ehemaligen DDR fertigte er viele Gastgeschenke und Auszeichnungen an. Besonders Bronzeplastiken wie die Tröpfelbrunnen «Kletternde Kinder» (Pankow) und «Berliner Typen» (Rathauspassagen) sowie der «Leierkastenmann» (Nikolaiviertel)werden an ihn in Berlin erinnern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Besonders erwähnenswert finden wir den Brunnen am Stadtplatz im Märkisches Viertel.<br />
In der <i>Pressemitteilung vom 16.06.2003 </i>heißt es:<a href="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/16_kl1.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-4129 alignright" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2018/05/16_kl1.jpg" alt="" width="140" height="265" /></a></p>
<p>Skulptur und Brunnenplastik bestehen aus stabilen Formteilen aus lackiertem Glasfasergewebe, dem sogenanntem GFK, (glasfaserverstärktem Kunststoff). Dieses Material, welches im Nasslaminat-Verfahren hergestellt wird, ist sehr dauerhaft und leicht. Die gesamte Brunnenabdeckung wird modular gebaut und kann somit auch ausgetauscht werden.Die Skulptur &#8222;Faun&#8220; wurde durch den Künstler in den Werkstätten der Firma Pützer Kunststofftechnik Bonn innerhalb von zwei Monaten hergestellt. In unseren Augen steht es für die Vielfältigkeit des Künstlers. Wir trauern um einen großartigen Künstler und sind dankbar für die vielen Werke im öffentlichen Raum.</p>
<h4>Weitere Werke</h4>
<ul class="avArticle_paragraph__padding ">
<li><a class=" textcolor" href="https://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/brunnen/" target="_blank" rel="noopener"> Übersicht Berliner Brunnen mit Thieme-Werken </a></li>
</ul>
<p>Foto: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Thieme" target="_blank" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Thieme</a><br />
Fotos Brunne: <span class="klein"><span class="grau">Richard Davies, London; Marco Dresen, Berlin</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Künstler &#038; Kulturpreisträger Günter Dollhopf gestorben</title>
		<link>https://arttrado.de/news/kuenstler-kulturpreistraeger-guenter-dollhopf-gestorben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 May 2018 12:11:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Personalien]]></category>
		<category><![CDATA[günter dollhopf]]></category>
		<category><![CDATA[nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[verstorben]]></category>
		<category><![CDATA[michaela grammer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=3702</guid>

					<description><![CDATA[Künstler &#38; Kulturpreisträger Günter Dollhopf gestorben Günter Dollhopf, dieser Name spricht für sich. Seit Jahrzehnten bürgt er für künstlerische Qualität. Günter <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/kuenstler-kulturpreistraeger-guenter-dollhopf-gestorben/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Künstler &amp; Kulturpreisträger Günter Dollhopf gestorben</h3>
<p>Günter Dollhopf, dieser Name spricht für sich. Seit Jahrzehnten bürgt er für künstlerische Qualität. Günter Dollhopf war erschaffer von Malplastiken, Kulturpreisträger und bekannt als der temepramentvolle Organisator von &#8222;Amberg Progressiv&#8220;. Er galt als Erfinder der Bodybilder. Jetzt ist Günter Dollhopf gestorben, am 28. 04.2018 im alter von 81 Jahren. Um den Maler, Grafiker und Hochschullehrer trauern nicht nur Freunde und Bekannte. Die gesamte Kunstwelt im In- und Ausland trauert um ein besonderes Talent. Ein Wegweiser,  der neues erschuf. Er lieferte aussergewöhnliche Arbeiten ab und selbst im hohen Alter setzte er seine Ideen kreativ um.</p>
<p>Günter Dollhopf hat sich nie instrumentalisieren lassen, weder von der Politik noch vom Markt.<br />
&#8211; <cite>Michaela Grammer, Kunsthistorikerin</cite></p>
<p><strong>Wir trauern um einen großen Künstler und wünschen der Familie, den Angehörigen und Freunden viel Kraft.</strong></p>
<h4>Hier ein Einblick in seine Auszeichnungen<span id="Auszeichnungen_(Auswahl)" class="mw-headline"></span></h4>
<ul>
<li style="list-style-type: none;">
<ul>
<li>1971: Förderpreis des Freistaates Bayern</li>
<li>1979: Kulturpreis Ostbayern</li>
<li>1981: Kulturpreis der Stadt Amberg</li>
<li>1991: Grand Prix der Internationalen Grafik-Triennale, Krakau</li>
<li>1994: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse</li>
<li>2006: Kulturpreis des Kulturforums Franken</li>
<li>2009: Nordgaupreis des Oberpfälzer Kulturbundes in der Kategorie <i>Bildende Kunst</i></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="//ws-eu.amazon-adsystem.com/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ac&amp;ref=qf_sp_asin_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=arttrado-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=392253158X&amp;asins=392253158X&amp;linkId=1381339ab643efba5c954157c7f34423&amp;show_border=false&amp;link_opens_in_new_window=true&amp;price_color=ff0000&amp;title_color=000000&amp;bg_color=ffffff" width="300" height="150" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"><br />
</iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>&nbsp;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
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