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	<title>kunstfälscher Archive - Arttrado.de</title>
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		<title>Fälscher und ihre Folgen &#8211; Der Fall Giorgio de Chirico</title>
		<link>https://arttrado.de/news/faelscher-und-ihre-folgen-der-fall-giorgio-de-chirico/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Aug 2018 13:30:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstfälscher]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Giorgio de Chirico]]></category>
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					<description><![CDATA[Fälscher und ihre Folgen &#8211; Der Fall Giorgio de Chirico Wer sich mit Kunstfälschungen des letzten Jahrhunderts auseinander setzt, kommt <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/faelscher-und-ihre-folgen-der-fall-giorgio-de-chirico/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Fälscher und ihre Folgen &#8211; Der Fall Giorgio de Chirico</h2>
<p>Wer sich mit Kunstfälschungen des letzten Jahrhunderts auseinander setzt, kommt wohl nicht an dem Namen Girgio de Chirico vorbei. Einer der bedeutensten Maler des letzten Jahrhunderts. Meistens aber ist der Anlaß der Publicity de Chiricos ein eher unerquicklicher. Es sind weniger die Bilder des &#8222;maestro&#8220; wie man ihn in Italien respektvoll nennt, die im Gespräch sind als vielmehr die Fälschungen. Lange Jahre zweifelte man daran, ob der alternde Künstler bei diesen Machenschaften nicht auch selbst seine Hand im Spiel hatte, um so für seine Erinnerung vorzusorgen. Seit 1977 sind keine Zweifel mehr möglich, wie es sich wirklich verhält; eine eigens gegen das Überhandnehmen der Bildfälschung in Italien geschaffene Spezialeinheit der Carabinieri hat in Florenz und Mailand in energischem Zugriff den &#8222;raffiniertesten Fälscherring aller Zeiten&#8220; ausgehoben.</p>
<h3>Der meist gefälschte Künstler des Jahrhunderts</h3>
<p>Was hat nun ausgerechnet Giorgio de Chirico zum Opfer so vieler und so systematischer Fälschungen gemacht? Die Antwort des Künstler, so knapp wie richtig: &#8222;Weil man sie gut verkaufen kann&#8220;. Aber dies ist nur einer von mehrern Gründen, denn auch ein Picasso, ein Matisse oder ein Chagall sind &#8222;gut zu verkaufen&#8220;. Und schließlich wurden auch Morandi, Carrá, Casorati, de Pisis, Rosai und Fontana en masse gefälscht. Also welche weiteren Umstände mußten hinzukommen, um so eine Vielzahl von Fälschern auf seine Spur zu locken.</p>
<h3>Warum de Chirico das Opfer wurde</h3>
<p>Als erstes: de Chirico &#8211; oder wenigstens ide zehn oder zwölf beliebtesten Sujets aus seiner Epoche der &#8222;pittura metafisica&#8220; &#8211; waren nicht nur einfach zu verkaufen, sondern auch einfach zu kopieren. Bei diesen Werken zählt die Signifikanz der Idee, nicht die Bravour der Pinselführung. Die Formen der Fassaden, Statuen, Gänge und ihre harten Schatten lassen sich mittels Diaprojektor leicht auf eine Leinwand werfen und somit nachzeichnen. Schon damals gehörte ein Diaprojektor zu der Grundausstattung eines jeden Fälschers. Zusätzlich kam der Fakt, dass de Chirico die Eigenheit besaß, die Bilder die am meisten geschätzt wurden, selbst immer wieder neu zu variieren. Im Sommer des Jahres 1919 betrachtete er seine &#8222;metaphysische Periode&#8220; als abgeschlossen. Wenige Jahre darauf erreichte ihn der Wunsch der Surrealisten &#8211; so von Breton, von Eluard &#8211; das eine oder andere seiner klassichen &#8222;metaphysischen&#8220; Kunstwerke zu besitzen. Diese waren zu dem Zeitpunkt aber schon oft in festen Händen. So erbot sich dem Künstler, einfach eine zweite Fassung zu malen. Der Vorschlag machte schnell die Runde und die ersten Anfragen, die erst noch schüchtern gestellt wurden &#8211; wurden schnell zur Regel.</p>
<h3>Repliken und Kopien</h3>
<p>Dieser Schritt hat viele Zeitgenossen verwirrt &#8211; und Fälscher ermutigt. Wenn de Chirico sich schon selbst wiederholte &#8211; warum sollten Sie es nicht auch tun? Verblüffende so wie bestechende Logik. Wer sollte schon die Replik unterscheiden können von einer getreuen Kopie. Auf diesem Feld sollten auch die Experten leicht in die Irre gehen. Fragwürdige Expertisen, die häufig nach einer Simplen Schwarz/Weiß Fotografie abgegeben wurden, trugen so zur Verwirrung bei.</p>
<h3>Komplexe und tragische Pointen</h3>
<p>Im laufe dessen, machten sich die Fälscher eine weitere Eigenschaft der Biographie de Chiricos zunutze. Über die Jahre wuchs die radikale Ablehnung alles dessen was als &#8222;moderne Kunst&#8220; seiner Ansicht nach allzuleicht den Beifall der Kritik und der Museen errang, indes er das eigene Werk ignorierte, ja sogar mißachtete. Diese Kontroversen boten mitten der fünfziger Jahre  den Fälschern, so wie den Hehlern und Händlern einen willkommenen Anlaß, mit der rhetorischen Frage nachzuhaken, wie weit wohl ein Mann noch ernst zu nehmen sei, der die moderne Malerei, die er einst mitgetragen habe, nun in Bausch und Bogen verdamme?</p>
<h3>Bilderfälschung = Kavaliersdelikt?</h3>
<p>Die Moralauffassung der Italiener in Kunstdingen entsprach einer sehr laxen Gesetzgebung. Lücken und Schlupflöcher, getreu dem Motto: &#8222;Die Welt will betrogen werden&#8220;. Schließlich ist niemand gezwungen diese Kunst zu kaufen. Selbst gegen Lebensmittelfälscher wird nicht sonderlich stark vorgegangen. Das alles wurde südlich der Alpen als Kavaliersdelikt eingestuft, auf einer Stufe mit Falschparken. So hat sich in Italien eine weitverzweigte Mafia aus Händlern,Hehlern und Helfershelfern entwickelt, die bis in einflußreiche Kreise reichte und ein lukratives und relativ risikoloses Gewinnspiel betrieb. Was ihnen letztendlich das Genick gebrochen hat, waren wahrscheinlich garnicht die Fälschungen, vielmehr die Dreistigkeit, mit der sie gestohlene oder nachgemachte Notarssiegel verwendet haben, um die Bilderflut mit amtlichen Beglaubigungen auszustatten.</p>
<h3>Grundzüge der Strategie</h3>
<p>Hier die Grundzüge ihrer Strategie, im wesentlichen beruhte sie auf vier Punkten.</p>
<p>Der erste war: den bejahrten Meister für nicht ganz zurechnungsfähig zu erklären und gleichzeitig alle Anekdoten zu verbreiten, die seine Urteilsfähigkeint in Frage stellten. Ob ein de Chirico echt sei oder nicht sollten &#8222;Experten entscheiden und nicht mehr der Künstler selbst. Das Ziel war ihn in soviele Prozesse wie möglich zu verwickeln. Jeder verlorene Prozess erschütterte seine Glaubwürdigkeit, er verlor viele Prozesse. Als der Fälscherring aufflo, entdeckte man die Zugehörigkeit von Signor Giovanni Pescali Jun., seine Gutachten gaben in vielen Verfahren den Ausschlag. Offiziell war das prominente Mitglied des Fälscherrings Kunstsachverständiger am Gerichtshof in Mailand.</p>
<p><strong>Die &#8222;Höhle des Ali Baba&#8220;</strong></p>
<p>Der zweite Punkt der Strategie stand nur scheinbar im wiederspruch zum ersten. So musste wenigstens ein Mitglied der Fälschermafia engen Kontakt zum Meister halten, um so den Zugang zu originalen Kunstwerken aus dem Atelier zu sichern. Zu Hause &#8211; bzw. in der Werkstatt von Domestiken wurden de Bilder dann &#8222;multipliziert&#8220;. In der Villa des Umberto Lombardi sind im Oktober 1976 viele hunderte falscher de Chiricos beschlagnahmt worden. Daneben standen hunderte leere Leinwände. Diese trugen auf der Rückseite aber bereits die Signatur des Künstlers und deren notarielle Beglaubigung. Hier wurde auch das Siegel eines bereits verstorbenen Notars gefunden. Die überraschte Polizei sprach von der Höhle des Ali Baba.</p>
<p><strong>Der Trick mit der doppelten Leinwand</strong></p>
<p>Ein besonders beliebter Trick sich die Unterschrift des Künstlers samt Verifizierung durch den anwesenden Notar zu besorgen, war die Erfindung der doppelten Leinwand. Als deren Urheber gilt bis heute Signor Daniele Pescali Sen. aus Mailand. Hinter ein echtes Werk, welches noch nicht Signiert wurde spannte man eine zweite Leinwand. Diese ließ man sich nun von dem Meister unter dem beisein eines Notars unterzeichnen. Trennte man danach die Leinwände hatte man ein zweites, unbestreitbar authentisches Bild. Es musste nur noch gemalt werden.</p>
<p><strong>Die Bilder wanderten</strong></p>
<p>Der letzte Punkt der Strategie betraf das Pedigree, den Stammbaum der Bilder. Selbstverständlich wurden die Fälschungen nicht frisch aus der Werkstatt verkauft. Sie wurden vorher auf Ausstellungen gezeigt und auf Reisen geschickt. Sie wurden in Katalogen und Zeitschriften publiziert bis sie &#8222;reif&#8220; waren in den Handel zu gelangen. So wanderten sie auf einer Galeriekette von Mailand nach Cortina d´ Ampezzo, von Cortina nach Florenz nach Montecatini und Terme, begleitet von Katalogen mit farbigen Reproduktionen auf Kunstdruckpapier und Zitaten von Apollinaire, Breton und Cocteau, von vielerlei belanglosen Rezensionen, und wurden von Station zu Station, von Katalog zu Katalog wertvoller.</p>
<h4>Frühe Fälschungen</h4>
<p>Die hier beschriebenen Praktiken gehörten zu dem jetzt längst dingfestgemachten italienischen Fälscherring. Er war zweifelslos der Größte, aber nicht der erste. Bereits in den zwanziger Jahren tauchten de Chirico Fälschungen in Paris auf. Manches bekannte Museum bewahrt noch heute eine &#8222;Piazza d´ Italia&#8220; aus dieser Urzeit auf. Selbst ein so geschätzter Maler wie Oscar Dominquez soll, als er in den dreißiger Jahren eine Krise durchmachte, einer hartnäckigen Legende zufolge sich nicht nur als Max Ernst sondern auch als de Chirico Imitator versucht und Sammlern seiner Bilder auch Fälschungen seiner Freunde offeriert haben. Eine undurchschaubarer Dschungel von Geschichten macht es heute fast unmöglich, in jedem einzelnen Fall eindeutig zwischen Fälschung und Original, zwischen Kopie und Replik zu unterscheiden. Jeder Fall muss einzeln und mit großer Skepsis geprüft werden.</p>
<h4>Anhaltspunkt und Orientierung</h4>
<p>Wie kann sich im Falle de Chirico ein Sammler &#8211; oder einer, der es werden will &#8211; zurecht finden? Die Monographie von James Thrall Soby bietet einen guten ersten Anhaltspunkt. Was dort enthalten ist, ist fraglos echt. Allerdings umfasst sie &#8211; von wenigen Ausnahmen abgesehen &#8211; nur die &#8222;Genieperiode&#8220; 1910 &#8211; 1919. Zusätzlich kann man das Archiv Léone Rosenberg mit seinen fotografischen Dokumentation sämtlicher Bilder, die durch Rosenbergs Galerie de l`Effort Moderne in Paris gingen, als Quellen authentischer Arbeiten heranziehen. Nicht zu vergessen sind die 1953 und 1968 erschienen Bücher von Isabella Far-de Chirico. Schließlich hat es Claudio Bruni, der Inhaber der hoch angesehenen Galleria La Medusa in Rom, nach längeren Vorarbeiten unternommen, im Auftrag und unter Aufsicht von Giorgio de Chirico und seiner Frau, den &#8222;Cataloge Generale&#8220; des malerischen und zeichnerischen OEuvre herauszugeben.</p>
<p>Einstweilen ist dem Künstler, die Freude über die Entlarvung der Fälscher und Fälschungen voll zu gönnen.<br />
Titelbild: Piazza-Italia-con-fontana-1968</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>F wie Fälscher #2 &#8211; Wolfgang Beltracchi</title>
		<link>https://arttrado.de/news/faelscher-die-die-welt-bewegten-2-wolfgang-beltracchi/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2017 15:20:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstfälscher]]></category>
		<category><![CDATA[kunstfälschung]]></category>
		<category><![CDATA[kunstfälscher]]></category>
		<category><![CDATA[lost art]]></category>
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					<description><![CDATA[Wolfgang Beltracchi gilt heute als der raffinierteste Kunstfälscher nach dem zweiten Weltkrieg. Der Trailer zu seinem Kinofilm(2014) &#8222;Die Kunst der Fälschung&#8220; <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/faelscher-die-die-welt-bewegten-2-wolfgang-beltracchi/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Wolfgang Beltracchi</em></strong> gilt heute als der raffinierteste Kunstfälscher nach dem zweiten Weltkrieg.</p>
<h3>Der Trailer zu seinem Kinofilm(2014) &#8222;Die Kunst der Fälschung&#8220;</h3>
<p><iframe width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/BSziJ-w-dDE?feature=oembed" frameborder="0" gesture="media" allow="encrypted-media" allowfullscreen></iframe></p>
<h4>Beltracchi fing bereits früh an</h4>
<p>Schon in jungen Jahren widmete er sich der Malerei. Die ersten Schritte lernte er von seinem Vater. Dieser war Kirchenmaler und Restaurator. Ein besonderes Interesse entwickelte der junge Beltracchi daran Bilder von bekannten Künstlern nachzuahmen.</p>
<p>Mit 13 Jahren zeichnete er einen &#8222;Picasso&#8220;, was seinen Vater dazu brachte selbst 3 Jahre den Pinsel nieder zu legen. Beltracchi entwickelte über die Jahre eine Technik, die kein Misstrauen erregt. Insbesondere zeichnet Beltracchi aus, dass er seine Werke nicht kopiert, sondern gänzlich neue Gemälde erschafft, mit neuen Titeln. Diese neuen Exponate wurden dann mit der Urkunde von seiner Frau Helene in den Umlauf gebracht &#8211; seine Bilder erzielten bei Auktionen Beträge in Millionen höhe. Bis 2010 der Schwindel aufflog.</p>
<h6> <a href="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/11/C1ABE4CA-28E8-4D69-93EF-067557946AB1.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-665" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/11/C1ABE4CA-28E8-4D69-93EF-067557946AB1-300x169.jpeg" alt="" width="300" height="169" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/11/C1ABE4CA-28E8-4D69-93EF-067557946AB1-300x169.jpeg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/11/C1ABE4CA-28E8-4D69-93EF-067557946AB1-600x338.jpeg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/11/C1ABE4CA-28E8-4D69-93EF-067557946AB1-768x432.jpeg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/11/C1ABE4CA-28E8-4D69-93EF-067557946AB1-800x450.jpeg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/11/C1ABE4CA-28E8-4D69-93EF-067557946AB1.jpeg 880w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></h6>
<h6>&#8222;Rotes Bild mit Pferden&#8220;</h6>
<p><strong>Wieso keiner merkte, warum plötzlich gleichsam aus dem Nichts neue Kunstwerke erscheinen:</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<ol>
<li>Beltracchi nahm zum teil Titel von Gemälden die als Verschollen galten &#8211; zudenen es aber keine Fotos oder Kopien gab.</li>
<li>Mit künstlich inszenierten Fotos belegte er teilweise das Alter der Bilder.</li>
<li>Insgesamt hat er nach eigenen Angaben nur ca. 5 Werke in Deutschland verkauft &#8211; den Rest breit gefächert.</li>
</ol>
<h4>Ein Flüchtigkeitsfehler führte zur Anzeige und und zur Verhaftung:</h4>
<p><em>Beltracchi</em> malte ein Kunstwerk mit dem Titel &#8222;Rotes Bild mit Pferden&#8220;. Dies signierte er mit <em>Campendonk </em>und kopierte den Stil des deutsch-niederländischen Malers so gut &#8211; das es auf einer Auktion für über 2 Millionen Euro versteigert wurde. Bei einer genaueren Untersuchung wurden Spuren von der Farbe &#8222;Titaniumweiß&#8220; gefunden &#8211; das Problem zu der Zeit von <em>Heinrich Campendonk </em>existierte diese Farbe noch nicht. Daraufhin folgten weitere Nachforschungen. Schließlich die Anzeige gegen <em>Wolfgang Beltracchi</em> und seine Fraue <em>Helene</em>. Im Oktober 2011 das Urteil: <strong>6 Jahre Haftstrafe im offenen Vollzug</strong>.</p>
<h4>Trotzdem oder grade deshalb? &#8211; schrieb der Jahrhundertfälscher Geschichte</h4>
<p>Er führte viele Experten an der Nase rum und sorgte für einigen Wirbel in der Kunstszene. Bis zu dem Zeitpunkt seiner Verhaftung hat er an die 100 Künstler nachgeahmt und weit über 250 Gemälde erschaffen. Er verdiente Millionen und verursachte Schäden von rund 20 Millionen €. Auf viele hat dies eine faszinierende Wirkung, so beeindruckend &#8211; das Beltracchi seine eigene Fernsehshow bekam. Bei &#8222;Der Meisterfälscher&#8220; zeigt er wie er in verschiedenen Stilen prominente Persönlichkeiten portraitiert. Beltracchi behauptet von sich selbst, er könne mit der richtigen Vorbereitung jeden Künstler nachmachen.</p>
<p>Dies lässt sich leicht glauben, schließlich wurden nicht nur einige seiner Werke expertisiert &#8211; sondern <strong>alle! </strong>Hätte er mit seinem eigenen Namen signiert, dann wäre es keine Urkundenfälschung gewesen. Allerdings hätten die Werke so auch niemals Preise in der Höhe erzielt. Sagte <em>Beltracchi </em> 2015 bei der Fernsehsendung &#8222;TV TOTAL&#8220; &#8211; zu diesem Zeitpunkt befand er sich auf Bewährung. Ob das stimmt lässt sich heute nur vermuten &#8211; schließlich ist Beltracchi unbestreitbar ein talentierter Künstler.</p>
<p><strong>So oder so:</strong> Durch sein Talent und die Aufmerksamkeit die er als Jahrhundertfälscher in den Medien auf sich zog, schaffte er es schnell wieder nach oben. Die Wartezeit auf eines seiner Werke beträgt zum teil mehrere Monate. Seine Gemälde, Originale von ihm signiert erzielten zuletzt einen Preise von bis zu 80.000€</p>
<p><strong>Seine neusten Werke sind in Deutschland voraussichtlich 2018 in Hamburg  zu sehen:</strong></p>
<p><a href="https://arttrado.de/events/event/kairos-der-richtige-moment/">Zur Veranstaltung: &#8222;Kairos, der richtige Moment&#8220;</a></p>
<p>Hier weitere Artikel von uns zu dem Thema &#8211; Kunstfälscher und Fälschungen:</p>
<p><a href="https://arttrado.de/news/verkaeuferhaftung-bei-kunstfaelschungen-1/">Wer haftet bei Kunstfälschungen?</a></p>
<p><a href="https://arttrado.de/news/wie-man-nicht-abhanden-gekommene-kunst-kauft/">Wie kann ich Fälschungen von Originalen die als verschollen gelten erkennen?</a></p>
<p><strong>Wolfgang Beltracchi und seine Frau Helene bei Stefan Raab &#8222;Tv Total&#8220;</strong></p>
<p><iframe width="1170" height="658" src="https://www.youtube.com/embed/NfPv_DNikcQ?feature=oembed" frameborder="0" gesture="media" allow="encrypted-media" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Die Internetpräsenz: <a href="https://www.beltracchi-art.com/">https://www.beltracchi-art.com/</a></p>
<p>Kunst und Verbrechen &#8211; Buchtipp zum Thema: <a href="https://arttrado.de/news/buchempfehlung-kunst-verbrechen-stefan-koldehoff-tobias-timm/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kunst &amp;Verbrechen Stefan Koldehoff &amp; Tobias Timm</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
<p>Wenn Sie unser Projekt ARTTRADO  unterstützen möchten, können Sie das über PayPal.</p>
<p><a href="https://www.paypal.com/donate/?cmd=_s-xclick&amp;hosted_button_id=H8575LKPJNPLW&amp;source=url"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-6541" src="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:200/h:44/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" srcset="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:auto/h:auto/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg 600w, https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:300/h:66/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg 300w" alt="" width="200" height="44" data-opt-src="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:200/h:44/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg" data-opt-lazy-loaded="true" data-opt-otimized-width="200" data-opt-optimized-height="44" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>F wie Fälscher  #1 &#8211; John Myatt</title>
		<link>https://arttrado.de/news/faelscher-die-die-welt-bewegten-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeff Mc Rizzler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Nov 2017 11:39:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstfälscher]]></category>
		<category><![CDATA[lost art]]></category>
		<category><![CDATA[fälschung]]></category>
		<category><![CDATA[kunstfälscher]]></category>
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					<description><![CDATA[Man könnte meinen, so schreibt Harry Mount in der Dailymail, das Landhaus von John Myatt, nördlich von Stafford, sei eine <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/faelscher-die-die-welt-bewegten-1/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man könnte meinen, so schreibt Harry Mount in der Dailymail, das Landhaus von John Myatt, nördlich von Stafford, sei eine hochkarätige Gallerie. Ein Monet im Wohnzimmer, ein van Gogh in der Küche sowie ein Matisse im Treppengang. Doch ist der große Unterschied, dass der Künstler, der all diese Werke geschaffen hat, niemand geringerer als John Myatt selber ist.</p>
<p>I.</p>
<p>Es begann mit einem braunen Umschlag. Dieser enthielt 12.500 Britische Pfund. Es war der Beginn einer Episode, welche als „The greatest art fraud of the 20th century“ eingehen sollte. Zuvor hatte Myatt begonnen sogenannte „genuine fakes“ für circa 150 Pfund in der lokalen Zeitung anzubieten. Dies fand seine Berechtigung in der Tatsache, dass Myatt so ziemlich pleite war. Zudem hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Also versuchte er, aus der Not eine Tugend, aus einem Hobby einen Beruf zu machen.</p>
<p>Daraufhin entwickelte sich im Rahmen dieser Tätigkeit eine rege Geschäftsbeziehung zu John Drewe, seinem späteren „partner in crime“. Dieser trat zuvor als regelmäßiger Kunde seiner Arbeiten in Erscheinung und verkaufte nun eines Tages über das Auktionshaus Christie’s einen Albert Gleize für 25.000 Pfund.</p>
<p>II.</p>
<p>Der Rest ist Geschichte. Myatt begann nun Werke von Marc Chagall oder Henri Matisse zu fälschen, während dessen John Drewe die Fälschungen im großen Stile an Kunsthändler und Auktionshäuser in und aus London, New York und Paris verkaufte.</p>
<p>Um dies realisieren zu können, versetzte sich Myatt einem Achauspieler gleich in die Köpfe der Künstler.</p>
<blockquote><p>When I paint in the style of one of the greats… Monet, Picasso, Van Gogh… I am not simply creating a copy or pale imitation of the original. Just as an actor immerses himself into a character, I climb into the minds and lives of each artist. I adopt their techniques and search for the inspiration behind each great artist’s view of the world.</p></blockquote>
<p>III.</p>
<p>1. Drewe, auch genannt „The Puppetmaster“ trug seinen erheblichen Teil zu den Fälschungen an sich bei, indem er seinerseits höchst glaubhaft Dokumente fälschte, welche die Herkunft und Echtheit der Fälschungen dokumentierten. Die große Überzeugungskraft der gefälschten Herkunfts- und Echtheitsdokumente führte zudem letztlich dazu, dass die Kunstexperten möglicherweise nicht „so genau“ hinschauten. Myatt selbst fand einige der Fälschungen denkbar schlecht und konnte selbst kaum glauben, dass die Leute darauf reinfielen.<br />
Der Erfolg war also nicht zuletzt der manipulativen Natur Drewe’s und seinen Fertigkeiten in der Urkundenfälschung geschuldet.</p>
<p>2. Jedoch sah Myatt nicht viel Geld von der von Drewe schätzungsweise eingeheimsten einen Million Pfund. Myatt geht in einem Interview in the guardian von einem Zehntel aus. Myatt habe also genau das verdient, was er als Lehrer, seinem ursprünglichen  verdient hatte.</p>
<p>IV.</p>
<p>Bisher wurden insgesamt 60 Fälschungen aus dem Verkehr gezogen. Scottland Yard geht indes davon aus, dass sich noch über 160 unentdeckte Fälschungen von Myatt im Besitz von Sammlern befinden. Zwar kommen heutzutage Interpol und Co immer besser voran, wenn es darum geht, gefälschte Kunst zu enttarnen, dennoch seien selbst heute noch auf Auktionen 20-30% Fakes unterwegs.</p>
<p>Quellen: <a href="http://www.dailymail.co.uk/home/event/article-4317370/Britain-s-greatest-art-fraud-exhibits-galleries.html">Dailymail</a> , <a href="https://johnmyatt.com/about/">John Myatt Website, </a>, <a href="https://www.barnebys.co.uk/blog/article/7881/fact-stranger-than-fiction-when-the-art-forger-becomes-the-a/">Barnebys</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Die Fälschung als Mangel &#8211; RGZ 135, 399 (Ruisdael)</title>
		<link>https://arttrado.de/news/die-faelschung-im-rahmen-des-mangelbegriffes-rgz-135-399-ruisdael/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeff Mc Rizzler]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Nov 2017 14:42:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst und Recht]]></category>
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		<category><![CDATA[fälschung]]></category>
		<category><![CDATA[kunstfälscher]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ist es einhellige Meinung, dass ein gefälschtes Werk eine mangelhafte Sache ist und Mängelgewährleistungsrechte eröffnet, § 437 BGB. § <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/die-faelschung-im-rahmen-des-mangelbegriffes-rgz-135-399-ruisdael/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist es einhellige Meinung, dass ein gefälschtes Werk eine mangelhafte Sache ist und Mängelgewährleistungsrechte eröffnet, § 437 BGB.</p>
<p>§ 437 BGB lautet:</p>
<blockquote><p>Ist die Sache mangelhaft, kann der Käufer, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,</p>
<p>1. nach § 439 <strong>Nacherfüllung</strong> verlangen,<br />
2. nach den §§ 440, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag <strong>zurücktreten</strong> oder nach § 441 den Kaufpreis <strong>mindern</strong> und<br />
3. nach den §§ 440, 280, 281, 283 und 311a Schadenersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.</p></blockquote>
<p>Es stellte sich nun im Rahmen der Lösung des Falles durch das Reichgericht (RGZ 135, 399 (Ruisdael)) die große Frage, ob ein Mangel, wegen der falschen Urheberschaft, vorlag. Zwei konträre Ansichten kamen in Betracht.</p>
<h3>Mindermeinung: Es kommt darauf an</h3>
<p>Man könnte jedoch auch vertreten, eine besonders gute und aufwendige Fälschung, könne als mangelfrei qualifiziert werden, wenn sie objektiv genauso wertvoll ist.</p>
<blockquote><p>Die einen, so namentlich Hahmann Reichsgerichts-Praxis 1929 Bd. 3 S. 317 flg. und Leonhard Schuldrecht Bd. 2 (1931) S. 50, verlangen für den Begriff eine mißbilligte Abweichung von der Norm. Dieses objektive Merkmal müsse unter allen Umständen gegeben sein. Die bloße Abweichung von den Ansichten der Parteien über die Sache genüge nicht; die Gesetzesworte “oder dem nach dem Vertrage vorausgesetzten Gebrauch” kämen nur die Erheblichkeit des Fehlers in Betracht.</p></blockquote>
<p>Diese Voraussetzung sollte jedoch auch in den meisten Fälschungsfällen gegeben sein. Berechnet sich der Wert eines Kunstwerkes in der Regel durch Formeln wie Höhe + oder * Breite, diese wiederrum multipliziert mit dem „Künstlerfaktor“, dann ist der echte Künstler in der Regel mit einem deutlich höheren Faktor in die Rechnung einzubeziehen. Auch ist bei dieser Berechnung an deren Ende der Wert steht, der Künstlerfaktor etwas dem Werk immanenten und damit auch eine wertbildende Eigenschaft (der Wert einer Sache ist rein begrifflich keine Eigenschaft einer Sache). Auch nach dieser vom Reichsgericht abgelehnten Ansicht wäre bei bedeutungsvollen Werken mit einem höhren Künstlerfaktor im Verhältnis zum Fälscher von einem Mangel auszugehen sein.</p>
<h3>herrschende Meinung: Urheberschaft immer erheblich</h3>
<p>Das Reichsgericht schnürt den Mangelbegriff jedoch deutlich enger und geht ohne Einschränkungen bei falscher Urheberschaft von einem Mangel aus.</p>
<blockquote><p>Der ” nach dem Vertrage vorausgesetzte” Gebrauch besteht beim Erwerb von Bildern eines bestimmten Meisters darin, daß dem Käufer die Möglichkeit verschafft wird, sich des Besitzes eines Werkes gerade dieses Meisters zu erfreuen, sich in die Malweise und sonstige Eigenart dieses Künstlers zu vertiefen und sie sich jederzeit vor Augen zu halten.</p>
<p>Rührt dann das Werk nicht von dem Künstler her, als dessen Werk es nach beiderseitiger Anschauung gekauft ist, <strong>so liegt stets ein Fehler der Kaufsache vor</strong>. Gleichgültig ist dabei, ob es sich um eine Kopie oder eine Fälschung eines von dem Meister stammenden Bildes handelt oder um die wertvolle Schöpfung eines anderen Malers.</p></blockquote>
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