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	<title>Kunst aus der Schweiz Archive - Arttrado.de</title>
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		<title>Werk der Woche #123: Mineral m20190630 von Gerd Jansen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Sep 2026 11:06:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Werk der Woche #123: Mineral m20190630 von Gerd Jansen In unserer Serie „Werk der Woche“ machen wir auf Kunstwerke aufmerksam, <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/werk-der-woche-123-mineral-m20190630-von-gerd-jansen/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Werk der Woche #123: Mineral m20190630 von Gerd Jansen</h4>
<p>In unserer Serie „Werk der Woche“ machen wir auf Kunstwerke aufmerksam, die einen besonderen Hintergrund haben, zur Diskussion einladen oder in unseren Augen zu wenig Beachtung erhalten. Das 123. Werk der Woche ist „Mineral m20190630“ von Gerd Jansen. Die Arbeit entstand 2019 und gehört zur Werkgruppe „Der Schwarze Planet“.</p>
<h4 class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" dir="auto" data-start="1379" data-end="1438">Werk der Woche #123: Mineral m20190630 von Gerd Jansen</h4>
<p dir="auto" data-start="1440" data-end="1912">Schwarz, Weiß, Grau und ein gedämpftes Beige: Auf den ersten Blick wirkt „Mineral m20190630“ wie eine abstrakte Komposition aus unregelmäßigen Flächen. Einige Formen stehen aufrecht, andere scheinen sich übereinanderzuschieben oder gegenseitig zu verdecken. Harte schwarze Partien treffen auf helle Zwischenräume, schmale Konturen und organisch geschnittene Kanten. Obwohl die Arbeit vollständig auf der Fläche entsteht, entwickelt sie eine erstaunlich plastische Wirkung.</p>
<p dir="auto" data-start="1914" data-end="2339">Das Werk misst 37 × 37 Zentimeter und verbindet Collage, Zeichnung und Malerei. Mit Passepartout beträgt das Endformat 50 × 50 Zentimeter und passt damit in einen handelsüblichen Wechselrahmen. Der Künstler selbst beschreibt den Charakter der Arbeit als „sehr plastisch“. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen zusätzlichen Werktitel, sondern um eine persönliche Einordnung innerhalb einer Auswahl von vier Arbeiten.</p>
<p dir="auto" data-start="2341" data-end="2822">Gerade diese plastische Wirkung macht „Mineral m20190630“ zu einem geeigneten Werk der Woche. Die einzelnen Formen erinnern entfernt an Gestein, Schichtungen, Bruchstücke oder architektonische Körper. Eine eindeutige gegenständliche Lesart gibt Jansen jedoch nicht vor. Stattdessen zeigt die Arbeit einen Zustand zwischen Ordnung und Veränderung: Etwas hat sich zusammengefügt, könnte aber im nächsten Moment wieder auseinanderbrechen und eine vollkommen neue Konstellation bilden.</p>
<h4 dir="auto" data-start="2824" data-end="2875">Verpackungen werden zu einer neuen Bildordnung</h4>
<p dir="auto" data-start="2877" data-end="3330">Für die Mineral-Arbeiten verwendete Gerd Jansen unter anderem Papiere und Verpackungen, die im gewöhnlichen Alltag in seinen Haushalt gelangten. Das vorhandene Material wurde zunächst in kleinere Einheiten geschnitten und anschließend in freier Weise neu zusammengesetzt. Teilweise zerschnitt Jansen die bereits entstandenen Collagen erneut, verschob einzelne Teile und klebte sie wieder zusammen, bis ein Quadrat von 37 × 37 Zentimetern entstanden war.</p>
<p dir="auto" data-start="3332" data-end="3639">Erst danach wurden ausgewählte Flächen mit Acrylfarbe überarbeitet – überwiegend in Schwarz und verschiedenen Grautönen. Das ursprüngliche Verpackungsmaterial verliert dadurch seinen alltäglichen Zweck, verschwindet jedoch nicht vollständig. Seine Kanten, Farben und Oberflächen bleiben als Spuren sichtbar.</p>
<p dir="auto" data-start="3641" data-end="4015">Das Verfahren entspricht dem inhaltlichen Kern der Untergruppe „Mineralien“. Jansen versteht sie als Auseinandersetzung mit dem physischen Aspekt der Erde und mit der fortwährenden Bewegung von Materie in immer neue Konstellationen. Material wird getrennt, neu geordnet, überlagert und verwandelt. Die Entstehung des Bildes wird damit selbst zu einem Modell für Veränderung.</p>
<h4 dir="auto" data-start="4017" data-end="4080">Vier Mineral-Arbeiten und vier unterschiedliche Charaktere</h4>
<p dir="auto" data-start="4082" data-end="4306">„Mineral m20190630“ steht nicht isoliert. Drei weitere Arbeiten aus dem Jahr 2019 zeigen, wie unterschiedlich Jansen dasselbe Format, ein vergleichbares Verfahren und eine eng begrenzte Material- und Farbwelt einsetzen kann.</p>
<h4 dir="auto" data-start="4308" data-end="4692">Mineral m20190503</h4>
<p dir="auto" data-start="4308" data-end="4692">„Mineral m20190503“ wirkt wesentlich flächiger und plakativer. Große schwarze und graue Felder werden von kräftigem Gelb begleitet. Die Komposition erinnert an ein System aus Balken, Blöcken und verschobenen Rechtecken. Während „Mineral m20190630“ räumliche Tiefe entwickelt, behauptet sich diese Arbeit stärker auf der Bildfläche. Ihre Wirkung ist direkter, härter und zeichenhafter.</p>
<figure id="attachment_20298" aria-describedby="caption-attachment-20298" style="width: 693px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-20298 size-full" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190503.jpeg" alt="„Mineral m20190503“ wirkt wesentlich flächiger und plakativer. Große schwarze und graue Felder werden von kräftigem Gelb begleitet. Die Komposition erinnert an ein System aus Balken, Blöcken und verschobenen Rechtecken. Während „Mineral m20190630“ räumliche Tiefe entwickelt, behauptet sich diese Arbeit stärker auf der Bildfläche. Ihre Wirkung ist direkter, härter und zeichenhafter. Kunstwerk der Woche 123 Gerd Jansen Kunst aus der SChweiz. " width="693" height="693" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190503.jpeg 693w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190503-300x300.jpeg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190503-150x150.jpeg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190503-600x600.jpeg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190503-100x100.jpeg 100w" sizes="(max-width: 693px) 100vw, 693px" /><figcaption id="caption-attachment-20298" class="wp-caption-text">Mit starken Schwarz-Gelb-Kontrasten entwickelt „Mineral m20190503“ eine plakative, beinahe zeichenhafte Wirkung. Gerd Jansen, 2019, Collage, Zeichnung und Malerei, 37 × 37 cm.</figcaption></figure>
<h4 dir="auto" data-start="4694" data-end="5003">Mineral m20190627</h4>
<p dir="auto" data-start="4694" data-end="5003">„Mineral m20190627“ erscheint dagegen ruhiger. Gedämpfte Grünflächen, Schwarz, Grau und ein helles Beige bilden eine ausgeglichene Komposition. Die Formen stehen überwiegend vertikal und wirken wie Schichten, Platten oder geologische Körper. Trotz ihrer Unregelmäßigkeit entsteht ein beinahe stabiler Zustand.</p>
<figure id="attachment_20299" aria-describedby="caption-attachment-20299" style="width: 693px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-20299 size-full" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190627.jpeg" alt="" width="693" height="693" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190627.jpeg 693w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190627-300x300.jpeg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190627-150x150.jpeg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190627-600x600.jpeg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190627-100x100.jpeg 100w" sizes="(max-width: 693px) 100vw, 693px" /><figcaption id="caption-attachment-20299" class="wp-caption-text">Gedämpfte Grün-, Grau- und Beigetöne verleihen „Mineral m20190627“ eine ruhige, ausgewogene Wirkung. Gerd Jansen, 2019, Collage, Zeichnung und Malerei, 37 × 37 cm, aus der Werkgruppe „Der Schwarze Planet“.</figcaption></figure>
<h4 dir="auto" data-start="4694" data-end="5003"></h4>
<h4 dir="auto" data-start="4694" data-end="5003">Mineral m20190802</h4>
<p dir="auto" data-start="5005" data-end="5410">„Mineral m20190802“ verlässt diese Ruhe wieder. In der unteren Bildhälfte treffen zahlreiche schwarze Linien auf hellem Grund aufeinander. Darüber liegen große dunkle Flächen, unterbrochen von schmalen weißen Konturen und einem auffälligen gelben Akzent. Die Linien können an Erdschichten, Wasserbewegungen oder seismische Aufzeichnungen erinnern. Durchaus lässt sich diese Arbeit als „exotisch“ charakterisieren.</p>
<figure id="attachment_20300" aria-describedby="caption-attachment-20300" style="width: 693px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-20300 size-full" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190802.jpeg" alt="" width="693" height="693" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190802.jpeg 693w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190802-300x300.jpeg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190802-150x150.jpeg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190802-600x600.jpeg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Gerd_Jansen_Mineral_m20190802-100x100.jpeg 100w" sizes="(max-width: 693px) 100vw, 693px" /><figcaption id="caption-attachment-20300" class="wp-caption-text">Lineare Strukturen, dunkle Flächen und ein schmaler gelber Akzent verleihen „Mineral m20190802“ eine unruhige, beinahe seismische Wirkung. Gerd Jansen, 2019, Collage, Zeichnung und Malerei, 37 × 37 cm, aus der Werkgruppe „Der Schwarze Planet“.</figcaption></figure>
<p dir="auto" data-start="5412" data-end="5833">Bemerkenswert ist es zu sehen, welche unterschiedlichen Charaktere innerhalb einer formal eng verwandten Werkgruppe entstehen können. Gerade der Vergleich macht sichtbar, dass Jansens Systematik nicht zu einer bloßen Wiederholung führt. Das Verfahren bleibt ähnlich, das Ergebnis verändert sich grundlegend.</p>
<h4 dir="auto" data-start="5835" data-end="5889">„Der Schwarze Planet“ als Bilder einer neuen Erde</h4>
<p dir="auto" data-start="5891" data-end="6142">Die vier Arbeiten gehören zur Werkgruppe „Der Schwarze Planet“, die zwischen Mitte 2017 und Ende 2019 entstand. Der Untertitel des Projekts lautet „Bilder einer neuen Erde“. Jansen beschreibt die Arbeiten auch als eine Art „Tagebuch einer neuen Erde“.</p>
<p dir="auto" data-start="6144" data-end="6492">„Schwarz“ bezieht sich dabei nicht auf die Erde selbst. Der Begriff bezeichnet vielmehr die gefährliche Situation, in die sich die Menschheit nach Ansicht des Künstlers gebracht hat. Die „neue Erde“ meint keine technisch optimierte Zukunftswelt, sondern die Erneuerung eines ursprünglichen, demütigen und freundschaftlichen Verhältnisses zur Natur.</p>
<p dir="auto" data-start="6494" data-end="7182">Das Projekt wurde in vier Bereiche gegliedert: „Seismogramme“, „Mineralien“, „Pflanzen“ und „Rätsel“. Die Seismogramme stehen für die seelischen Bewegungen der Erde. Dabei handelt es sich um Grafit-Tusche-Zeichnungen, die als Bewegungen um ein Zentrum angelegt sind. Die Mineralien beschäftigen sich mit dem physischen Aspekt der Erde und der Umwandlung von Materie. Die Pflanzen verkörpern das Lebendige und entwickeln sich als flexible Drahtverbindungen in den Raum hinein. Die digitalen „Rätsel“ wiederum entstehen durch das Übereinanderlegen von Fotografien der Seismogramm- und Mineral-Arbeiten. Durch die dabei auftretenden Zufälligkeiten bleiben ihre Bildwelten bewusst rätselhaft.</p>
<p dir="auto" data-start="7184" data-end="7408">Seismogramm, Mineral und Pflanze stehen zugleich in einer materiellen Beziehung zueinander. Jansen verwendet bewusst einfache Materialien und führt die verschiedenen Teile des Projekts damit auf gemeinsame Grundlagen zurück.</p>
<p dir="auto" data-start="7410" data-end="7655">Tagebuchartig entstanden zwischen 2017 und 2019 regelmäßig Seismogramm- und Mineral-Arbeiten. Das einzelne Bild ist deshalb nicht nur eine abgeschlossene Komposition, sondern zugleich Bestandteil eines fortlaufenden künstlerischen Denkprozesses.</p>
<h4 dir="auto" data-start="7657" data-end="7693">Zwischen Entstehen und Vergehen</h4>
<p dir="auto" data-start="7695" data-end="8092">Hinter „Der Schwarze Planet“ steht eine umfassende Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz. Aus größerer Entfernung und über lange Zeiträume betrachtet erscheinen das Weltall und die Erde für Jansen nicht als idyllische Orte, sondern als Räume gewaltiger Umwälzungen. Alles befindet sich in einem Zustand der Vergänglichkeit und in einem ständigen Wechsel zwischen Entstehen und Vergehen.</p>
<p dir="auto" data-start="8094" data-end="8502">Der Mensch kann sich diesem Kreislauf nicht entziehen. Trotzdem klammert er sich nach Jansens Auffassung an die Vorstellung von Beständigkeit: an den Augenblick, an Besitz, Wissen, Werte und an die Hoffnung, den natürlichen Grenzen des Lebens dauerhaft entkommen zu können. Aus dem ursprünglichen Auftrag des Überlebens sei im Verlauf der kulturellen Entwicklung ein unbedingtes Weiterlebenwollen entstanden.</p>
<p dir="auto" data-start="8504" data-end="8950">Jansen verbindet diese Haltung mit den materiellen und geistigen Abhängigkeiten moderner Gesellschaften. Angst vor Verlust, Armut und Unfrieden führe zu Respektlosigkeit, Neid, Expansion, Krieg, Ausbeutung und zur Zerstörung der Pflanzen- und Tierwelt. Obwohl der Mensch wisse, dass er damit auch sich selbst schade, setze er seine Entwicklung unter dem Versprechen fort, technische Neuerungen könnten die entstandenen Probleme schließlich lösen.</p>
<p dir="auto" data-start="8952" data-end="9425">Windräder, Elektroautos, Solarzellen, Versicherungen, Verordnungen oder neue medizinische Verfahren erscheinen in diesem Gedankengang nicht einfach als grundsätzlich falsche Entwicklungen. Jansen zweifelt vielmehr an der menschlichen Vorstellung, jedes Problem ließe sich technisch beherrschen, ohne das eigene Verhältnis zur Natur grundlegend zu verändern. Der Tod werde tabuisiert, während die Hoffnung auf Kontrolle und eine vermeintlich sichere Zukunft bestehen bleibe.</p>
<h4 dir="auto" data-start="9427" data-end="9484">Der Mensch als Teil der Natur – oder als ihr Gegner?</h4>
<p dir="auto" data-start="9486" data-end="9816">Jansens Kritik richtet sich gegen Kulturen, die sich über die Natur und über andere Lebens- und Gesellschaftsformen erheben. Wachstum, Herrschaft und Ausbeutung erscheinen darin als Ausdruck eines verlorenen Maßes. Eine Kultur, die den Bezug zu ihrer Herkunft nicht mehr herstellen könne, verliere nach Jansen zugleich ihren Sinn.</p>
<p dir="auto" data-start="9818" data-end="10173">Dabei formuliert der Künstler eine ausgesprochen düstere Möglichkeit: Die Erde könnte für das Problem Mensch eine eigene Lösung finden. Die Evolution habe sich in der Vergangenheit immer wieder gegen Arten entschieden, die unter veränderten Bedingungen nicht mehr bestehen konnten. Auch auf die Menschheit werde der „Sternenhimmel“ keine Rücksicht nehmen.</p>
<p dir="auto" data-start="10175" data-end="10444">Die Vorstellung, Wissenschaft, künstliche Intelligenz oder neue digitale Gemeinschaftsformen könnten automatisch eine bessere Welt hervorbringen, betrachtet Jansen deshalb mit Skepsis. Immer wieder sei im Versprechen, das Gute zu schaffen, auch neues Unheil entstanden.</p>
<p dir="auto" data-start="10446" data-end="10895">In seinem begleitenden Text verweist der Künstler auf Oswald Spenglers Satz: „Der Mensch ist ein Raubtier und die Welt ist seine Beute.“ Für Jansen liegt der zentrale Widerspruch im menschlichen Wunsch nach Fortbestand in einer Welt, die der Mensch gleichzeitig ausbeutet und zerstört. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, müsste er aufhören, zu jagen, zu töten, zu versklaven und zu beherrschen. Er müsste sich vom permanenten „Weiter so“ abkehren.</p>
<p dir="auto" data-start="10897" data-end="11331">Auch politische und ökonomische Zukunftsmodelle bieten für Jansen keine verlässliche Lösung. Er greift Szenarien auf, die von neuen geopolitischen Blöcken über große militärische Konflikte bis zu autoritären Ordnungen und einer möglichen Herrschaft wirtschaftlicher Eliten reichen. Keine dieser Strukturen verspricht dem Planeten eine glückliche Zukunft, solange das grundsätzliche Verhältnis des Menschen zur Erde unverändert bleibt.</p>
<h4 dir="auto" data-start="11333" data-end="11356">Auf die Erde hören</h4>
<p dir="auto" data-start="11358" data-end="11692">Trotz seiner düsteren Analyse endet Jansens Gedankengang nicht bei der vollständigen Hoffnungslosigkeit. Rettung liegt für ihn allerdings nicht in einer weiteren Steigerung von Herrschaft und Kontrolle. Der Mensch müsse auf die Erde hören – auf das, was sie benötigt, und nicht ausschließlich auf das, was der Mensch von ihr verlangt.</p>
<p dir="auto" data-start="11694" data-end="12169">An dieser Stelle verweist Jansen auf Eckhart Tolles Buch „Stille spricht“. Darin wird Natur nicht nur als Voraussetzung des physischen Überlebens verstanden, sondern auch als möglicher Weg aus dem Gefängnis menschlichen Denkens. Steine, Pflanzen und Tiere erinnern daran, dass Leben nicht ausschließlich aus Handeln, Planen, Erinnern und Beherrschen besteht. Es kann ebenso bedeuten, still zu sein und dort anzukommen, wo das Leben tatsächlich stattfindet: im Hier und Jetzt.</p>
<p dir="auto" data-start="12171" data-end="12566">Vor diesem Hintergrund erhält „Mineral m20190630“ eine zusätzliche Bedeutung. Die Arbeit zeigt keine konkrete Landschaft, keine Katastrophe und keine politische Szene. Stattdessen konzentriert sie sich auf Materie und Veränderung. Vorgefundene Fragmente werden auseinandergenommen und in eine neue Ordnung gebracht. Nichts bleibt, was es zuvor war – und dennoch geht nichts vollständig verloren.</p>
<h4 dir="auto" data-start="12568" data-end="12608">Ein Bild als Modell der Veränderung</h4>
<p dir="auto" data-start="12610" data-end="12879">„Mineral m20190630“ lässt sich als abstrakte Collage betrachten, ohne den umfangreichen philosophischen Hintergrund der Werkgruppe zu kennen. Seine schwarzen und hellen Flächen, die unregelmäßigen Konturen und die räumliche Spannung funktionieren zunächst rein visuell.</p>
<p dir="auto" data-start="12881" data-end="13239">Doch innerhalb von „Der Schwarze Planet“ wird die Arbeit zu mehr als einer formalen Komposition. Ihr Herstellungsprozess spiegelt Jansens Vorstellung von einer Welt, in der Materie fortwährend ihre Form verändert. Zerschneiden und Zusammenfügen, Zerstörung und Neuordnung, Entstehen und Vergehen sind dabei keine Gegensätze, sondern Teile derselben Bewegung.</p>
<p dir="auto" data-start="13241" data-end="13538">Der Vergleich mit den drei weiteren Mineral-Arbeiten verstärkt diesen Gedanken. Aus vergleichbaren Materialien und Arbeitsschritten entstehen vollkommen unterschiedliche Bildzustände: plakativ, ruhig, plastisch oder fremdartig. Kein Ergebnis ist zwingend, jedes hätte auch anders ausfallen können.</p>
<p dir="auto" data-start="13540" data-end="13771">Damit führt das Werk zurück zur großen Frage des gesamten Projekts: Ist der Mensch in der Lage, sich als Teil einer wandelbaren Natur zu begreifen – oder hält er weiterhin an der Vorstellung fest, außerhalb ihrer Gesetze zu stehen?</p>
<h4 dir="auto" data-start="13773" data-end="13802">Der Künstler Gerd Jansen</h4>
<p dir="auto" data-start="13804" data-end="14185">Gerd Jansens künstlerisches Werk erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und umfasst Zeichnung, Malerei, Collage, Plastik sowie digitale und partizipative Konzepte. Früh entwickelte er systematische und geometrische Arbeitsweisen. Seit 1997 beschäftigt er sich zudem intensiv mit natürlichen Zahlen und Primzahlen, aus denen eigenständige bildnerische Ordnungen hervorgegangen sind.</p>
<p dir="auto" data-start="14187" data-end="14476">Systematik bedeutet bei Jansen jedoch nicht starre Wiederholung. Vielmehr schafft sie einen Rahmen, innerhalb dessen Abweichungen, Zufälle und Veränderungen sichtbar werden können. Auch „Der Schwarze Planet“ verbindet eine klar gegliederte Werkstruktur mit offenen bildnerischen Prozessen.</p>
<p dir="auto" data-start="14478" data-end="14702">Mit „Mineral m20190630“ steht deshalb nicht nur eine einzelne Collage im Mittelpunkt. Das Werk öffnet den Blick auf ein künstlerisches Denken, das Material, Natur, Gesellschaft und menschliche Existenz miteinander verbindet.</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="VD75MvqKjJ"><p><a href="https://arttrado.de/news/gerd-jansen-im-interview-ueber-ordnung-freiheit-und-fuenf-jahrzehnte-kunst/">Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst&#8220; &#8211; Arttrado.de" src="https://arttrado.de/news/gerd-jansen-im-interview-ueber-ordnung-freiheit-und-fuenf-jahrzehnte-kunst/embed/#?secret=lwWyWaYL6F#?secret=VD75MvqKjJ" data-secret="VD75MvqKjJ" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<h4 dir="auto" data-start="14704" data-end="14720">Werkangaben</h4>
<p dir="auto" data-start="14722" data-end="14961">Künstler: Gerd Jansen<br data-start="14747" data-end="14750" />Werk: Mineral m20190630<br data-start="14777" data-end="14780" />Werkgruppe: Der Schwarze Planet – Mineralien<br data-start="14828" data-end="14831" />Jahr: 2019<br data-start="14845" data-end="14848" />Technik: Collage, Zeichnung und Malerei<br data-start="14891" data-end="14894" />Format: 37 × 37 cm<br data-start="14916" data-end="14919" />Endformat mit Passepartout: 50 × 50 cm</p>
<h4 dir="auto" data-start="14963" data-end="14989">Weitere Informationen</h4>
<p dir="auto" data-start="14991" data-end="15123">Weitere Informationen über Gerd Jansen und sein Gesamtwerk finden Sie auf der <a class="decorated-link" href="https://www.gerd-jansen.de/" target="_new" rel="noopener" data-start="15069" data-end="15122">Webseite des Künstlers</a>.</p>
<p dir="auto" data-start="15125" data-end="15255">Die Arbeiten der Werkgruppe „Der Schwarze Planet“ sind außerdem im digitalen Buch <a href="https://archive.org/details/derschwarzeplanet2019/mode/2up?ui=embed" target="_blank" rel="noopener">„Der Schwarze Planet – Teil 3“</a> dokumentiert.</p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
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		<title>Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst</title>
		<link>https://arttrado.de/news/gerd-jansen-im-interview-ueber-ordnung-freiheit-und-fuenf-jahrzehnte-kunst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 11:34:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gerd Jansen]]></category>
		<category><![CDATA[Wandlungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
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		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst Gerd Jansen, geboren 1956 in Goch am Niederrhein, bewegt <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/gerd-jansen-im-interview-ueber-ordnung-freiheit-und-fuenf-jahrzehnte-kunst/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 16px;">Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst</span></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="289" data-end="720">Gerd Jansen, geboren 1956 in Goch am Niederrhein, bewegt sich seit mehr als fünf Jahrzehnten zwischen Zeichnung, Skulptur, Installation und konzeptueller Kunst. Bevor er sich vollständig der Kunst zuwandte, begann er zunächst ein Physikstudium in Göttingen. 1979 wechselte er an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er unter anderem bei Rolf Sackenheim, Tony Cragg und Erwin Heerich studierte. 1985 wurde er Meisterschüler von Heerich.</p>
<p data-start="722" data-end="1183">Naturwissenschaftliches Denken verschwand mit diesem Wechsel allerdings nicht aus seiner Arbeit. Im Gegenteil: Systeme, elementare Formen, Wiederholung, Variation und später insbesondere natürliche Zahlen und Primzahlen wurden zu zentralen Werkzeugen seines künstlerischen Werks. Dabei versteht Jansen die Systematik nicht als Selbstzweck. Ordnung schafft für ihn vielmehr den Ausgangspunkt, von dem aus bildnerische Freiheit überhaupt erst möglich werden kann.</p>
<p data-start="1185" data-end="1681">Stationen wie ein Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen in Paris 1986, ein DAAD-Stipendium in der Schweiz sowie der Kunstpreis des Basler Kunstvereins begleiteten seine Entwicklung. Seit Ende der 1980er-Jahre lebt und arbeitet Jansen im Raum Basel, heute im schweizerischen Nusshof. Im Jahr 2000 gründete er gemeinsam mit seiner Frau, der Pianistin Christine Jansen, das „Institut für bildnerisches Denken“, in dem Kunst, Musik und philosophische Fragestellungen miteinander verbunden wurden.</p>
<p data-start="1683" data-end="2311">Sein über Jahrzehnte entstandenes Hauptwerk gliedert Jansen in verschiedene Werkgruppen, die von frühen Versuchen einer bildnerischen Übersetzung musikalischer Strukturen über Skulpturen und serielle Zeichnungen bis zum digitalen und partizipativen Internetprojekt „countune“ reichen. Seit 2017 entstanden daneben die von ihm als „Nachträge“ bezeichneten Werkgruppen „Der Schwarze Planet“, „Nullpunkt“ und „Wandlungen“. Während das frühere Hauptwerk weitgehend aus einer kunstimmanenten Beschäftigung mit Struktur und Komposition hervorging, treten darin zunehmend gesellschaftliche, ökologische und philosophische Fragen hinzu.</p>
<p data-start="2313" data-end="2783">Sein Gesamtwerk hat Jansen umfangreich dokumentiert. In inzwischen 19 Werk- und Dokumentationsbänden lässt sich eine künstlerische Entwicklung nachvollziehen, die trotz ihrer unterschiedlichen Erscheinungsformen immer wieder um dieselben Grundfragen kreist: Wie viel Ordnung benötigt ein Bild? Wann wird aus einer Regel Freiheit? Welche Rolle spielen Zahlen für unsere Wahrnehmung der Welt? Und was bleibt vom Kunstwerk, wenn am Ende vor allem die Idee entscheidend ist?</p>
<p data-start="2785" data-end="2869" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Über genau diese Fragen spricht Gerd Jansen im ausführlichen Interview mit ARTTRADO.</p>
<h4 class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="1386" data-end="1450">Ordnung und Freiheit: Was vom jungen Künstler geblieben ist</h4>
<p data-start="1452" data-end="1678"><strong data-start="1452" data-end="1465">ARTTRADO:</strong> Wenn Sie heute, nach mehreren Jahrzehnten künstlerischer Arbeit, vor einer neuen Arbeit stehen: Wie viel von dem jungen Künstler, der Ihr Hauptwerk begonnen hat, ist in Ihrer heutigen Arbeitsweise noch vorhanden?</p>
<p data-start="1680" data-end="1923"><strong data-start="1680" data-end="1696">Gerd Jansen:</strong> Alles. An meinem Temperament, systematisch zu arbeiten, hat sich nichts verändert. Die guten Sachen waren immer irgendwie geometrisch bestimmt und dazu angelegt, nicht nur ein Bild, sondern gleich mehrere in der Art zu machen.</p>
<p data-start="1925" data-end="2438">Allerdings hat mich diese Systematik und Geometrie, aus heutiger Sicht betrachtet, bis zur fünften Werkgruppe immer auch eingeengt. Es fehlte der spielerische Atem, alles war sehr kopfig. Um 1986 erkannte ich dann überraschenderweise in der äußersten Reduktion der Systematik den Schlüssel zu einem freieren Umgang mit Regeln, Plänen und Strategien. Diese Reduktion des Systematischen konnte ich zehn Jahre später noch einmal verschärfen, und zwar durch die Verwendung der natürlichen Zahlen als Arbeitsfundament.</p>
<p data-start="2440" data-end="2752">In den sogenannten Nachträgen zu meinem Hauptwerk verbinden sich seit 2017, auf der Grundlage meiner bildnerischen Erfahrungen, in hohem Maße Freiheitsgrade mit genau gegliederter Ordnung. Es scheint auch, dass sich dieser Wunsch nach Ordnung in allem, was ich tue, von Anfang an immer wieder verwirklichen will.</p>
<p data-start="2754" data-end="3014"><strong data-start="2754" data-end="2767">ARTTRADO:</strong> Ihr Werk ist über lange Zeit stark von Systemen, Regeln, Zahlen, Wiederholungen und konzeptuellen Überlegungen geprägt worden. Was hat Sie ursprünglich daran interessiert, Kunst nicht nur als Bild oder Objekt, sondern als ein System zu begreifen?</p>
<p data-start="3016" data-end="3207"><strong data-start="3016" data-end="3032">Gerd Jansen:</strong> Ich begreife die Kunst nicht als System. In der Kunst, der Musik oder auch der Dichtung sollte es meines Erachtens gerade darum gehen, das System, den Verstand zu überwinden.</p>
<p data-start="3209" data-end="3570">Uns Menschen sind dazu aber nun einmal nur die Möglichkeiten der bildnerischen und sprachlichen Mittel und der mehr oder weniger konzeptuelle Einsatz dieser Mittel gegeben. Ein Bild, ein Objekt, ein Musikstück oder eine Dichtung sind lediglich Hilfsmittel, die unser Alltagsbewusstsein an den größeren Zusammenhang, den wir meist ausblenden, heranführen können.</p>
<p data-start="3572" data-end="3963">Darum habe ich auch mit dem Studium der Physik aufgehört, weil ich mich in der Kunst freier und meinem Temperament entsprechend bewegen konnte. Wenn du ein naturwissenschaftliches Studium beginnst, bekommst du Bücher und besuchst Vorlesungen. Wenn du ein Kunststudium beginnst, stehst du vor einem leeren Raum, und nur du bestimmst, was nun in diesem Raum nach welchen Regeln passieren wird.</p>
<figure id="attachment_20205" aria-describedby="caption-attachment-20205" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20205" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-scaled.jpg" alt="Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="2048" height="2046" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-768x767.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-800x799.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-600x599.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20205" class="wp-caption-text">Serielle Linienzeichnung, Nachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger, Graphit, 60 x 60 cm, 1987.</figcaption></figure>
<h4 data-start="4095" data-end="4133">Vom Hauptwerk zu den „Nachträgen“</h4>
<p data-start="4135" data-end="4436"><strong data-start="4135" data-end="4148">ARTTRADO:</strong> Sie unterscheiden selbst zwischen Ihrem „Hauptwerk“ und den seit 2017 entstandenen „Nachträgen“. Ist diese Bezeichnung wörtlich zu verstehen? Sind die Nachträge Ergänzungen zu etwas grundsätzlich Abgeschlossenem oder ist daraus inzwischen längst ein neues Kapitel Ihres Werks entstanden?</p>
<p data-start="4438" data-end="4672"><strong data-start="4438" data-end="4454">Gerd Jansen:</strong> Eigentlich sollte das nahezu gesamtkunstwerklich angelegte Internetprojekt „countune“ der Endpunkt meiner Arbeit sein. Aber das habe ich nicht durchhalten können. Da waren noch zu viele Ideen in mir, die raus wollten.</p>
<p data-start="4674" data-end="5283">Wie gesagt, hat sich an meiner Arbeitsweise nie wirklich etwas geändert. Das gilt für das Hauptwerk und auch für die Nachträge. Natürlich gibt es zwischen beiden Bereichen einen großen Unterschied. Alles, was ich als Hauptwerk zusammenfasse, ist wertfrei in Bezug auf Außerkünstlerisches. Es geht um Geometrien, Strukturen, Strategien, Materialisierungen und so weiter. Es gab nichts Erzählerisches in oder hinter den Arbeiten. Die Arbeiten stehen nur für sich selbst. Jede war wie ein wissenschaftlicher Beweis. Alles war in dem begründet, was zu sehen war, getragen von der jeweiligen Kompositionsstrategie.</p>
<p data-start="5285" data-end="5644">Bei den Nachträgen ist es von der Optik nicht viel anders. Jede Arbeit steht für sich und repräsentiert das gesamte Ordnungssystem der Werkgruppe. Nur ist dieses Ordnungssystem nicht mehr ganz wertfrei: Gesellschaftspolitische und ökologische Gedanken sind die Basis und die treibenden Kräfte, von denen ich ausgehe und auf die hin ich die Werkgruppe anordne.</p>
<p data-start="5646" data-end="6173">Wichtig ist für mich, dass diese gedankliche Grundlage nicht plakativ nach vorne getragen wird, sondern dass es eine Übersetzung in meine bildnerische Sprache ist. Diese Sprache verbindet natürlich beide Bereiche sehr eng. Man könnte die Nachträge, was das gedankliche Gerüst dahinter angeht, aber durchaus als neues Kapitel meiner Arbeit sehen. Die Untertitel „Bilderbuch einer neuen Erde“, „Bilderbuch eines neuen Bewusstseins“ und „Bilderbuch der transzendenten Wirklichkeit“ unterstreichen diesen Unterschied zum Hauptwerk.</p>
<h4 data-start="6175" data-end="6213">„Zu viel Theorie schreckt sie ab“</h4>
<p data-start="6215" data-end="6601"><strong data-start="6215" data-end="6228">ARTTRADO:</strong> Sie haben geschrieben, dass Menschen nicht gerne mit Konzepten überfordert werden und dass Sie seit 2017 versuchen, das Konzeptuelle stärker mit dem Spielerischen und optisch Einladenden zu verbinden. War das ausschließlich eine künstlerische Entwicklung oder auch die Erkenntnis, dass Sie mit Ihrer früheren Arbeit Teile des Publikums möglicherweise nicht erreicht haben?</p>
<p data-start="6603" data-end="6945"><strong data-start="6603" data-end="6619">Gerd Jansen:</strong> Natürlich habe ich in den vielen Jahren einige Publikumsreaktionen erlebt, aber ich würde nicht sagen, dass diese Einfluss auf meine künstlerischen Entscheidungen hatten. Dafür war ich zu sehr wie ein Wissenschaftler, der zielstrebig, auch bei Fehlschlägen, immer wieder etwas versucht, bis er seine Theorie bestätigt findet.</p>
<p data-start="6947" data-end="7282">Es war mir klar, dass ein solcher künstlerischer Weg für ein großes Publikum wahrscheinlich zu langweilig ist: immer diese endlosen Serien mit unzähligen Strichen und Linien, kaum Farbe. Da passiert ja nichts. Aber ich musste diese Erfahrungen machen, wie ein Musiker, der sich durch Etüden stark macht für die eigentlichen Musikwerke.</p>
<figure id="attachment_20206" aria-describedby="caption-attachment-20206" style="width: 1918px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20206" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm.jpg" alt="Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="1918" height="1912" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm.jpg 1918w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-1024x1021.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-768x766.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-1536x1531.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-800x797.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-600x598.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 1918px) 100vw, 1918px" /><figcaption id="caption-attachment-20206" class="wp-caption-text">Linienmeditation, März 1993, Tusche, 80 × 80 cm</figcaption></figure>
<p data-start="7348" data-end="7586">Ab 1997, mit den natürlichen Zahlen als Grundlage, veränderte sich auch die Außenwirkung meiner Arbeit. Die Arbeiten wurden spielerischer, farbiger und handlicher, und ich fand ab dieser Zeit auch mehr Interessierte, die Arbeiten kauften.</p>
<p data-start="7588" data-end="7897">Ein weiterer Grund für die bessere Außenwirkung war natürlich das „Institut für bildnerisches Denken“, das ich im Jahr 2000 gegründet habe. Ausstellungen und Konzerte lockten Publikum an, und es gab viele Gelegenheiten, mit Interessenten und Pressevertretern zu sprechen und ihnen meine Position zu erläutern.</p>
<p data-start="7899" data-end="8082">Eine Galeristin sagte mir einmal: Die Leute wollen schöne Sachen sehen, zu viel Theorie schreckt sie ab. Da ist etwas dran. Es ist aber natürlich gleichzeitig ein gewagter Standpunkt.</p>
<p data-start="8084" data-end="8319"><strong data-start="8084" data-end="8097">ARTTRADO:</strong> Wenn ein komplexes Konzept zugänglicher und visuell attraktiver wird, besteht zugleich die Gefahr, dass der Betrachter nur noch das Bild sieht und das dahinterliegende System übersieht. Beschäftigt Sie dieser Widerspruch?</p>
<p data-start="8321" data-end="8563"><strong data-start="8321" data-end="8337">Gerd Jansen:</strong> Wie bereits erläutert, geht es gerade darum, dass wir es schaffen, in einem Bild oder Objekt das System zu überwinden. Um ein bildnerisches Werk zu konstituieren, brauchen wir natürlich ein Konzept, Werkzeuge und Materialien.</p>
<p data-start="8565" data-end="9052">Ich nehme gerne das Beispiel eines Baums, der auf einer Wiese steht. Wenn wir diesen Baum anschauen, nehmen wir seine Größe wahr, die grünen Blätter, die sich im Wind bewegen, das Rauschen der Baumkrone, den kräftigen, strukturierten Stamm, die Astverzweigungen und wie er sich in die Landschaft einfügt und sich gegen den Himmel abhebt. In diesem Moment denken wir nicht an die unzähligen biologischen Abläufe in seinem Inneren und an deren Gesetzmäßigkeiten. Wir bewundern diesen Baum.</p>
<p data-start="9054" data-end="9243">So ist es auch bei der Bildbetrachtung: Was zählt, ist die Wirkung auf unsere Wahrnehmung. Das schließt aber nicht aus, dass wir unbewusst alles mitwahrnehmen, was dieses Bild konstituiert.</p>
<p data-start="9245" data-end="9562">Bei den interaktiven Bild-Konzepten habe ich beispielsweise auf Grundlage der natürlichen Zahlen eine Struktur vorgegeben, die der Interessent nach Belieben verändern und mit Farben ausstatten kann. Dabei muss er meine unterlegte Struktur nicht verstehen. Er muss nur so lange „spielen“, bis ihm das Ergebnis gefällt.</p>
<p data-start="9564" data-end="9741">Beim Autofahren ist das ähnlich: Die meisten wissen gar nicht, was unter der Motorhaube geschieht. Man muss nur wissen, wie man das Auto bedient und die Verkehrsregeln beachten.</p>
<figure id="attachment_20207" aria-describedby="caption-attachment-20207" style="width: 783px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20207" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98.png" alt="Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002 - Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002" width="783" height="786" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98.png 783w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-300x300.png 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-150x150.png 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-768x771.png 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-600x602.png 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-100x100.png 100w" sizes="(max-width: 783px) 100vw, 783px" /><figcaption id="caption-attachment-20207" class="wp-caption-text">Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002</figcaption></figure>
<h4 data-start="9841" data-end="9887">Einschränkung als künstlerische Strategie</h4>
<p data-start="9889" data-end="10269"><strong data-start="9889" data-end="9902">ARTTRADO:</strong> Das Jahr 2017 scheint für Ihre Entwicklung eine besondere Rolle zu spielen. Sie haben damals unter anderem Ihre große Werkstatt aufgegeben. Inwiefern haben Ihre persönliche Situation und veränderte praktische Möglichkeiten beeinflusst, welche Kunst Sie danach machen konnten und machen wollten? Kann eine Einschränkung selbst zu einem künstlerischen Werkzeug werden?</p>
<p data-start="10271" data-end="10567"><strong data-start="10271" data-end="10287">Gerd Jansen:</strong> Ja, Einschränkung ist immer eine gute Strategie. Leider kommt es oft erst in leidvollen Situationen dazu, aber dann ist die Einschränkung auch sehr echt: finanzielle Engpässe, räumliche Veränderungen, persönliche Schicksalsschläge, Unzufriedenheit mit sich selbst und der Arbeit.</p>
<p data-start="10569" data-end="10761">Ich habe nie die Erfahrung gemacht, dass ich eine einfache Einschränkung ohne Anlass bestimmen konnte, etwa: Heute arbeite ich einmal nur mit einem bestimmten Mittel. Das hat nie funktioniert.</p>
<p data-start="10763" data-end="11269">Die erste wichtige Einschränkung kam bei mir nach den großen Installationen 1981. Ich war kräftemäßig und finanziell am Ende, und es kam noch ein persönliches Schicksal hinzu. Ich habe quasi von vorn angefangen, Giordano Bruno gelesen und dazu Zeichnungen mit einigen Stiften auf A4-Papieren gemacht. Im Laufe der Zeit entstanden auch Objekte, für die ich von meinem damaligen Lehrer Erwin Heerich keine gute Kritik bekam. Das war die Zeit der Gedankenmodelle, eine sehr unsichere Etappe meines Werdegangs.</p>
<p data-start="11271" data-end="11520">Eineinhalb Jahre später suchte ich darum noch einmal einen neuen Ansatz. Diesmal, unter der Obhut von Heerich, etwas kontrollierter. Ich besann mich auf meine physikalische Vergangenheit und baute aus elementaren Bausteinen physikalische Skulpturen.</p>
<p data-start="11522" data-end="11811">So ging es immer weiter, bis ich 1986 in Paris eine so bedeutende Einschränkung erfahren musste, dass ich darin endlich den wirklichen Kern meiner Arbeit finden konnte. Die Übermacht der Stadt, der Museen und die Beschränkung auf ein kleines Zimmer ohne Arbeitsmittel machten dies möglich.</p>
<p data-start="11813" data-end="12199">Weitere Etappen waren die Entscheidung für die natürlichen Zahlen, das Internetprojekt „countune“ und schließlich 2017 die Auflösung unseres großen Hauses mit Werkstatt und Atelier sowie Ausstellungs- und Konzertraum. Die zeitgleiche Erkenntnis, dass die Computerarbeit und das Internet für mich zunehmend problematisch wurden, brachte mich schließlich zu den Werkgruppen der Nachträge.</p>
<h4 data-start="12201" data-end="12255">„Der Schwarze Planet“: Erst sehen, dann verstehen</h4>
<p data-start="12257" data-end="12553"><strong data-start="12257" data-end="12270">ARTTRADO:</strong> Beginnen wir mit „Der Schwarze Planet“: Wenn jemand eine Arbeit aus dieser Werkgruppe zum ersten Mal sieht und keinerlei Vorwissen über Ihr Werk besitzt, was würden Sie sich wünschen, dass dieser Mensch zunächst wahrnimmt, noch bevor er beginnt, nach dem Konzept dahinter zu fragen?</p>
<p data-start="12555" data-end="12803"><strong data-start="12555" data-end="12571">Gerd Jansen:</strong> Grundsätzlich sollte man, wenn man vor einem Kunstwerk steht, die Sinne „einschalten“ und den Verstand zumindest etwas nach hinten schieben. Eine möglichst vorurteilsfreie Wahrnehmung liefert dann genug Input auch für den Verstand.</p>
<p data-start="12805" data-end="13024">Genaues Hinschauen ist wichtig: die Größe des Bildes, die Materialität, die Technik, die Farbigkeit und schließlich das Motiv selbst. Sie alle geben Aufschluss über Intentionen, die zu diesem Bild geführt haben könnten.</p>
<p data-start="13026" data-end="13251">Ich habe bereits von der Betrachtung eines Baumes gesprochen. Hier scheint uns eine neutrale Betrachtung meist mühelos zu gelingen. Bei einem Bild kommen Fragen und Urteil oft schneller, als die reine Wahrnehmung beendet ist.</p>
<p data-start="13253" data-end="13562">Die Werkgruppe „Der Schwarze Planet“ ist in vier Bereiche gegliedert: Mineral, als Kombination von Collage, Zeichnung und Malerei; Seismogramm, als Zeichnung mit Graphit und Tusche; Pflanze, als Skulptur aus Draht und verschiedenen Materialien; und Rätsel, als digitale Kombination von Fotografien der Bilder.</p>
<p data-start="13564" data-end="13837">Der Betrachter nimmt in jeder dieser Arbeiten eine mehr oder weniger komplexe Struktur wahr. Mein Wunsch wäre, dass er allein durch die Betrachtung stärker in eine solche Struktur hineingezogen wird und ein Gefühl der Übereinstimmung mit seiner eigenen Gestimmtheit findet.</p>
<p data-start="13839" data-end="14045">Dass das Werk dann noch zu einer großen Gruppe von Arbeiten gehört, die durch eine gedankliche Klammer zusammengehalten wird, könnte seine Ausstrahlung weiter verstärken. Aber das ist schon wieder Verstand.</p>
<h4 data-start="14047" data-end="14102">„Nullpunkt“: Stillstand und potenzieller Neuanfang</h4>
<p data-start="14104" data-end="14317"><strong data-start="14104" data-end="14117">ARTTRADO:</strong> „Nullpunkt“ ist ein ungewöhnlich offener Titel. Was bedeutet der Nullpunkt für Sie persönlich und künstlerisch: Ende, Anfang, Reduktion, Stillstand oder die Möglichkeit, wieder von vorne zu beginnen?</p>
<p data-start="14319" data-end="14556"><strong data-start="14319" data-end="14335">Gerd Jansen:</strong> Wir haben darüber bereits beim Thema Einschränkung gesprochen. In der Werkgruppe „Nullpunkt“ habe ich gewissermaßen versucht, diese bildnerische Thematik in den Bereichen Gesetz, Aura, Kondensat und Resonanz zu erfassen.</p>
<p data-start="14558" data-end="14727">Dabei habe ich als elementare Struktur, als Nullpunkt, nur das Quadrat gewählt. Alle Arbeiten nehmen davon ihren Ausgang beziehungsweise lassen sich darauf zurückführen.</p>
<p data-start="14832" data-end="15155">Im Nachwort des zugehörigen Dokumentationsbuches beschreibe ich Einschränkungssituationen aus meinem eigenen Leben, aus der Existenz einer Gesellschaft und auch aus der Physik, etwa den absoluten Temperatur-Nullpunkt. In allen Fällen gilt es, den Nullpunkt zu überwinden und aus der Erstarrung wieder in Bewegung zu kommen.</p>
<p data-start="15157" data-end="15431">Aus meiner Erfahrung heraus tendiere ich dazu, dass man an einen solchen Nullpunkt nicht zurückgehen sollte. Dieser Nullpunkt sollte vielmehr wagemutig übersprungen werden, hinein in einen ungewissen Bereich, der den großen Vorteil hat, unbelastet von alten Mustern zu sein.</p>
<p data-start="15433" data-end="15556">Im Nullpunkt treffen sich alle Gegensätze: ein Ende und der potenzielle Neuanfang, Stillstand und potenziell neue Bewegung.</p>
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<figure id="attachment_20220" aria-describedby="caption-attachment-20220" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20220" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-scaled.jpg" alt="Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst - Titelbild: Gerd Jansen mit Dmitry Garanin. Seit 2005 Professor im Fachbereich Physik des Lehman College der City University, New York. Seine Frau ist die bekannte Pianistin Elena Kuschnerova, mit der Gerd Jansen bereits drei Klavierabende veranstaltete." width="2048" height="2048" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-768x768.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-800x800.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-600x600.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20220" class="wp-caption-text">Aus der Werkgruppe &#8222;Nullpunkt&#8220; (Resonanz ag20221108) fotographische Kombination von Malerei und Zeichnung, 50cm*50cm, 2022.</p>
<p></figcaption></figure>
<h4 data-start="15623" data-end="15920"><span style="font-size: 16px;">„Wandlungen“ und die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst</span></h4>
<p data-start="15623" data-end="15920"><strong data-start="15623" data-end="15636">ARTTRADO:</strong> Bei „Wandlungen“ scheint bereits der Titel etwas zu beschreiben, das sich durch Ihr gesamtes Werk ziehen könnte. Was wandelt sich in diesen Arbeiten eigentlich am stärksten: die Form, das zugrunde liegende System, Ihre Arbeitsweise oder vielleicht auch Ihre eigene Haltung zur Kunst?</p>
<p data-start="15922" data-end="16102"><strong data-start="15922" data-end="15938">Gerd Jansen:</strong> Es verändern sich die Erscheinungsweisen der zugrunde liegenden künstlerischen Strategien. Das Temperament und die dadurch bestimmten Arbeitsweisen bleiben gleich.</p>
<p data-start="16104" data-end="16263">Auch in der Werkgruppe „Wandlungen“ habe ich die einzelnen Bereiche wieder in vier Ausdrucksweisen gegliedert: Schöpfung, Entfaltung, Auflösung und Augenblick.</p>
<p data-start="16265" data-end="16616">Weil ich diese Wandlungsprozesse in der eigenen Arbeit immer wieder selbst erlebt habe, sind sie vielleicht deshalb in dieser Werkgruppe zum Thema geworden, ähnlich wie bei „Nullpunkt“. Da ist in der eigenen Arbeit der Prozess der Schöpfung, der Ideenfindung, oft über die Intuition, dann der Prozess der Entfaltung und schließlich auch der Auflösung.</p>
<figure id="attachment_20209" aria-describedby="caption-attachment-20209" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20209" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-scaled.jpg" alt="Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002 - Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="2048" height="2048" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-768x768.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-800x800.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-600x600.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20209" class="wp-caption-text">Zeichnungsbeispiel aus Wandlungen: Schöpfung ws45, Collage und Tusche, 37 x 37 cm, 2024.</figcaption></figure>
<p data-start="16722" data-end="17043">Besonders interessant fand ich es in diesem Zusammenhang, mehr über den Augenblick nachzudenken. Sich des Augenblicks bewusst oder seiner gar habhaft zu werden, ist eine ganz starke Kraft, die uns im Schaffensprozess und später bei der Bildbetrachtung aus der alltäglichen, materiellen Empfindungssphäre herausheben kann.</p>
<p data-start="17045" data-end="17255">Im künstlerischen, musikalischen oder dichterischen Bereich ist so etwas vielleicht leichter möglich als in anderen Bereichen. Insofern erachte ich diese Bereiche als besonders lebensnotwendig für die Menschen.</p>
<p data-start="17257" data-end="17372">Da ist meine Haltung kompromisslos: Ohne Kunst, Musik und Dichtung werden wir keine lebenswerte Gesellschaft haben.</p>
<p data-start="17374" data-end="17625"><strong data-start="17374" data-end="17387">ARTTRADO:</strong> Sie sagen, ohne Kunst, Musik und Dichtung werde es keine lebenswerte Gesellschaft geben. Was genau können diese Bereiche Ihrer Ansicht nach leisten, was andere gesellschaftliche Institutionen oder Formen des Denkens nicht leisten können?</p>
<p data-start="17627" data-end="17885"><strong data-start="17627" data-end="17643">Gerd Jansen:</strong> Eine ganz wichtige Aufgabe der Menschen liegt meiner Ansicht nach in der Ausbildung unseres geistigen Vermögens. Damit meine ich nicht Intelligenz oder praktische Geschicklichkeit, welche allerdings wichtig sind für unser Bestehen im Alltag.</p>
<p data-start="17887" data-end="18183">Je stärker unser geistiges Bewusstsein ist, umso achtsamer werden wir als Menschen miteinander, mit den Tieren und mit unserem Planeten umgehen, weil wir in allem unseren geistigen Ursprung erkennen. Die Fähigkeit zu geistigem Bewusstsein ist uns mitgegeben, aber wir müssen immer daran arbeiten.</p>
<p data-start="18185" data-end="18581">Das geht im Prinzip in allen Bereichen, aber natürlich am besten dort, wo die materiellen Erfordernisse des Alltags weniger stark sind. In Kunst, Musik, Dichtung geht es ja darum, Gedankliches in ein Medium zu bringen, als Anstoß für eigenes Weiterdenken oder als Grundlage für ein Gespräch mit anderen Menschen. Hier haben wir dann eine kommunikative Dimension, die auf Erkenntniszugewinn zielt.</p>
<p data-start="18583" data-end="19010">Man könnte auch sagen, dass vor allem diese künstlerischen Disziplinen den Zugang zu Geistigem erleichtern, weil sie selbst aus dem Geistigen entstanden sind. Beispielsweise sind natürlich auch soziale Bestrebungen begrüßenswert. In einer sozialen Gesellschaft gibt es aber nicht unbedingt Kunst und Musik. Umgekehrt kann eine Gesellschaft, die durch Kunst und Musik eine geistige Bildung erfährt, nicht anders als sozial sein.</p>
<h4 data-start="19012" data-end="19060">Wo Hauptwerk und Nachträge auseinandergehen</h4>
<p data-start="19062" data-end="19243"><strong data-start="19062" data-end="19075">ARTTRADO:</strong> Wenn Sie heute Arbeiten aus Ihrem Hauptwerk neben Arbeiten der Nachträge legen: Wo erkennen Sie selbst die stärkste Verbindung und wo sehen Sie einen wirklichen Bruch?</p>
<p data-start="19245" data-end="19440"><strong data-start="19245" data-end="19261">Gerd Jansen:</strong> Auch optisch sehe ich eigentlich nur Verbindungen, selbst wenn die Optik große Unterschiede aufweist. Erst wenn man sich über die Dinge unterhält, kann man Zuordnungen vornehmen.</p>
<p data-start="19442" data-end="19667">Wenn wir überhaupt einen Bruch in Erwägung ziehen, dann liegt er im Unterschied zwischen der wertfreien Arbeitsphase bis 2017 und der sich daran anschließenden Arbeitsphase, die mit außerkünstlerischen Gedanken unterlegt ist.</p>
<h4 data-start="19669" data-end="19717">Wenn die Idee wichtiger wird als das Objekt</h4>
<p data-start="19719" data-end="20128"><strong data-start="19719" data-end="19732">ARTTRADO:</strong> Ein erheblicher Teil Ihres plastischen Hauptwerks befindet sich heute nicht mehr bei Ihnen selbst, sondern wurde verkauft, Institutionen überlassen oder befindet sich beispielsweise im Centre d’Art Contemporain Frank Popper in Frankreich. Wie verändert sich das eigene Verhältnis zu einem jahrzehntelangen Werk, wenn man als Künstler selbst physisch nur noch auf einen Teil davon zugreifen kann?</p>
<p data-start="20130" data-end="20533"><strong data-start="20130" data-end="20146">Gerd Jansen:</strong> Eigentlich lassen sich alle meine Skulpturen wiederholen. Ich hatte einmal den Fall, dass ein Werk aus der vierten Werkgruppe „Das Weltall als Idee“ plötzlich im Museum „verschwunden“ war. Obwohl es keine serielle Skulptur war, habe ich mir die große Mühe gemacht, diese Skulptur noch einmal herzustellen, damit das Museum Schloss Moyland die vollständige Arbeitsgruppe bekommen konnte.</p>
<p data-start="20535" data-end="20775">Bei den seriellen Skulpturen ist das ohnehin kein Problem. Solche Skulpturen, die keine persönliche, einmalige Handschrift besitzen, könnte ich als Auftrag auch an eine Werkstatt geben oder sie im Kleinen als Modell noch einmal wiederholen.</p>
<p data-start="20777" data-end="21024">Für eine Arbeit ist die Idee das Wichtigste, ob sie nun ausgeführt wird oder nicht. Natürlich ist es schön, wenn die Dinge materiell vor einem stehen, beispielsweise bei einigen Großskulpturen. Aber die Möglichkeiten dafür waren nicht oft gegeben.</p>
<p data-start="21026" data-end="21187">Allein die technische Seite verändert sich von einem Modell zur Großskulptur erheblich, und im öffentlichen Raum sieht man häufig auch unschöne „Vergrößerungen“.</p>
<p data-start="21189" data-end="21329">Ich vermisse meine Arbeiten nicht, denn die Ideen bleiben mir erhalten, und dazu die Gewissheit, sie jederzeit noch einmal machen zu können.</p>
<p data-start="21331" data-end="21566"><strong data-start="21331" data-end="21344">ARTTRADO:</strong> Wenn die Idee wichtiger ist als ihre materielle Ausführung: Wann wird aus einer Idee für Sie ein Kunstwerk? Braucht es überhaupt noch die konkrete Arbeit oder kann bereits die gedachte Möglichkeit eines Werkes Kunst sein?</p>
<p data-start="21568" data-end="21873"><strong data-start="21568" data-end="21584">Gerd Jansen:</strong> Zu meiner Arbeit im „Institut für bildnerisches Denken“ habe ich einmal geschrieben, dass Wahrnehmen, Denken und Handeln eine Einheit bilden. Praktische künstlerische Betätigung ist nicht ohne theoretische Auseinandersetzung möglich, und umgekehrt muss die Idee praktisch getestet werden.</p>
<p data-start="21875" data-end="22306">Die Idee ist aber nicht einfach nur ein Hirngespinst, sondern sie hat eine eigene, wirkliche Daseinsform. Der amerikanische Konzeptkünstler Sol LeWitt sagte einmal, die Idee selbst, auch wenn nicht in sichtbare Form gebracht, sei ebenso Kunstwerk wie ein abgeschlossenes Produkt. Und Joseph Beuys würde hier sicher ergänzen, dass ein solches Produkt, das dann in die Sinnlichkeit tritt, dazu dienen kann, die Idee zu kontrollieren.</p>
<p data-start="22308" data-end="22481">Für Beuys war das Denken eine übersinnliche Daseinsform. Also kann man sagen, dass Ideen nicht nur gedachte Möglichkeiten sind, sondern dass sie ein wirkliches Dasein haben.</p>
<p data-start="22483" data-end="22843">Dass wir dennoch eine Idee als konkretes, materielles Kunstwerk vor uns haben möchten, hängt damit zusammen, dass Geistiges und Materielles in uns eine Einheit bilden und dass das, was wir als lebendige Wesen nach außen tragen, wiederum geistig-materiell sein muss. Das muss kein Bild oder keine Skulptur sein, das kann zum Beispiel auch eine Performance sein.</p>
<p data-start="22845" data-end="23187">Schelling sagt, dass das „Ziel unserer Sehnsüchte das vollkommen Leibliche als Abglanz des vollkommen Geistigen“ sei. Die konzeptuelle Kunst ist nun einmal so angelegt, dass eine Ausführung nicht unbedingt erfolgen muss. Allerdings kann man einen Plan, eine schriftliche Anweisung oder eine Partitur auch schon als eine Art Ausführung betrachten.</p>
<h4 data-start="23189" data-end="23241">countune: Wenn der Betrachter zum Mitautor wird</h4>
<p data-start="23243" data-end="23530"><strong data-start="23243" data-end="23256">ARTTRADO:</strong> Mit Projekten wie countune gehen Sie noch einen anderen Weg: Der Betrachter kann selbst Bilder erzeugen, herunterladen und weiterverwenden. Wann ist ein solches Bild für Sie noch ein Werk von Gerd Jansen, wenn ein anderer Mensch seine konkrete Erscheinungsform mitbestimmt?</p>
<p data-start="23532" data-end="23820"><strong data-start="23532" data-end="23548">Gerd Jansen:</strong> Die Idee ist für mich entscheidend. Große Teile meines Hauptwerks bestehen aus Arbeiten, die wir auch Arbeitsanweisungen nennen könnten. Jeder, der möchte, kann nach meinen Vorgaben Bilder herstellen. Es ist dann quasi ein Gemeinschaftswerk von mir und dem Interessenten.</p>
<p data-start="23822" data-end="24079">Ich habe auch Installationssets angeboten, mit denen der Käufer nach meinem Herstellungsplan sein eigenes Wandbild installieren konnte. Mit countune und den Bild-Konzepten habe ich das ins Internet übertragen. Jeder kann dort kostenfrei Bilder ausprobieren.</p>
<p data-start="24081" data-end="24418">Ich betrachte solche Bilder als wirkliche Gemeinschaftsarbeiten. Es ist gut möglich, dass diese soziale Komponente, die aus meiner Beschäftigung mit seriellen Arbeitsweisen hervorging, auch eine Vorstufe für die gedankliche Auseinandersetzung mit meiner eigenen Position innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens war, Stichwort Nachträge.</p>
<p data-start="24420" data-end="24692"><strong data-start="24420" data-end="24433">ARTTRADO:</strong> Rund um countune haben Sie zeitweise auch über Parfüm, Mode, Möbel oder Postkarten nachgedacht. Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen Kunstwerk, Edition, Produkt und angewandter Gestaltung? Oder ist diese Grenze für Ihre Arbeit gar nicht besonders wichtig?</p>
<p data-start="24694" data-end="24857"><strong data-start="24694" data-end="24710">Gerd Jansen:</strong> Wenn man ein Produkt designt, ist man nicht ganz frei von gewissen Vorgaben. In der reinen Kunst ist der Mensch frei von einer solchen Begrenzung.</p>
<p data-start="24859" data-end="25231">Beim countune-Parfüm war das beispielsweise so: Da sind die Bilder, die entstehen und zu einem Bildband zusammengefügt werden. Dann gibt es Fotos von Freunden als wechselnde Hintergrundbilder, Musik, die zugeschaltet werden kann, und da dachten wir, es wäre schön, countune auch riechen zu können. Meine Tochter hat daraufhin ein Parfüm mit countune-Verpackung entwickelt.</p>
<p data-start="25233" data-end="25501">Einige Leute meinten dann, es wäre auch schön, die selbst erstellten Bilder als Postkarten versenden zu können. Eine Industriefassade gestaltete ich nach dem countune-Prinzip. Einmal kam ein Interessent, der in seiner Firma Seifen mit countune-Bildern gestaltet hatte.</p>
<p data-start="25503" data-end="25813">In diesen Zusammenhängen weitet sich die Bildidee in Produkte hinein. Speziell die countune-Idee als „International Social Art Project“ weicht ja von vornherein vom Verständnis „reiner“ Kunst ab, weil es zumindest im Materiellen keine persönliche Handschrift gibt, auf die Kunstsammler meist großen Wert legen.</p>
<p data-start="25815" data-end="25971">Eine Grenze zwischen Produktkunst und reinem Kunstwerk sehe ich aber sehr wohl in der grundsätzlich unterschiedlichen Absicht, aus der die Sachen entstehen.</p>
<h4 data-start="25973" data-end="26020">„Kunstbetrieb ist ein fürchterliches Wort“</h4>
<p data-start="26022" data-end="26395"><strong data-start="26022" data-end="26035">ARTTRADO:</strong> Sie haben bedeutende Stipendien erhalten und bereits 1989 als damals noch weitgehend unbekannter Künstler den Kunstpreis des Basler Kunstvereins gewonnen. Heute stehen Sie Kunstpreisen und Bewerbungen eher neutral bis ablehnend gegenüber. Hat sich Ihr Verhältnis zum Kunstbetrieb verändert oder schlicht Ihre Vorstellung davon, was Sie von ihm noch benötigen?</p>
<p data-start="26397" data-end="26759"><strong data-start="26397" data-end="26413">Gerd Jansen:</strong> Kunstbetrieb, auch Kunstmarkt, ist ein fürchterliches Wort. Aber es beschreibt wahrscheinlich ziemlich genau den Rahmen, in dem man gegenwärtig Kunstwerke sieht: als Ware, als Spekulationsobjekte, immer gemessen an dem Geldbetrag und dem Renommee, die mit einem Werk verbunden sind und die man durch Verkaufsmechanismen zu manipulieren versucht.</p>
<p data-start="26761" data-end="26979">Das hat in vielen Fällen nichts mit der wahren Bedeutung eines Werks zu tun. Ich kenne großartige Künstler, die komplett vom Kunstbetrieb ignoriert werden und, wie man so schön sagt, nicht von ihrer Kunst leben können.</p>
<p data-start="26981" data-end="27220">Leider sind gerade die Wächter über den Kunstbetrieb, Galeristen, Museumsleute, Kunsthistoriker und Sammler, gegenüber unpopulären Ansätzen oft verschlossen. Das ist verständlich, weil sie in diesem Betrieb finanziell zurechtkommen müssen.</p>
<blockquote>
<p data-start="27222" data-end="27446">Tatsache ist nun einmal: Künstler zu sein ist eine Berufung, finanziell erfolgreich oder nicht. Erwin Heerich sagte einmal zu mir: Entweder ist man Künstler oder nicht. Da kann man nicht wählen. Bei Musikern ist das genauso.</p>
</blockquote>
<p data-start="27448" data-end="27784">Wichtig ist, dass man sich vom Kunstbetrieb nicht sagen lässt, was man machen soll. Das funktioniert nicht. In jedem Fall muss man den eigenen Weg gehen. Wenn dann einmal ein Stipendium oder ein Kunstpreis auf diesem Weg liegt, dann gut, dann nimmt man das mit. Man sollte aber nicht beginnen, nach Stipendien und Kunstpreisen zu jagen.</p>
<p data-start="27786" data-end="27933">Solche Subventionen können eine Arbeit sogar empfindlich stören, weil sie einen manchmal auf einem Weg halten, den man eigentlich verlassen sollte.</p>
<p data-start="27935" data-end="28135">Ich selbst kann gut ohne diesen Kunstbetrieb auskommen. Was ich mir allerdings wünsche, sind mehr Menschen, die Lust haben, eine Arbeit von mir in ihr Umfeld aufzunehmen, als Kauf oder auch geschenkt.</p>
<h4 data-start="28137" data-end="28184">„Das sind vom Umfang her museale Arbeiten“</h4>
<p data-start="28186" data-end="28542"><strong data-start="28186" data-end="28199">ARTTRADO:</strong> Sie haben über Jahrzehnte gearbeitet, ausgestellt, verkauft, publiziert und Werke an Institutionen gegeben. Trotzdem gibt es, wie Sie schreiben, wichtige Arbeiten und Ideen des Hauptwerks, die bislang nie gezeigt wurden. Gibt es etwas in Ihrem Werk, bei dem Sie heute sagen würden: Das wurde bisher noch nicht richtig gesehen oder verstanden?</p>
<p data-start="28544" data-end="28730"><strong data-start="28544" data-end="28560">Gerd Jansen:</strong> Ja, sicher. So viele Ausstellungen waren mir nicht möglich. Auch wenn vielleicht aus jeder Schaffensphase bisher etwas gezeigt wurde, ist das nur ein kleiner Ausschnitt.</p>
<p data-start="28732" data-end="28969">Mehr Ausstellungen hätten die Ideen deutlicher machen können, vor allem den Umfang der Untersuchungen und die Zusammenhänge von seriellem und linearem Arbeiten, die dann folgerichtig zu der Erkenntnis „Linie gleich Zahlenstrahl“ führten.</p>
<p data-start="28971" data-end="29155">Und dann natürlich auch die Frage, ob Zahlen möglicherweise konstituierend für unsere Welt sind und die Primzahlen die wirklichen Atome, die alle übergeordneten Strukturen ermöglichen.</p>
<p data-start="29157" data-end="29385">Ich denke besonders an die großen Tisch- und Zeichnungsserien aus den Jahren zwischen 1993 und 1997. Das sind vom Umfang her museale Arbeiten. Einen starken Kontrast dazu könnten die minimalistischen Schnurinstallationen bilden.</p>
<p data-start="29387" data-end="29611">Ich habe damals ganz bewusst in großen, nahezu, schnellen, sinfonischen Dimensionen gearbeitet. Damit habe ich mir gleichzeitig gegenüber dem Kunstbetrieb, über den wir gerade gesprochen haben, selbst eine ziemliche Hürde aufgebaut.</p>
<p data-start="29613" data-end="29708">Und schließlich sind die Nachträge bisher erst dreimal in kleinen Ausstellungen gezeigt worden.</p>
<p data-start="29710" data-end="29927">Glücklicherweise habe ich mein gesamtes Werk in 19 Bänden dokumentiert, sodass jederzeit eine Beschäftigung mit den Arbeiten möglich ist. Diese Bücher können über meine Website auch vollständig online studiert werden.</p>
<h4 data-start="29929" data-end="29988">Was kommt nach fünf Jahrzehnten künstlerischer Arbeit?</h4>
<p data-start="29990" data-end="30226"><strong data-start="29990" data-end="30003">ARTTRADO:</strong> Sie haben beschrieben, wie Einschränkungen, Veränderungen und neue Ausgangspunkte Ihr Werk immer wieder in eine andere Richtung geführt haben. Was könnte heute noch einen solchen neuen Ausgangspunkt für Ihre Arbeit bilden?</p>
<p data-start="30228" data-end="30477"><strong data-start="30228" data-end="30244">Gerd Jansen:</strong> Ausgangspunkt kann der Abschluss einer Werkgruppe sein. So war das vor allem in den letzten Jahren. Schon in der Endphase eines solchen Themenbereichs nimmt die Intensität ab, und es kommen erste Visionen, wie es weitergehen könnte.</p>
<p data-start="30479" data-end="30712">Das hängt damit zusammen, dass die neuen bildnerischen Erfahrungen in der aktuellen Arbeit weitergehende Möglichkeiten eröffnen. Aber ganz so nahtlos geht das meistens nicht. Es gilt, vom Abgeschlossenen zeitlichen Abstand zu nehmen.</p>
<p data-start="30714" data-end="30948">Das geschieht fast zwangsweise, weil viele Aufgaben, Hausarbeiten und Verpflichtungen nachzuholen und zu erledigen sind. Oft verschwinden dann die Ideen, die gerade noch, etwas diffus zwar, aber so verlockend in den Gedanken kreisten.</p>
<p data-start="30950" data-end="31371">Der Antrieb, künstlerisch tätig zu sein, kehrt dann aber regelmäßig nach zwei bis drei Monaten wieder zurück und mit ihm auch die Vorstellungen von neuen bildnerischen Lösungen. Wieder zu beginnen ist dann oft schwer, und es braucht schon ein paar Tage und viele Versuche, bis ich wieder ganz in die Arbeit eintauchen kann. Dann läuft allerdings die „Produktion“ sehr locker, und die Arbeiten entstehen in guter Stimmung.</p>
<p data-start="31373" data-end="31605">Ich denke, es ist vor allem der künstlerische Impuls, der wie eine Schwingung zu- und abnimmt und der mir nun einmal so auf meinem irdischen Weg mitgegeben wurde. Diese innere Kraft braucht eben manchmal Abstand und Erholungsphasen.</p>
<p data-start="31607" data-end="31726">Einschränkungen, Veränderungen oder der Abschluss einer Werkgruppe vermögen diesen Schaffensimpuls neu zu organisieren.</p>
<h4 data-start="31607" data-end="31726">Weitere Informationen</h4>
<p><a href="http://www.gerd-jansen.de/" target="_blank" rel="noopener">Zur Webseite des Künstlers!</a></p>
<p>Bei Interesse an Arbeiten von Gerd Jansen nutzen Sie gerne <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener">unseren Kontakt!</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie auch bei uns im Shop!</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
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			</item>
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		<title>Werk der Woche #106: Scars inside &#8211; Zeichnung von V.F &#8211; Kunst aus der Schweiz</title>
		<link>https://arttrado.de/news/werk-der-woche-106-scars-inside-zeichnung-von-v-f-kunst-aus-der-schweiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Feb 2024 12:47:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Kurioses aus der Kunstwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Werk der Woche 106]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Werk der Woche #106: Scars inside &#8211; Zeichnung von V.F &#8211; Kunst aus der Schweiz Das Kunstwerk SCARS INSIDE von <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/werk-der-woche-106-scars-inside-zeichnung-von-v-f-kunst-aus-der-schweiz/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Werk der Woche #106: Scars inside &#8211; Zeichnung von V.F &#8211; Kunst aus der Schweiz</h4>
<p>Das Kunstwerk SCARS INSIDE von V.F aus der Schweiz misst 21cm * 30cm auf Papier und wurde bereits gerahmt. Die Zeichnungen der Schweizer Künstlerin V.F sind teilweise als Biografie zu verstehen, auf dem Papier teilt die Künstlerin tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt &#8211; jenseits der Kunstwerke möchte sie aber anonym bleiben. Nicht nur als Werbegag oder Marketingmasche &#8211; sondern, weil sie die Reaktionen auf ihre Kunstwerke sehen möchte, nicht auf ihre Persönlichkeit.</p>
<p>Ein Interview mit der Künstlerin finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/interview-mit-der-schweizer-kuenstlerin-v-f-anonyme-zeichnungen/">Schweizer Künstlerin V.F &#8211; Anonyme Zeichnungen</a></p>
<blockquote><p>Der Blick ist verschlossen, im Inneren spielen die Gefühle ein Chaos. Die Böse Gedanken überschlagen sich und zerfressen sie. &#8211; V.F über Scars Inside</p></blockquote>
<h4>Werk der Woche #106 SCARS INSIDE</h4>
<p>Das genaue Entstehungsdatum von SCARS INSIDE ist nicht bekannt. Muss aber zwischen 2022 und 2023 entstanden sein. SCARS INSIDE kann als Altersdiptychon verstanden werden. Es ist eine Kunstform, bei der ein Bild aus zwei Teilen besteht und das gleiche Porträt einer Person in verschiedenen Lebensphasen oder Altersstufen auf beiden Seiten zeigt. Es ermöglicht dem Betrachter, einen visuellen Vergleich der Veränderung im Laufe der Zeit zu ziehen.</p>
<p>So lässt sich die Zeichnung des Mädchens links mit lebend und rechts mit Tot gleichsetzen. Aufgrund des Titels wäre allerdings auch eine Interpretation möglich, dass links das Mädchen zu sehen ist, wie es nach außen wirkt und rechts, wie es sich innerlich fühlt &#8211; was für den Betrachter aber sonst unsichtbar &#8211; im Verborgenem bleibt.</p>
<p>An der Stelle, wo bei dem Mädchen links schöne lange Haare angedeutet sind, findet sich rechts eine Schlange, die über den knochigen Schädel zu gleiten scheint. Schlangen sind in der Kunst eine häufige Symbolik &#8211; die auch als kulturelle oder mythologische Aspekte ausgelegt werden können. Beispielsweise in Erinnerung, an Medusa, der ebenfalls Schlangenhaare nachgesagt werden.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Ausgewählte Kunstwerke von V.F finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie auch in Kürze bei uns im Shop!</a></p>
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<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
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		<title>Interview mit der Schweizer Künstlerin V.F &#8211; Anonyme Zeichnungen</title>
		<link>https://arttrado.de/news/interview-mit-der-schweizer-kuenstlerin-v-f-anonyme-zeichnungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Dec 2023 12:58:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Aufgeschnappt aus der Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Pashmin Art Gallery]]></category>
		<category><![CDATA[V.F]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[schwarz weiß]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit der Schweizer Künstlerin V.F &#8211; Anonyme Zeichnungen V.F ist in der Blüte Ihres Lebens, die Künstlerin zeichnet bereits <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/interview-mit-der-schweizer-kuenstlerin-v-f-anonyme-zeichnungen/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Interview mit der Schweizer Künstlerin V.F &#8211; Anonyme Zeichnungen</h4>
<p>V.F ist in der Blüte Ihres Lebens, die Künstlerin zeichnet bereits seit über 12 Jahren &#8211; trotzdem wissen privat die wenigsten davon. Es würde die Reaktionen auf Ihre Kunstwerke verfälschen, wenn sie Feedback von Freunden oder Bekannten bekommt, die Ihre Arbeiten aufgrund Ihrer Person loben oder kritisieren. V.F möchte auch nicht, das Kritiker sagen können, das Ihre Kunstwerke gehandelt werden, weil Sie Person XY ist. Ihre Zeichnungen sind zutiefst persönlich und können auch biografisch verstanden werden &#8211; aber Ihre Kunst steht im Vordergrund, nicht die Person. Zuletzt war V.F im Sommer 2023 über die Pashmin Art Gallery Hamburg präsent.</p>
<p>Die Pashmin Art Gallery schrieb über V.F: &#8222;&#8230; <em>dringt mit ihren psychologischen Schwarz-Weiß-Kunstwerken tief in die menschliche Psyche ein. Mit akribischer Liebe zum Detail deckt Fernandes die Feinheiten menschlicher Emotionen auf und hinterlässt beim Betrachter eine tiefgreifende Reflexion über die Komplexität des menschlichen Daseins.&#8220;</em></p>
<p>V.F lebt in den Schweizer Bergen, treibt sehr gerne Sport und liebt es mit ihrem Hund und ihrer Katze Zeit zu verbringen. Sie liest und hört gerne Musik. Doch die meiste Zeit beschäftigt sie sich mit ihren Zeichnungen. Eine ganz normale Frau von nebenan, deren tiefgründigen Zeichnungen im mittleren dreistelligen Bereich gehandelt werden &#8211; größere Arbeiten beginnen im 4-stelligen Bereich.</p>
<p>Im Interview wollen wir mehr über die Künstlerin und über ihre Arbeitsweise und Kunstwerke erfahren.</p>
<h4>Zwischen Anonymität und &#8222;Seelenstriptease&#8220; in den Zeichnungen &#8211; V.F im Interview</h4>
<p><strong>Wo bist du grade, wie geht es dir und wodran arbeitest du aktuell? </strong></p>
<p><em>Grade bin ich in der Schweiz, aber meistens gehe ich für 3-4 Monaten ins Ausland. Ich reise sehr gerne und lerne neue Kulturen kennen. Sonst bin ich zu Hause und mache viel Sport oder gehe gerne mit meinem Hund spazieren. Überall wo ich gehe, nehme ich meinem Bleistift und leere Blätter mit. Ich zeichne jeden Tag, oft mehrere Stunden. Zeichnen ist wie meine persönliche Therapie, welche mich beruhigt, und wo ich meinem Herz leeren kann.</em></p>
<p><strong>Wie hast du überhaupt zur Kunst gefunden? </strong></p>
<p><em>Ich zeichne seit ich 13 Jahre alt bin. In einen von vielen schwierigen Lebensabschnitt habe ich das Zeichnen für mich entdeckt. Zeichnen war und ist für mich die beste Art mich auszudrücken. Ich muss nicht sprechen oder was erklären. Auf einem Blatt Papier mit einem Bleistift kann ich meine Gefühle freien Lauf lassen und verschiedene Gedanke verarbeiten. Zeichnen ist für mich mehr als ein Hobby,<br />
es ist ein Hauptbestandteil meines Lebens.</em></p>
<p><strong>Gab es einen bestimmten Moment für den Entscheid deine Werke mit der Öffentlichkeit zu teilen?</strong></p>
<p><em>Das war ein Schritt welche ich mir lange nicht zugetraut habe. Einerseits weil meine Zeichnung sehr persönlich sind und meine Erfahrungen und Emotionen zum Teil 1:1 beschreiben und anderseits, weil Zeichnen für mich etwas Privates war. Etwas was ich in aller Ruhe in meinem Zimmer gemacht habe und mit niemandem Teilte. Es war lang mein Geheimnis.</em></p>
<p><em>Den Entscheid meine Kunst mit der Öffentlichkeit zu teilen war nicht einfach… Meine Familie hat mich dazu motiviert und gezeigt, dass ich Talent habe und, dass es schade wäre, wenn ich meine Zeichnungen nur für mich behalte. So habe ich mir den Schritt zugetraut und probiere jetzt Fuß zu fassen und mit meiner Kunst Menschen zu erreichen und Ihnen die Schönheit die sich hinter aller Art von Gefühle verbirgt zu zeigen.</em></p>
<p><strong>Wie kann man sich den Entstehungsprozess von deinen Werken vorstellen? </strong></p>
<p><em>Es ist in meinem Augen einer sehr natürlichen Prozedere… Da das Zeichnen so eine Art Verarbeitungskanal für meine Gefühle ist. Ich spüre, dass ich was zeichnen will &#8211; und muss &#8211; um mich gerade besser zu fühlen. Die Ideen kommen&#8230; sprudeln schon bevor ich den Zeichnungsblock rausnehme. Und dann lasse ich meinen Gefühlen und der Hand freien Lauf.</em></p>
<p><em>Meine Zeichnung reflektieren zu 100% persönliche Erfahrungen. Meine Zeichnung sind immer ein Spiegel, meiner momentanen Gefühlslage oder einen bestimmten jetzigen oder frühere Ereignis. Es gibt kein Filter und ich denke überhaupt nicht beim zeichnen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden anonym zu bleiben, auch ein bisschen um ein Schutzschild für meine Gefühle aufzubauen, da meine Zeichnungen so Intim und persönlich sind und gleichzeitig, ist das Feedback von Betrachtern auf die Kunstwerke so ehrlicher. </em></p>
<p><strong>Wie hältst du die Balance zwischen dem Wunsch nach Privatsphäre und der Welt deine Kunst zu präsentieren?</strong></p>
<p><em>Es ist ein innerlicher Kampf für mich. Einerseits will ich meine Zeichnungen sogar für mich behalten, da wie erwähnt &#8211; sie sehr Intim sind &#8211; und meine Seele dort schwarz auf weiß liegt. Anderseits freue ich mich, wenn andere Freude an meiner Kunst haben. Wenn sich vielleicht sogar jemandem darein versetzen oder sich darin sehen kann… Meine Kunst hat auch viel mit der Psyche zu tun und vielleicht können sich auch manche damit identifizieren oder andere können eventuell besser verstehen was für ein Gefühlschaos in einem drinnen sein kann&#8230; und wenn es jemand nicht versteht, dann lädt Kunst zur Diskussion ein.</em></p>
<p><strong>Inwiefern ist Anonymität ein Mittel, um dich von Gesellschaftlichen Erwartungen zu befreien?</strong></p>
<p><em>Ich würde nicht sagen um mich von Erwartungen zu befreien, doch eher um mich von Erklärungen zu schützen. Gespräche über meine Werke fallen mir auch schwer, weil sie in mir immer gewisse Gefühle, Schmerz oder genaue Emotionen hervorrufen und ich eher ein Einsamer Mensch bin der gerne für sich selber ist.</em></p>
<p><strong>Deine Kunst spricht für sich selbst, während viele Künstler ihre Persönlichkeit in ihre Werke integrieren, bzw. über diese Aufmerksamkeit generieren &#8211; hast du es dadurch schwerer, mit dem Betrachter in Kontakt zu treten? </strong></p>
<p><em>Es ist mir wichtig, dass auf meinen Zeichnungen auch passende Texte dazu stehen. Manchmal höre ich ein Lied und die Texte beschreiben<br />
mich, meine Gefühle in dem Moment, der Zeichnung ganz genau. Vielleicht ist es eine Art zwischen dem Betrachter<br />
und mich eine Bindung zu schaffen. Ich hoffe, das man sich durch diese Art der Kommunikation besser in meine Werke einfinden kann. </em></p>
<p><strong>Ist der Dialog zwischen deiner Kunst und dem Betrachter mölich, wenn deine persönliche Geschichte im Dunklen bleibt?</strong></p>
<p>Ich glaube durch meine Zeichnung kann sich der Betrachter einen relativ genaues Bild von mir und meiner Geschichte machen. Denn Rest überlasse ich der Phantasie des Betrachters. Das ist in meinen Augen noch spannender, da es den Betrachter dazu verleitet, sich eine Person hinter den Bildern vorzustellen.</p>
<p><strong>Gibt es eine spezielle Botschaft oder Emotion, die du durch deine Zeichnungen vermitteln möchtest?</strong></p>
<p><em>Ich würde sagen meine Zeichnungen können den Menschen einen Einblick in die Menschliche Psyche eingeben. Und sicherlich können sie auch vermitteln, dass man immer wieder aufstehen kann, auch in den schwierigsten und aussichtslosen Augenblicken.</em></p>
<p><strong>Wieso sind deine Zeichnungen immer ohne Farbe? </strong></p>
<p><em>Meine Zeichnungen sind immer schwarz-weiß. Ich habe das Gefühl, der Betrachter kann sich darin seine eigenen Farben vorstellen. Ich glaube, meine Zeichnungen sind so für jeden Einzelnen am ehrlichsten. Maximal durch Schatten und Kontraste gebe ich meinen Bildern<br />
eine gewisse Farbe.</em></p>
<p><strong>Welche Herausforderungen begegnen dir häufig beim Zeichen und wie gehst du damit um?</strong></p>
<p><em>Meine Bilder zeigen sehr intensive Gefühle. Ich bin gezwungen, mich damit auseinander zu setzen. Es ist eine sehr präzise Arbeit welche von viele Stunden Detailarbeit erfordert. Aber genau das brauche ich um meine Emotionen zu verarbeiten.</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt die Natur in deinen Zeichnungen?</strong></p>
<p><em>Sicher auch eine große Rolle. Tiere, Landschaften, Blumen, Sonne&#8230; der Mond… All diese Elemente sind ein wichtiger Teil meiner Zeichnungen und ich inspiriere mich gerne an der Natur. </em></p>
<p><strong>Wie beeinflusst generell deine Umgebung und dein Lebensstil deine zeichnerische Kreativität?</strong></p>
<p><em>Wo ich mich gerade im Leben befinde, hat für mich eine große Bedeutung. Meine Zeichnungen leben von Ereignissen meiner Kindheit aber auch mein Erwachsenes Leben. Ich lasse auch gerne die Umgebung in welche ich mich gerade befinde auf mir einwirken und in meiner Zeichnungen mit einfließen. Auch Lieder die ich höre haben einen Einfluss auf das Endergebnis.</em></p>
<p><strong>Gibt es spezielle Rituale oder Gewohnheiten, die deine zeichnerische Produktivität fördern?</strong></p>
<p><em>Musik hören ist ein wichtiger Bestandteil des Entstehungsprozesses meiner Werke. Musik beruhigt und inspiriert mich. Mein alltägiges Leben und meine Gedanken helfen mir dabei neue Motive und Hintergründe für meine Zeichnungen zu kreieren. Doch das Alleine sein ist mir auch sehr wichtig. Zeit für mich zu haben und auf mich selbst zu hören, mich so konzentrieren und fokussieren zu können, ist auchein Ursprung für die Entstehung meiner Werke.</em></p>
<p><strong>In welcher Weise möchtest du, dass deine Zeichnungen auf die Betrachter wirken oder sie inspirieren?</strong></p>
<p><em>Das ist für mich noch schwierig zu sagen… Ich will sicherlich, dass der Betrachter meine Bilder verstehen kann. Dass er die Emotion darin sieht, der Schmerz, das Glück, die Angst… und all das zusammen auf sich wirken lässt. Das die Menschliche Psyche viel komplexer und Tiefgründiger ist, sollte auch in meinen Bilder dargestellt werden.</em></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild: Wrong direction ( B.24cm, L.32cm.) von V.F</p>
<p>Besondere Kunstwerke von V.F finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie auch in Kürze bei uns im Shop!</a></p>
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<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
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		<title>Kunst aus der Schweiz &#8211; Betty Steinmair im Interview</title>
		<link>https://arttrado.de/news/kunst-aus-der-schweiz-betty-steinmair-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jul 2023 10:37:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Aufgeschnappt aus der Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Betty Steinmair]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
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					<description><![CDATA[Kunst aus der Schweiz &#8211; Betty Steinmair im Interview Betty Steinmair (Betty Art ist eine rätselhafte radikale Malerin. Sie hat <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/kunst-aus-der-schweiz-betty-steinmair-im-interview/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Kunst aus der Schweiz &#8211; Betty Steinmair im Interview</h3>
<p>Betty Steinmair (Betty Art ist eine rätselhafte radikale Malerin. Sie hat ihre Kunst als kathartisches Mittel genutzt, um die Komplexität ihrer turbulenten Beziehungen und wilden Vergangenheit zu bewältigen. Mit einem kreativen Geist und dem Talent, Emotionen auf Leinwand zu bannen, hat sie in ihrer Kunst gewissermaßen einen Katalysator gefunden. Bis heute sind über 400 Werke entstanden.</p>
<p>Die ausdrucksstarke Künstlerin spielt zwar gerne mit der Kamera, ist Interviews gegenüber jedoch eher abgeneigt &#8211; da Sie sich lieber durch ihre Werke ausdrückt. Umso mehr freuen wir uns, das wir Sie für ein Interview gewinnen konnten.</p>
<h4>Betty Steinmair im Interview</h4>
<p><strong>Wo bist du grade, wie geht es dir und wodran arbeitest du aktuell?</strong></p>
<p><em>Ich bin momentan in Zürich und arbeite zurzeit an diversen Bildern weiter, die noch nicht fertiggestellt sind. Gleichzeitig habe ich  auch neue Ideen, die ich verfolge, also ich bin grade an mehreren, verschiedenen Arbeiten dran.</em></p>
<p><strong>Wie kann man sich den Entstehungsprozess von einem deiner Werke vorstellen? Arbeitest du mit Skizzen? Oder bringst du die Idee direkt auf die Leinwand? Und wie lange arbeitest du in der Regel an einem Werk? </strong></p>
<p><em>Sowohl als auch – aber Skizzen mache ich so gut wie gar nicht. Es kommt sofort auf die Leinwand, oder auf den Bristolkarton. in der Regel arbeite ich mit Kohle und Acryl. Farbe, sowohl auch Spray – aktuell immer mehr mit Spray. Selten verwende ich Pinsel – eher mit den Händen oder Messern. Ich ritze auch gerne – also die Bilder, nicht mich selbst. Ich bringe meine Gefühle auf die Leinwand, also es ist nicht so, das ich bei dem Kreativprozess lange überlege..</em></p>
<p>Die Zeit, wie lange ich an einem Werk arbeite ist schwierig zu sagen. Einige sind in 30 Minuten fertig, andere wiederum sind nie fertig und ich nehme sie erst später wieder aus meiner Mappe und mache weiter, also hier kann ich keine Zeitangabe machen.</p>
<p><strong>Gibt es ein ungewöhnliches Material oder eine ungewöhnliche Ressource, mit der du gerne in deinen Kunstwerken arbeiten würdest? Bzw. bist du experimentierfreudig?</strong></p>
<p><em>Also Alles kann ich dir natürlich nicht mitteilen &#8211; weil illegal, aber grundsätzlich, erfinde ich mich immer wieder selbst und bleibe nicht stehen an einem Punkt, wo ich denke ich habe es geschafft, oder jetzt habe ich die Technik oder das Material und bleibe dann mit allen Arbeiten in diesem Muster. Kunst ist immer wieder neu. Es kommt etwas dazu, es geht etwas weg. Also experimentierfreudig bin ich in jedem Fall.</em></p>
<p><strong>Gibt es eine bestimmte Emotion, die du in deinen Kunstwerken verkörpern möchtest? Wenn ja, welche und warum?</strong></p>
<p><em>Es gibt diverse Emotionen. Eine ganze Palette ist wohl in meinen Kunstwerken vorhanden. Hauptsächlich<br />
arbeite ich mit Wut, Hass, Destroyer, natürlich nicht nur. Aber die Kunst ist für mich ein emotionaler<br />
Blitzableiter, bzw. eine Art Therapie und so entstehen die Bilder meistens auch aus und in sehr kanalisierten emotionalen Momenten&#8230; es ist für mich ein Ventil. Andere gehen zum Sport oder machen sonst irgendwelche Sachen&#8230; ich male.</em></p>
<p><strong>Gibt es ein Kunstwerk eines anderen Künstlers oder ein Künstler, der dich beeinflusst und warum?</strong></p>
<p><em>Aktuell gar nicht. Ich bin von der Musik her aus dem Punkrock beeinflusst, auch aus den 80er Jahren, aber Künstler als Vorbild nehmen oder nennen kann ich nicht. Da gibt es schon mehr &#8222;nonames&#8220; die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen &#8211; also ich schaue natürlich auch bei anderen hin &#8211; aber meine Inspiration kommt aus dem puren Leben. </em></p>
<p><strong>Wenn du eine Zeitmaschine hättest und zu jeder Epoche reisen könntest, welche Zeit und Ort würdest du wählen, um deine Kunst zu präsentieren und warum?</strong></p>
<p><em>Zurück in die Zukunft &#8211; weil geil. Keine andere Epoche, es ist genau richtig jetzt! Und da will ich weder nach vorne noch zurück, es ist jetzt und jetzt passt.</em></p>
<p><strong>Wenn du die Möglichkeit hättest, mit einem verstorbenen Künstler zusammenzuarbeiten, wer wäre es und warum? Bzw. kannst du dir überhaupt vorstellen mit anderen zusammenzuarbeiten?</strong></p>
<p><em>Wer wäre so ein Traum&#8230;, es kein ist Maler eher eine Band. Mit 12 Jahren hat mir Nirvana sehr geholfen &#8211; also wenn dann Kurt Cobain, er rockt die Gitarre, ich mal dazu. Genau, das wäre der einzige Künstler, der mir jetzt gerade einfällt&#8230; oder, Kinski, nein, ich glaube doch nicht, der hatte immer so Wutanfälle&#8230;</em></p>
<p><strong>Gibt es eigentlich ein bestimmtes Ereignis oder eine spezielle Erfahrung in deinem Leben, das du dich entschieden hast deine Kunst mit der Öffentlichkeit zu teilen, bzw. wie hast du zur Kunst gefunden?</strong></p>
<p><em>Grundsätzlich habe ich das selbst nie fokussiert. Aber für die Filmgeschichte hat der Kontakt mit <a href="https://snakefilm.ch/" target="_blank" rel="noopener">Markus Fischer</a> eine große Rolle gespielt.</em></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/0dDo-vG__fE" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><strong>Stell dir vor, du könntest in einem Kunstwerk leben. Welches Kunstwerk würdest du wählen und wie sähe dein Leben darin aus?</strong></p>
<p><em>Der Schrei. Aber in einem Kunstwerk würde ich vermutlich nicht lange leben wollen, aber mal kurz in die Hölle eintauchen und wieder zurück. Warum nicht. </em></p>
<p><strong>Gibt es ein bestimmtes Kunstwerk von dir, das eine Geschichte oder eine Botschaft hat, die den Betrachtern oft entgeht?</strong></p>
<p>N<em>ein, es sind keine Geschichten. Reine Emotionen. Kunst ist dann Kunst, wenn man stehen bleibt und sich etwas nicht direkt erklären kann. Keine ausgeschmückte Geschichte &#8211; vielleicht eine Botschaft zwischen den Zeilen, sei und zeig wer du bist. Be yourself &#8211; ohne Facetten auszublenden. Natürlich Gesellschaftskonform, aber man muss nichts vertuschen. Sei jederzeit, das was du grade bist und fühlst. </em></p>
<p><strong>Wie wichtig ist dir die Reaktion des Betrachters auf deine Kunstwerke? Möchtest du, dass sie eine bestimmte Botschaft verstehen oder fühlst du dich eher ermutigt, wenn sie ihre eigenen Interpretationen finden?</strong></p>
<p><em>Eine feste Botschaft habe ich wie gesagt nicht, jeder soll die Botschaft für sich selbst erkennen. Schau hin und fühle &#8211; nur weil ein Kunstwerk in meinem Universum mit Gefühlen verbunden ist, heißt es nicht das es beim Betrachter die gleichen Emotionen wecken muss &#8211; oder kann.</em></p>
<p><strong>Welche ungewöhnlichen Orte oder Umgebungen haben dich schon inspiriert, Kunst zu schaffen?</strong></p>
<p><em>Es sind keine Orte &#8211; es sind immer die Menschen. Menschen sind das pure Leben und diese inspirieren am meisten.</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt Anstößigkeit in deiner Kunst? Glaubst du, dass Kunstwerke die Fähigkeit haben, Menschen zu triggern zu bringen und gleichzeitig eine ernsthafte Botschaft zu vermitteln?</strong></p>
<p><em>Anstößigkeit spielt eine Rolle. Das Wort heißt ja schon &#8222;anstoßen&#8220;. Denkanstöße geben, aber nicht im Sinne von triggern. </em></p>
<p><em>Es ist eher die Berechtigung, auch die Dinge, die im Leben vielleicht nicht so schön sind zu fühlen. Die Trauer, die Wut, die Angst, den Verlust, die Wut auszuleben. Meine Bilder können anderen natürlich auch Freude bereiten, aber die Gesellschaft neigt zu Selbstoptimierung, in der viele Gefühle ausgeblendet werden und keinen Platz haben. Kunst ist Freiheit und Liebe und Wut ist alles, was das Leben beinhaltet.</em></p>
<p><strong>Wenn du einen Raum gestalten könntest, der deine Kunst perfekt repräsentiert, wie sähe dieser Raum aus? Welche Elemente und Atmosphäre würdest du darin schaffen?</strong></p>
<p><em>Vielleicht eine verlassene Psychiatrie. Lost Places. Im dunkeln &#8211; flackerndes Licht. Meine Kunstwerke an die Wände projiziert. Drückend, kalt &#8211; aber gleichzeitig ein Hoffnungsschimmer. Eine Mischung aus Horror und Freude. </em></p>
<p><strong>Wie wichtig ist dir das Feedback anderer Künstler?</strong></p>
<p><em>Ich schätze Feedback &#8211; das muss auch nicht immer positiv sein.</em></p>
<p><strong>Glaubst du, dass Kunst die Fähigkeit hat, die Welt zu verändern? Warum oder warum nicht?</strong></p>
<p><em>Kunst ist ein Teil der Welt. Kunst bewegt die Welt der Menschen &#8211; aber das Kunst die Welt komplett verändert, im Sinne von Klimakleber weg und direkt eine bessere Atmosphäre &#8211; nein.</em></p>
<p><strong>Wenn du eine Zeitkapsel für zukünftige Generationen gestalten könntest, welche Gegenstände oder Kunstwerke würdest du hineinlegen und welche Botschaft würdest du ihnen übermitteln wollen?</strong></p>
<p><em>Vielleicht ein Bild, auf dem Gegenstände abgebildet sind, die die Finder nicht erkennen.</em></p>
<p><strong>Hast du gelegentlich Kreativitätsblockaden? Falls ja, wie gehst du damit um? Hast du eine besondere Methode oder Strategie, um wieder in den kreativen Fluss zu gelangen?</strong></p>
<p><em>Ich wirke dem nicht entgegen, ich warte auf die nächste kreative Welle. Und wen die See mal ruhig ist, dann nehme ich das hin &#8211; man kann Kreativität nicht erzwingen. </em></p>
<p><strong>Hast du jemals Kunstwerke geschaffen, die du später bereut hast oder die du am liebsten vernichtet hättest?</strong></p>
<p><em>Nein, ich habe bisher wenig bereut, ich bereue es manchmal, das ich Bilder verschenkt habe und nicht weiß, was mit diesen passiert ist. Aber etwas zu erschaffen habe ich noch nie bereut.</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielen gesellschaftliche und politische Themen in deiner Kunst? Bist du bestrebt, Botschaften oder Kommentare zu aktuellen Ereignissen in deine Werke einzubeziehen?</strong></p>
<p><em>Als die Taliban wieder an die Macht gekommen sind, habe ich eine kleine Serie gemacht &#8211; generell spielt die Unterdrückung der Frau eine große Rolle in meinen Arbeiten. Ich habe keinen Männerhass, aber in vielen Gebieten spielt Unterdrückung durch Religion oder altmodisches Denken noch eine große Rolle &#8211; auch in Deutschland. Ich sage nur, Pulp Fiction &#8211; die Vorherrschaft der bösen Männer. 😉</em></p>
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<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/CoQEKy2LTJr/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Bettina Steinmair (@bettylllart)</a></p>
</div>
</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über Betty Steinmair: <a href="https://betty-art.com/">www.betty-art.com</a></p>
<p>Ausgewählte Kunstwerke<a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener"> finden Sie auch in unserem Shop!</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;.</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de.</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">finden Sie auch bei uns im Shop!</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
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		<title>Kunst aus der Schweiz: Betty Steinmair &#8211; Who is Betty?</title>
		<link>https://arttrado.de/news/kunst-aus-der-schweiz-betty-steinmair-who-is-betty/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jul 2023 18:24:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Kurioses aus der Kunstwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Aufgeschnappt aus der Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Verrat]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Betty Steinmair]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Kunst aus der Schweiz: Betty Steinmair &#8211; Who is Betty? Bettys Weg war geprägt von einer Reihe Begegnungen und schwieriger <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/kunst-aus-der-schweiz-betty-steinmair-who-is-betty/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Kunst aus der Schweiz: Betty Steinmair &#8211; Who is Betty?</h3>
<p>Bettys Weg war geprägt von einer Reihe Begegnungen und schwieriger Erfahrungen in ihrem bisherigen Leben. Sie begegnete in den dunkleren Schattierungen des Lebens den Tod, sie hinterlässt auf den Bildern einen Abdruck ihrer Seele. Diese Begegnungen prägten ihre Wahrnehmung von Beziehungen und formten sie zu einer Malerin, die ihre Emotionen und Erfahrungen durch ihre lebendigen und eindrucksvollen Kunstwerke zum Ausdruck bringen wollte.</p>
<p>Mit jedem Pinselstrich versuchte Betty, die Verwicklungen ihrer dunklen Vergangenheit zu entwirren, ihren Schmerz loszulassen und ihn in visuelle Erzählungen zu verwandeln. Ihre Gemälde wurden zu Fenstern und enthüllten ein Geflecht von Emotionen, das von Verletzlichkeit, Stärke und Widerstandsfähigkeit geprägt war. Durch ihre Kunst nahm Betty ihre Vergangenheit mit offenen Armen auf.</p>
<p>Bettys Gemälde strahlen rohe Ehrlichkeit und Intensität aus und zeigen komplexe Beziehungen, unerwiderte Liebe und die sexuelle Machtdynamik, der sie begegnet ist. Ihre Verwendung kräftiger Farben und kontrastreicher Texturen spiegelt die widersprüchlichen Emotionen wider, mit denen sie zu kämpfen hatte, und schafft eine visuelle Sprache, die ihre innersten Gedanken und Gefühle wiedergibt.</p>
<p>Ihre Leinwände werden von Figuren bevölkert, die die Kämpfe und Triumphe ihrer eigenen Reise verkörpern. Durch diese Figuren erkundet Betty Themen wie Vertrauen, Sehnsucht, Verrat und Selbstfindung. Mit jedem Strich versucht sie, ihre Erfahrungen mit dem Wunsch nach Verbundenheit in Einklang zu bringen, und lädt den Betrachter letztlich dazu ein, sich auf seine eigene introspektive Reise zu begeben.</p>
<p>Sie hat ihren eigenen Schmerz in Stärke umgewandelt und sich die transformative Kraft der Kreativität zu eigen gemacht. Durch ihre Arbeit ermutigt sie andere, sich ihren eigenen emotionalen Landschaften zu stellen und im Selbstausdruck zu finden. Bettys Reise als Malerin ist zu einem Zeugnis zwischen Kunst und Vergangenheitsbewältigung geworden. Es gibt zwei Arten zu malen, die Außenwelt oder die Innenwelt. Sie hat das zweite gewählt.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/0dDo-vG__fE" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h4>Betty Steinmair Portfolio</h4>
<p>Bis heute sind über 400 Werke entstanden. Viele der ausdrucksstarken Gemälde sind auf der Webseite der Künstlerin zu finden. Auf ihrem Instagramkanal gibt Betty Steinmair auch immer wieder Einblicke in ihre kreativen Schaffensprozesse. Die Videos sind für Social-Media-Plattformen zensiert und gekürzt, längere und unzensierte Versionen sind für die Besucher von Ausstellungen vorbehalten.</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-captioned="" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/CswZfiNoiI8/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
<div style="padding: 16px;">
<p>&nbsp;</p>
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</div>
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<div style="padding-top: 8px;">
<div style="color: #3897f0; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: 550; line-height: 18px;">Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an</div>
</div>
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<div>
<div style="background-color: #f4f4f4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(0px) translateY(7px);"></div>
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</div>
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</div>
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<div style="width: 0px; border-top: 8px solid #F4F4F4; border-right: 8px solid transparent; transform: translateY(16px);"></div>
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</div>
<div style="display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center; margin-bottom: 24px;">
<div style="background-color: #f4f4f4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 224px;"></div>
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</div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/CswZfiNoiI8/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von BettylllArt (@bettylllart)</a></p>
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</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script><br />
<a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Ausgewählte Werke von Betty Steinmair finden Sie in Kürze in unserem Shop!  </a>Ein Interview mit der Künstlerin ist in Planung, wenn Sie eine bestimmte Frage an Betty Steinmair haben, nutzen Sie gerne unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener">Kontakt! </a></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über Betty Steinmair: <a href="https://betty-art.com/">www.betty-art.com</a></p>
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		<title>Werk der Woche #84 – Horizont von Sonja Crone aus Basel</title>
		<link>https://arttrado.de/news/werk-der-woche-84-horizont-von-sonja-crone-aus-basel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2023 12:38:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Autorin]]></category>
		<category><![CDATA[Werk der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Aquarell]]></category>
		<category><![CDATA[WDW]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Sonja Crone]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Horizont]]></category>
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					<description><![CDATA[Werk der Woche #84 – Horizont von Sonja Crone aus Basel Das letzte Werk der Woche können Sie hier noch <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/werk-der-woche-84-horizont-von-sonja-crone-aus-basel/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Werk der Woche #84 – Horizont von Sonja Crone aus Basel</h3>
<p><a href="https://arttrado.de/news/werk-der-woche-83-love-von-jan-boettcher-aus-wuerzburg/" target="_blank" rel="noopener">Das letzte Werk der Woche können Sie hier noch einmal nachlesen!</a> Sonja Crone wurde *1982 in Speyer,Deutschland geboren und lebt und arbeitet heute in Basel, in der Schweiz. Sie ist bildende Künstlerin, Lyrikerin und arbeitet auch als Lektorin. Ihre Bilder und Texte wurden bisher in zahlreichen Anthologien, auf Online-Plattformen und in Literatur- sowie Kunstzeitschriften veröffentlicht.</p>
<p>Sonja Crone zeigte schon früh große Begeisterung für den künstlerischen Ausdruck. Die abstrakte Malerei ist ihre Königsdisziplin. Die Künstlerin stellte schon in Spanien, Frankreich, der Schweiz und dem UK aus.</p>
<h4>Horizont von Sonja Crone</h4>
<p>Das Bild „Horizont“ ist aus monochromen Flächen und intuitiv gesetzten Linien entstanden. Es soll dabei nicht ein realer Horizont dargestellt, sondern ein Moment der Leichtigkeit und Offenheit spürbar werden. Wie in einem Gedicht, fügen sich die einzelnen Bildelemente spielerisch zusammen. Die abstrakte Komposition ist zugleich poetisches Spiel und Klang, der im Komplementärkontrast der roten und grünen Akzente zum Ausdruck kommt soll.</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-captioned="" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/CkQjsp2IbJD/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
<div style="padding: 16px;">
<p>&nbsp;</p>
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</div>
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<div style="color: #3897f0; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: 550; line-height: 18px;">Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an</div>
</div>
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</div>
<div style="margin-left: 8px;">
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</div>
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<div style="background-color: #f4f4f4; flex-grow: 0; height: 12px; width: 16px; transform: translateY(-4px);"></div>
<div style="width: 0; height: 0; border-top: 8px solid #F4F4F4; border-left: 8px solid transparent; transform: translateY(-4px) translateX(8px);"></div>
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</div>
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<div style="background-color: #f4f4f4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 224px;"></div>
<div style="background-color: #f4f4f4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; width: 144px;"></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/CkQjsp2IbJD/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Sonja Crone (@sonjacrone.art)</a></p>
</div>
</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<p>Das Werk misst 60x110cm und wurde mit Acrylfarben auf Leinwand gefertigt. Der Preis liegt bei 2400€. Bei Interesse nutzen Sie gerne unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener">Kontakt!</a></p>
<h4>Sonja Crone</h4>
<p>Sonja Crone studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Gräzistik an den Universitäten in Basel, Bern und Leipzig. Sie ist Lyrikerin, bildende Künstlerin und zudem Lektorin von PRO LYRICA; im Rahmen dieser Tätigkeit gibt sie auch Lyrikcoachings.</p>
<p>Seit ihrer frühen Jugend schreibt sie Gedichte, mit denen sie sich seit 2016 auch vermehrt an die Öffentlichkeit wendet. Die Philosophie stellt eine grosse Inspirationsquelle für die Autorin dar.</p>
<p>Ihre Texte und Bilder wurden in zahlreichen Anthologien, zuletzt in Versnetze_14 und 15; auf Onlineplattformen, wie ehemals www.fixpoetry.com sowie in Zeitschriften, u. a. in Der Dreischneuß, Haller, Der Maulkorb, Kalmenzone, erostepost und stadtgelichter publiziert.</p>
<p>2021 gewann sie den 2. Preis beim Lyrikwettbewerb der Künstler-Gilde Esslingen.</p>
<p>Mehr über die Künstlerin: <a href="http://www.sonjacrone.art" target="_blank" rel="noopener">www.sonjacrone.art</a></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Ausgewählte Kunstwerke finden Sie<a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener"> auch in unserem Shop!</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
<p>ARTTRADO unterstützen:</p>
<form action="https://www.paypal.com/donate" method="post" target="_top"><input title="PayPal - The safer, easier way to pay online!" alt="Spenden mit dem PayPal-Button" name="submit" src="https://www.paypalobjects.com/de_DE/DE/i/btn/btn_donateCC_LG.gif" type="image" /></form>
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		<title>Werk der Woche #66 &#8211; Falke im Sonnenlicht von Kerstin Bühring</title>
		<link>https://arttrado.de/news/werk-der-woche-66-falke-im-sonnenlicht-von-kerstin-buehring/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Jul 2022 10:11:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Aufgeschnappt aus der Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Werk der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[WDW]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Falke im Sonnenlicht]]></category>
		<category><![CDATA[Falke]]></category>
		<category><![CDATA[Kerstin Bühring]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=12811</guid>

					<description><![CDATA[Der Falke im Sonnenlicht von Kerstin Bühring Zuletzt berichteten wir über das  Kunstwerk „Lightness“ von Jeannette Dietterle. In dieser Woche <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/werk-der-woche-66-falke-im-sonnenlicht-von-kerstin-buehring/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Der Falke im Sonnenlicht von Kerstin Bühring</h3>
<p>Zuletzt berichteten wir über das  Kunstwerk<a href="https://arttrado.de/news/werk-der-woche-65-lightness-von-jeannette-dietterle/" target="_blank" rel="noopener"> „Lightness“ von Jeannette Dietterle</a>. In dieser Woche stammt unser &#8222;Werk der Woche&#8220; von der Schweizer Künstlerin Kerstin Bühring. Wir sind über Instagram auf ihren &#8222;Falken&#8220; aufmerksam geworden, und obwohl es sich dabei um eine digitale Zeichnung handelt, war es das Werk, was in den letzten Tagen am meisten Aufmerksamkeit auf unserer Seite weckte &#8211; vielleicht, weil es auch noch einmal unterstreicht, wie wichtig es ist, über den Tellerrand zu schauen und das auch digitale Kunst eine unbestreitbare Daseinsberechtigung hat.</p>
<h4>Werk der Woche #66 &#8211; Falke im Sonnenlicht von Kerstin Bühring</h4>
<p>Der Falke im Sonnenlicht entstand bereits im Jahr 2019 und beruht auf dem &#8222;ersten Falken&#8220; der Künstlerin, der 2018 entstand. Somit existieren vom Falken zwei Versionen. Beide sind der Serie: &#8222;Animali – Digital Art&#8220; von Kerstin Bühring zuzuordnen. Die original Größe beträgt 54.19cm x 72.28cm. Aktuell ist der &#8222;Falke&#8220; im Pfäffikon SZ, Schweiz ausgestellt und der &#8222;Falke im Sonnenlicht findet sich im &#8222;Steg bei Zürich&#8220; ebenfalls in der Schweiz.</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-captioned="" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/BrKH2OcAaYC/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
<div style="padding: 16px;">
<p>&nbsp;</p>
<div style="display: flex; flex-direction: row; align-items: center;">
<div style="background-color: #f4f4f4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 40px; margin-right: 14px; width: 40px;"></div>
<div style="display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center;">
<div style="background-color: #f4f4f4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 100px;"></div>
<div style="background-color: #f4f4f4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; width: 60px;"></div>
</div>
</div>
<div style="padding: 19% 0;"></div>
<div style="display: block; height: 50px; margin: 0 auto 12px; width: 50px;"></div>
<div style="padding-top: 8px;">
<div style="color: #3897f0; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: 550; line-height: 18px;">Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an</div>
</div>
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<p>&nbsp;</p>
<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/p/BrKH2OcAaYC/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von Kerstin Buehring (@kerstinbuehring)</a></p>
</div>
</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<p>Beide Editionen sind als limitierte, nummerierte und signierte Kunstdrucke in verschiedenen Varianten, über die Webseite der Künstlerin erhältlich. <a href="https://www.kerstinbuehring.ch/" target="_blank" rel="noopener">https://www.kerstinbuehring.ch/</a></p>
<h4>Kerstin Bühring</h4>
<p>Kerstin Bühring, Jahrgang 1977, arbeitet als Künstlerin und leitet Kunstkurse. Inspiriert von Flora und Fauna, der Symbolik und der Mathematik schafft Kerstin Bühring figurative und konkrete Kunstwerke. Sie bedient sich unterschiedlicher Techniken und Materialien, arbeitet analog wie auch digital und verbindet Formen, Muster und leuchtende Farben zu einem Ganzen.</p>
<p>Bühring ist in den Bereichen Kunst und Gestaltung, Tanz und Gesang, aber auch technisch, mathematisch und betriebsökonomisch ausgebildet.</p>
<p>Über sich selbst sagt die Künstlerin: <em>&#8222;Zeichnen ist für mich ein Grundbedürfnis, deshalb gehe ich auch nie ohne Stift, Papier und Tablet aus dem Haus. Ich liebe die Natur, bin aber auch gerne in meinem schönen Daheim. Ich bin allem, was schön, aber auch bizarr ist, zugetan. Bin detailverliebt, behalte aber dennoch immer den Blick fürs Ganze. Meine Denkweise ist kreativ und liberal. Wo andere Probleme sehen, sehe ich Herausforderungen. Ich mag keine Engstirnigkeit, keine Diskriminierung, kein sich Verstellen und kein sich Verkleiden. Auch Alkohol und anderen Drogen bin ich nicht zugetan, genau so wenig können Klatsch und Tratsch mein Herz erwärmen.</em></p>
<p>Ihre Spezialgebiete sind: Intuitives Zeichnen, Durchbrechen von Symmetrien, räumliches Denken und alles, was mit Zahlen zu tun hat.</p>
<p>Eine ausführliche Bilderauswahl finden Sie hier: <a href="https://www.kerstinbuehring.ch/bilder-kerstinbuehring">Bilder von Kerstin Buehring | KBKunstdesign.</a></p>
<p>Ebenso gibt die Künstlerin kommende Ausstellungen auf ihrer Webseite bekannt. Kunstfreunde die nicht verpassen möchten, ist geraten den kostenlosen Newsletter direkt von der Künstlerin zu abonnieren.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
<p>Unser Projekt ARTTRADO unterstützen:</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sammlungspräsentation MIRIAM CAHN. krieg &#038; „Athener‘‘ Raum</title>
		<link>https://arttrado.de/news/sammlungspraesentation-miriam-cahn-krieg-athener-raum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2022 11:54:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstveranstaltungen ← klare Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[kunst in nürnberg]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Museum Nürnberg]]></category>
		<category><![CDATA[events]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Miriam Cahn]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Kerstin Hiller]]></category>
		<category><![CDATA[Helmut Schmelzer]]></category>
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					<description><![CDATA[Sammlungspräsentation MIRIAM CAHN. krieg &#38; „Athener‘‘ Raum Ab 11. März 2022 zeigt das Neue Museum in zwei Sammlungsräumen Werke der <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/sammlungspraesentation-miriam-cahn-krieg-athener-raum/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Sammlungspräsentation MIRIAM CAHN. krieg &amp; „Athener‘‘ Raum</h3>
<p>Ab 11. März 2022 zeigt das Neue Museum in zwei Sammlungsräumen Werke der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn. Die Präsentation krieg &amp; „Athener“ Raum wird am Donnerstag, 10. März 2022 um 18 Uhr eröffnet. Zur Begrüßung spricht <a href="https://arttrado.de/news/dr-simone-schimpf-neue-direktorin-fuer-neues-museum-nuernberg/" target="_blank" rel="noopener">Museumsdirektorin Simone Schimpf</a>, Kurator Thomas Heyden gibt eine thematische Einführung. Der Eintritt zur Vernissage ist frei.</p>
<p>L’art pour l’art war noch nie Sache der 1949 in Basel geborenen Künstlerin Miriam Cahn. Ihr bildnerisches Œuvre zeichnet sich seit mehr als 40 Jahren durch eine drängende Intensität aus, mit der sie das Menschsein in all seiner seelischen und körperlichen Verletzbarkeit zum Thema nimmt.</p>
<p>Das Neue Museum widmet der international renommierten Künstlerin zwei Räume, die als Installationen angelegt sind: der durch Lucius Grisebach angekaufte Zyklus krieg (1999) mit 20 Bildern und der anlässlich der documenta 2017 in Athen gezeigte „Athener“ Raum mit 41 Zeichnungen und begleitenden Texten sowie weitere Gemälde.</p>
<p>Die Bilder suchen – auf Augenhöhe gehängt – das unmittelbare Gegenüber der Betrachterinnen und Betrachter. Auf diese Weise stellt Miriam Cahn nicht nur eindringlich den eigenen künstlerischen Kosmos vor, sondern zielt auf eine persönliche Resonanz hinsichtlich gesellschaftlicher Themen, wie Krieg, Flucht oder sexuelle Identität.</p>
<p>Der documenta-Raum wurde ermöglicht durch Dauerleihgaben der Sammlung Kerstin Hiller und Helmut Schmelzer. Regelmäßig präsentiert das Neue Museum Künstlerräume aus dem Besitz des Nürnberger Sammlerpaars.</p>
<p><strong>ÖFFNUNGSZEITEN</strong><br />
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr<br />
Donnerstag: 10 bis 20 Uhr<br />
Montag: geschlossen</p>
<p><strong>EINTRITTSPREISE</strong><br />
Ausstellung inklusive Sammlung: 7 Euro<br />
ermäßigt: 6 Euro<br />
Sonntags Sammlung 1 Euro<br />
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild: Miriam Cahn, „krieg“, 1999 (C) Miriam Cahn · Foto: Galerie Lindig In Paludetto</p>
<p>Mehr über die Künstlerin <a href="https://miriamcahn.com/" target="_blank" rel="noopener">https://miriamcahn.com/</a></p>
<p>Weitere Informationen über das Museum: <a href="https://www.nmn.de/">Neues Museum Nürnberg (nmn.de)</a></p>
<p>Sie planen einen Besuch in Nürnberg? &#8211; <a href="https://www.booking.com/searchresults.de.html?city=-1835238&amp;aid=2155507&amp;no_rooms=1&amp;group_adults=2" target="_blank" rel="noopener">Unterkünfte finden Sie bei unseren Partner Booking.com</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Que Zhinin im Fokus: Kunstwerken Leben geben&#8230;</title>
		<link>https://arttrado.de/news/que-zhinin-im-fokus-kunstwerken-leben-geben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Apr 2021 14:03:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstfilme & Filmtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Filmtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Strassenmomente]]></category>
		<category><![CDATA[Que Zhinin]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=7977</guid>

					<description><![CDATA[Que Zhinin im Fokus: Kunstwerken Leben geben&#8230; Der Künstler Que Zhinin sagt ihnen noch nichts? Macht nichts, das wird sich <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/que-zhinin-im-fokus-kunstwerken-leben-geben/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Que Zhinin im Fokus: Kunstwerken Leben geben&#8230;</h3>
<p>Der Künstler Que Zhinin sagt ihnen noch nichts? Macht nichts, das wird sich ändern. Strassenmomente rückt den Künstler in den Fokus und liefert eine ca. 10-minütige kostenlose Dokumentation über den Schweizer Künstler. Zhinin gibt Einblicke in seine Gedanken und Arbeitsweisen. Ebenso spricht er über seine Vorbilder und widmet sich dem Thema Marketing. Eine kurze, aber vielseitige Dokumentation, die es ermöglicht, den Künstler in wenigen Minuten kennenzulernen.</p>
<h4>Que Zhinin</h4>
<p>Zhinin ist ein Künstler, der aus dem Nahen Osten, Europa und dem amerikanischen Kontinent um die Welt gereist ist. Seine Werke werden in verschiedenen Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt. Er weckt die Faszination von Galeristen, Sammlern und Kunstmessen und begeistert private Sammler.</p>
<p>Que Zhinin schreibt auf seinem Instagram-Kanal zur Veröffentlichung der Dokumentation folgendes: &#8222;The art of&#8230;&#8220; many companies &amp; books use that sentence to prove excellence. I am an artist, creating objects&#8230;. but I aim to give them life. Because art is more than just creating aesthetic objects, art is life, art is freedom, art is celebrating ideas, views and much more. Share your thoughts on the documentary &#8222;giving objects life&#8220; about myself.</p>
<p>Übersetzt:</p>
<p>Viele Unternehmen und Bücher verwenden den Satz &#8222;Kunst von&#8230;&#8220; um sich zu profilieren. Zhini sieht sich als Künstler, der Objekte erschafft&#8230; aber er möchte ihnen Leben geben. Er ist der festen Überzeugung, dass Kunst mehr ist als nur ästhetische Objekte zu schaffen. Kunst ist Leben, Kunst ist Freiheit, Kunst feiert Ideen, Ansichten und vieles mehr. Der Künstler freut sich, wenn sie ihre Meinung zu der Dokumentation mit ihm teilen. Besuchen sie dazu einfach einmal seine Webseite oder seine Social-Media-Präsenzen.</p>
<p><strong>Dokumentation von Strassenmomente:</strong></p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/f1KUJ3qv2MU" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Wir sind gespannt auf die kommenden Projekte des Künstlers.</p>
<h4>Weitere Information</h4>
<p>Zur Webseite des Künstlers: <a href="https://quezhinin.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://quezhinin.com/</a></p>
<p>Zhinin auf Instagram: <a href="https://www.instagram.com/zhininque/">• Instagram-Fotos und -Videos</a></p>
<p>Einen Gastbeitrag von Strassenmomente finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/who-is-nat-tate-ein-kuenstler-ein-hype-ein-aprilscherz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Who is Nat Tate? Ein Künstler, ein Hype, ein Aprilscherz</a></p>
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<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
<p>Wenn Sie unser Projekt ARTTRADO unterstützen möchten, können Sie das über PayPal.</p>
<p><a href="https://www.paypal.com/donate/?cmd=_s-xclick&amp;hosted_button_id=H8575LKPJNPLW&amp;source=url"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-6541" src="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:200/h:44/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" srcset="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:auto/h:auto/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg 600w, https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:300/h:66/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg 300w" alt="" width="200" height="44" data-opt-src="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:200/h:44/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg" data-opt-lazy-loaded="true" data-opt-otimized-width="200" data-opt-optimized-height="44" /></a></p>
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