<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Künstler Archive - Arttrado.de</title>
	<atom:link href="https://arttrado.de/news/tag/kuenstler/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://arttrado.de/news/tag/kuenstler/</link>
	<description>No earth without art</description>
	<lastBuildDate>Tue, 22 Sep 2026 12:02:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.9</generator>

<image>
	<url>https://arttrado.de/wp-content/uploads/2017/10/cropped-favicon-32x32.gif</url>
	<title>Künstler Archive - Arttrado.de</title>
	<link>https://arttrado.de/news/tag/kuenstler/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Omar bin Laden als Künstler: Was wurde aus den Gemälden von Osama bin Ladens Sohn?</title>
		<link>https://arttrado.de/news/omar-bin-laden-als-kuenstler-was-wurde-aus-den-gemaelden-von-osama-bin-ladens-sohn/</link>
					<comments>https://arttrado.de/news/omar-bin-laden-als-kuenstler-was-wurde-aus-den-gemaelden-von-osama-bin-ladens-sohn/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 12:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Kurioses aus der Kunstwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Aufgeschnappt aus der Kunstszene]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Kunst? Diskussionen]]></category>
		<category><![CDATA[Prominentenkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst in der Normandie]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Arielle Brocante]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Martin]]></category>
		<category><![CDATA[Landschaftsmalerei]]></category>
		<category><![CDATA[Katar]]></category>
		<category><![CDATA[Omar bin Laden]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerinterview]]></category>
		<category><![CDATA[Omar bin Laden Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Omar bin Laden Gemälde]]></category>
		<category><![CDATA[Osama bin Laden]]></category>
		<category><![CDATA[Celebrity Art]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=20284</guid>

					<description><![CDATA[Omar bin Laden als Künstler: Was wurde aus den Gemälden von Osama bin Ladens Sohn? Der Name Bin Laden ist <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/omar-bin-laden-als-kuenstler-was-wurde-aus-den-gemaelden-von-osama-bin-ladens-sohn/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 dir="auto" data-start="1041" data-end="1329">Omar bin Laden als Künstler: Was wurde aus den Gemälden von Osama bin Ladens Sohn?</h4>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" dir="auto" data-start="1041" data-end="1329">Der Name Bin Laden ist weltweit bekannt. Für die meisten Menschen ist er untrennbar mit Osama bin Laden, al-Qaida und den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verbunden. Für Omar bin Laden ist dieser Name jedoch nicht nur Teil der Weltgeschichte, sondern Teil seiner eigenen Biografie.</p>
<p dir="auto" data-start="1331" data-end="1651">Omar wurde 1981 als einer der Söhne Osama bin Ladens geboren. Anders als sein Vater suchte er später einen Weg, der nicht von Politik, Terror und Gewalt bestimmt sein sollte. Während der Corona-Pandemie begann er intensiv zu malen. Seine Bilder zeigen Wüsten, Pferde, Berge, Flüsse und Szenen des amerikanischen Westens.</p>
<p dir="auto" data-start="1653" data-end="2020">Im Juli 2022 stellte er in der Normandie rund 30 Gemälde aus. Es folgten internationale Medienberichte, öffentlich genannte Preise und erste Verkäufe. Danach wurde es um seine Kunst zunehmend still. Heute lebt Omar bin Laden in Katar. Eine neue Ausstellung, eine dauerhafte Galerievertretung oder ein öffentlich nachvollziehbarer Kunstmarkt sind derzeit nicht belegt.</p>
<p dir="auto" data-start="2022" data-end="2069">Was also wurde aus Omar bin Laden als Künstler?</p>
<h4 dir="auto" data-start="2071" data-end="2100">Vom Lockdown zur Malerei</h4>
<p dir="auto" data-start="2102" data-end="2360">Schon als Kind habe Omar bin Laden gezeichnet und gemalt. Seine künstlerische Begabung führte er in Interviews vor allem auf die Familie seiner Mutter zurück. Seine Mutter habe gerne gemalt, ebenso eine seiner Schwestern; auch ein Onkel sei Künstler gewesen.</p>
<p dir="auto" data-start="2362" data-end="2614">Während der Corona-Pandemie griff er erneut zu Pinsel und Farbe. Seine Ehefrau Zaina, die ebenfalls kreativ arbeitet, soll ihn dazu ermutigt haben. Während der Lockdowns entstand eine Serie von Bildern, die später internationale Aufmerksamkeit erhielt.</p>
<p dir="auto" data-start="2616" data-end="2943">Omar arbeitete vor allem mit Landschaftsmotiven. Wüsten, Berge, Flüsse, Pferde, abgestorbene Bäume und Szenen des amerikanischen Westens gehören zu seiner Bildwelt. VICE beschrieb seine Arbeiten 2021 als von naiver Kunst geprägt: kräftige Farben, vereinfachte Formen und ein direkter, teilweise expressionistischer Farbauftrag.</p>
<p dir="auto" data-start="2945" data-end="3241">Seine Motivwelt wirkt auf den ersten Blick überraschend. Einerseits malt Omar Landschaften, die mit seiner Kindheit und Jugend verbunden sind. Andererseits taucht immer wieder der amerikanische Westen auf – eine Welt aus Cowboys, Pferden, offenen Landschaften und scheinbar grenzenloser Freiheit.</p>
<p dir="auto" data-start="3243" data-end="3474">Omar erklärte damals, dass er Westernfilme möge und Clint Eastwood zu seinen bevorzugten Schauspielern gehöre. Besonders der Film <strong data-start="3373" data-end="3392">„Erbarmungslos“</strong> spielte in seinen Erzählungen über Kunst und persönliche Erinnerungen eine Rolle.</p>
<h4 dir="auto" data-start="3476" data-end="3511">Zwischen Tora Bora und Arizona</h4>
<p dir="auto" data-start="3513" data-end="3683">Eines der auffälligsten Merkmale seiner Malerei ist die Verbindung zwischen persönlicher Erinnerung und Orten, die er nur aus Filmen, Musik oder seiner Vorstellung kennt.</p>
<p dir="auto" data-start="3685" data-end="4067">Ein Gemälde zeigt die Berge von <strong data-start="3717" data-end="3730">Tora Bora</strong> in Afghanistan. Die Region ist eng mit der Geschichte seines Vaters verbunden, der sich dort nach den Anschlägen vom 11. September 2001 aufhielt. Ein anderes Bild, das Omar selbst als eines seiner Lieblingswerke bezeichnete, zeigt eine nächtliche Landschaft in Arizona: eine kleine Hütte, Kakteen und einen von Sternen übersäten Himmel.</p>
<p dir="auto" data-start="4069" data-end="4324">Diese Gegenüberstellung macht seine Kunst biografisch aufgeladen, ohne dass jedes Bild automatisch als politische Aussage gelesen werden muss. Omar beschrieb die Malerei als Möglichkeit, Ruhe zu finden und in eine Welt der Träume und Fantasie einzutreten.</p>
<p dir="auto" data-start="4326" data-end="4481">Seine Bilder lassen sich deshalb auch als Versuch lesen, eine eigene visuelle Sprache zu entwickeln – jenseits des Namens und der Geschichte seines Vaters.</p>
<h4 dir="auto" data-start="4483" data-end="4531">„The Light“ und die Suche nach einem Ausweg</h4>
<p dir="auto" data-start="4533" data-end="4689">Besonders deutlich wird diese persönliche Ebene in seinem Gemälde <strong data-start="4599" data-end="4614">„The Light“</strong>. Das Bild zeigt eine dunkle Straße, die auf einen hellen Horizont zuläuft.</p>
<p dir="auto" data-start="4691" data-end="5011">Omar erklärte gegenüber VICE, er versuche darin, das Licht am Ende eines dunklen Weges zu finden. Ob man das Gemälde als autobiografisches Statement lesen möchte, bleibt offen. Bemerkenswert ist jedoch, dass Omar seine Malerei selbst mit seiner persönlichen Entwicklung und der Verarbeitung seiner Vergangenheit verband.</p>
<p dir="auto" data-start="5013" data-end="5285">In seinen Bildern erscheinen offene Landschaften, Licht und Weite deshalb nicht nur als dekorative Motive. Sie können auch als Gegenbilder zu einer Biografie verstanden werden, die über Jahrzehnte von Gewalt, Flucht und dem übermächtigen Namen seines Vaters geprägt wurde.</p>
<h4 dir="auto" data-start="5287" data-end="5326">2022: Ausstellung in der Normandie</h4>
<p class="" dir="auto" data-start="5328" data-end="5555">Der bislang größte öffentlich dokumentierte Moment seiner künstlerischen Laufbahn folgte im Sommer 2022. Am <strong data-start="5436" data-end="5452">1. Juli 2022</strong> wurden in der <strong data-start="5467" data-end="5502">Arielle Brocante in Le Teilleul</strong> in der Normandie rund 30 seiner Gemälde präsentiert.</p>
<p dir="auto" data-start="5557" data-end="5833">Die Ausstellung fand nicht in einem etablierten Museum oder einer international bekannten Galerie statt, sondern in einem großen Antiquitäten- und Brocante-Betrieb. Gerade dieser ungewöhnliche Ort sorgte gemeinsam mit Omars Familiengeschichte für große mediale Aufmerksamkeit.</p>
<p dir="auto" data-start="5835" data-end="6067">Der Händler <strong data-start="5847" data-end="5864">Pascal Martin</strong> unterstützte Omar bei der Präsentation und beim Verkauf seiner Arbeiten. Er berichtete damals von erheblichem Interesse. Noch vor der offiziellen Eröffnung sollen einzelne Bilder reserviert worden sein.</p>
<p dir="auto" data-start="6069" data-end="6411">Martin sprach auch offen über den Einfluss des berühmten Nachnamens. Der Name Bin Laden ziehe Käufer an, erklärte er sinngemäß. Damit benannte er ein Problem, das Omar bin Ladens künstlerische Karriere bis heute begleitet: Die Öffentlichkeit interessiert sich für seine Bilder – aber häufig erst, nachdem sie erfahren hat, wer sein Vater war.</p>
<h4 dir="auto" data-start="6413" data-end="6462">Was kosteten die Gemälde von Omar bin Laden?</h4>
<p dir="auto" data-start="6464" data-end="6725">Die 2022 genannten Preise geben zumindest einen punktuellen Einblick in den damaligen Markt für seine Arbeiten. Kleinere Gemälde wurden Medienberichten zufolge für ungefähr <strong data-start="6637" data-end="6657">750 bis 800 Euro</strong> angeboten. Größere Arbeiten kosteten etwa <strong data-start="6700" data-end="6724">2.000 bis 2.500 Euro</strong>.</p>
<p dir="auto" data-start="6727" data-end="6916">Omar signierte einige seiner Bilder mit den Initialen <strong data-start="6781" data-end="6790">„OBL“</strong>. Gerade diese Signatur verstärkte zwangsläufig die Verbindung zwischen seiner Kunst und dem weltweit bekannten Familiennamen.</p>
<p dir="auto" data-start="6918" data-end="7181">Die damaligen Angebotspreise dürfen jedoch nicht mit einem dauerhaft etablierten Marktwert verwechselt werden. Dafür fehlen öffentlich dokumentierte Auktionsergebnisse, eine kontinuierliche Galerievertretung und eine ausreichend nachvollziehbare Verkaufshistorie.</p>
<p dir="auto" data-start="7183" data-end="7378">Es ist zudem nicht öffentlich bekannt, wie viele der ausgestellten Werke tatsächlich verkauft wurden, wo sie sich heute befinden oder ob sie inzwischen erneut auf dem Kunstmarkt angeboten wurden.</p>
<h4 dir="auto" data-start="7380" data-end="7428">Der Name als Belastung und Verkaufsargument</h4>
<p dir="auto" data-start="7430" data-end="7648">Damit entsteht ein bemerkenswertes Paradox. Omar bin Laden wollte als eigenständiger Künstler wahrgenommen werden. Gleichzeitig war es gerade sein Nachname, der seiner Malerei internationale Aufmerksamkeit verschaffte.</p>
<p dir="auto" data-start="7650" data-end="7920">Ein unbekannter Künstler muss normalerweise zunächst Sichtbarkeit aufbauen, bevor sich Medien, Galerien oder Sammler mit seinen Werken beschäftigen. Bei Omar war diese Sichtbarkeit von Anfang an vorhanden – allerdings aus einem Grund, den er sich nicht ausgesucht hatte.</p>
<p dir="auto" data-start="7922" data-end="8126">Die entscheidende Frage lautet deshalb: <strong data-start="7962" data-end="8062">Können die Bilder von Omar bin Laden unabhängig von seiner Familiengeschichte betrachtet werden?</strong> Oder ist sein Nachname zwangsläufig ein Teil ihres Marktwertes?</p>
<p dir="auto" data-start="8128" data-end="8613">Dieses Prinzip ist im Kunstmarkt nicht ungewöhnlich. Bekanntheit, Biografie und öffentliche Erzählungen können die Wahrnehmung eines Werkes erheblich beeinflussen. ARTTRADO hat sich bereits in dem Beitrag <a class="decorated-link" href="https://arttrado.de/news/banksy-stallone-dylan-warum-im-kunstmarkt-der-name-mehr-zaehlt-als-das-meisterwerk/?utm_source=chatgpt.com" target="_new" rel="noopener" data-start="8333" data-end="8531">„Banksy, Stallone, Dylan: Warum im Kunstmarkt der Name mehr zählt als das Meisterwerk“</a> mit der Frage beschäftigt, wie stark ein berühmter Name den Wert von Kunst prägt.</p>
<p dir="auto" data-start="8615" data-end="8858">Bei Omar bin Laden ist diese Verbindung jedoch besonders kompliziert. Sein Name steht nicht für eine vorherige Karriere in Film, Musik oder Unterhaltung, sondern für Terrorismus und eines der traumatischsten Ereignisse der jüngeren Geschichte.</p>
<h4 dir="auto" data-start="8860" data-end="8907">Ist Omar bin Laden ein Celebrity-Künstler?</h4>
<p dir="auto" data-start="8909" data-end="9058">Omar bin Laden lässt sich nicht ohne Weiteres mit klassischen prominenten Quereinsteigern vergleichen. Trotzdem gibt es strukturelle Gemeinsamkeiten.</p>
<p dir="auto" data-start="9060" data-end="9609">Auch bei Künstlern wie Johnny Depp oder Kanye West beeinflusst die öffentliche Bekanntheit, wie ihre Bilder betrachtet und bewertet werden. ARTTRADO hat diese Mechanismen unter anderem in den Beiträgen <a class="decorated-link" href="https://arttrado.de/news/johnny-depp-als-kuenstler-talent-hype-oder-teures-branding/?utm_source=chatgpt.com" target="_new" rel="noopener" data-start="9262" data-end="9413">„Johnny Depp als Künstler – Talent, Hype oder teures Branding?“</a> und <a class="decorated-link" href="https://arttrado.de/news/kanye-west-in-russland-vom-kuenstler-ye-zur-politischen-projektionsflaeche/?utm_source=chatgpt.com" target="_new" rel="noopener" data-start="9418" data-end="9597">„Kanye West in Russland: Vom Künstler Ye zur politischen Projektionsfläche“</a> untersucht.</p>
<p dir="auto" data-start="9611" data-end="9895">Der entscheidende Unterschied liegt in der Art der Bekanntheit. Depp und West waren bereits durch ihre eigene Arbeit berühmt, bevor ihre bildnerischen Werke größere Aufmerksamkeit erhielten. Omar bin Ladens Bekanntheit beruht dagegen fast vollständig auf seiner familiären Verbindung.</p>
<p dir="auto" data-start="9897" data-end="10030">Damit wird seine Kunst unweigerlich von einer Biografie überlagertert, gegen die sie gleichzeitig einen Gegenentwurf darstellen soll.</p>
<h4 dir="auto" data-start="10032" data-end="10083">Frankreich verhängt dauerhaftes Einreiseverbot</h4>
<p dir="auto" data-start="10085" data-end="10327">Nach der Ausstellung von 2022 blieb Omar zunächst in der Normandie, wo er seit 2016 mit seiner britischen Ehefrau gelebt hatte. Reuters bezeichnete ihn noch 2024 als Landschaftsmaler, der in der französischen Region Orne ansässig gewesen war.</p>
<p dir="auto" data-start="10329" data-end="10663">Sein Leben in Frankreich endete jedoch im Oktober 2023. Die Behörden entzogen ihm seine Aufenthaltspapiere und forderten ihn zur Ausreise auf. Hintergrund waren Beiträge in sozialen Medien, die von den französischen Behörden als Verherrlichung des Terrorismus beziehungsweise als Unterstützung terroristischer Inhalte bewertet wurden.</p>
<p dir="auto" data-start="10665" data-end="10819">Omar bestritt nach Medienberichten, den betreffenden Beitrag selbst veröffentlicht zu haben. Eine juristische Anfechtung der Entscheidung blieb erfolglos.</p>
<p dir="auto" data-start="10821" data-end="11022">Im Oktober 2024 erklärte der damalige französische Innenminister Bruno Retailleau schließlich, zusätzliche Maßnahmen ergriffen zu haben, um eine Rückkehr Omars nach Frankreich dauerhaft auszuschließen.</p>
<p dir="auto" data-start="11024" data-end="11129">Nach Berichten der Associated Press und französischer Medien lebt Omar bin Laden inzwischen in <strong data-start="11119" data-end="11128">Katar</strong>.</p>
<h4 dir="auto" data-start="11131" data-end="11163">Was wurde aus seiner Kunst?</h4>
<p dir="auto" data-start="11165" data-end="11281">Mit dem Umzug nach Katar verliert sich die öffentlich nachvollziehbare Spur seiner künstlerischen Arbeit weitgehend.</p>
<p dir="auto" data-start="11283" data-end="11614">Eine neue, konkret dokumentierte Ausstellung für 2025 oder 2026 lässt sich derzeit nicht verifizieren. Ebenso wenig ist eine etablierte Galerievertretung bekannt, die seine Arbeiten kontinuierlich präsentiert. Es existiert auch kein eindeutig bestätigter öffentlicher Onlineauftritt, über den Omar regelmäßig neue Bilder vorstellt.</p>
<p dir="auto" data-start="11616" data-end="11774">Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass er nicht mehr malt. Es bedeutet lediglich, dass seine aktuelle künstlerische Tätigkeit öffentlich kaum dokumentiert ist.</p>
<p dir="auto" data-start="11776" data-end="11967">Ungeklärt ist außerdem, ob Pascal Martin weiterhin mit ihm zusammenarbeitet, ob seit 2022 neue Werkgruppen entstanden sind und ob seine Gemälde noch direkt an private Sammler verkauft werden.</p>
<h4 dir="auto" data-start="11969" data-end="12021">Ein Kunstmarkt ohne nachvollziehbare Strukturen</h4>
<p dir="auto" data-start="12023" data-end="12120">Gerade diese Informationslücke macht Omar bin Laden aus kunstmarktanalytischer Sicht interessant.</p>
<p dir="auto" data-start="12122" data-end="12392">Er hatte eine öffentlich beachtete Ausstellung. Seine Bilder wurden zu konkreten Preisen angeboten und einzelne Reservierungen beziehungsweise Verkäufe wurden medial erwähnt. Gleichzeitig fehlt die Infrastruktur, über die sich ein Kunstmarkt gewöhnlich beobachten lässt.</p>
<p dir="auto" data-start="12394" data-end="12623">Es gibt keine bekannte regelmäßige Messepräsenz, keine nachvollziehbaren Auktionsergebnisse, keine öffentlich erkennbare Werkdatenbank und keine etablierte Galerie, die Preise, verfügbare Arbeiten oder Ausstellungen dokumentiert.</p>
<p dir="auto" data-start="12625" data-end="12778">Der damalige Markt scheint wesentlich über persönliche Kontakte, Medieninteresse und die außergewöhnliche Geschichte des Künstlers funktioniert zu haben.</p>
<p dir="auto" data-start="12780" data-end="12933">Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: <strong data-start="12830" data-end="12859">Malt Omar bin Laden noch?</strong> Ebenso wichtig ist die Frage: <strong data-start="12890" data-end="12933">Was ist aus seinem Kunstmarkt geworden?</strong></p>
<p dir="auto" data-start="12935" data-end="13141">Wer besitzt heute seine Werke? Werden sie weiterhin gehandelt? Sind in Katar neue Bilder entstanden? Arbeitet Pascal Martin noch mit ihm zusammen? Und plant Omar eine neue Ausstellung außerhalb Frankreichs?</p>
<p dir="auto" data-start="13143" data-end="13207">Darauf gibt es derzeit keine belastbaren öffentlichen Antworten.</p>
<h4 dir="auto" data-start="13209" data-end="13260">ARTTRADO versucht, Omar bin Laden zu erreichen</h4>
<p dir="auto" data-start="13262" data-end="13532">ARTTRADO möchte diese Lücke nicht mit Spekulationen füllen. Deshalb haben wir nach einer Kontaktmöglichkeit zu <strong data-start="13373" data-end="13390">Pascal Martin</strong> recherchiert, der Omars Arbeiten 2022 in der Normandie präsentierte und damals eine wichtige Rolle bei der Vermittlung seiner Bilder spielte.</p>
<p dir="auto" data-start="13534" data-end="13747">Über Martin soll eine Interviewanfrage an Omar bin Laden weitergeleitet werden. Dabei soll nicht erneut nur sein berühmter Vater im Mittelpunkt stehen. Uns interessieren vor allem seine Kunst und ihre Entwicklung.</p>
<p dir="auto" data-start="13749" data-end="14107">Welche Bilder sind seit der Ausstellung 2022 entstanden? Welche Motive beschäftigen ihn heute? Malt er weiterhin Landschaften, Pferde und Szenen des amerikanischen Westens? Sind in Katar neue Werkgruppen entstanden? Werden seine Arbeiten noch verkauft? Und wie erlebt es ein Künstler, wenn der eigene Nachname international bekannter ist als das eigene Werk?</p>
<p dir="auto" data-start="14109" data-end="14252">Sollte Omar bin Laden auf die Anfrage reagieren, wird ARTTRADO über seine aktuellen Arbeiten und seine weiteren künstlerischen Pläne berichten.</p>
<h4 dir="auto" data-start="14254" data-end="14313">Vom Sohn Osama bin Ladens zum eigenständigen Künstler?</h4>
<p dir="auto" data-start="14315" data-end="14580">Omar bin Ladens Geschichte lässt sich auf zwei unterschiedliche Arten erzählen: als Geschichte über den Sohn eines der bekanntesten Terroristen der Welt – oder als Geschichte über einen Mann, der versucht, sich mithilfe der Malerei eine eigene Identität aufzubauen.</p>
<p dir="auto" data-start="14582" data-end="14675">Beides gehört zu seiner Biografie. Seine Bilder machen diese Geschichte jedoch komplizierter.</p>
<p dir="auto" data-start="14677" data-end="14938">Wer seine Arbeiten betrachtet, sieht zunächst keine offene Terrorpropaganda. Man sieht Landschaften, Wüsten, Tiere, Licht und weite Räume. Man sieht eine Bildwelt, die auffällig stark von Freiheit, Distanz und der Sehnsucht nach einem anderen Leben geprägt ist.</p>
<p dir="auto" data-start="14940" data-end="15169">Gleichzeitig lässt sich kaum ignorieren, wer diese Bilder gemalt hat. Der Name Bin Laden öffnete Omar Türen zur internationalen Öffentlichkeit, obwohl er genau jener Geschichte entkommen wollte, mit der dieser Name verbunden ist.</p>
<p dir="auto" data-start="15171" data-end="15380">Vielleicht liegt darin der interessanteste Aspekt seiner Kunst: Omar bin Laden wurde in eine Geschichte hineingeboren, die er sich nicht ausgesucht hat. Als Maler versucht er offenbar, eine andere zu erzählen.</p>
<p dir="auto" data-start="15382" data-end="15505">Ob und wie diese Geschichte 2026 weitergeschrieben wird, gehört zu den Fragen, auf die ARTTRADO nun eine Antwort sucht.</p>
<h4 dir="auto" data-start="15382" data-end="15505">Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild: Eine Straße führt durch die Wüste auf den Horizont zu. Die Aufnahme dient als Symbolbild für Omar bin Ladens Landschaftsmalerei und die Suche nach einem eigenen künstlerischen Weg. Foto: <span dir="auto">Francesco Ungaro </span>/Pexels.</p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://arttrado.de/news/omar-bin-laden-als-kuenstler-was-wurde-aus-den-gemaelden-von-osama-bin-ladens-sohn/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst</title>
		<link>https://arttrado.de/news/gerd-jansen-im-interview-ueber-ordnung-freiheit-und-fuenf-jahrzehnte-kunst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 11:34:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gerd Jansen]]></category>
		<category><![CDATA[Wandlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzer Planet]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=20204</guid>

					<description><![CDATA[Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst Gerd Jansen, geboren 1956 in Goch am Niederrhein, bewegt <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/gerd-jansen-im-interview-ueber-ordnung-freiheit-und-fuenf-jahrzehnte-kunst/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 16px;">Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst</span></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="289" data-end="720">Gerd Jansen, geboren 1956 in Goch am Niederrhein, bewegt sich seit mehr als fünf Jahrzehnten zwischen Zeichnung, Skulptur, Installation und konzeptueller Kunst. Bevor er sich vollständig der Kunst zuwandte, begann er zunächst ein Physikstudium in Göttingen. 1979 wechselte er an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er unter anderem bei Rolf Sackenheim, Tony Cragg und Erwin Heerich studierte. 1985 wurde er Meisterschüler von Heerich.</p>
<p data-start="722" data-end="1183">Naturwissenschaftliches Denken verschwand mit diesem Wechsel allerdings nicht aus seiner Arbeit. Im Gegenteil: Systeme, elementare Formen, Wiederholung, Variation und später insbesondere natürliche Zahlen und Primzahlen wurden zu zentralen Werkzeugen seines künstlerischen Werks. Dabei versteht Jansen die Systematik nicht als Selbstzweck. Ordnung schafft für ihn vielmehr den Ausgangspunkt, von dem aus bildnerische Freiheit überhaupt erst möglich werden kann.</p>
<p data-start="1185" data-end="1681">Stationen wie ein Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen in Paris 1986, ein DAAD-Stipendium in der Schweiz sowie der Kunstpreis des Basler Kunstvereins begleiteten seine Entwicklung. Seit Ende der 1980er-Jahre lebt und arbeitet Jansen im Raum Basel, heute im schweizerischen Nusshof. Im Jahr 2000 gründete er gemeinsam mit seiner Frau, der Pianistin Christine Jansen, das „Institut für bildnerisches Denken“, in dem Kunst, Musik und philosophische Fragestellungen miteinander verbunden wurden.</p>
<p data-start="1683" data-end="2311">Sein über Jahrzehnte entstandenes Hauptwerk gliedert Jansen in verschiedene Werkgruppen, die von frühen Versuchen einer bildnerischen Übersetzung musikalischer Strukturen über Skulpturen und serielle Zeichnungen bis zum digitalen und partizipativen Internetprojekt „countune“ reichen. Seit 2017 entstanden daneben die von ihm als „Nachträge“ bezeichneten Werkgruppen „Der Schwarze Planet“, „Nullpunkt“ und „Wandlungen“. Während das frühere Hauptwerk weitgehend aus einer kunstimmanenten Beschäftigung mit Struktur und Komposition hervorging, treten darin zunehmend gesellschaftliche, ökologische und philosophische Fragen hinzu.</p>
<p data-start="2313" data-end="2783">Sein Gesamtwerk hat Jansen umfangreich dokumentiert. In inzwischen 19 Werk- und Dokumentationsbänden lässt sich eine künstlerische Entwicklung nachvollziehen, die trotz ihrer unterschiedlichen Erscheinungsformen immer wieder um dieselben Grundfragen kreist: Wie viel Ordnung benötigt ein Bild? Wann wird aus einer Regel Freiheit? Welche Rolle spielen Zahlen für unsere Wahrnehmung der Welt? Und was bleibt vom Kunstwerk, wenn am Ende vor allem die Idee entscheidend ist?</p>
<p data-start="2785" data-end="2869" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Über genau diese Fragen spricht Gerd Jansen im ausführlichen Interview mit ARTTRADO.</p>
<h4 class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="1386" data-end="1450">Ordnung und Freiheit: Was vom jungen Künstler geblieben ist</h4>
<p data-start="1452" data-end="1678"><strong data-start="1452" data-end="1465">ARTTRADO:</strong> Wenn Sie heute, nach mehreren Jahrzehnten künstlerischer Arbeit, vor einer neuen Arbeit stehen: Wie viel von dem jungen Künstler, der Ihr Hauptwerk begonnen hat, ist in Ihrer heutigen Arbeitsweise noch vorhanden?</p>
<p data-start="1680" data-end="1923"><strong data-start="1680" data-end="1696">Gerd Jansen:</strong> Alles. An meinem Temperament, systematisch zu arbeiten, hat sich nichts verändert. Die guten Sachen waren immer irgendwie geometrisch bestimmt und dazu angelegt, nicht nur ein Bild, sondern gleich mehrere in der Art zu machen.</p>
<p data-start="1925" data-end="2438">Allerdings hat mich diese Systematik und Geometrie, aus heutiger Sicht betrachtet, bis zur fünften Werkgruppe immer auch eingeengt. Es fehlte der spielerische Atem, alles war sehr kopfig. Um 1986 erkannte ich dann überraschenderweise in der äußersten Reduktion der Systematik den Schlüssel zu einem freieren Umgang mit Regeln, Plänen und Strategien. Diese Reduktion des Systematischen konnte ich zehn Jahre später noch einmal verschärfen, und zwar durch die Verwendung der natürlichen Zahlen als Arbeitsfundament.</p>
<p data-start="2440" data-end="2752">In den sogenannten Nachträgen zu meinem Hauptwerk verbinden sich seit 2017, auf der Grundlage meiner bildnerischen Erfahrungen, in hohem Maße Freiheitsgrade mit genau gegliederter Ordnung. Es scheint auch, dass sich dieser Wunsch nach Ordnung in allem, was ich tue, von Anfang an immer wieder verwirklichen will.</p>
<p data-start="2754" data-end="3014"><strong data-start="2754" data-end="2767">ARTTRADO:</strong> Ihr Werk ist über lange Zeit stark von Systemen, Regeln, Zahlen, Wiederholungen und konzeptuellen Überlegungen geprägt worden. Was hat Sie ursprünglich daran interessiert, Kunst nicht nur als Bild oder Objekt, sondern als ein System zu begreifen?</p>
<p data-start="3016" data-end="3207"><strong data-start="3016" data-end="3032">Gerd Jansen:</strong> Ich begreife die Kunst nicht als System. In der Kunst, der Musik oder auch der Dichtung sollte es meines Erachtens gerade darum gehen, das System, den Verstand zu überwinden.</p>
<p data-start="3209" data-end="3570">Uns Menschen sind dazu aber nun einmal nur die Möglichkeiten der bildnerischen und sprachlichen Mittel und der mehr oder weniger konzeptuelle Einsatz dieser Mittel gegeben. Ein Bild, ein Objekt, ein Musikstück oder eine Dichtung sind lediglich Hilfsmittel, die unser Alltagsbewusstsein an den größeren Zusammenhang, den wir meist ausblenden, heranführen können.</p>
<p data-start="3572" data-end="3963">Darum habe ich auch mit dem Studium der Physik aufgehört, weil ich mich in der Kunst freier und meinem Temperament entsprechend bewegen konnte. Wenn du ein naturwissenschaftliches Studium beginnst, bekommst du Bücher und besuchst Vorlesungen. Wenn du ein Kunststudium beginnst, stehst du vor einem leeren Raum, und nur du bestimmst, was nun in diesem Raum nach welchen Regeln passieren wird.</p>
<figure id="attachment_20205" aria-describedby="caption-attachment-20205" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-20205" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-scaled.jpg" alt="Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="2048" height="2046" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-768x767.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-800x799.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-600x599.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20205" class="wp-caption-text">Serielle Linienzeichnung, Nachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger, Graphit, 60 x 60 cm, 1987.</figcaption></figure>
<h4 data-start="4095" data-end="4133">Vom Hauptwerk zu den „Nachträgen“</h4>
<p data-start="4135" data-end="4436"><strong data-start="4135" data-end="4148">ARTTRADO:</strong> Sie unterscheiden selbst zwischen Ihrem „Hauptwerk“ und den seit 2017 entstandenen „Nachträgen“. Ist diese Bezeichnung wörtlich zu verstehen? Sind die Nachträge Ergänzungen zu etwas grundsätzlich Abgeschlossenem oder ist daraus inzwischen längst ein neues Kapitel Ihres Werks entstanden?</p>
<p data-start="4438" data-end="4672"><strong data-start="4438" data-end="4454">Gerd Jansen:</strong> Eigentlich sollte das nahezu gesamtkunstwerklich angelegte Internetprojekt „countune“ der Endpunkt meiner Arbeit sein. Aber das habe ich nicht durchhalten können. Da waren noch zu viele Ideen in mir, die raus wollten.</p>
<p data-start="4674" data-end="5283">Wie gesagt, hat sich an meiner Arbeitsweise nie wirklich etwas geändert. Das gilt für das Hauptwerk und auch für die Nachträge. Natürlich gibt es zwischen beiden Bereichen einen großen Unterschied. Alles, was ich als Hauptwerk zusammenfasse, ist wertfrei in Bezug auf Außerkünstlerisches. Es geht um Geometrien, Strukturen, Strategien, Materialisierungen und so weiter. Es gab nichts Erzählerisches in oder hinter den Arbeiten. Die Arbeiten stehen nur für sich selbst. Jede war wie ein wissenschaftlicher Beweis. Alles war in dem begründet, was zu sehen war, getragen von der jeweiligen Kompositionsstrategie.</p>
<p data-start="5285" data-end="5644">Bei den Nachträgen ist es von der Optik nicht viel anders. Jede Arbeit steht für sich und repräsentiert das gesamte Ordnungssystem der Werkgruppe. Nur ist dieses Ordnungssystem nicht mehr ganz wertfrei: Gesellschaftspolitische und ökologische Gedanken sind die Basis und die treibenden Kräfte, von denen ich ausgehe und auf die hin ich die Werkgruppe anordne.</p>
<p data-start="5646" data-end="6173">Wichtig ist für mich, dass diese gedankliche Grundlage nicht plakativ nach vorne getragen wird, sondern dass es eine Übersetzung in meine bildnerische Sprache ist. Diese Sprache verbindet natürlich beide Bereiche sehr eng. Man könnte die Nachträge, was das gedankliche Gerüst dahinter angeht, aber durchaus als neues Kapitel meiner Arbeit sehen. Die Untertitel „Bilderbuch einer neuen Erde“, „Bilderbuch eines neuen Bewusstseins“ und „Bilderbuch der transzendenten Wirklichkeit“ unterstreichen diesen Unterschied zum Hauptwerk.</p>
<h4 data-start="6175" data-end="6213">„Zu viel Theorie schreckt sie ab“</h4>
<p data-start="6215" data-end="6601"><strong data-start="6215" data-end="6228">ARTTRADO:</strong> Sie haben geschrieben, dass Menschen nicht gerne mit Konzepten überfordert werden und dass Sie seit 2017 versuchen, das Konzeptuelle stärker mit dem Spielerischen und optisch Einladenden zu verbinden. War das ausschließlich eine künstlerische Entwicklung oder auch die Erkenntnis, dass Sie mit Ihrer früheren Arbeit Teile des Publikums möglicherweise nicht erreicht haben?</p>
<p data-start="6603" data-end="6945"><strong data-start="6603" data-end="6619">Gerd Jansen:</strong> Natürlich habe ich in den vielen Jahren einige Publikumsreaktionen erlebt, aber ich würde nicht sagen, dass diese Einfluss auf meine künstlerischen Entscheidungen hatten. Dafür war ich zu sehr wie ein Wissenschaftler, der zielstrebig, auch bei Fehlschlägen, immer wieder etwas versucht, bis er seine Theorie bestätigt findet.</p>
<p data-start="6947" data-end="7282">Es war mir klar, dass ein solcher künstlerischer Weg für ein großes Publikum wahrscheinlich zu langweilig ist: immer diese endlosen Serien mit unzähligen Strichen und Linien, kaum Farbe. Da passiert ja nichts. Aber ich musste diese Erfahrungen machen, wie ein Musiker, der sich durch Etüden stark macht für die eigentlichen Musikwerke.</p>
<figure id="attachment_20206" aria-describedby="caption-attachment-20206" style="width: 1918px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-20206" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm.jpg" alt="Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="1918" height="1912" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm.jpg 1918w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-1024x1021.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-768x766.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-1536x1531.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-800x797.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-600x598.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 1918px) 100vw, 1918px" /><figcaption id="caption-attachment-20206" class="wp-caption-text">Linienmeditation, März 1993, Tusche, 80 × 80 cm</figcaption></figure>
<p data-start="7348" data-end="7586">Ab 1997, mit den natürlichen Zahlen als Grundlage, veränderte sich auch die Außenwirkung meiner Arbeit. Die Arbeiten wurden spielerischer, farbiger und handlicher, und ich fand ab dieser Zeit auch mehr Interessierte, die Arbeiten kauften.</p>
<p data-start="7588" data-end="7897">Ein weiterer Grund für die bessere Außenwirkung war natürlich das „Institut für bildnerisches Denken“, das ich im Jahr 2000 gegründet habe. Ausstellungen und Konzerte lockten Publikum an, und es gab viele Gelegenheiten, mit Interessenten und Pressevertretern zu sprechen und ihnen meine Position zu erläutern.</p>
<p data-start="7899" data-end="8082">Eine Galeristin sagte mir einmal: Die Leute wollen schöne Sachen sehen, zu viel Theorie schreckt sie ab. Da ist etwas dran. Es ist aber natürlich gleichzeitig ein gewagter Standpunkt.</p>
<p data-start="8084" data-end="8319"><strong data-start="8084" data-end="8097">ARTTRADO:</strong> Wenn ein komplexes Konzept zugänglicher und visuell attraktiver wird, besteht zugleich die Gefahr, dass der Betrachter nur noch das Bild sieht und das dahinterliegende System übersieht. Beschäftigt Sie dieser Widerspruch?</p>
<p data-start="8321" data-end="8563"><strong data-start="8321" data-end="8337">Gerd Jansen:</strong> Wie bereits erläutert, geht es gerade darum, dass wir es schaffen, in einem Bild oder Objekt das System zu überwinden. Um ein bildnerisches Werk zu konstituieren, brauchen wir natürlich ein Konzept, Werkzeuge und Materialien.</p>
<p data-start="8565" data-end="9052">Ich nehme gerne das Beispiel eines Baums, der auf einer Wiese steht. Wenn wir diesen Baum anschauen, nehmen wir seine Größe wahr, die grünen Blätter, die sich im Wind bewegen, das Rauschen der Baumkrone, den kräftigen, strukturierten Stamm, die Astverzweigungen und wie er sich in die Landschaft einfügt und sich gegen den Himmel abhebt. In diesem Moment denken wir nicht an die unzähligen biologischen Abläufe in seinem Inneren und an deren Gesetzmäßigkeiten. Wir bewundern diesen Baum.</p>
<p data-start="9054" data-end="9243">So ist es auch bei der Bildbetrachtung: Was zählt, ist die Wirkung auf unsere Wahrnehmung. Das schließt aber nicht aus, dass wir unbewusst alles mitwahrnehmen, was dieses Bild konstituiert.</p>
<p data-start="9245" data-end="9562">Bei den interaktiven Bild-Konzepten habe ich beispielsweise auf Grundlage der natürlichen Zahlen eine Struktur vorgegeben, die der Interessent nach Belieben verändern und mit Farben ausstatten kann. Dabei muss er meine unterlegte Struktur nicht verstehen. Er muss nur so lange „spielen“, bis ihm das Ergebnis gefällt.</p>
<p data-start="9564" data-end="9741">Beim Autofahren ist das ähnlich: Die meisten wissen gar nicht, was unter der Motorhaube geschieht. Man muss nur wissen, wie man das Auto bedient und die Verkehrsregeln beachten.</p>
<figure id="attachment_20207" aria-describedby="caption-attachment-20207" style="width: 783px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-20207" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98.png" alt="Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002 - Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002" width="783" height="786" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98.png 783w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-300x300.png 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-150x150.png 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-768x771.png 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-600x602.png 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-100x100.png 100w" sizes="(max-width: 783px) 100vw, 783px" /><figcaption id="caption-attachment-20207" class="wp-caption-text">Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002</figcaption></figure>
<h4 data-start="9841" data-end="9887">Einschränkung als künstlerische Strategie</h4>
<p data-start="9889" data-end="10269"><strong data-start="9889" data-end="9902">ARTTRADO:</strong> Das Jahr 2017 scheint für Ihre Entwicklung eine besondere Rolle zu spielen. Sie haben damals unter anderem Ihre große Werkstatt aufgegeben. Inwiefern haben Ihre persönliche Situation und veränderte praktische Möglichkeiten beeinflusst, welche Kunst Sie danach machen konnten und machen wollten? Kann eine Einschränkung selbst zu einem künstlerischen Werkzeug werden?</p>
<p data-start="10271" data-end="10567"><strong data-start="10271" data-end="10287">Gerd Jansen:</strong> Ja, Einschränkung ist immer eine gute Strategie. Leider kommt es oft erst in leidvollen Situationen dazu, aber dann ist die Einschränkung auch sehr echt: finanzielle Engpässe, räumliche Veränderungen, persönliche Schicksalsschläge, Unzufriedenheit mit sich selbst und der Arbeit.</p>
<p data-start="10569" data-end="10761">Ich habe nie die Erfahrung gemacht, dass ich eine einfache Einschränkung ohne Anlass bestimmen konnte, etwa: Heute arbeite ich einmal nur mit einem bestimmten Mittel. Das hat nie funktioniert.</p>
<p data-start="10763" data-end="11269">Die erste wichtige Einschränkung kam bei mir nach den großen Installationen 1981. Ich war kräftemäßig und finanziell am Ende, und es kam noch ein persönliches Schicksal hinzu. Ich habe quasi von vorn angefangen, Giordano Bruno gelesen und dazu Zeichnungen mit einigen Stiften auf A4-Papieren gemacht. Im Laufe der Zeit entstanden auch Objekte, für die ich von meinem damaligen Lehrer Erwin Heerich keine gute Kritik bekam. Das war die Zeit der Gedankenmodelle, eine sehr unsichere Etappe meines Werdegangs.</p>
<p data-start="11271" data-end="11520">Eineinhalb Jahre später suchte ich darum noch einmal einen neuen Ansatz. Diesmal, unter der Obhut von Heerich, etwas kontrollierter. Ich besann mich auf meine physikalische Vergangenheit und baute aus elementaren Bausteinen physikalische Skulpturen.</p>
<p data-start="11522" data-end="11811">So ging es immer weiter, bis ich 1986 in Paris eine so bedeutende Einschränkung erfahren musste, dass ich darin endlich den wirklichen Kern meiner Arbeit finden konnte. Die Übermacht der Stadt, der Museen und die Beschränkung auf ein kleines Zimmer ohne Arbeitsmittel machten dies möglich.</p>
<p data-start="11813" data-end="12199">Weitere Etappen waren die Entscheidung für die natürlichen Zahlen, das Internetprojekt „countune“ und schließlich 2017 die Auflösung unseres großen Hauses mit Werkstatt und Atelier sowie Ausstellungs- und Konzertraum. Die zeitgleiche Erkenntnis, dass die Computerarbeit und das Internet für mich zunehmend problematisch wurden, brachte mich schließlich zu den Werkgruppen der Nachträge.</p>
<h4 data-start="12201" data-end="12255">„Der Schwarze Planet“: Erst sehen, dann verstehen</h4>
<p data-start="12257" data-end="12553"><strong data-start="12257" data-end="12270">ARTTRADO:</strong> Beginnen wir mit „Der Schwarze Planet“: Wenn jemand eine Arbeit aus dieser Werkgruppe zum ersten Mal sieht und keinerlei Vorwissen über Ihr Werk besitzt, was würden Sie sich wünschen, dass dieser Mensch zunächst wahrnimmt, noch bevor er beginnt, nach dem Konzept dahinter zu fragen?</p>
<p data-start="12555" data-end="12803"><strong data-start="12555" data-end="12571">Gerd Jansen:</strong> Grundsätzlich sollte man, wenn man vor einem Kunstwerk steht, die Sinne „einschalten“ und den Verstand zumindest etwas nach hinten schieben. Eine möglichst vorurteilsfreie Wahrnehmung liefert dann genug Input auch für den Verstand.</p>
<p data-start="12805" data-end="13024">Genaues Hinschauen ist wichtig: die Größe des Bildes, die Materialität, die Technik, die Farbigkeit und schließlich das Motiv selbst. Sie alle geben Aufschluss über Intentionen, die zu diesem Bild geführt haben könnten.</p>
<p data-start="13026" data-end="13251">Ich habe bereits von der Betrachtung eines Baumes gesprochen. Hier scheint uns eine neutrale Betrachtung meist mühelos zu gelingen. Bei einem Bild kommen Fragen und Urteil oft schneller, als die reine Wahrnehmung beendet ist.</p>
<p data-start="13253" data-end="13562">Die Werkgruppe „Der Schwarze Planet“ ist in vier Bereiche gegliedert: Mineral, als Kombination von Collage, Zeichnung und Malerei; Seismogramm, als Zeichnung mit Graphit und Tusche; Pflanze, als Skulptur aus Draht und verschiedenen Materialien; und Rätsel, als digitale Kombination von Fotografien der Bilder.</p>
<p data-start="13564" data-end="13837">Der Betrachter nimmt in jeder dieser Arbeiten eine mehr oder weniger komplexe Struktur wahr. Mein Wunsch wäre, dass er allein durch die Betrachtung stärker in eine solche Struktur hineingezogen wird und ein Gefühl der Übereinstimmung mit seiner eigenen Gestimmtheit findet.</p>
<p data-start="13839" data-end="14045">Dass das Werk dann noch zu einer großen Gruppe von Arbeiten gehört, die durch eine gedankliche Klammer zusammengehalten wird, könnte seine Ausstrahlung weiter verstärken. Aber das ist schon wieder Verstand.</p>
<h4 data-start="14047" data-end="14102">„Nullpunkt“: Stillstand und potenzieller Neuanfang</h4>
<p data-start="14104" data-end="14317"><strong data-start="14104" data-end="14117">ARTTRADO:</strong> „Nullpunkt“ ist ein ungewöhnlich offener Titel. Was bedeutet der Nullpunkt für Sie persönlich und künstlerisch: Ende, Anfang, Reduktion, Stillstand oder die Möglichkeit, wieder von vorne zu beginnen?</p>
<p data-start="14319" data-end="14556"><strong data-start="14319" data-end="14335">Gerd Jansen:</strong> Wir haben darüber bereits beim Thema Einschränkung gesprochen. In der Werkgruppe „Nullpunkt“ habe ich gewissermaßen versucht, diese bildnerische Thematik in den Bereichen Gesetz, Aura, Kondensat und Resonanz zu erfassen.</p>
<p data-start="14558" data-end="14727">Dabei habe ich als elementare Struktur, als Nullpunkt, nur das Quadrat gewählt. Alle Arbeiten nehmen davon ihren Ausgang beziehungsweise lassen sich darauf zurückführen.</p>
<p data-start="14832" data-end="15155">Im Nachwort des zugehörigen Dokumentationsbuches beschreibe ich Einschränkungssituationen aus meinem eigenen Leben, aus der Existenz einer Gesellschaft und auch aus der Physik, etwa den absoluten Temperatur-Nullpunkt. In allen Fällen gilt es, den Nullpunkt zu überwinden und aus der Erstarrung wieder in Bewegung zu kommen.</p>
<p data-start="15157" data-end="15431">Aus meiner Erfahrung heraus tendiere ich dazu, dass man an einen solchen Nullpunkt nicht zurückgehen sollte. Dieser Nullpunkt sollte vielmehr wagemutig übersprungen werden, hinein in einen ungewissen Bereich, der den großen Vorteil hat, unbelastet von alten Mustern zu sein.</p>
<p data-start="15433" data-end="15556">Im Nullpunkt treffen sich alle Gegensätze: ein Ende und der potenzielle Neuanfang, Stillstand und potenziell neue Bewegung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_20220" aria-describedby="caption-attachment-20220" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20220" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-scaled.jpg" alt="Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst - Titelbild: Gerd Jansen mit Dmitry Garanin. Seit 2005 Professor im Fachbereich Physik des Lehman College der City University, New York. Seine Frau ist die bekannte Pianistin Elena Kuschnerova, mit der Gerd Jansen bereits drei Klavierabende veranstaltete." width="2048" height="2048" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-768x768.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-800x800.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-600x600.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20220" class="wp-caption-text">Aus der Werkgruppe &#8222;Nullpunkt&#8220; (Resonanz ag20221108) fotographische Kombination von Malerei und Zeichnung, 50cm*50cm, 2022.</p>
<p></figcaption></figure>
<h4 data-start="15623" data-end="15920"><span style="font-size: 16px;">„Wandlungen“ und die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst</span></h4>
<p data-start="15623" data-end="15920"><strong data-start="15623" data-end="15636">ARTTRADO:</strong> Bei „Wandlungen“ scheint bereits der Titel etwas zu beschreiben, das sich durch Ihr gesamtes Werk ziehen könnte. Was wandelt sich in diesen Arbeiten eigentlich am stärksten: die Form, das zugrunde liegende System, Ihre Arbeitsweise oder vielleicht auch Ihre eigene Haltung zur Kunst?</p>
<p data-start="15922" data-end="16102"><strong data-start="15922" data-end="15938">Gerd Jansen:</strong> Es verändern sich die Erscheinungsweisen der zugrunde liegenden künstlerischen Strategien. Das Temperament und die dadurch bestimmten Arbeitsweisen bleiben gleich.</p>
<p data-start="16104" data-end="16263">Auch in der Werkgruppe „Wandlungen“ habe ich die einzelnen Bereiche wieder in vier Ausdrucksweisen gegliedert: Schöpfung, Entfaltung, Auflösung und Augenblick.</p>
<p data-start="16265" data-end="16616">Weil ich diese Wandlungsprozesse in der eigenen Arbeit immer wieder selbst erlebt habe, sind sie vielleicht deshalb in dieser Werkgruppe zum Thema geworden, ähnlich wie bei „Nullpunkt“. Da ist in der eigenen Arbeit der Prozess der Schöpfung, der Ideenfindung, oft über die Intuition, dann der Prozess der Entfaltung und schließlich auch der Auflösung.</p>
<figure id="attachment_20209" aria-describedby="caption-attachment-20209" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20209" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-scaled.jpg" alt="Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002 - Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="2048" height="2048" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-768x768.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-800x800.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-600x600.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20209" class="wp-caption-text">Zeichnungsbeispiel aus Wandlungen: Schöpfung ws45, Collage und Tusche, 37 x 37 cm, 2024.</figcaption></figure>
<p data-start="16722" data-end="17043">Besonders interessant fand ich es in diesem Zusammenhang, mehr über den Augenblick nachzudenken. Sich des Augenblicks bewusst oder seiner gar habhaft zu werden, ist eine ganz starke Kraft, die uns im Schaffensprozess und später bei der Bildbetrachtung aus der alltäglichen, materiellen Empfindungssphäre herausheben kann.</p>
<p data-start="17045" data-end="17255">Im künstlerischen, musikalischen oder dichterischen Bereich ist so etwas vielleicht leichter möglich als in anderen Bereichen. Insofern erachte ich diese Bereiche als besonders lebensnotwendig für die Menschen.</p>
<p data-start="17257" data-end="17372">Da ist meine Haltung kompromisslos: Ohne Kunst, Musik und Dichtung werden wir keine lebenswerte Gesellschaft haben.</p>
<p data-start="17374" data-end="17625"><strong data-start="17374" data-end="17387">ARTTRADO:</strong> Sie sagen, ohne Kunst, Musik und Dichtung werde es keine lebenswerte Gesellschaft geben. Was genau können diese Bereiche Ihrer Ansicht nach leisten, was andere gesellschaftliche Institutionen oder Formen des Denkens nicht leisten können?</p>
<p data-start="17627" data-end="17885"><strong data-start="17627" data-end="17643">Gerd Jansen:</strong> Eine ganz wichtige Aufgabe der Menschen liegt meiner Ansicht nach in der Ausbildung unseres geistigen Vermögens. Damit meine ich nicht Intelligenz oder praktische Geschicklichkeit, welche allerdings wichtig sind für unser Bestehen im Alltag.</p>
<p data-start="17887" data-end="18183">Je stärker unser geistiges Bewusstsein ist, umso achtsamer werden wir als Menschen miteinander, mit den Tieren und mit unserem Planeten umgehen, weil wir in allem unseren geistigen Ursprung erkennen. Die Fähigkeit zu geistigem Bewusstsein ist uns mitgegeben, aber wir müssen immer daran arbeiten.</p>
<p data-start="18185" data-end="18581">Das geht im Prinzip in allen Bereichen, aber natürlich am besten dort, wo die materiellen Erfordernisse des Alltags weniger stark sind. In Kunst, Musik, Dichtung geht es ja darum, Gedankliches in ein Medium zu bringen, als Anstoß für eigenes Weiterdenken oder als Grundlage für ein Gespräch mit anderen Menschen. Hier haben wir dann eine kommunikative Dimension, die auf Erkenntniszugewinn zielt.</p>
<p data-start="18583" data-end="19010">Man könnte auch sagen, dass vor allem diese künstlerischen Disziplinen den Zugang zu Geistigem erleichtern, weil sie selbst aus dem Geistigen entstanden sind. Beispielsweise sind natürlich auch soziale Bestrebungen begrüßenswert. In einer sozialen Gesellschaft gibt es aber nicht unbedingt Kunst und Musik. Umgekehrt kann eine Gesellschaft, die durch Kunst und Musik eine geistige Bildung erfährt, nicht anders als sozial sein.</p>
<h4 data-start="19012" data-end="19060">Wo Hauptwerk und Nachträge auseinandergehen</h4>
<p data-start="19062" data-end="19243"><strong data-start="19062" data-end="19075">ARTTRADO:</strong> Wenn Sie heute Arbeiten aus Ihrem Hauptwerk neben Arbeiten der Nachträge legen: Wo erkennen Sie selbst die stärkste Verbindung und wo sehen Sie einen wirklichen Bruch?</p>
<p data-start="19245" data-end="19440"><strong data-start="19245" data-end="19261">Gerd Jansen:</strong> Auch optisch sehe ich eigentlich nur Verbindungen, selbst wenn die Optik große Unterschiede aufweist. Erst wenn man sich über die Dinge unterhält, kann man Zuordnungen vornehmen.</p>
<p data-start="19442" data-end="19667">Wenn wir überhaupt einen Bruch in Erwägung ziehen, dann liegt er im Unterschied zwischen der wertfreien Arbeitsphase bis 2017 und der sich daran anschließenden Arbeitsphase, die mit außerkünstlerischen Gedanken unterlegt ist.</p>
<h4 data-start="19669" data-end="19717">Wenn die Idee wichtiger wird als das Objekt</h4>
<p data-start="19719" data-end="20128"><strong data-start="19719" data-end="19732">ARTTRADO:</strong> Ein erheblicher Teil Ihres plastischen Hauptwerks befindet sich heute nicht mehr bei Ihnen selbst, sondern wurde verkauft, Institutionen überlassen oder befindet sich beispielsweise im Centre d’Art Contemporain Frank Popper in Frankreich. Wie verändert sich das eigene Verhältnis zu einem jahrzehntelangen Werk, wenn man als Künstler selbst physisch nur noch auf einen Teil davon zugreifen kann?</p>
<p data-start="20130" data-end="20533"><strong data-start="20130" data-end="20146">Gerd Jansen:</strong> Eigentlich lassen sich alle meine Skulpturen wiederholen. Ich hatte einmal den Fall, dass ein Werk aus der vierten Werkgruppe „Das Weltall als Idee“ plötzlich im Museum „verschwunden“ war. Obwohl es keine serielle Skulptur war, habe ich mir die große Mühe gemacht, diese Skulptur noch einmal herzustellen, damit das Museum Schloss Moyland die vollständige Arbeitsgruppe bekommen konnte.</p>
<p data-start="20535" data-end="20775">Bei den seriellen Skulpturen ist das ohnehin kein Problem. Solche Skulpturen, die keine persönliche, einmalige Handschrift besitzen, könnte ich als Auftrag auch an eine Werkstatt geben oder sie im Kleinen als Modell noch einmal wiederholen.</p>
<p data-start="20777" data-end="21024">Für eine Arbeit ist die Idee das Wichtigste, ob sie nun ausgeführt wird oder nicht. Natürlich ist es schön, wenn die Dinge materiell vor einem stehen, beispielsweise bei einigen Großskulpturen. Aber die Möglichkeiten dafür waren nicht oft gegeben.</p>
<p data-start="21026" data-end="21187">Allein die technische Seite verändert sich von einem Modell zur Großskulptur erheblich, und im öffentlichen Raum sieht man häufig auch unschöne „Vergrößerungen“.</p>
<p data-start="21189" data-end="21329">Ich vermisse meine Arbeiten nicht, denn die Ideen bleiben mir erhalten, und dazu die Gewissheit, sie jederzeit noch einmal machen zu können.</p>
<p data-start="21331" data-end="21566"><strong data-start="21331" data-end="21344">ARTTRADO:</strong> Wenn die Idee wichtiger ist als ihre materielle Ausführung: Wann wird aus einer Idee für Sie ein Kunstwerk? Braucht es überhaupt noch die konkrete Arbeit oder kann bereits die gedachte Möglichkeit eines Werkes Kunst sein?</p>
<p data-start="21568" data-end="21873"><strong data-start="21568" data-end="21584">Gerd Jansen:</strong> Zu meiner Arbeit im „Institut für bildnerisches Denken“ habe ich einmal geschrieben, dass Wahrnehmen, Denken und Handeln eine Einheit bilden. Praktische künstlerische Betätigung ist nicht ohne theoretische Auseinandersetzung möglich, und umgekehrt muss die Idee praktisch getestet werden.</p>
<p data-start="21875" data-end="22306">Die Idee ist aber nicht einfach nur ein Hirngespinst, sondern sie hat eine eigene, wirkliche Daseinsform. Der amerikanische Konzeptkünstler Sol LeWitt sagte einmal, die Idee selbst, auch wenn nicht in sichtbare Form gebracht, sei ebenso Kunstwerk wie ein abgeschlossenes Produkt. Und Joseph Beuys würde hier sicher ergänzen, dass ein solches Produkt, das dann in die Sinnlichkeit tritt, dazu dienen kann, die Idee zu kontrollieren.</p>
<p data-start="22308" data-end="22481">Für Beuys war das Denken eine übersinnliche Daseinsform. Also kann man sagen, dass Ideen nicht nur gedachte Möglichkeiten sind, sondern dass sie ein wirkliches Dasein haben.</p>
<p data-start="22483" data-end="22843">Dass wir dennoch eine Idee als konkretes, materielles Kunstwerk vor uns haben möchten, hängt damit zusammen, dass Geistiges und Materielles in uns eine Einheit bilden und dass das, was wir als lebendige Wesen nach außen tragen, wiederum geistig-materiell sein muss. Das muss kein Bild oder keine Skulptur sein, das kann zum Beispiel auch eine Performance sein.</p>
<p data-start="22845" data-end="23187">Schelling sagt, dass das „Ziel unserer Sehnsüchte das vollkommen Leibliche als Abglanz des vollkommen Geistigen“ sei. Die konzeptuelle Kunst ist nun einmal so angelegt, dass eine Ausführung nicht unbedingt erfolgen muss. Allerdings kann man einen Plan, eine schriftliche Anweisung oder eine Partitur auch schon als eine Art Ausführung betrachten.</p>
<h4 data-start="23189" data-end="23241">countune: Wenn der Betrachter zum Mitautor wird</h4>
<p data-start="23243" data-end="23530"><strong data-start="23243" data-end="23256">ARTTRADO:</strong> Mit Projekten wie countune gehen Sie noch einen anderen Weg: Der Betrachter kann selbst Bilder erzeugen, herunterladen und weiterverwenden. Wann ist ein solches Bild für Sie noch ein Werk von Gerd Jansen, wenn ein anderer Mensch seine konkrete Erscheinungsform mitbestimmt?</p>
<p data-start="23532" data-end="23820"><strong data-start="23532" data-end="23548">Gerd Jansen:</strong> Die Idee ist für mich entscheidend. Große Teile meines Hauptwerks bestehen aus Arbeiten, die wir auch Arbeitsanweisungen nennen könnten. Jeder, der möchte, kann nach meinen Vorgaben Bilder herstellen. Es ist dann quasi ein Gemeinschaftswerk von mir und dem Interessenten.</p>
<p data-start="23822" data-end="24079">Ich habe auch Installationssets angeboten, mit denen der Käufer nach meinem Herstellungsplan sein eigenes Wandbild installieren konnte. Mit countune und den Bild-Konzepten habe ich das ins Internet übertragen. Jeder kann dort kostenfrei Bilder ausprobieren.</p>
<p data-start="24081" data-end="24418">Ich betrachte solche Bilder als wirkliche Gemeinschaftsarbeiten. Es ist gut möglich, dass diese soziale Komponente, die aus meiner Beschäftigung mit seriellen Arbeitsweisen hervorging, auch eine Vorstufe für die gedankliche Auseinandersetzung mit meiner eigenen Position innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens war, Stichwort Nachträge.</p>
<p data-start="24420" data-end="24692"><strong data-start="24420" data-end="24433">ARTTRADO:</strong> Rund um countune haben Sie zeitweise auch über Parfüm, Mode, Möbel oder Postkarten nachgedacht. Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen Kunstwerk, Edition, Produkt und angewandter Gestaltung? Oder ist diese Grenze für Ihre Arbeit gar nicht besonders wichtig?</p>
<p data-start="24694" data-end="24857"><strong data-start="24694" data-end="24710">Gerd Jansen:</strong> Wenn man ein Produkt designt, ist man nicht ganz frei von gewissen Vorgaben. In der reinen Kunst ist der Mensch frei von einer solchen Begrenzung.</p>
<p data-start="24859" data-end="25231">Beim countune-Parfüm war das beispielsweise so: Da sind die Bilder, die entstehen und zu einem Bildband zusammengefügt werden. Dann gibt es Fotos von Freunden als wechselnde Hintergrundbilder, Musik, die zugeschaltet werden kann, und da dachten wir, es wäre schön, countune auch riechen zu können. Meine Tochter hat daraufhin ein Parfüm mit countune-Verpackung entwickelt.</p>
<p data-start="25233" data-end="25501">Einige Leute meinten dann, es wäre auch schön, die selbst erstellten Bilder als Postkarten versenden zu können. Eine Industriefassade gestaltete ich nach dem countune-Prinzip. Einmal kam ein Interessent, der in seiner Firma Seifen mit countune-Bildern gestaltet hatte.</p>
<p data-start="25503" data-end="25813">In diesen Zusammenhängen weitet sich die Bildidee in Produkte hinein. Speziell die countune-Idee als „International Social Art Project“ weicht ja von vornherein vom Verständnis „reiner“ Kunst ab, weil es zumindest im Materiellen keine persönliche Handschrift gibt, auf die Kunstsammler meist großen Wert legen.</p>
<p data-start="25815" data-end="25971">Eine Grenze zwischen Produktkunst und reinem Kunstwerk sehe ich aber sehr wohl in der grundsätzlich unterschiedlichen Absicht, aus der die Sachen entstehen.</p>
<h4 data-start="25973" data-end="26020">„Kunstbetrieb ist ein fürchterliches Wort“</h4>
<p data-start="26022" data-end="26395"><strong data-start="26022" data-end="26035">ARTTRADO:</strong> Sie haben bedeutende Stipendien erhalten und bereits 1989 als damals noch weitgehend unbekannter Künstler den Kunstpreis des Basler Kunstvereins gewonnen. Heute stehen Sie Kunstpreisen und Bewerbungen eher neutral bis ablehnend gegenüber. Hat sich Ihr Verhältnis zum Kunstbetrieb verändert oder schlicht Ihre Vorstellung davon, was Sie von ihm noch benötigen?</p>
<p data-start="26397" data-end="26759"><strong data-start="26397" data-end="26413">Gerd Jansen:</strong> Kunstbetrieb, auch Kunstmarkt, ist ein fürchterliches Wort. Aber es beschreibt wahrscheinlich ziemlich genau den Rahmen, in dem man gegenwärtig Kunstwerke sieht: als Ware, als Spekulationsobjekte, immer gemessen an dem Geldbetrag und dem Renommee, die mit einem Werk verbunden sind und die man durch Verkaufsmechanismen zu manipulieren versucht.</p>
<p data-start="26761" data-end="26979">Das hat in vielen Fällen nichts mit der wahren Bedeutung eines Werks zu tun. Ich kenne großartige Künstler, die komplett vom Kunstbetrieb ignoriert werden und, wie man so schön sagt, nicht von ihrer Kunst leben können.</p>
<p data-start="26981" data-end="27220">Leider sind gerade die Wächter über den Kunstbetrieb, Galeristen, Museumsleute, Kunsthistoriker und Sammler, gegenüber unpopulären Ansätzen oft verschlossen. Das ist verständlich, weil sie in diesem Betrieb finanziell zurechtkommen müssen.</p>
<blockquote>
<p data-start="27222" data-end="27446">Tatsache ist nun einmal: Künstler zu sein ist eine Berufung, finanziell erfolgreich oder nicht. Erwin Heerich sagte einmal zu mir: Entweder ist man Künstler oder nicht. Da kann man nicht wählen. Bei Musikern ist das genauso.</p>
</blockquote>
<p data-start="27448" data-end="27784">Wichtig ist, dass man sich vom Kunstbetrieb nicht sagen lässt, was man machen soll. Das funktioniert nicht. In jedem Fall muss man den eigenen Weg gehen. Wenn dann einmal ein Stipendium oder ein Kunstpreis auf diesem Weg liegt, dann gut, dann nimmt man das mit. Man sollte aber nicht beginnen, nach Stipendien und Kunstpreisen zu jagen.</p>
<p data-start="27786" data-end="27933">Solche Subventionen können eine Arbeit sogar empfindlich stören, weil sie einen manchmal auf einem Weg halten, den man eigentlich verlassen sollte.</p>
<p data-start="27935" data-end="28135">Ich selbst kann gut ohne diesen Kunstbetrieb auskommen. Was ich mir allerdings wünsche, sind mehr Menschen, die Lust haben, eine Arbeit von mir in ihr Umfeld aufzunehmen, als Kauf oder auch geschenkt.</p>
<h4 data-start="28137" data-end="28184">„Das sind vom Umfang her museale Arbeiten“</h4>
<p data-start="28186" data-end="28542"><strong data-start="28186" data-end="28199">ARTTRADO:</strong> Sie haben über Jahrzehnte gearbeitet, ausgestellt, verkauft, publiziert und Werke an Institutionen gegeben. Trotzdem gibt es, wie Sie schreiben, wichtige Arbeiten und Ideen des Hauptwerks, die bislang nie gezeigt wurden. Gibt es etwas in Ihrem Werk, bei dem Sie heute sagen würden: Das wurde bisher noch nicht richtig gesehen oder verstanden?</p>
<p data-start="28544" data-end="28730"><strong data-start="28544" data-end="28560">Gerd Jansen:</strong> Ja, sicher. So viele Ausstellungen waren mir nicht möglich. Auch wenn vielleicht aus jeder Schaffensphase bisher etwas gezeigt wurde, ist das nur ein kleiner Ausschnitt.</p>
<p data-start="28732" data-end="28969">Mehr Ausstellungen hätten die Ideen deutlicher machen können, vor allem den Umfang der Untersuchungen und die Zusammenhänge von seriellem und linearem Arbeiten, die dann folgerichtig zu der Erkenntnis „Linie gleich Zahlenstrahl“ führten.</p>
<p data-start="28971" data-end="29155">Und dann natürlich auch die Frage, ob Zahlen möglicherweise konstituierend für unsere Welt sind und die Primzahlen die wirklichen Atome, die alle übergeordneten Strukturen ermöglichen.</p>
<p data-start="29157" data-end="29385">Ich denke besonders an die großen Tisch- und Zeichnungsserien aus den Jahren zwischen 1993 und 1997. Das sind vom Umfang her museale Arbeiten. Einen starken Kontrast dazu könnten die minimalistischen Schnurinstallationen bilden.</p>
<p data-start="29387" data-end="29611">Ich habe damals ganz bewusst in großen, nahezu, schnellen, sinfonischen Dimensionen gearbeitet. Damit habe ich mir gleichzeitig gegenüber dem Kunstbetrieb, über den wir gerade gesprochen haben, selbst eine ziemliche Hürde aufgebaut.</p>
<p data-start="29613" data-end="29708">Und schließlich sind die Nachträge bisher erst dreimal in kleinen Ausstellungen gezeigt worden.</p>
<p data-start="29710" data-end="29927">Glücklicherweise habe ich mein gesamtes Werk in 19 Bänden dokumentiert, sodass jederzeit eine Beschäftigung mit den Arbeiten möglich ist. Diese Bücher können über meine Website auch vollständig online studiert werden.</p>
<h4 data-start="29929" data-end="29988">Was kommt nach fünf Jahrzehnten künstlerischer Arbeit?</h4>
<p data-start="29990" data-end="30226"><strong data-start="29990" data-end="30003">ARTTRADO:</strong> Sie haben beschrieben, wie Einschränkungen, Veränderungen und neue Ausgangspunkte Ihr Werk immer wieder in eine andere Richtung geführt haben. Was könnte heute noch einen solchen neuen Ausgangspunkt für Ihre Arbeit bilden?</p>
<p data-start="30228" data-end="30477"><strong data-start="30228" data-end="30244">Gerd Jansen:</strong> Ausgangspunkt kann der Abschluss einer Werkgruppe sein. So war das vor allem in den letzten Jahren. Schon in der Endphase eines solchen Themenbereichs nimmt die Intensität ab, und es kommen erste Visionen, wie es weitergehen könnte.</p>
<p data-start="30479" data-end="30712">Das hängt damit zusammen, dass die neuen bildnerischen Erfahrungen in der aktuellen Arbeit weitergehende Möglichkeiten eröffnen. Aber ganz so nahtlos geht das meistens nicht. Es gilt, vom Abgeschlossenen zeitlichen Abstand zu nehmen.</p>
<p data-start="30714" data-end="30948">Das geschieht fast zwangsweise, weil viele Aufgaben, Hausarbeiten und Verpflichtungen nachzuholen und zu erledigen sind. Oft verschwinden dann die Ideen, die gerade noch, etwas diffus zwar, aber so verlockend in den Gedanken kreisten.</p>
<p data-start="30950" data-end="31371">Der Antrieb, künstlerisch tätig zu sein, kehrt dann aber regelmäßig nach zwei bis drei Monaten wieder zurück und mit ihm auch die Vorstellungen von neuen bildnerischen Lösungen. Wieder zu beginnen ist dann oft schwer, und es braucht schon ein paar Tage und viele Versuche, bis ich wieder ganz in die Arbeit eintauchen kann. Dann läuft allerdings die „Produktion“ sehr locker, und die Arbeiten entstehen in guter Stimmung.</p>
<p data-start="31373" data-end="31605">Ich denke, es ist vor allem der künstlerische Impuls, der wie eine Schwingung zu- und abnimmt und der mir nun einmal so auf meinem irdischen Weg mitgegeben wurde. Diese innere Kraft braucht eben manchmal Abstand und Erholungsphasen.</p>
<p data-start="31607" data-end="31726">Einschränkungen, Veränderungen oder der Abschluss einer Werkgruppe vermögen diesen Schaffensimpuls neu zu organisieren.</p>
<h4 data-start="31607" data-end="31726">Weitere Informationen</h4>
<p><a href="http://www.gerd-jansen.de/" target="_blank" rel="noopener">Zur Webseite des Künstlers!</a></p>
<p>Bei Interesse an Arbeiten von Gerd Jansen nutzen Sie gerne <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener">unseren Kontakt!</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie auch bei uns im Shop!</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Künstler: Stephen Wiltshire – Eine lebende Kamera</title>
		<link>https://arttrado.de/news/der-kuenstler-stephen-wiltshire-eine-lebende-kamera/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 18:19:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Architektur & Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Kurioses aus der Kunstwelt]]></category>
		<category><![CDATA[new york]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[Singapore City Gallery]]></category>
		<category><![CDATA[Singapur]]></category>
		<category><![CDATA[Empire State Building]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Wiltshire]]></category>
		<category><![CDATA[kurioses]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=20071</guid>

					<description><![CDATA[Stephen Wiltshire – Der Mann, der Städte aus dem Gedächtnis zeichnet Die Stadt im Kopf: Zwischen Wahrnehmung, Erinnerung und Architektur: <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/der-kuenstler-stephen-wiltshire-eine-lebende-kamera/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Stephen Wiltshire – Der Mann, der Städte aus dem Gedächtnis zeichnet</h4>
<p>Die Stadt im Kopf: Zwischen Wahrnehmung, Erinnerung und Architektur: Stephen Wiltshire gehört zu den außergewöhnlichsten zeitgenössischen Zeichnern unserer Zeit. Seine Werke entstehen nicht vor dem Motiv, sondern vollständig aus der Erinnerung. Ganze Metropolen entfalten sich auf großformatigen Panoramen wie mentale Kartografien – präzise, strukturiert und zugleich subjektiv gefiltert.</p>
<p>New York, Tokio oder Rom erscheinen bei ihm nicht als fotografische Kopie, sondern als rekonstruierte innere Landkarte urbaner Räume.</p>
<hr />
<h4>Frühe Wahrnehmung: Zeichnen als erste Sprache</h4>
<p>Geboren 1974 in London, wurde Stephen Wiltshire bereits in jungen Jahren als autistisch diagnostiziert. Seine Wahrnehmung der Welt war früh stark visuell geprägt, während Sprache zunächst eine untergeordnete Rolle spielte.</p>
<p>Das Zeichnen wurde dadurch zu seinem zentralen Ausdrucksmittel – und schließlich zu seiner ersten „Sprache“. Was zunächst als kindliche Detailverliebtheit wahrgenommen wurde, entwickelte sich zu einer der bemerkenswertesten visuellen Fähigkeiten der Gegenwartskunst.</p>
<p>Früh zeigte sich eine außergewöhnliche Fähigkeit, architektonische Strukturen präzise zu erfassen und wiederzugeben. Diese besondere Wahrnehmungsform wurde gezielt gefördert und legte den Grundstein für seine spätere künstlerische Entwicklung.</p>
<hr />
<h4>Der Blick aus der Luft: Wie Städte im Gedächtnis entstehen</h4>
<p>Zentral für die Arbeitsweise von Stephen Wiltshire ist ein kurzer, intensiver visueller Eindruck.</p>
<p>Oft genügt ein Helikopterflug über eine Stadt, manchmal nur wenige Minuten. In dieser Zeit entsteht kein klassisches Skizzenmaterial, sondern ein komplexes inneres Strukturmodell: Straßenverläufe, Proportionen, Gebäudeachsen und räumliche Beziehungen werden im Gedächtnis gespeichert.</p>
<p>Die Stadt wird dabei nicht fotografisch „abgelegt“, sondern als geordnetes visuelles System internalisiert.</p>
<hr />
<h4>Vom inneren Bild zur großformatigen Zeichnung</h4>
<p>Zurück im Atelier beginnt die Transformation dieses mentalen Bildes in eine Zeichnung.</p>
<p>Ohne Referenzmaterial rekonstruiert Stephen Wiltshire die Stadt Schritt für Schritt:</p>
<p>Zuerst entstehen die Grundachsen der Skyline.<br />Dann folgen markante Gebäude und architektonische Landmarken.<br />Schließlich füllt er die Komposition mit tausenden feinsten Details.</p>
<p>Der Prozess ist hochkonzentriert, systematisch und wirkt wie das Abrufen einer inneren Stadtkarte.</p>
<hr />
<h4>Zwischen Realität und Erinnerung: Die doppelte Stadt</h4>
<p>Die Werke von Stephen Wiltshire sind keine exakten Reproduktionen.</p>
<p>Sie bewegen sich zwischen Dokumentation und Interpretation. Die Stadt erscheint durch das visuelle Gedächtnis des Künstlers gefiltert – präzise genug für Wiedererkennbarkeit, aber zugleich subjektiv verdichtet.</p>
<p>So entsteht eine hybride Bildform: halb Kartografie, halb Erinnerung.</p>
<hr />
<h4>Konzentration als künstlerisches System</h4>
<p>Der Arbeitsprozess wirkt wie ein geschlossenes System aus Aufmerksamkeit, Struktur und Wiederholung.</p>
<p>Über viele Stunden hinweg baut Wiltshire seine Panoramen schichtweise auf. Häufig begleitet ihn Musik als rhythmischer Rahmen, der die Konzentration stabilisiert.</p>
<p>Die Zeichnung wird dabei zu einem Prozess des mentalen Abrufs – eine visuelle Übersetzung innerer Ordnung.</p>
<hr />
<h4>Ausstellungen und künstlerische Präsenz</h4>
<p>Obwohl Stephen Wiltshire international bekannt ist, folgt seine Präsenz keinem klassischen Ausstellungsrhythmus.</p>
<p>Stattdessen bewegt sich sein Werk zwischen selektiven Galeriepräsentationen, internationalen Kunstmessen und projektbezogenen Sonderformaten. Viele Arbeiten entstehen im Auftrag von Städten, Institutionen oder Sammlern.</p>
<p>Ein wesentlicher Teil seiner Sichtbarkeit entsteht zudem durch Live-Zeichenperformances, bei denen der Entstehungsprozess selbst zur Ausstellung wird.</p>
<hr />
<h4>Kunst im öffentlichen Raum: Wo man Stephen Wiltshires Werke sehen kann</h4>
<p>Die Werke von Stephen Wiltshire sind nur selten klassisch im Stadtraum verteilt. Stattdessen erscheinen sie an ausgewählten, stark frequentierten Orten, an denen Stadt, Architektur und Öffentlichkeit direkt aufeinandertreffen.</p>
<h4>Empire State Building – New York</h4>
<p>Im Besucherbereich des Empire State Building ist ein großformatiges Panorama der Stadt installiert, das auf seiner berühmten Manhattan-Zeichnung basiert.</p>
<p>Die Arbeit geht auf einen Helikopterflug über New York zurück, nach dem er die gesamte Skyline aus dem Gedächtnis rekonstruierte.<br />Damit ist das Werk Teil eines der meistbesuchten Observatorien der Welt.</p>
<hr />
<h4>Singapore City Gallery – Singapur</h4>
<p>In der Singapore City Gallery der Urban Redevelopment Authority wurde ein monumentales Stadtpanorama präsentiert.</p>
<p>Die Arbeit ist Teil einer öffentlich zugänglichen Ausstellung zur Stadtentwicklung und fungiert zugleich als künstlerische und kartografische Interpretation urbaner Struktur.</p>
<hr />
<h4>Internationale Flughäfen und urbane Institutionen</h4>
<p>Arbeiten von Stephen Wiltshire wurden mehrfach in internationalen Flughäfen und Transitbereichen gezeigt.</p>
<p>Dazu gehören:</p>
<p>großformatige Reproduktionen seiner Stadtpanoramen<br />Installationen in Ankunfts- und Besucherzonen<br />temporäre kulturelle Präsentationen</p>
<p>Diese Orte verstärken die Wirkung seiner Kunst, da sie selbst Knotenpunkte globaler Bewegung sind.</p>
<hr />
<h4>Live-Zeichenperformances als öffentlicher Raum</h4>
<p>Ein besonderer Aspekt seiner Präsenz im öffentlichen Raum sind seine Live-Performances.</p>
<p>Hier entstehen Werke vor Publikum in Städten wie New York, Tokio, Hongkong, Dubai oder Rom. Der Raum der Ausstellung ist dabei nicht das Museum, sondern die Stadt selbst oder eine öffentlich zugängliche Halle.</p>
<p>Der Entstehungsprozess wird zur Performance – und das Publikum wird Teil einer visuellen Rekonstruktion.</p>
<hr />
<h4>Zwischen Galerie, Stadt und Ereignisraum</h4>
<p>Im kunsthistorischen Kontext nimmt Stephen Wiltshire eine hybride Position ein.</p>
<p>Seine Werke bewegen sich zwischen:</p>
<p>klassischen Galerie- und Museumskontexten<br />öffentlichen Installationen in stark frequentierten Orten<br />performativen Live-Zeichnungen im urbanen Raum<br />und projektbezogenen Auftragsarbeiten</p>
<p>Die Ausstellung ist bei ihm kein fester Ort, sondern ein wechselnder Zustand – mal Bild, mal Prozess, mal Stadt selbst.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" src="https://www.youtube.com/embed/TO0GokjEri8?si=5SIolli15nENQfGi" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h4>Fazit: Die Stadt als Gedächtnisform</h4>
<p>Stephen Wiltshire verschiebt die Grenzen dessen, was Zeichnung leisten kann.</p>
<p>Seine Kunst ist kein klassisches Abbild der Welt, sondern ein System aus Erinnerung, Struktur und Wahrnehmung. Städte werden zu mentalen Architekturen, die zwischen Präzision und subjektiver Verdichtung oszillieren.</p>
<p>In einer Gegenwart, in der urbane Räume meist fotografisch dokumentiert werden, eröffnet sein Werk eine alternative Perspektive: Sehen als Erinnerung, Zeichnen als Denken, Stadt als inneres Archiv.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über den Künstler: <a href="https://www.stephenwiltshire.co.uk" target="_blank" rel="noopener">https://www.stephen-wiltshire.co.uk</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gibt es zu viele Künstler? Marktanalyse hinter einem der größten Irrtümer des Kunstmarkts</title>
		<link>https://arttrado.de/news/gibt-es-zu-viele-kuenstler-marktanalyse-hinter-einem-der-groessten-irrtuemer-des-kunstmarkts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 16:42:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstpreise verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Gibt es zuviele Künstler?]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=19862</guid>

					<description><![CDATA[„Es gibt zu viele Künstler.“ Diese Aussage wirkt wie eine nüchterne Marktanalyse – ist aber in Wahrheit eine Verzerrung. Denn <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/gibt-es-zu-viele-kuenstler-marktanalyse-hinter-einem-der-groessten-irrtuemer-des-kunstmarkts/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4>Gibt es zu viele Künstler? Die Marktanalyse hinter einem der größten Irrtümer des Kunstmarkts</h4>
<p class="wp-block-heading">Die falsche Diagnose eines echten Problems</p>



<p>„Es gibt zu viele Künstler.“</p>



<p>Diese Aussage wirkt wie eine nüchterne Marktanalyse – ist aber in Wahrheit eine Verzerrung. Denn der globale Kunstmarkt ist kein klassischer Angebotsmarkt, sondern ein hochselektives, asymmetrisches System.</p>



<p>Aktuelle Daten zeigen ein klares Bild: Nicht die Anzahl der Künstler ist das Problem, sondern die extreme Ungleichverteilung von Einkommen, Sichtbarkeit und Marktchancen.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">1. Wie viele Künstler gibt es eigentlich? (Und warum die Zahl täuscht)</h4>



<p>Eine exakte globale Erfassung existiert nicht, aber Schätzungen zeigen die Dimension:<br /><br />&#8211; weltweit ca. 15–30 Millionen Menschen, die sich selbst als Künstler verstehen oder künstlerisch tätig sind (<a href="https://www.linkedin.com/posts/alexeytsaregorodtsev_96-of-all-artists-never-enter-the-art-market-activity-7390827238839013376-fKJB?utm_source=chatgpt.com">LinkedIn</a>)</p>
<p>&#8211; nur etwa 1,2 Millionen davon sind überhaupt im formalen Kunstmarkt aktiv (Galerien, Institutionen, Verkäufe)<br />&#8211; in den USA gelten rund 45.000 Personen als professionelle bildende Künstler im engeren Sinne (<a href="https://wifitalents.com/art-industry-statistics/?utm_source=chatgpt.com">WifiTalents</a>)<br />&#8211; in Deutschland sind etwa 50.000 Erwerbstätige im Kunstmarkt beschäftigt (<a href="https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Kultur-und-Kreativwirtschaft/Monitoringberichte/monitoringbericht-kultur-und-kreativwirtschaft-2024.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp%3Bv=25&amp;utm_source=chatgpt.com">BMWK</a>)</p>



<p>Wichtig: Die meisten „Künstler“ sind statistisch gesehen außerhalb des marktfähigen Systems.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">2. Der eigentliche Markt: eine extreme Pyramide</h4>



<p>Die Einkommensverteilung im Kunstsystem ist drastisch konzentriert:</p>
<p>ca. 45 % der aktiven Künstler verdienen unter 5.000 USD pro Jahr <br />nur etwa 15 % erreichen ein Einkommen über 25.000 USD <br />weniger als 5 % erzielen ein sechsstelliges Einkommen <br />ein extrem kleiner Anteil (unter 0,1 %) dominiert den globalen High-End-Markt</p>



<p>Parallel dazu:</p>
<p>der globale Kunstmarkt bewegt sich bei rund 60–70 Milliarden USD Volumen jährlich (<a href="https://wifitalents.com/art-industry-statistics/?utm_source=chatgpt.com">WifiTalents</a>)</p>



<p>Das bedeutet: Milliardenmarkt trifft auf Millionen Akteure – aber der Großteil des Geldes konzentriert sich in extrem wenigen Händen.</p>
<p><blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="12o3bU0Oca"><a href="https://arttrado.de/news/kunstpreise-verstehen-warum-kunstwerke-unterschiedlich-viel-kosten/">Kunstpreise verstehen: Warum Kunstwerke unterschiedlich viel kosten</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Kunstpreise verstehen: Warum Kunstwerke unterschiedlich viel kosten&#8220; &#8211; Arttrado.de" src="https://arttrado.de/news/kunstpreise-verstehen-warum-kunstwerke-unterschiedlich-viel-kosten/embed/#?secret=kOmBAjqIsS#?secret=12o3bU0Oca" data-secret="12o3bU0Oca" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">3. Die zentrale Marktlogik: Winner-takes-most statt Wettbewerb</h4>



<p>Der Kunstmarkt folgt keiner klassischen Angebots-Nachfrage-Logik, sondern einer Prestige-Ökonomie:</p>
<p>Preise entstehen nicht durch Produktionskosten<br />sondern durch Reputation, Institutionen und Sammlerinteresse<br />Sichtbarkeit wird durch Gatekeeper (Galerien, Museen, Auktionen) oder Plattform-Algorithmen gesteuert</p>



<p>Ein besonders relevanter Befund aus aktuellen Marktanalysen:<br /><br />Die Top 100 Künstler generieren über 20 % aller globalen Kunstverkäufe (<a href="https://zipdo.co/arts-industry-statistics/?utm_source=chatgpt.com">ZipDo</a>). Der Markt ist also nicht breit verteilt, sondern extrem konzentriert.</p>



<p><blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="7X1sHLB91p"><a href="https://arttrado.de/news/banksy-stallone-dylan-warum-im-kunstmarkt-der-name-mehr-zaehlt-als-das-meisterwerk/">Banksy, Stallone, Dylan: Warum im Kunstmarkt der Name mehr zählt als das Meisterwerk</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Banksy, Stallone, Dylan: Warum im Kunstmarkt der Name mehr zählt als das Meisterwerk&#8220; &#8211; Arttrado.de" src="https://arttrado.de/news/banksy-stallone-dylan-warum-im-kunstmarkt-der-name-mehr-zaehlt-als-das-meisterwerk/embed/#?secret=5F5YxPdEnk#?secret=7X1sHLB91p" data-secret="7X1sHLB91p" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">4. Europa: Künstler sind strukturell einkommensschwach</h4>



<p>Auch in Europa zeigt sich ein klares Muster:</p>
<p>&#8211; Künstler liegen im Schnitt unterhalb der Einkommensverteilung vergleichbarer Berufsgruppen</p>
<p>&#8211; ihre Position entspricht etwa 0,5 bis 1 Dezil niedrigerem Einkommensniveau als andere Professionals (<a href="https://www.ifo.de/en/cesifo/publications/2026/working-paper/les-miserables-labour-market-outcomes-among-artists-europe?utm_source=chatgpt.com">ifo Institut</a>)<br />Teilzeit, Mehrfachjobs und prekäre Beschäftigung sind überdurchschnittlich häufig</p>



<p>Fazit: Kunst ist kein „überfüllter Markt“, sondern ein prekärer Arbeitsmarkt mit hoher Eintrittsrate und niedriger Stabilität.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">5. Der digitale Effekt: mehr Sichtbarkeit – aber keine bessere Verteilung</h4>



<p>Social Media hat die Zahl sichtbarer Künstler exponentiell erhöht:</p>
<p>jeder kann veröffentlichen<br />jeder konkurriert global<br />jeder ist vergleichbar</p>



<p>Doch das Resultat ist paradox:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Die Sichtbarkeit ist explodiert – aber die Aufmerksamkeit pro Künstler ist kollabiert.</p>
</blockquote>



<p>Der Effekt ist nicht Demokratisierung, sondern Hyperfragmentierung:</p>
<p>mehr Inhalte<br />weniger nachhaltige Resonanz<br />stärkere algorithmische Selektion</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">6. Die strukturelle Wahrheit: Das System produziert keine „Überzahl“, sondern Unsichtbarkeit</h4>



<p>Der Begriff „zu viele Künstler“ verschleiert ein systemisches Problem:</p>
<p>Die Eintrittsbarrieren sind niedrig<br />die Stabilitätsbarrieren extrem hoch<br />die Erfolgsquote verschwindend gering</p>



<p>Ein realistisches Bild:</p>
<p>Millionen beginnen künstlerisch zu arbeiten<br />nur ein Bruchteil wird institutionell sichtbar<br />ein noch kleinerer Teil wird wirtschaftlich stabil</p>



<p>Der Markt ist nicht überfüllt – er ist <strong>statistisch extrem selektiv</strong>.</p>


<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity" />


<h4 class="wp-block-heading">Kritisches Fazit: Der Kunstmarkt ist kein Mengenproblem, sondern ein Verteilungsproblem</h4>



<p>Die Behauptung „es gibt zu viele Künstler“ ist analytisch falsch, aber rhetorisch bequem.</p>



<p>Die Daten zeigen ein anderes Bild:</p>
<p>Millionen Künstler stehen einem Milliardenmarkt gegenüber<br />aber der Großteil des Einkommens konzentriert sich auf eine kleine Elite<br />Aufmerksamkeit folgt denselben Konzentrationsmustern wie Kapital</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Der Kunstmarkt ist kein überfüllter Raum. Er ist ein hochgradig ungleich strukturierter Engpass.</p>
</blockquote>



<p>Oder zugespitzt:</p>



<p>Es gibt nicht zu viele Künstler. Es gibt zu wenig Zugang zu den wenigen Positionen, in denen Kunst ökonomisch und institutionell relevant wird.</p>



<h4>Was tatsächlich knapp ist</h4>
<p class="isSelectedEnd">Die eigentliche Knappheit im Kunstmarkt ist nicht Kunst.</p>
<p class="isSelectedEnd">Sie ist Aufmerksamkeit.</p>
<p class="isSelectedEnd">Jedes Jahr entstehen Millionen neuer Werke, Portfolios und künstlerischer Positionen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die diese Arbeiten tatsächlich wahrnehmen, bewerten, vermitteln oder sammeln, nur sehr begrenzt. Während das Angebot nahezu unbegrenzt skalierbar geworden ist, bleibt Aufmerksamkeit eine endliche Ressource.</p>
<p class="isSelectedEnd">Dadurch entsteht ein struktureller Engpass:</p>
<p class="isSelectedEnd">Nicht jeder Künstler konkurriert um Verkäufe.</p>
<p class="isSelectedEnd">Jeder Künstler konkurriert zunächst darum, überhaupt gesehen zu werden.</p>
<p class="isSelectedEnd">Wer Sichtbarkeit erhält, gewinnt leichter Zugang zu Ausstellungen, Medien, Sammlern und institutioneller Anerkennung. Wer diese Sichtbarkeit nicht erreicht, bleibt oft unabhängig von Qualität oder Talent außerhalb der relevanten Marktstrukturen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Die verbreitete Aussage „Es gibt zu viele Künstler“ beschreibt deshalb nicht die Ursache des Problems, sondern dessen Symptom.</p>
<p class="isSelectedEnd">Die Daten legen eine andere Interpretation nahe:</p>
<p class="isSelectedEnd">Nicht die Zahl der Künstler ist außergewöhnlich hoch. Außergewöhnlich ist die Konzentration von Aufmerksamkeit, Kapital und Marktzugängen auf einen sehr kleinen Teil des Systems.</p>
<p class="isSelectedEnd">Die entscheidende Frage lautet daher nicht:</p>
<p class="isSelectedEnd">„Wie viele Künstler gibt es?“</p>
<p class="isSelectedEnd">Sondern:</p>
<p class="isSelectedEnd">„Wie werden Sichtbarkeit, Chancen und ökonomische Teilhabe verteilt?“</p>
<p>Erst aus dieser Perspektive wird erkennbar, dass der Kunstmarkt kein Mengenproblem hat. Er hat ein Verteilungsproblem.</p>
<p><blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="VZeLQY24C6"><a href="https://arttrado.de/news/wer-entscheidet-wer-sichtbar-wird-die-machtstrukturen-hinter-dem-kunstmarkt/">Wer entscheidet, wer sichtbar wird? Die Machtstrukturen hinter dem Kunstmarkt</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Wer entscheidet, wer sichtbar wird? Die Machtstrukturen hinter dem Kunstmarkt&#8220; &#8211; Arttrado.de" src="https://arttrado.de/news/wer-entscheidet-wer-sichtbar-wird-die-machtstrukturen-hinter-dem-kunstmarkt/embed/#?secret=hKoqwGEsxt#?secret=VZeLQY24C6" data-secret="VZeLQY24C6" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Titelbild von <a href="https://pixabay.com/de/users/bilgecangurer-2438284/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1937575">Bilge Can Gürer</a> auf <a href="https://pixabay.com/de//?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1937575">Pixabay. </a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Künstler und Galerist Dieter Korb im Interview</title>
		<link>https://arttrado.de/news/kuenstler-und-galerist-dieter-korb-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Dec 2021 10:45:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Galerien und Ausstellungsräume]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Spachteltechnik]]></category>
		<category><![CDATA[events]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Art]]></category>
		<category><![CDATA[Tamara Javurek]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst in Lörrach]]></category>
		<category><![CDATA[Pop Up Gallery]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Korb]]></category>
		<category><![CDATA[Li Chen]]></category>
		<category><![CDATA[pop up]]></category>
		<category><![CDATA[ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Galerist]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=10933</guid>

					<description><![CDATA[Künstler und Galerist Dieter Korb im Interview Dieter Korb lebt Kunst &#8211; regelmäßig initiiert er Ausstellungen und bringt dabei nationale <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/kuenstler-und-galerist-dieter-korb-im-interview/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="color: #000000;">Künstler und Galerist Dieter Korb im Interview</span></h3>
<p>Dieter Korb lebt Kunst &#8211; regelmäßig initiiert er Ausstellungen und bringt dabei nationale und internationale Künstler in Lörrach zusammen. Dort lebt und arbeitet der Künstler seit mehr als 30 Jahren, geboren wurde Dieter Korb am 30. September 1952 in Säckingen, heute Bad Säckingen. Seine POP UP Gallery in Lörrach verbindet meist erfahrene und etablierte Künstler mit neuen Künstlern, die auf dem Kunstmarkt ihre ersten Schritte machen. Seine Veranstaltungen ziehen zahlreiche Besucher an und auch von der Corona-Pandemie lässt er sich nicht unterkriegen. Nur das reisen steht aktuell hinten an &#8211;  vor der Pandemie ging Dieter Korb auf Kunstreisen in beeindruckenden Ländern, wie Namibia und Kanada, um sich weiterzubilden und Kontakte zu knüpfen.</p>
<p>Die erste Veranstaltung des neuen Jahres 22 beginnt bereits am 07. Januar:<br />
<a href="https://arttrado.de/news/pop-up-gallery-internationale-kunst-in-loerrach/" target="_blank" rel="noopener">POP UP Gallery &#8211;  Internationale Kunst in Lörrach.</a></p>
<h4>Interview mit Dieter Korb</h4>
<p><strong>Vielen Dank für ihre Zeit! Wo sind Sie grade, wie geht es ihnen und wodran arbeiten Sie aktuell?</strong></p>
<p><em>Ich bin zu Hause und erledige organisatorische Dinge für die heutige Ausstellung.</em></p>
<p><strong>Bei Ihnen bedeutet nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung &#8211; was wird die Besucher im Januar erwarten?</strong></p>
<p><em>Spannende, abstrakte Gemälde von verschiedenen Künstlern, sowie lebensechte Portraits und Schwarzwaldkunst.</em></p>
<p><strong>Von <a href="https://arttrado.de/news/interview-tamara-javurek-maraart-ueber-ihre-anfaenge-zukunftsplaene/" target="_blank" rel="noopener">Tamara Javurek</a> wissen wir bereits, das sie ausgewählte Arbeiten während der Ausstellung präsentieren wird, können Sie schon weitere teilnehmende Künstler verraten?</strong></p>
<p><em>Bernd Schwaer, Sarah Brede, Muna Seiler- Jaleel um nur einige zu nennen&#8230;</em></p>
<p><strong>und wie viele Arbeiten werden im Rahmen der Ausstellung gezeigt?</strong></p>
<p><em>Pro Ausstellung werden etwa 15 Künstler teilnehmen, je nach Größe 3 &#8211; 6 Arbeiten.</em></p>
<p><strong>Können sich Künstler bei ihnen bewerben oder wie wählen Sie die teilnehmenden Künstler aus?</strong></p>
<p><em>Natürlich können sich Künstler bei mir bewerben. Da ich bei Facebook und Instagram vernetzt bin, erhalte ich auch über diese Medien Anfragen. Hier bin ich mit etwa 1000 Künstlern weltweit vernetzt. Ich treffe folgende Auswahl: ein drittel regionale Künstler, ein drittel überregionale Künstler sowie ein drittel internationale Künstler. Dieser Mix macht eine spannende Ausstellung, was uns die Besucher immer wieder attestieren.</em></p>
<p><strong>Seit knapp 3 Jahren betreiben Sie die POP UP GALLERY in Lörrach, sind aber auch selbst Künstler &#8211; wo liegt aktuell Ihr Schwerpunkt?</strong></p>
<p><em>Bei meiner Kunst liegt der Schwerpunkt in der Spachtel und Rakeltechnik. Als zweites beschäftige ich mich mit der Bauhaus-Kunst, ich nenne sie BauArt.</em></p>
<p><figure id="attachment_10934" aria-describedby="caption-attachment-10934" style="width: 457px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2021/12/ADK-316-ca.-100-x-200-cm.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-10934" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2021/12/ADK-316-ca.-100-x-200-cm.jpg" alt="Kunst in Lörrach Pop Up Gallery Dieter Korb Atelier Kunst kaufen arttrado online galerie" width="457" height="343" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2021/12/ADK-316-ca.-100-x-200-cm.jpg 457w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2021/12/ADK-316-ca.-100-x-200-cm-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 457px) 100vw, 457px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10934" class="wp-caption-text">ADK 316 &#8211; ca. 100 x 200 cm (c) Dieter Korb</figcaption></figure></p>
<p><strong>Können Sie sich auch POP-UP Ausstellungen über die Grenzen von Lörrach hinaus vorstellen? bzw. in welcher Stadt würden Sie gerne einmal ausstellen?</strong></p>
<p><em>Ja, das wäre toll einem anderen Publikum Kunst nahe bringen. Freiburg, Straßburg oder Zürich wären meine nächsten Ziele.</em></p>
<p><strong>Was ist die größte Herausforderung für Galeristen?</strong></p>
<p><em>Pop Up Gallery heist ja, sie öffnet irgendwann und schliesst auch irgendwann. Da ich immer Immobilien-Leerstände suche und auch keine volle Miete bezahlen kann, ist es immer ein finanzielles Risiko für mich. Wenn ich plus minus null herauskomme, habe ich alles richtig gemacht.</em></p>
<p><strong>Fühlen Sie sich als Galerist für ihre Künstler verantwortlich?</strong></p>
<p><em>Natürlich, speziell junge Künstler die zum Teil ihre ersten Ausstellung bei mir machen. Hier unterstütze ich mit Rat und Tat.</em></p>
<p><strong>Studien aus diesem Jahr besagen, dass 9 von 10 Galerien ohne Verträge mit ihren Künstlern arbeiten, wie stehen Sie dazu?</strong></p>
<p><em>Ich mache keine Verträge, sondern eine Vereinbarung, damit sich der Künstler auch der Ernsthaftigkeit einer solchen Ausstellung bewusst ist.</em></p>
<p><strong>Gibt es etwas, was Sie auf dem Kunstmarkt gerne ändern würden?</strong></p>
<p><em>Ja, die astronomischen Preise, die bei Versteigerungen erzielt werden. Sie stellen keine Realität der Kunst her und verderben den Charakter der Menschen.</em></p>
<p><strong>Was bedeutet für Sie eigentlich Kunst?</strong></p>
<p><em>Kunst ist für mich ein Ausdruck, geistreicher Kreativität die einem Zufriedenheit und Ausgeglichenheit gibt.</em></p>
<p><strong>Und welcher Künstler oder Künstlerin hat Sie in den letzten 12 Monaten besonders beeindruckt?</strong></p>
<p><em>Besonders beeindruckt hat mich die Künstlerin Li Chen aus Breisach mit Ihren fantastischen Kopffiguren.</em></p>
<p><strong>Haben Sie einen Ratschlag für andere Künstler bzw. Galeristen?</strong></p>
<p><em>Man muss sich bewusst sein, solche Ausstellungen zu organisieren bedarf sehr sehr viel Zeitaufwand. Die ehrenamtliche Mitarbeiter in Kunstvereinen wissen von was ich spreche.</em></p>
<p><strong>Wer sollte Ihre Ausstellungen auf keinen Fall besuchen?</strong></p>
<p><em>Da gibt es für mich keine Restriktionen. Jeder hat das Recht auf Kunst.</em></p>
<p><strong>Stellen Sie sich vor, wir wären ein großes Magazin &#8211; die New York Times oder ähnliches &#8211; was würden Sie der Welt gerne noch mit auf den Weg geben?</strong></p>
<p><em>Kümmert Euch nicht nur um die Kunst, sondern auch um die Künstler denn sie machen Kunst erst möglich.</em></p>
<p><strong>Weise Worte! &#8211; Danke für ihre Mühe und viel Erfolg im Januar! </strong></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über den Künstler und Veranstalter Dieter Korb: <a href="https://www.atelierdieterkorb.de/%C3%BCber-mich/">atelierdieterkorb.de</a></p>
<p>Sie planen einen Besuch in Lörrach? – <a href="https://www.booking.com/searchresults.de.html?city=-1820950&amp;aid=2155507&amp;no_rooms=1&amp;group_adults=2" target="_blank" rel="noopener">Hotels finden Sie bei unseren Partner Booking.com </a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
<p>Unser Projekt ARTTRADO unterstützen:</p>
<form action="https://www.paypal.com/donate" method="post" target="_top"><input name="hosted_button_id" type="hidden" value="K7BRGP73EH8EU" /><br />
<input title="PayPal - The safer, easier way to pay online!" alt="Spenden mit dem PayPal-Button" name="submit" src="https://www.paypalobjects.com/de_DE/DE/i/btn/btn_donateCC_LG.gif" type="image" /><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.paypal.com/de_DE/i/scr/pixel.gif" alt="" width="1" height="1" border="0" /></form>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wann ist man ein Künstler? &#8211; Kunst- und Künstlermarketing Teil 7</title>
		<link>https://arttrado.de/news/wann-ist-man-ein-kuenstler-kunst-und-kuenstlermarketing-teil-7/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Sep 2021 10:37:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst Tipps und Ratgeber]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarkt und Trends]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmarketing]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps für Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Kadée]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken zum Kunstmarkt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://arttrado.de/?p=10121</guid>

					<description><![CDATA[Kadée´s Gedanken zum Kunstmarkt &#8211; Wann ist man ein Künstler?  Vor 14 Tagen veröffentlichten wir den 6. Teil von „Kadée´s <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/wann-ist-man-ein-kuenstler-kunst-und-kuenstlermarketing-teil-7/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="color: #000000;">Kadée´s Gedanken zum Kunstmarkt &#8211; Wann ist man ein Künstler? </span></h3>
<p>Vor 14 Tagen veröffentlichten wir den 6. Teil von „Kadée´s Gedanken zum Kunstmarkt“. Im letzten Teil klärte Kadée auf; <a href="https://arttrado.de/news/kunst-und-kuenstlermarketing-6-wer-kauft-kunst-und-warum/" target="_blank" rel="noopener">wer Kunst kauft und warum.</a> Diese Woche wirft er einen differenzierten Blick auf Kunstschaffende. Wann ist man ein Künstler?</p>
<p>Unser Interview mit dem Airbrush-Künstler finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/kadee-im-interview-normal-ist-langweilig/" target="_blank" rel="noopener">Kadée im Interview &#8211; Normal ist langweilig</a></p>
<h4>Wann ist man ein/e Künstler/in?</h4>
<p><strong>Ein Gastbeitrag von Klaus – Kadée – Eberhart:</strong><br />
„Jeder Mensch ist ein Künstler“ ist eine häufig verwendete aber unvollständig zitierte Aussage von Josef Beuys. Tatsächlich hat er 1984 in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL gesagt: „Jeder Mensch ist ein Träger von Fähigkeiten, er ist ein Künstler, ob er nun bei der Müllabfuhr ist, Krankenpfleger, Arzt, Ingenieur oder Landwirt“. Demzufolge wäre jeder Mensch &#8211; also auch jede/r Künstler/in – ebenfalls Sportler, Wissenschaftler, Handwerker etc. etc. nur weil er oder sie eventuell die Fähigkeiten dazu hat. Das darf in der Summe wohl eindeutig bezweifelt werden.</p>
<p>„Jeder Mensch sollte Künstler sein. Alles kann zur schönen Kunst werden.“ So drückte es der deutsche Philosoph Novalis Ende des 19. Jahrhunderts als Möglichkeit oder Wunsch aus, der die besondere Kunstfertigkeit der jeweiligen Profession – Handwerkskunst, Ingenieurskunst usw. &#8211; hervorheben soll.</p>
<p>Mit solch vagen Aussagen geben sich weder der Kunstmarkt noch die Gerichte zufrieden. Auch nicht die Finanzverwaltung, , die Künstler/innen als Freiberufler einstuft. Besonders das Finanzamt prüft gern, ob die künstlerische Tätigkeit als steuerlich „nicht relevante Liebhaberei“ eingestuft wird, weil keine „Gewinnerzielungsabsicht“ erkennbar ist.</p>
<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in einem Urteil aus dem Jahr 2003 Kriterien entwickelt, die in eine Gesamtwürdigung bei der Frage, ob eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt einzubeziehen sind. Bei einer durch folgende Punkte nachgewiesenen, hauptberuflichen künstlerischen Tätigkeit ist in der Regel nur in Ausnahmefällen eine steuerlich nicht relevante Liebhaberei anzunehmen:</p>
<p>1.) ► Art der künstlerischen Berufsausbildung und Ausbildungsabschluss<br />
2.) ► Künstlerische Tätigkeit als alleinige Existenzgrundlage des Steuerpflichtigen<br />
3.) ► Berufstypische professionelle Vermarktung (z.B. Teilnahme an Ausstellungen);<br />
4.) ► Besondere betriebliche Einrichtungen (z.B. Atelier)<br />
5.) ► Erwähnung in einschlägiger Literatur<br />
6.) ► Erzielung gelegentlicher Überschüsse<br />
7.) ► Schaffung von Werken, die für erwerbswirtschaftliche Verwertung bestimmt sind und daher bei entsprechender Marktnachfrage verkauft werden können.</p>
<p>Bei den Punkten 1.), 3.) und 5.) gibt es eine Übereinstimmung mit den Anforderungen, die in der für eine erfolgversprechende Teilnahme am Kunstmarkt notwendigen Künstlervita gestellt werden. Es wird also klar zwischen Hobbyismus / Amateurtum und Profitum / ernsthafte Künstlerschaft unterschieden.</p>
<p>Der Duden definiert den Begriff Künstler eher knapp mit: „jemand der Kunstwerke hervorbringt oder darstellend aufführend interpretiert“ Hier erlaube ich mir eine Verifizierung: Künstler/in kann man nicht werden, sondern man wird als Künstler/in geboren. Der Drang zu malen, zu musizieren, zu schreiben und sich auf einer Bühne präsentieren zu wollen, ist von klein auf zu spüren.</p>
<p>Ob und in welchem Maße man dann diese Berufung ausübt, entscheiden oft Beschränkungen oder Freiheiten, welche die Gesellschaft auferlegt oder gewährt. Jeder Mensch hat unterschiedliche, meist mehrere kreative Fähigkeiten. Bei Künstler/n/innen sind die Fähigkeiten musischer Art überproportional vorhanden und mit dem Verlangen gekoppelt, seine/ihre Kunst zu leben, zu produzieren und zu zeigen. Wer aufhört zu produzieren, hört auf ein/e Künstler/in zu sein. Ein/e gute/r Künstler/in vereint sowohl Fähigkeiten (Begabung) als auch Fertigkeiten (Handwerk) auf optimale Weise. Wer beides maximal verbinden kann ist ein Genius.</p>
<p>Es beginnt mit der Entscheidung sich selbst als Künstler/in zu deklarieren und diese Berufsbezeichnung überall zu verbreiten. Es hat zu tun mit der Entscheidung vom Verkauf seiner Werke oder künstlerischen Dienstleistungen leben zu wollen, sich eventuell einen Künstlernamen zuzulegen und ihn im Personalausweis eintragen zu lassen. Ernsthafte Künstler/innen können nur eine Produktivität, Gestaltungshöhe und Klasse erreichen, die von Kennern, Sammlern und Käufern akzeptiert und honoriert wird, wenn sie sie sich hauptsächlich oder sogar ausschließlich ihren künstlerischen Tätigkeiten widmen.</p>
<p>Als Künstler/in, gleich welchen Genres, sollte man sich zunächst eine möglichst hohe fachliche Kompetenz aneignen. Das allein ist schon ein enormer Aufwand. Ein akademisches Studium ist nicht zwingend notwendig, wenngleich es in der Vita klar von Vorteil ist. Es ist ratsam eine fundierte Ausbildung zu absolvieren, denn Kreativität ohne die handwerklichen Möglichkeiten für die künstlerische Umsetzung seiner Ideen zum Kunstwerk zu haben, wird in Frustration ohne brauchbares Produkt enden.</p>
<p>In 14 Tagen erläutert Kadée die Unterschiede zwischen Kreativität, Kunst und Kultur – drei nicht deckungsgleiche Begriffe</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über den Künstler Kadée auf seinem Facebook Profil. <a href="https://www.facebook.com/klauskadee.eberhardt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.facebook.com/klauskadee.eberhardt</a></p>
<p>Auf der Suche nach einem besonderen Kunstwerk? – <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gemälde, Fotografien, Kunstdrucke…</a></p>
<p>Neuer Kunst-Kurzfilm von KaKiKunst: <a href="https://arttrado.de/news/kakikunst-ich-bin-je-suis-was-ist-schoen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ICH BIN | JE SUIS  – Was ist schön?</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
<p>ARTTRADO unterstützen:</p>
<p><a href="https://www.paypal.com/donate/?cmd=_s-xclick&amp;hosted_button_id=H8575LKPJNPLW&amp;source=url"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-6541" src="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:200/h:44/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" srcset="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:auto/h:auto/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg 600w, https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:300/h:66/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg 300w" alt="" width="200" height="44" data-opt-src="https://mlpemcljhfyh.i.optimole.com/vD6sjD0-X7O2IcVl/w:200/h:44/q:75/https://arttrado.de/wp-content/uploads/2020/08/unnamed-2-1.jpg" data-opt-lazy-loaded="true" data-opt-otimized-width="200" data-opt-optimized-height="44" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
