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	<title>interview Archive - Arttrado.de</title>
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		<title>Caspar Nii Armah im Interview: Warum er seine Kunst zerstört und nach Ghana aufbricht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 14:32:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Caspar Nii Armah]]></category>
		<category><![CDATA[The Journey]]></category>
		<category><![CDATA[Art.Loft]]></category>
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		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Arne Heckt]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Caspar Nii Armah im Interview: Warum er seine Kunst zerstört und nach Ghana aufbricht Caspar Nii Armahs Kunst beginnt nicht <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/caspar-nii-armah-im-interview-warum-er-seine-kunst-zerstoert-und-nach-ghana-aufbricht/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Caspar Nii Armah im Interview: Warum er seine Kunst zerstört und nach Ghana aufbricht</h4>
<p class="isSelectedEnd">Caspar Nii Armahs Kunst beginnt nicht erst auf der Leinwand. Sie entsteht in der Bewegung, in der Natur, im öffentlichen Raum und in der Veränderung des Materials. Der in Berlin geborene und in Hessen sowie Kassel aufgewachsene Künstler kam als Jugendlicher über Graffiti und Street Art zur Kunst. Hamburg wurde schließlich zum Ausgangspunkt seiner professionellen Laufbahn. Seine Arbeiten verbinden abstrakte Malerei, kalligrafische Formen, Street Art und Performance zu einer körperlichen Bildsprache, die er selbst unter anderem als „Rhythm and Writing“ beschreibt.</p>
<p class="isSelectedEnd">Mit der Ausstellung <a href="https://arttrado.de/news/caspar-nii-armah-ausstellung-im-artloft-hamburg-the-journey/" target="_blank" rel="noopener">„THE JOURNEY“ im ARTLOFT.Hamburg machte Armah den künstlerischen Prozess selbst zum Werk.</a> Ein monumentales Bild wurde nicht einfach fertiggestellt und bewahrt, sondern zerrissen, verbrannt und in neuer Form weiterverarbeitet. Aus Fragmenten und Asche entstanden weitere Arbeiten. Das vermeintliche Ende wurde damit zum Material eines neuen Anfangs. Das ARTLOFT beschrieb die Ausstellung entsprechend als „unendlichen Zyklus der Kunst“, in dem aus Asche und Fragmenten ein neuer Aufbruch entsteht.</p>
<p class="isSelectedEnd"><a href="https://arttrado.de/news/caspar-nii-armah-laesst-the-journey-ein-letztes-mal-ausarten/" target="_blank" rel="noopener">Beim Finale „ausARTen“ am 27. August 2026</a> wurde „THE JOURNEY“ ein letztes Mal verdichtet und neu präsentiert. Zugleich markierte der Abend Armahs Abschied aus Hamburg und den Beginn eines neuen, noch offenen Kapitels. Im ausführlichen Interview mit ARTTRADO spricht er über seine Anfänge im Graffiti, die Verbindung von Natur und Spiritualität, die bewusste Zerstörung eigener Werke, den Kunstmarkt, seine Reichweite in den sozialen Medien und die Frage, was von seiner Kunst bleiben soll.</p>
<h4>Zur Person und zur künstlerischen Entwicklung</h4>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Wenn du deine Kunst jemandem beschreiben müsstest, der noch nie ein Werk von dir gesehen hat – was würdest du sagen?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Jemanden der meine Kunst noch nie gesehen hat würde ich sagen; es handelt sich um zeitgenössische Kunst, eine Symbiose aus Street Art-Kalligraphie-Performance-Art und abstrakter Malerei. Eine und dynamische Form-Sprache zwischen Ruhe und Chaos mit der Natur im freien Mittelpunkt.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Du bist in Berlin geboren, in Kassel aufgewachsen und hast lange in Hamburg gearbeitet. Welche dieser Städte steckt heute am stärksten in deiner Kunst?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ich bin in Berlin geboren und in der Nähe von Fulda in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Mit 12 Jahren bin ich dann nach Kassel gezogen. Meine Kindheit ist vom Leben in und mit der Natur geprägt. Diese Zeit bildet das Fundament meines kreativen Schaffens und Daseins als Mensch und ist somit die wichtigste Zeit. Kassel ist meine Jugend und der Anfang mit meinen Kunstanfängen durch Graffiti / Street-Art. Hamburg ist die längste Zeit die ich an einem Ort gelebt habe und der Anfang meiner professionellen Künstler-Laufbahn. Jeder dieser Abschnitte ist wichtig doch das Fundament ist das Leben und aufwachen in der Natur.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Du bist über Graffiti zur Kunst gekommen. Was hat dich damals am Graffiti gepackt – und was davon ist bis heute in deiner Arbeit geblieben?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Graffiti war für mich „frei“ bunt aufregend und vor allem überall im Alltag Gegenwart. Das kreative Arbeiten fand drinnen so wie draußen statt. Außerdem war es für jeden zugänglich. Diese Grundelemente prägen noch heute meine Ausdrucks- und Lebensweise in der Kunst und im Leben. Ich muss noch ausdrücklich sagen, dass meine Kunst mehr der Street Art zugehört aus Respekt vor den Graffiti-Pionieren, da Graffiti welches wir aus den USA kennen, das illegale Malen beschreibt und ich meist legal gemalt habe.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Erinnerst du dich noch an dein erstes Graffiti? War damals wichtiger: die Botschaft, die Schrift, die Bewegung oder einfach das Gefühl, etwas Eigenes im öffentlichen Raum zu hinterlassen?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ja klar erinnere ich mich an mein erstes, mit Dosen aus dem Baumarkt gemaltes Graffiti. Ich war 12 oder 13 Jahre alt und ging um das Gefühl draußen zu malen und seine eigene Spur im öffentlichen Raum zu hinterlassen.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Wann hast du gemerkt: „Ich bin nicht nur jemand, der malt – ich bin Künstler“?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Mit 12 Jahren hatte ich den Wunsch oder die Vorstellung Künstler zu werden und gemerkt habe ich es mit 25-26 Jahren dass ich ein Künstler bin.</em></p>
<h4>Rhythm and Writing</h4>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Du beschreibst einen wichtigen Teil deiner Arbeit als „Rhythm and Writing“. Was bedeutet „Writing“ für dich, wenn es nicht primär darum geht, etwas Lesbares zu schreiben?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Rhytm and writing: writing bedeutet Kommunikation auf spiritueller bzw. universeller Ebene.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>In deinen Bildern erkennt man manchmal Wörter oder buchstabenähnliche Formen, die gleichzeitig wie eine eigene Sprache wirken. Ist das eine Sprache, die man verstehen soll – oder eine Sprache, die man fühlen soll?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>„RAW“ , Rhythm and Writing ist eine spirituelle- universelle Sprache bzw. Ausdrucksweise die man fühlen soll.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Wie viel Kontrolle gibst du beim Malen tatsächlich ab?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Viele meiner Kunstwerke sind auf mehreren Ebenen aufgebaut. So entsteht eine Mischung aus sehr kontrollierten Bewegungen und absolut freien ungeplanten freien Handlungen.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Kann man deiner Meinung nach ein gutes Bild planen – oder muss ein Teil davon einfach passieren?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ein gutes Bild kann man definitiv planen, es kommt auf die Herangehensweise und den Stil des Künstlers bzw. der Künstlerin drauf an. Ich habe da eine Grundidee im Kopf,  aber ohne Skizze gearbeitet und lass dabei eben vieles im Prozess passieren. Ein zu durchdachtes und bearbeitetes Bild verliert für mich vor allem an Lebendigkeit und Seele, was mir in meinen Arbeiten wichtig ist.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Deine Linien wirken sehr körperlich, teilweise schnell und tänzerisch. Ist Malen für dich eher Denken, Schreiben, Zeichnen oder Bewegung?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Malen ist für mich Bewegung bzw. Der Einklang zwischen körperlicher und geistiger Ebene.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Gibt es Momente, in denen du beim Malen selbst überrascht bist, was gerade entsteht?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Das ist eines der schönsten Dinge beim Malen, immer und immer wieder neu überrascht zu werden, von dem was beim freien Schaffen entstehen kann.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Woher weißt du, wann ein Bild fertig ist?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ich habe das Gefühl, wenn ein Bild fertig ist. Es ist etwas Magisches und fast unbeschreiblich.</em></p>
<h4>„THE JOURNEY“ – Zerstörung und Transformation</h4>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Für „THE JOURNEY“ hast du ein riesiges Werk geschaffen – und es anschließend teilweise zerrissen und verbrannt. Warum muss ein Künstler sein eigenes Werk zerstören?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ich liebe den Prozess der Entstehung und Transformation, meist mehr als das fertige Werk.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Viele Künstler kämpfen darum, ein Werk zu erhalten. Du hast es bewusst zerstört. Ist Zerstörung für dich ein Verlust oder eine Form von Freiheit?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Für mich ist die Zerstörung kein Verlust, sondern eine Form der Freiheit.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Was hast du in dem Moment empfunden, als du das Werk tatsächlich verbrannt hast?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Der Moment der Verbrennung war ein ganz besinnlicher Moment da er draußen in der Natur stattgefunden hat. Es hat in mir Kindheitserinnerung geweckt. Es war ein sehr beruhigendes Gefühl.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Gab es einen Moment des Zweifels, in dem du dachtest: „Vielleicht sollte ich das doch nicht tun“?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Nein, es gab keinen einzigen Moment des Zweifelns.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Du hast die Asche anschließend wieder als Material verwendet. Wann wird aus Zerstörung Transformation?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Die Asche ist der Dünger, der Nährboden für neues Leben. Es geht um Wandlung und wieder Neuanfang. Nicht um Gewalt, sondern um Leben.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Wenn aus einem ursprünglichen Werk weitere Arbeiten entstehen: Welches Werk ist dann eigentlich das Original?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Es geht um das Gesamtkunstwerk, jedes kleine Werk oder Prozess ist das Original, auch von gleicher Bedeutung.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Kann ein Kunstwerk wertvoller werden, gerade weil es nicht mehr existiert?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ja es kann wertvoller im immateriellen Sinne werden, da es geistig weitergelebt wird.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Was bedeutet „Nichts bleibt, alles wandelt sich“ für dich persönlich – jenseits der Kunst?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Es bedeutet für mich, dass das Leben ein ewiger Kreislauf ist.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>„THE JOURNEY“ wird als Reise der Materie und des Geistes beschrieben. Was ist für dich der Unterschied zwischen einer Reise im physischen und einer im geistigen Sinn?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Die Reise im Geiste ist die Spiritualität, Erinnerung, Gedanken und Gespräche, das unsichtbare. Hingegen die physische Reise, die das Sichtbare beschreibt.</em></p>
<h4>Identität, Ghana und Deutschland</h4>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Du bist Sohn eines ghanaischen Vaters und einer deutschen Mutter. Wann wurde deine Herkunft für dich persönlich zu einem Thema? </strong><strong> Spürst du einen Unterschied zwischen dem, was Deutschland in deine Kunst gebracht hat, und dem, was du mit Ghana verbindest? </strong><strong>Deine Reise nach Ghana ist eng mit „THE JOURNEY“ verbunden. Ist Ghana für dich Rückkehr, Aufbruch oder etwas völlig Neues? </strong><strong>Gibt es Dinge aus der ghanaischen Kultur, Spiritualität oder Ästhetik, die bereits heute – vielleicht auch unbewusst – in deinen Arbeiten auftauchen?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Die Fragen bezüglich Identität werde ich erst im Laufe meines nächsten Kapitels beantworten können. Für mich gilt grundsätzlich die Natur als Grundlage für Identität und Gemeinschaft.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Deine Kunst wird häufig mit Begriffen wie Spiritualität, Bewusstsein und universeller Sprache verbunden. Wo endet für dich Kunst und wo beginnt Spiritualität?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Für mich ist Spiritualität die Verbundenheit mit der Natur. Kunst ist für mich Spiritualität bzw. Leben.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Kann Kunst tatsächlich eine universelle Sprache sein – oder wird dieser Begriff manchmal zu schnell romantisiert?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Kunst ist für mich im Kern eine universelle Sprache.</em></p>
<h4>Kunstmarkt und soziale Medien</h4>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Deine Wurzeln liegen auf der Straße, heute werden deine Arbeiten in Ausstellungen und auf dem Kunstmarkt präsentiert. Was hat sich verändert – bei deiner Kunst und bei dir selbst?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Grundsätzlich bin ich im Herzen der Mensch geblieben der ich bin. Ich habe mich natürlich stark auf allen Ebenen weiter entwickelt, sonst würde ich heute nicht stehen, wo ich bin. Ich tue das was ich liebe und kann dieses mit immer mehr Menschen teilen. Durch die Kunst bin ich persönlich stark gewachsen und habe viel erlebt, man wird erfahrener und routinierter.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Gibt es etwas an der kommerziellen Kunstwelt, das du kritisch siehst?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Das Fass mache ich jetzt nicht auf, aber ich sehe auf jeden Fall einen positiven Wandel.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Street Art war ursprünglich stark mit Freiheit und Unabhängigkeit verbunden. Was passiert mit dieser Freiheit, wenn ein Werk plötzlich einen Preis von mehreren Tausend Euro hat?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Für mich ändert der Preis nichts an dem Kunstwerk oder der Bedeutung.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Wie wichtig ist dir der Kunstmarkt überhaupt?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Der Kunstmarkt hat immer noch starke Bedeutung liegt aber auch im Wandel. Es gibt viele Alternativen.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Was ist für dich wichtiger: ein Werk zu verkaufen oder etwas beim Betrachter auszulösen?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Beim Betrachter etwas auszulösen , die Bedeutung in der Kunst ist wichtiger als der Verkauf. Der Verkauf hat nichts mit der Bedeutung der Kunst zu tun.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Du hast auf Instagram eine außergewöhnlich große Reichweite für einen bildenden Künstler. Wie erklärst du dir selbst diesen Erfolg?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Der Erfolg kommt durch meine Vielfältigkeit, vom Arbeiten mit Textilien, Malerei, Skulpturen dem prozesshaften im allgemeinen Zustande.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Folgen dir die Menschen deiner Meinung nach wegen der Kunst – oder wegen des Prozesses und der Art, wie du deine Kunst zeigst?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ich denke, viele Menschen sind von dem Prozess der Kunst fasziniert, ich liebe den Prozess zu teilen. Das schafft Verbindung.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Hat Social Media deine Kunst verändert – oder hat Social Media nur sichtbar gemacht, was ohnehin schon da war?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Durch Social Media hat sich die Welt grundlegend verändert, was Spuren auf dem Leben und somit auch auf der Kunst hinterlässt. Der Kern meiner Kunst kommt aus der Natur und hat mit Social Media nichts zu tun. Die Plattform macht sichtbar was schon da war aber auch die Veränderungen.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Gibt es einen Unterschied zwischen dem Werk, das du für einen Betrachter in einer Galerie machst, und dem Werk, das auf einem Smartphone funktioniert?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Nein, das Werk ist nicht für Smartphones gemacht. Auf dem Smartphone, Social Media kommt es auf die Präsentation an. Vorbei ich den natürlichen Schaffenprozess wähle.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Macht dich eine so große Reichweite freier – oder erzeugt sie irgendwann auch Druck?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Eine große Reichweite hängt heutzutage mehr mit der Bedeutung der zu erstellenden Inhalte zusammen. Daher kann ein Druck entstehen auf einem so hohen kreativen Level, dass dauerhaft gearbeitet werden muss, was über die Zeit ermüdend wird.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Und ganz direkt: Was bedeutet dir persönlich die Zahl deiner Follower?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ich bin dankbar für jeden einzelnen Menschen, der mir folgt, bzw. Teil meiner Reise ist.</em></p>
<h4>Etwas unbequemere Fragen</h4>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Deine Arbeiten werden häufig mit großen Begriffen wie Transformation, Spiritualität, Bewusstsein und universeller Sprache beschrieben. Besteht nicht die Gefahr, dass solche Begriffe eine sehr intuitive Kunst im Nachhinein größer und bedeutungsvoller erscheinen lassen, als sie beim Entstehen tatsächlich war?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Nein für mich persönlich besteht da nicht die Gefahr. Wenn man sich die Ausstellung „The Journey“ angesehen hat, sollte man ein Gefühl für diese Begriffe bekommen. Der Mensch muss es als Gesamtheit betrachten.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Wie viel Bedeutung steckt tatsächlich in deinen Bildern – und wie viel Bedeutung gibt der Betrachter hinein?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Es steckt sehr viel Bedeutung in jedem Bild und lässt es dennoch viel Freiheit für den Betrachter sich selbst wieder zu finden oder Neues zu entdecken.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Wenn ein Künstler eine sehr charakteristische Bildsprache entwickelt, besteht irgendwann die Gefahr, sich selbst zu wiederholen. Hast du Angst davor?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Es ist gut, eine eigene Bildsprache und Wiedererkennungswert zu schaffen. Sich selbst zu wiederholen ist Teil einer gesunden Routine, doch stetige Veränderungen und Experimentierfreudigkeit ist wichtig, sonst dreht man sich irgendwann nur noch im Kreis. Davor habe ich keine Angst.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong> Was wäre für dich schlimmer: ein Werk, das niemand versteht, oder eines, das jeder sofort versteht?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ein Werk, das jeder sofort versteht, ist schlimmer.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Wenn du heute dein Werk von vor zehn Jahren betrachtest: Siehst du darin bereits den Künstler, der du heute bist – oder würdest du vieles davon mittlerweile ablehnen?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ich sehe mich in jedem meiner einzelnen Werke von früher wieder und weiß, dass das Teil eines Gesamtkunstwerks ist. Leben.</em></p>
<h4>Blick nach vorn</h4>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Was suchst du gerade – was hast du in deiner Kunst noch nicht gefunden?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Ich suche noch mehr Leben! Bzw. ein Teil vom Leben der noch nicht freigeschaltet ist.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Gibt es ein Format, das du unbedingt noch ausprobieren möchtest – Installation, Skulptur, Architektur, Film oder Performance?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Da fällt mir als erstes „Musikvideo“ und größere Kunstvideos ein.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Würdest du heute noch einmal bei null anfangen und Graffiti sprühen, wenn niemand wüsste, wer du bist?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Auf jeden Fall würde ich nochmal mit Graffiti bei Null anfangen.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Was soll von deiner Kunst bleiben, wenn du selbst nicht mehr da bist?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Von meiner Kunst soll der Gedanke bleiben: Das Leben ist ein unendlich-kreativer Prozess, der im Einklang mit der Natur ein Gesamtkunstwerk formt.</em></p>
<p class="isSelectedEnd"><strong>Und vielleicht die wichtigste Frage zum Schluss: Wohin geht deine Reise als Künstler jetzt?</strong></p>
<p class="isSelectedEnd"><em>Die Reise geht ins Blaue/Ungewisse. Ein neues Abenteuer.</em></p>
<h4>Ein Abschied, der noch kein Ende ist</h4>
<p class="isSelectedEnd">Konkrete Termine für eine nächste Ausstellung oder ein unmittelbar folgendes Projekt sind derzeit öffentlich nicht angekündigt. Sicher ist vorerst nur die Richtung: Mit dem Ende von „THE JOURNEY“ endet auch Armahs langes Hamburger Kapitel. Die Reise nach Ghana soll keine fertigen Antworten bestätigen, sondern neue Fragen nach Herkunft, Identität und Gemeinschaft eröffnen. Bezeichnend ist, dass der Künstler die entsprechenden Fragen in diesem Interview noch nicht einzeln beantworten wollte. Die Antworten, so macht er deutlich, sollen erst im nächsten Kapitel entstehen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Auch „THE JOURNEY“ selbst dürfte damit noch nicht vollständig abgeschlossen sein. Die Ausstellung und ihr Finale im ARTLOFT.Hamburg wurden filmisch begleitet. Ein Termin für die Veröffentlichung dieser Aufnahmen ist bislang nicht bekannt. Es ist jedoch gut möglich, dass Ausschnitte oder eine umfangreichere Dokumentation künftig über die Kanäle des Künstlers oder des ARTLOFT.Hamburg zugänglich werden. Wer den weiteren Weg verfolgen möchte, sollte deshalb insbesondere die offiziellen Social-Media-Kanäle im Blick behalten.</p>
<p class="isSelectedEnd">Vielleicht liegt gerade darin der konsequente Abschluss dieser Hamburger Reise: Armah hinterlässt kein abgeschlossenes Werk, das sich sauber archivieren lässt. Er hinterlässt Fragmente, Asche, Bilder, Filmaufnahmen und Erinnerungen – Material, aus dem etwas Neues entstehen kann. „THE JOURNEY“ endet nicht mit einer endgültigen Antwort. Sie endet mit einem Künstler, der erneut aufbricht, ohne bereits zu wissen, wohin ihn dieser Weg führen wird.</p>
<h4>Persönliches Schlusswort von Caspar Nii Armah</h4>
<p>Zum Abschluss wollte ich noch einmal Danke sagen. Vielen Dank an alle, die mich auf dieser Reise bisher begleitet und unterstützt haben. Vielen Dank an Arne Heckt für diese unglaubliche Zusammenarbeit und die Ausstellung und diese im Art Loft Hamburg zu präsentieren. Ein mein Team von Picture me Different für die gemeinsame Umsetzung der ganzen Projekte. Meine Familie und Freunde auf dieser Welt. Liebe Grüße<br />
Armah.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Zur Webseite des Künstlers: <a href="https://armah-art.com/" target="_blank" rel="noopener">https://armah-art.com/</a></p>
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<div class="entry-content">
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			</item>
		<item>
		<title>Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst</title>
		<link>https://arttrado.de/news/gerd-jansen-im-interview-ueber-ordnung-freiheit-und-fuenf-jahrzehnte-kunst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 11:34:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus der Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
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		<category><![CDATA[Gerd Jansen]]></category>
		<category><![CDATA[Wandlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzer Planet]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst Gerd Jansen, geboren 1956 in Goch am Niederrhein, bewegt <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/gerd-jansen-im-interview-ueber-ordnung-freiheit-und-fuenf-jahrzehnte-kunst/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 16px;">Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst</span></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="289" data-end="720">Gerd Jansen, geboren 1956 in Goch am Niederrhein, bewegt sich seit mehr als fünf Jahrzehnten zwischen Zeichnung, Skulptur, Installation und konzeptueller Kunst. Bevor er sich vollständig der Kunst zuwandte, begann er zunächst ein Physikstudium in Göttingen. 1979 wechselte er an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er unter anderem bei Rolf Sackenheim, Tony Cragg und Erwin Heerich studierte. 1985 wurde er Meisterschüler von Heerich.</p>
<p data-start="722" data-end="1183">Naturwissenschaftliches Denken verschwand mit diesem Wechsel allerdings nicht aus seiner Arbeit. Im Gegenteil: Systeme, elementare Formen, Wiederholung, Variation und später insbesondere natürliche Zahlen und Primzahlen wurden zu zentralen Werkzeugen seines künstlerischen Werks. Dabei versteht Jansen die Systematik nicht als Selbstzweck. Ordnung schafft für ihn vielmehr den Ausgangspunkt, von dem aus bildnerische Freiheit überhaupt erst möglich werden kann.</p>
<p data-start="1185" data-end="1681">Stationen wie ein Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen in Paris 1986, ein DAAD-Stipendium in der Schweiz sowie der Kunstpreis des Basler Kunstvereins begleiteten seine Entwicklung. Seit Ende der 1980er-Jahre lebt und arbeitet Jansen im Raum Basel, heute im schweizerischen Nusshof. Im Jahr 2000 gründete er gemeinsam mit seiner Frau, der Pianistin Christine Jansen, das „Institut für bildnerisches Denken“, in dem Kunst, Musik und philosophische Fragestellungen miteinander verbunden wurden.</p>
<p data-start="1683" data-end="2311">Sein über Jahrzehnte entstandenes Hauptwerk gliedert Jansen in verschiedene Werkgruppen, die von frühen Versuchen einer bildnerischen Übersetzung musikalischer Strukturen über Skulpturen und serielle Zeichnungen bis zum digitalen und partizipativen Internetprojekt „countune“ reichen. Seit 2017 entstanden daneben die von ihm als „Nachträge“ bezeichneten Werkgruppen „Der Schwarze Planet“, „Nullpunkt“ und „Wandlungen“. Während das frühere Hauptwerk weitgehend aus einer kunstimmanenten Beschäftigung mit Struktur und Komposition hervorging, treten darin zunehmend gesellschaftliche, ökologische und philosophische Fragen hinzu.</p>
<p data-start="2313" data-end="2783">Sein Gesamtwerk hat Jansen umfangreich dokumentiert. In inzwischen 19 Werk- und Dokumentationsbänden lässt sich eine künstlerische Entwicklung nachvollziehen, die trotz ihrer unterschiedlichen Erscheinungsformen immer wieder um dieselben Grundfragen kreist: Wie viel Ordnung benötigt ein Bild? Wann wird aus einer Regel Freiheit? Welche Rolle spielen Zahlen für unsere Wahrnehmung der Welt? Und was bleibt vom Kunstwerk, wenn am Ende vor allem die Idee entscheidend ist?</p>
<p data-start="2785" data-end="2869" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Über genau diese Fragen spricht Gerd Jansen im ausführlichen Interview mit ARTTRADO.</p>
<h4 class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="1386" data-end="1450">Ordnung und Freiheit: Was vom jungen Künstler geblieben ist</h4>
<p data-start="1452" data-end="1678"><strong data-start="1452" data-end="1465">ARTTRADO:</strong> Wenn Sie heute, nach mehreren Jahrzehnten künstlerischer Arbeit, vor einer neuen Arbeit stehen: Wie viel von dem jungen Künstler, der Ihr Hauptwerk begonnen hat, ist in Ihrer heutigen Arbeitsweise noch vorhanden?</p>
<p data-start="1680" data-end="1923"><strong data-start="1680" data-end="1696">Gerd Jansen:</strong> Alles. An meinem Temperament, systematisch zu arbeiten, hat sich nichts verändert. Die guten Sachen waren immer irgendwie geometrisch bestimmt und dazu angelegt, nicht nur ein Bild, sondern gleich mehrere in der Art zu machen.</p>
<p data-start="1925" data-end="2438">Allerdings hat mich diese Systematik und Geometrie, aus heutiger Sicht betrachtet, bis zur fünften Werkgruppe immer auch eingeengt. Es fehlte der spielerische Atem, alles war sehr kopfig. Um 1986 erkannte ich dann überraschenderweise in der äußersten Reduktion der Systematik den Schlüssel zu einem freieren Umgang mit Regeln, Plänen und Strategien. Diese Reduktion des Systematischen konnte ich zehn Jahre später noch einmal verschärfen, und zwar durch die Verwendung der natürlichen Zahlen als Arbeitsfundament.</p>
<p data-start="2440" data-end="2752">In den sogenannten Nachträgen zu meinem Hauptwerk verbinden sich seit 2017, auf der Grundlage meiner bildnerischen Erfahrungen, in hohem Maße Freiheitsgrade mit genau gegliederter Ordnung. Es scheint auch, dass sich dieser Wunsch nach Ordnung in allem, was ich tue, von Anfang an immer wieder verwirklichen will.</p>
<p data-start="2754" data-end="3014"><strong data-start="2754" data-end="2767">ARTTRADO:</strong> Ihr Werk ist über lange Zeit stark von Systemen, Regeln, Zahlen, Wiederholungen und konzeptuellen Überlegungen geprägt worden. Was hat Sie ursprünglich daran interessiert, Kunst nicht nur als Bild oder Objekt, sondern als ein System zu begreifen?</p>
<p data-start="3016" data-end="3207"><strong data-start="3016" data-end="3032">Gerd Jansen:</strong> Ich begreife die Kunst nicht als System. In der Kunst, der Musik oder auch der Dichtung sollte es meines Erachtens gerade darum gehen, das System, den Verstand zu überwinden.</p>
<p data-start="3209" data-end="3570">Uns Menschen sind dazu aber nun einmal nur die Möglichkeiten der bildnerischen und sprachlichen Mittel und der mehr oder weniger konzeptuelle Einsatz dieser Mittel gegeben. Ein Bild, ein Objekt, ein Musikstück oder eine Dichtung sind lediglich Hilfsmittel, die unser Alltagsbewusstsein an den größeren Zusammenhang, den wir meist ausblenden, heranführen können.</p>
<p data-start="3572" data-end="3963">Darum habe ich auch mit dem Studium der Physik aufgehört, weil ich mich in der Kunst freier und meinem Temperament entsprechend bewegen konnte. Wenn du ein naturwissenschaftliches Studium beginnst, bekommst du Bücher und besuchst Vorlesungen. Wenn du ein Kunststudium beginnst, stehst du vor einem leeren Raum, und nur du bestimmst, was nun in diesem Raum nach welchen Regeln passieren wird.</p>
<figure id="attachment_20205" aria-describedby="caption-attachment-20205" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-20205" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-scaled.jpg" alt="Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="2048" height="2046" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-768x767.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-800x799.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-600x599.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Serielle-Linienzeichnung-Gerd-Jansen-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20205" class="wp-caption-text">Serielle Linienzeichnung, Nachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger, Graphit, 60 x 60 cm, 1987.</figcaption></figure>
<h4 data-start="4095" data-end="4133">Vom Hauptwerk zu den „Nachträgen“</h4>
<p data-start="4135" data-end="4436"><strong data-start="4135" data-end="4148">ARTTRADO:</strong> Sie unterscheiden selbst zwischen Ihrem „Hauptwerk“ und den seit 2017 entstandenen „Nachträgen“. Ist diese Bezeichnung wörtlich zu verstehen? Sind die Nachträge Ergänzungen zu etwas grundsätzlich Abgeschlossenem oder ist daraus inzwischen längst ein neues Kapitel Ihres Werks entstanden?</p>
<p data-start="4438" data-end="4672"><strong data-start="4438" data-end="4454">Gerd Jansen:</strong> Eigentlich sollte das nahezu gesamtkunstwerklich angelegte Internetprojekt „countune“ der Endpunkt meiner Arbeit sein. Aber das habe ich nicht durchhalten können. Da waren noch zu viele Ideen in mir, die raus wollten.</p>
<p data-start="4674" data-end="5283">Wie gesagt, hat sich an meiner Arbeitsweise nie wirklich etwas geändert. Das gilt für das Hauptwerk und auch für die Nachträge. Natürlich gibt es zwischen beiden Bereichen einen großen Unterschied. Alles, was ich als Hauptwerk zusammenfasse, ist wertfrei in Bezug auf Außerkünstlerisches. Es geht um Geometrien, Strukturen, Strategien, Materialisierungen und so weiter. Es gab nichts Erzählerisches in oder hinter den Arbeiten. Die Arbeiten stehen nur für sich selbst. Jede war wie ein wissenschaftlicher Beweis. Alles war in dem begründet, was zu sehen war, getragen von der jeweiligen Kompositionsstrategie.</p>
<p data-start="5285" data-end="5644">Bei den Nachträgen ist es von der Optik nicht viel anders. Jede Arbeit steht für sich und repräsentiert das gesamte Ordnungssystem der Werkgruppe. Nur ist dieses Ordnungssystem nicht mehr ganz wertfrei: Gesellschaftspolitische und ökologische Gedanken sind die Basis und die treibenden Kräfte, von denen ich ausgehe und auf die hin ich die Werkgruppe anordne.</p>
<p data-start="5646" data-end="6173">Wichtig ist für mich, dass diese gedankliche Grundlage nicht plakativ nach vorne getragen wird, sondern dass es eine Übersetzung in meine bildnerische Sprache ist. Diese Sprache verbindet natürlich beide Bereiche sehr eng. Man könnte die Nachträge, was das gedankliche Gerüst dahinter angeht, aber durchaus als neues Kapitel meiner Arbeit sehen. Die Untertitel „Bilderbuch einer neuen Erde“, „Bilderbuch eines neuen Bewusstseins“ und „Bilderbuch der transzendenten Wirklichkeit“ unterstreichen diesen Unterschied zum Hauptwerk.</p>
<h4 data-start="6175" data-end="6213">„Zu viel Theorie schreckt sie ab“</h4>
<p data-start="6215" data-end="6601"><strong data-start="6215" data-end="6228">ARTTRADO:</strong> Sie haben geschrieben, dass Menschen nicht gerne mit Konzepten überfordert werden und dass Sie seit 2017 versuchen, das Konzeptuelle stärker mit dem Spielerischen und optisch Einladenden zu verbinden. War das ausschließlich eine künstlerische Entwicklung oder auch die Erkenntnis, dass Sie mit Ihrer früheren Arbeit Teile des Publikums möglicherweise nicht erreicht haben?</p>
<p data-start="6603" data-end="6945"><strong data-start="6603" data-end="6619">Gerd Jansen:</strong> Natürlich habe ich in den vielen Jahren einige Publikumsreaktionen erlebt, aber ich würde nicht sagen, dass diese Einfluss auf meine künstlerischen Entscheidungen hatten. Dafür war ich zu sehr wie ein Wissenschaftler, der zielstrebig, auch bei Fehlschlägen, immer wieder etwas versucht, bis er seine Theorie bestätigt findet.</p>
<p data-start="6947" data-end="7282">Es war mir klar, dass ein solcher künstlerischer Weg für ein großes Publikum wahrscheinlich zu langweilig ist: immer diese endlosen Serien mit unzähligen Strichen und Linien, kaum Farbe. Da passiert ja nichts. Aber ich musste diese Erfahrungen machen, wie ein Musiker, der sich durch Etüden stark macht für die eigentlichen Musikwerke.</p>
<figure id="attachment_20206" aria-describedby="caption-attachment-20206" style="width: 1918px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-20206" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm.jpg" alt="Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="1918" height="1912" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm.jpg 1918w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-1024x1021.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-768x766.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-1536x1531.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-800x797.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-600x598.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Linienmeditation-Maerz-1993-Tusche-80-×-80-cm-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 1918px) 100vw, 1918px" /><figcaption id="caption-attachment-20206" class="wp-caption-text">Linienmeditation, März 1993, Tusche, 80 × 80 cm</figcaption></figure>
<p data-start="7348" data-end="7586">Ab 1997, mit den natürlichen Zahlen als Grundlage, veränderte sich auch die Außenwirkung meiner Arbeit. Die Arbeiten wurden spielerischer, farbiger und handlicher, und ich fand ab dieser Zeit auch mehr Interessierte, die Arbeiten kauften.</p>
<p data-start="7588" data-end="7897">Ein weiterer Grund für die bessere Außenwirkung war natürlich das „Institut für bildnerisches Denken“, das ich im Jahr 2000 gegründet habe. Ausstellungen und Konzerte lockten Publikum an, und es gab viele Gelegenheiten, mit Interessenten und Pressevertretern zu sprechen und ihnen meine Position zu erläutern.</p>
<p data-start="7899" data-end="8082">Eine Galeristin sagte mir einmal: Die Leute wollen schöne Sachen sehen, zu viel Theorie schreckt sie ab. Da ist etwas dran. Es ist aber natürlich gleichzeitig ein gewagter Standpunkt.</p>
<p data-start="8084" data-end="8319"><strong data-start="8084" data-end="8097">ARTTRADO:</strong> Wenn ein komplexes Konzept zugänglicher und visuell attraktiver wird, besteht zugleich die Gefahr, dass der Betrachter nur noch das Bild sieht und das dahinterliegende System übersieht. Beschäftigt Sie dieser Widerspruch?</p>
<p data-start="8321" data-end="8563"><strong data-start="8321" data-end="8337">Gerd Jansen:</strong> Wie bereits erläutert, geht es gerade darum, dass wir es schaffen, in einem Bild oder Objekt das System zu überwinden. Um ein bildnerisches Werk zu konstituieren, brauchen wir natürlich ein Konzept, Werkzeuge und Materialien.</p>
<p data-start="8565" data-end="9052">Ich nehme gerne das Beispiel eines Baums, der auf einer Wiese steht. Wenn wir diesen Baum anschauen, nehmen wir seine Größe wahr, die grünen Blätter, die sich im Wind bewegen, das Rauschen der Baumkrone, den kräftigen, strukturierten Stamm, die Astverzweigungen und wie er sich in die Landschaft einfügt und sich gegen den Himmel abhebt. In diesem Moment denken wir nicht an die unzähligen biologischen Abläufe in seinem Inneren und an deren Gesetzmäßigkeiten. Wir bewundern diesen Baum.</p>
<p data-start="9054" data-end="9243">So ist es auch bei der Bildbetrachtung: Was zählt, ist die Wirkung auf unsere Wahrnehmung. Das schließt aber nicht aus, dass wir unbewusst alles mitwahrnehmen, was dieses Bild konstituiert.</p>
<p data-start="9245" data-end="9562">Bei den interaktiven Bild-Konzepten habe ich beispielsweise auf Grundlage der natürlichen Zahlen eine Struktur vorgegeben, die der Interessent nach Belieben verändern und mit Farben ausstatten kann. Dabei muss er meine unterlegte Struktur nicht verstehen. Er muss nur so lange „spielen“, bis ihm das Ergebnis gefällt.</p>
<p data-start="9564" data-end="9741">Beim Autofahren ist das ähnlich: Die meisten wissen gar nicht, was unter der Motorhaube geschieht. Man muss nur wissen, wie man das Auto bedient und die Verkehrsregeln beachten.</p>
<figure id="attachment_20207" aria-describedby="caption-attachment-20207" style="width: 783px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="size-full wp-image-20207" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98.png" alt="Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002 - Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002" width="783" height="786" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98.png 783w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-300x300.png 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-150x150.png 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-768x771.png 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-600x602.png 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/prim-63-98-100x100.png 100w" sizes="(max-width: 783px) 100vw, 783px" /><figcaption id="caption-attachment-20207" class="wp-caption-text">Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002</figcaption></figure>
<h4 data-start="9841" data-end="9887">Einschränkung als künstlerische Strategie</h4>
<p data-start="9889" data-end="10269"><strong data-start="9889" data-end="9902">ARTTRADO:</strong> Das Jahr 2017 scheint für Ihre Entwicklung eine besondere Rolle zu spielen. Sie haben damals unter anderem Ihre große Werkstatt aufgegeben. Inwiefern haben Ihre persönliche Situation und veränderte praktische Möglichkeiten beeinflusst, welche Kunst Sie danach machen konnten und machen wollten? Kann eine Einschränkung selbst zu einem künstlerischen Werkzeug werden?</p>
<p data-start="10271" data-end="10567"><strong data-start="10271" data-end="10287">Gerd Jansen:</strong> Ja, Einschränkung ist immer eine gute Strategie. Leider kommt es oft erst in leidvollen Situationen dazu, aber dann ist die Einschränkung auch sehr echt: finanzielle Engpässe, räumliche Veränderungen, persönliche Schicksalsschläge, Unzufriedenheit mit sich selbst und der Arbeit.</p>
<p data-start="10569" data-end="10761">Ich habe nie die Erfahrung gemacht, dass ich eine einfache Einschränkung ohne Anlass bestimmen konnte, etwa: Heute arbeite ich einmal nur mit einem bestimmten Mittel. Das hat nie funktioniert.</p>
<p data-start="10763" data-end="11269">Die erste wichtige Einschränkung kam bei mir nach den großen Installationen 1981. Ich war kräftemäßig und finanziell am Ende, und es kam noch ein persönliches Schicksal hinzu. Ich habe quasi von vorn angefangen, Giordano Bruno gelesen und dazu Zeichnungen mit einigen Stiften auf A4-Papieren gemacht. Im Laufe der Zeit entstanden auch Objekte, für die ich von meinem damaligen Lehrer Erwin Heerich keine gute Kritik bekam. Das war die Zeit der Gedankenmodelle, eine sehr unsichere Etappe meines Werdegangs.</p>
<p data-start="11271" data-end="11520">Eineinhalb Jahre später suchte ich darum noch einmal einen neuen Ansatz. Diesmal, unter der Obhut von Heerich, etwas kontrollierter. Ich besann mich auf meine physikalische Vergangenheit und baute aus elementaren Bausteinen physikalische Skulpturen.</p>
<p data-start="11522" data-end="11811">So ging es immer weiter, bis ich 1986 in Paris eine so bedeutende Einschränkung erfahren musste, dass ich darin endlich den wirklichen Kern meiner Arbeit finden konnte. Die Übermacht der Stadt, der Museen und die Beschränkung auf ein kleines Zimmer ohne Arbeitsmittel machten dies möglich.</p>
<p data-start="11813" data-end="12199">Weitere Etappen waren die Entscheidung für die natürlichen Zahlen, das Internetprojekt „countune“ und schließlich 2017 die Auflösung unseres großen Hauses mit Werkstatt und Atelier sowie Ausstellungs- und Konzertraum. Die zeitgleiche Erkenntnis, dass die Computerarbeit und das Internet für mich zunehmend problematisch wurden, brachte mich schließlich zu den Werkgruppen der Nachträge.</p>
<h4 data-start="12201" data-end="12255">„Der Schwarze Planet“: Erst sehen, dann verstehen</h4>
<p data-start="12257" data-end="12553"><strong data-start="12257" data-end="12270">ARTTRADO:</strong> Beginnen wir mit „Der Schwarze Planet“: Wenn jemand eine Arbeit aus dieser Werkgruppe zum ersten Mal sieht und keinerlei Vorwissen über Ihr Werk besitzt, was würden Sie sich wünschen, dass dieser Mensch zunächst wahrnimmt, noch bevor er beginnt, nach dem Konzept dahinter zu fragen?</p>
<p data-start="12555" data-end="12803"><strong data-start="12555" data-end="12571">Gerd Jansen:</strong> Grundsätzlich sollte man, wenn man vor einem Kunstwerk steht, die Sinne „einschalten“ und den Verstand zumindest etwas nach hinten schieben. Eine möglichst vorurteilsfreie Wahrnehmung liefert dann genug Input auch für den Verstand.</p>
<p data-start="12805" data-end="13024">Genaues Hinschauen ist wichtig: die Größe des Bildes, die Materialität, die Technik, die Farbigkeit und schließlich das Motiv selbst. Sie alle geben Aufschluss über Intentionen, die zu diesem Bild geführt haben könnten.</p>
<p data-start="13026" data-end="13251">Ich habe bereits von der Betrachtung eines Baumes gesprochen. Hier scheint uns eine neutrale Betrachtung meist mühelos zu gelingen. Bei einem Bild kommen Fragen und Urteil oft schneller, als die reine Wahrnehmung beendet ist.</p>
<p data-start="13253" data-end="13562">Die Werkgruppe „Der Schwarze Planet“ ist in vier Bereiche gegliedert: Mineral, als Kombination von Collage, Zeichnung und Malerei; Seismogramm, als Zeichnung mit Graphit und Tusche; Pflanze, als Skulptur aus Draht und verschiedenen Materialien; und Rätsel, als digitale Kombination von Fotografien der Bilder.</p>
<p data-start="13564" data-end="13837">Der Betrachter nimmt in jeder dieser Arbeiten eine mehr oder weniger komplexe Struktur wahr. Mein Wunsch wäre, dass er allein durch die Betrachtung stärker in eine solche Struktur hineingezogen wird und ein Gefühl der Übereinstimmung mit seiner eigenen Gestimmtheit findet.</p>
<p data-start="13839" data-end="14045">Dass das Werk dann noch zu einer großen Gruppe von Arbeiten gehört, die durch eine gedankliche Klammer zusammengehalten wird, könnte seine Ausstrahlung weiter verstärken. Aber das ist schon wieder Verstand.</p>
<h4 data-start="14047" data-end="14102">„Nullpunkt“: Stillstand und potenzieller Neuanfang</h4>
<p data-start="14104" data-end="14317"><strong data-start="14104" data-end="14117">ARTTRADO:</strong> „Nullpunkt“ ist ein ungewöhnlich offener Titel. Was bedeutet der Nullpunkt für Sie persönlich und künstlerisch: Ende, Anfang, Reduktion, Stillstand oder die Möglichkeit, wieder von vorne zu beginnen?</p>
<p data-start="14319" data-end="14556"><strong data-start="14319" data-end="14335">Gerd Jansen:</strong> Wir haben darüber bereits beim Thema Einschränkung gesprochen. In der Werkgruppe „Nullpunkt“ habe ich gewissermaßen versucht, diese bildnerische Thematik in den Bereichen Gesetz, Aura, Kondensat und Resonanz zu erfassen.</p>
<p data-start="14558" data-end="14727">Dabei habe ich als elementare Struktur, als Nullpunkt, nur das Quadrat gewählt. Alle Arbeiten nehmen davon ihren Ausgang beziehungsweise lassen sich darauf zurückführen.</p>
<p data-start="14832" data-end="15155">Im Nachwort des zugehörigen Dokumentationsbuches beschreibe ich Einschränkungssituationen aus meinem eigenen Leben, aus der Existenz einer Gesellschaft und auch aus der Physik, etwa den absoluten Temperatur-Nullpunkt. In allen Fällen gilt es, den Nullpunkt zu überwinden und aus der Erstarrung wieder in Bewegung zu kommen.</p>
<p data-start="15157" data-end="15431">Aus meiner Erfahrung heraus tendiere ich dazu, dass man an einen solchen Nullpunkt nicht zurückgehen sollte. Dieser Nullpunkt sollte vielmehr wagemutig übersprungen werden, hinein in einen ungewissen Bereich, der den großen Vorteil hat, unbelastet von alten Mustern zu sein.</p>
<p data-start="15433" data-end="15556">Im Nullpunkt treffen sich alle Gegensätze: ein Ende und der potenzielle Neuanfang, Stillstand und potenziell neue Bewegung.</p>
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<figure id="attachment_20220" aria-describedby="caption-attachment-20220" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20220" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-scaled.jpg" alt="Gerd Jansen im Interview: über Ordnung, Freiheit und fünf Jahrzehnte Kunst - Titelbild: Gerd Jansen mit Dmitry Garanin. Seit 2005 Professor im Fachbereich Physik des Lehman College der City University, New York. Seine Frau ist die bekannte Pianistin Elena Kuschnerova, mit der Gerd Jansen bereits drei Klavierabende veranstaltete." width="2048" height="2048" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-768x768.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-800x800.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-600x600.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/Bestellnummer-23-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20220" class="wp-caption-text">Aus der Werkgruppe &#8222;Nullpunkt&#8220; (Resonanz ag20221108) fotographische Kombination von Malerei und Zeichnung, 50cm*50cm, 2022.</p>
<p></figcaption></figure>
<h4 data-start="15623" data-end="15920"><span style="font-size: 16px;">„Wandlungen“ und die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst</span></h4>
<p data-start="15623" data-end="15920"><strong data-start="15623" data-end="15636">ARTTRADO:</strong> Bei „Wandlungen“ scheint bereits der Titel etwas zu beschreiben, das sich durch Ihr gesamtes Werk ziehen könnte. Was wandelt sich in diesen Arbeiten eigentlich am stärksten: die Form, das zugrunde liegende System, Ihre Arbeitsweise oder vielleicht auch Ihre eigene Haltung zur Kunst?</p>
<p data-start="15922" data-end="16102"><strong data-start="15922" data-end="15938">Gerd Jansen:</strong> Es verändern sich die Erscheinungsweisen der zugrunde liegenden künstlerischen Strategien. Das Temperament und die dadurch bestimmten Arbeitsweisen bleiben gleich.</p>
<p data-start="16104" data-end="16263">Auch in der Werkgruppe „Wandlungen“ habe ich die einzelnen Bereiche wieder in vier Ausdrucksweisen gegliedert: Schöpfung, Entfaltung, Auflösung und Augenblick.</p>
<p data-start="16265" data-end="16616">Weil ich diese Wandlungsprozesse in der eigenen Arbeit immer wieder selbst erlebt habe, sind sie vielleicht deshalb in dieser Werkgruppe zum Thema geworden, ähnlich wie bei „Nullpunkt“. Da ist in der eigenen Arbeit der Prozess der Schöpfung, der Ideenfindung, oft über die Intuition, dann der Prozess der Entfaltung und schließlich auch der Auflösung.</p>
<figure id="attachment_20209" aria-describedby="caption-attachment-20209" style="width: 2048px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-20209" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-scaled.jpg" alt="Die Linie wird zum Zahlenstrahl, Primzahlen 63–98, Digitaldruck, 50 × 50 cm, 2002 - Serielle LinienzeichnungNachzeichnung der Papierecken mit überstehendem Zeigefinger Graphit, 60 x 60 cm, 1987 - Gerd Jansen im Interview mit ARTTRADO Plattform für Kunst und Kultur. " width="2048" height="2048" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-scaled.jpg 2048w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-300x300.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-1024x1024.jpg 1024w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-150x150.jpg 150w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-768x768.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-1536x1536.jpg 1536w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-800x800.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-600x600.jpg 600w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/09/ws45-100x100.jpg 100w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /><figcaption id="caption-attachment-20209" class="wp-caption-text">Zeichnungsbeispiel aus Wandlungen: Schöpfung ws45, Collage und Tusche, 37 x 37 cm, 2024.</figcaption></figure>
<p data-start="16722" data-end="17043">Besonders interessant fand ich es in diesem Zusammenhang, mehr über den Augenblick nachzudenken. Sich des Augenblicks bewusst oder seiner gar habhaft zu werden, ist eine ganz starke Kraft, die uns im Schaffensprozess und später bei der Bildbetrachtung aus der alltäglichen, materiellen Empfindungssphäre herausheben kann.</p>
<p data-start="17045" data-end="17255">Im künstlerischen, musikalischen oder dichterischen Bereich ist so etwas vielleicht leichter möglich als in anderen Bereichen. Insofern erachte ich diese Bereiche als besonders lebensnotwendig für die Menschen.</p>
<p data-start="17257" data-end="17372">Da ist meine Haltung kompromisslos: Ohne Kunst, Musik und Dichtung werden wir keine lebenswerte Gesellschaft haben.</p>
<p data-start="17374" data-end="17625"><strong data-start="17374" data-end="17387">ARTTRADO:</strong> Sie sagen, ohne Kunst, Musik und Dichtung werde es keine lebenswerte Gesellschaft geben. Was genau können diese Bereiche Ihrer Ansicht nach leisten, was andere gesellschaftliche Institutionen oder Formen des Denkens nicht leisten können?</p>
<p data-start="17627" data-end="17885"><strong data-start="17627" data-end="17643">Gerd Jansen:</strong> Eine ganz wichtige Aufgabe der Menschen liegt meiner Ansicht nach in der Ausbildung unseres geistigen Vermögens. Damit meine ich nicht Intelligenz oder praktische Geschicklichkeit, welche allerdings wichtig sind für unser Bestehen im Alltag.</p>
<p data-start="17887" data-end="18183">Je stärker unser geistiges Bewusstsein ist, umso achtsamer werden wir als Menschen miteinander, mit den Tieren und mit unserem Planeten umgehen, weil wir in allem unseren geistigen Ursprung erkennen. Die Fähigkeit zu geistigem Bewusstsein ist uns mitgegeben, aber wir müssen immer daran arbeiten.</p>
<p data-start="18185" data-end="18581">Das geht im Prinzip in allen Bereichen, aber natürlich am besten dort, wo die materiellen Erfordernisse des Alltags weniger stark sind. In Kunst, Musik, Dichtung geht es ja darum, Gedankliches in ein Medium zu bringen, als Anstoß für eigenes Weiterdenken oder als Grundlage für ein Gespräch mit anderen Menschen. Hier haben wir dann eine kommunikative Dimension, die auf Erkenntniszugewinn zielt.</p>
<p data-start="18583" data-end="19010">Man könnte auch sagen, dass vor allem diese künstlerischen Disziplinen den Zugang zu Geistigem erleichtern, weil sie selbst aus dem Geistigen entstanden sind. Beispielsweise sind natürlich auch soziale Bestrebungen begrüßenswert. In einer sozialen Gesellschaft gibt es aber nicht unbedingt Kunst und Musik. Umgekehrt kann eine Gesellschaft, die durch Kunst und Musik eine geistige Bildung erfährt, nicht anders als sozial sein.</p>
<h4 data-start="19012" data-end="19060">Wo Hauptwerk und Nachträge auseinandergehen</h4>
<p data-start="19062" data-end="19243"><strong data-start="19062" data-end="19075">ARTTRADO:</strong> Wenn Sie heute Arbeiten aus Ihrem Hauptwerk neben Arbeiten der Nachträge legen: Wo erkennen Sie selbst die stärkste Verbindung und wo sehen Sie einen wirklichen Bruch?</p>
<p data-start="19245" data-end="19440"><strong data-start="19245" data-end="19261">Gerd Jansen:</strong> Auch optisch sehe ich eigentlich nur Verbindungen, selbst wenn die Optik große Unterschiede aufweist. Erst wenn man sich über die Dinge unterhält, kann man Zuordnungen vornehmen.</p>
<p data-start="19442" data-end="19667">Wenn wir überhaupt einen Bruch in Erwägung ziehen, dann liegt er im Unterschied zwischen der wertfreien Arbeitsphase bis 2017 und der sich daran anschließenden Arbeitsphase, die mit außerkünstlerischen Gedanken unterlegt ist.</p>
<h4 data-start="19669" data-end="19717">Wenn die Idee wichtiger wird als das Objekt</h4>
<p data-start="19719" data-end="20128"><strong data-start="19719" data-end="19732">ARTTRADO:</strong> Ein erheblicher Teil Ihres plastischen Hauptwerks befindet sich heute nicht mehr bei Ihnen selbst, sondern wurde verkauft, Institutionen überlassen oder befindet sich beispielsweise im Centre d’Art Contemporain Frank Popper in Frankreich. Wie verändert sich das eigene Verhältnis zu einem jahrzehntelangen Werk, wenn man als Künstler selbst physisch nur noch auf einen Teil davon zugreifen kann?</p>
<p data-start="20130" data-end="20533"><strong data-start="20130" data-end="20146">Gerd Jansen:</strong> Eigentlich lassen sich alle meine Skulpturen wiederholen. Ich hatte einmal den Fall, dass ein Werk aus der vierten Werkgruppe „Das Weltall als Idee“ plötzlich im Museum „verschwunden“ war. Obwohl es keine serielle Skulptur war, habe ich mir die große Mühe gemacht, diese Skulptur noch einmal herzustellen, damit das Museum Schloss Moyland die vollständige Arbeitsgruppe bekommen konnte.</p>
<p data-start="20535" data-end="20775">Bei den seriellen Skulpturen ist das ohnehin kein Problem. Solche Skulpturen, die keine persönliche, einmalige Handschrift besitzen, könnte ich als Auftrag auch an eine Werkstatt geben oder sie im Kleinen als Modell noch einmal wiederholen.</p>
<p data-start="20777" data-end="21024">Für eine Arbeit ist die Idee das Wichtigste, ob sie nun ausgeführt wird oder nicht. Natürlich ist es schön, wenn die Dinge materiell vor einem stehen, beispielsweise bei einigen Großskulpturen. Aber die Möglichkeiten dafür waren nicht oft gegeben.</p>
<p data-start="21026" data-end="21187">Allein die technische Seite verändert sich von einem Modell zur Großskulptur erheblich, und im öffentlichen Raum sieht man häufig auch unschöne „Vergrößerungen“.</p>
<p data-start="21189" data-end="21329">Ich vermisse meine Arbeiten nicht, denn die Ideen bleiben mir erhalten, und dazu die Gewissheit, sie jederzeit noch einmal machen zu können.</p>
<p data-start="21331" data-end="21566"><strong data-start="21331" data-end="21344">ARTTRADO:</strong> Wenn die Idee wichtiger ist als ihre materielle Ausführung: Wann wird aus einer Idee für Sie ein Kunstwerk? Braucht es überhaupt noch die konkrete Arbeit oder kann bereits die gedachte Möglichkeit eines Werkes Kunst sein?</p>
<p data-start="21568" data-end="21873"><strong data-start="21568" data-end="21584">Gerd Jansen:</strong> Zu meiner Arbeit im „Institut für bildnerisches Denken“ habe ich einmal geschrieben, dass Wahrnehmen, Denken und Handeln eine Einheit bilden. Praktische künstlerische Betätigung ist nicht ohne theoretische Auseinandersetzung möglich, und umgekehrt muss die Idee praktisch getestet werden.</p>
<p data-start="21875" data-end="22306">Die Idee ist aber nicht einfach nur ein Hirngespinst, sondern sie hat eine eigene, wirkliche Daseinsform. Der amerikanische Konzeptkünstler Sol LeWitt sagte einmal, die Idee selbst, auch wenn nicht in sichtbare Form gebracht, sei ebenso Kunstwerk wie ein abgeschlossenes Produkt. Und Joseph Beuys würde hier sicher ergänzen, dass ein solches Produkt, das dann in die Sinnlichkeit tritt, dazu dienen kann, die Idee zu kontrollieren.</p>
<p data-start="22308" data-end="22481">Für Beuys war das Denken eine übersinnliche Daseinsform. Also kann man sagen, dass Ideen nicht nur gedachte Möglichkeiten sind, sondern dass sie ein wirkliches Dasein haben.</p>
<p data-start="22483" data-end="22843">Dass wir dennoch eine Idee als konkretes, materielles Kunstwerk vor uns haben möchten, hängt damit zusammen, dass Geistiges und Materielles in uns eine Einheit bilden und dass das, was wir als lebendige Wesen nach außen tragen, wiederum geistig-materiell sein muss. Das muss kein Bild oder keine Skulptur sein, das kann zum Beispiel auch eine Performance sein.</p>
<p data-start="22845" data-end="23187">Schelling sagt, dass das „Ziel unserer Sehnsüchte das vollkommen Leibliche als Abglanz des vollkommen Geistigen“ sei. Die konzeptuelle Kunst ist nun einmal so angelegt, dass eine Ausführung nicht unbedingt erfolgen muss. Allerdings kann man einen Plan, eine schriftliche Anweisung oder eine Partitur auch schon als eine Art Ausführung betrachten.</p>
<h4 data-start="23189" data-end="23241">countune: Wenn der Betrachter zum Mitautor wird</h4>
<p data-start="23243" data-end="23530"><strong data-start="23243" data-end="23256">ARTTRADO:</strong> Mit Projekten wie countune gehen Sie noch einen anderen Weg: Der Betrachter kann selbst Bilder erzeugen, herunterladen und weiterverwenden. Wann ist ein solches Bild für Sie noch ein Werk von Gerd Jansen, wenn ein anderer Mensch seine konkrete Erscheinungsform mitbestimmt?</p>
<p data-start="23532" data-end="23820"><strong data-start="23532" data-end="23548">Gerd Jansen:</strong> Die Idee ist für mich entscheidend. Große Teile meines Hauptwerks bestehen aus Arbeiten, die wir auch Arbeitsanweisungen nennen könnten. Jeder, der möchte, kann nach meinen Vorgaben Bilder herstellen. Es ist dann quasi ein Gemeinschaftswerk von mir und dem Interessenten.</p>
<p data-start="23822" data-end="24079">Ich habe auch Installationssets angeboten, mit denen der Käufer nach meinem Herstellungsplan sein eigenes Wandbild installieren konnte. Mit countune und den Bild-Konzepten habe ich das ins Internet übertragen. Jeder kann dort kostenfrei Bilder ausprobieren.</p>
<p data-start="24081" data-end="24418">Ich betrachte solche Bilder als wirkliche Gemeinschaftsarbeiten. Es ist gut möglich, dass diese soziale Komponente, die aus meiner Beschäftigung mit seriellen Arbeitsweisen hervorging, auch eine Vorstufe für die gedankliche Auseinandersetzung mit meiner eigenen Position innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens war, Stichwort Nachträge.</p>
<p data-start="24420" data-end="24692"><strong data-start="24420" data-end="24433">ARTTRADO:</strong> Rund um countune haben Sie zeitweise auch über Parfüm, Mode, Möbel oder Postkarten nachgedacht. Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen Kunstwerk, Edition, Produkt und angewandter Gestaltung? Oder ist diese Grenze für Ihre Arbeit gar nicht besonders wichtig?</p>
<p data-start="24694" data-end="24857"><strong data-start="24694" data-end="24710">Gerd Jansen:</strong> Wenn man ein Produkt designt, ist man nicht ganz frei von gewissen Vorgaben. In der reinen Kunst ist der Mensch frei von einer solchen Begrenzung.</p>
<p data-start="24859" data-end="25231">Beim countune-Parfüm war das beispielsweise so: Da sind die Bilder, die entstehen und zu einem Bildband zusammengefügt werden. Dann gibt es Fotos von Freunden als wechselnde Hintergrundbilder, Musik, die zugeschaltet werden kann, und da dachten wir, es wäre schön, countune auch riechen zu können. Meine Tochter hat daraufhin ein Parfüm mit countune-Verpackung entwickelt.</p>
<p data-start="25233" data-end="25501">Einige Leute meinten dann, es wäre auch schön, die selbst erstellten Bilder als Postkarten versenden zu können. Eine Industriefassade gestaltete ich nach dem countune-Prinzip. Einmal kam ein Interessent, der in seiner Firma Seifen mit countune-Bildern gestaltet hatte.</p>
<p data-start="25503" data-end="25813">In diesen Zusammenhängen weitet sich die Bildidee in Produkte hinein. Speziell die countune-Idee als „International Social Art Project“ weicht ja von vornherein vom Verständnis „reiner“ Kunst ab, weil es zumindest im Materiellen keine persönliche Handschrift gibt, auf die Kunstsammler meist großen Wert legen.</p>
<p data-start="25815" data-end="25971">Eine Grenze zwischen Produktkunst und reinem Kunstwerk sehe ich aber sehr wohl in der grundsätzlich unterschiedlichen Absicht, aus der die Sachen entstehen.</p>
<h4 data-start="25973" data-end="26020">„Kunstbetrieb ist ein fürchterliches Wort“</h4>
<p data-start="26022" data-end="26395"><strong data-start="26022" data-end="26035">ARTTRADO:</strong> Sie haben bedeutende Stipendien erhalten und bereits 1989 als damals noch weitgehend unbekannter Künstler den Kunstpreis des Basler Kunstvereins gewonnen. Heute stehen Sie Kunstpreisen und Bewerbungen eher neutral bis ablehnend gegenüber. Hat sich Ihr Verhältnis zum Kunstbetrieb verändert oder schlicht Ihre Vorstellung davon, was Sie von ihm noch benötigen?</p>
<p data-start="26397" data-end="26759"><strong data-start="26397" data-end="26413">Gerd Jansen:</strong> Kunstbetrieb, auch Kunstmarkt, ist ein fürchterliches Wort. Aber es beschreibt wahrscheinlich ziemlich genau den Rahmen, in dem man gegenwärtig Kunstwerke sieht: als Ware, als Spekulationsobjekte, immer gemessen an dem Geldbetrag und dem Renommee, die mit einem Werk verbunden sind und die man durch Verkaufsmechanismen zu manipulieren versucht.</p>
<p data-start="26761" data-end="26979">Das hat in vielen Fällen nichts mit der wahren Bedeutung eines Werks zu tun. Ich kenne großartige Künstler, die komplett vom Kunstbetrieb ignoriert werden und, wie man so schön sagt, nicht von ihrer Kunst leben können.</p>
<p data-start="26981" data-end="27220">Leider sind gerade die Wächter über den Kunstbetrieb, Galeristen, Museumsleute, Kunsthistoriker und Sammler, gegenüber unpopulären Ansätzen oft verschlossen. Das ist verständlich, weil sie in diesem Betrieb finanziell zurechtkommen müssen.</p>
<blockquote>
<p data-start="27222" data-end="27446">Tatsache ist nun einmal: Künstler zu sein ist eine Berufung, finanziell erfolgreich oder nicht. Erwin Heerich sagte einmal zu mir: Entweder ist man Künstler oder nicht. Da kann man nicht wählen. Bei Musikern ist das genauso.</p>
</blockquote>
<p data-start="27448" data-end="27784">Wichtig ist, dass man sich vom Kunstbetrieb nicht sagen lässt, was man machen soll. Das funktioniert nicht. In jedem Fall muss man den eigenen Weg gehen. Wenn dann einmal ein Stipendium oder ein Kunstpreis auf diesem Weg liegt, dann gut, dann nimmt man das mit. Man sollte aber nicht beginnen, nach Stipendien und Kunstpreisen zu jagen.</p>
<p data-start="27786" data-end="27933">Solche Subventionen können eine Arbeit sogar empfindlich stören, weil sie einen manchmal auf einem Weg halten, den man eigentlich verlassen sollte.</p>
<p data-start="27935" data-end="28135">Ich selbst kann gut ohne diesen Kunstbetrieb auskommen. Was ich mir allerdings wünsche, sind mehr Menschen, die Lust haben, eine Arbeit von mir in ihr Umfeld aufzunehmen, als Kauf oder auch geschenkt.</p>
<h4 data-start="28137" data-end="28184">„Das sind vom Umfang her museale Arbeiten“</h4>
<p data-start="28186" data-end="28542"><strong data-start="28186" data-end="28199">ARTTRADO:</strong> Sie haben über Jahrzehnte gearbeitet, ausgestellt, verkauft, publiziert und Werke an Institutionen gegeben. Trotzdem gibt es, wie Sie schreiben, wichtige Arbeiten und Ideen des Hauptwerks, die bislang nie gezeigt wurden. Gibt es etwas in Ihrem Werk, bei dem Sie heute sagen würden: Das wurde bisher noch nicht richtig gesehen oder verstanden?</p>
<p data-start="28544" data-end="28730"><strong data-start="28544" data-end="28560">Gerd Jansen:</strong> Ja, sicher. So viele Ausstellungen waren mir nicht möglich. Auch wenn vielleicht aus jeder Schaffensphase bisher etwas gezeigt wurde, ist das nur ein kleiner Ausschnitt.</p>
<p data-start="28732" data-end="28969">Mehr Ausstellungen hätten die Ideen deutlicher machen können, vor allem den Umfang der Untersuchungen und die Zusammenhänge von seriellem und linearem Arbeiten, die dann folgerichtig zu der Erkenntnis „Linie gleich Zahlenstrahl“ führten.</p>
<p data-start="28971" data-end="29155">Und dann natürlich auch die Frage, ob Zahlen möglicherweise konstituierend für unsere Welt sind und die Primzahlen die wirklichen Atome, die alle übergeordneten Strukturen ermöglichen.</p>
<p data-start="29157" data-end="29385">Ich denke besonders an die großen Tisch- und Zeichnungsserien aus den Jahren zwischen 1993 und 1997. Das sind vom Umfang her museale Arbeiten. Einen starken Kontrast dazu könnten die minimalistischen Schnurinstallationen bilden.</p>
<p data-start="29387" data-end="29611">Ich habe damals ganz bewusst in großen, nahezu, schnellen, sinfonischen Dimensionen gearbeitet. Damit habe ich mir gleichzeitig gegenüber dem Kunstbetrieb, über den wir gerade gesprochen haben, selbst eine ziemliche Hürde aufgebaut.</p>
<p data-start="29613" data-end="29708">Und schließlich sind die Nachträge bisher erst dreimal in kleinen Ausstellungen gezeigt worden.</p>
<p data-start="29710" data-end="29927">Glücklicherweise habe ich mein gesamtes Werk in 19 Bänden dokumentiert, sodass jederzeit eine Beschäftigung mit den Arbeiten möglich ist. Diese Bücher können über meine Website auch vollständig online studiert werden.</p>
<h4 data-start="29929" data-end="29988">Was kommt nach fünf Jahrzehnten künstlerischer Arbeit?</h4>
<p data-start="29990" data-end="30226"><strong data-start="29990" data-end="30003">ARTTRADO:</strong> Sie haben beschrieben, wie Einschränkungen, Veränderungen und neue Ausgangspunkte Ihr Werk immer wieder in eine andere Richtung geführt haben. Was könnte heute noch einen solchen neuen Ausgangspunkt für Ihre Arbeit bilden?</p>
<p data-start="30228" data-end="30477"><strong data-start="30228" data-end="30244">Gerd Jansen:</strong> Ausgangspunkt kann der Abschluss einer Werkgruppe sein. So war das vor allem in den letzten Jahren. Schon in der Endphase eines solchen Themenbereichs nimmt die Intensität ab, und es kommen erste Visionen, wie es weitergehen könnte.</p>
<p data-start="30479" data-end="30712">Das hängt damit zusammen, dass die neuen bildnerischen Erfahrungen in der aktuellen Arbeit weitergehende Möglichkeiten eröffnen. Aber ganz so nahtlos geht das meistens nicht. Es gilt, vom Abgeschlossenen zeitlichen Abstand zu nehmen.</p>
<p data-start="30714" data-end="30948">Das geschieht fast zwangsweise, weil viele Aufgaben, Hausarbeiten und Verpflichtungen nachzuholen und zu erledigen sind. Oft verschwinden dann die Ideen, die gerade noch, etwas diffus zwar, aber so verlockend in den Gedanken kreisten.</p>
<p data-start="30950" data-end="31371">Der Antrieb, künstlerisch tätig zu sein, kehrt dann aber regelmäßig nach zwei bis drei Monaten wieder zurück und mit ihm auch die Vorstellungen von neuen bildnerischen Lösungen. Wieder zu beginnen ist dann oft schwer, und es braucht schon ein paar Tage und viele Versuche, bis ich wieder ganz in die Arbeit eintauchen kann. Dann läuft allerdings die „Produktion“ sehr locker, und die Arbeiten entstehen in guter Stimmung.</p>
<p data-start="31373" data-end="31605">Ich denke, es ist vor allem der künstlerische Impuls, der wie eine Schwingung zu- und abnimmt und der mir nun einmal so auf meinem irdischen Weg mitgegeben wurde. Diese innere Kraft braucht eben manchmal Abstand und Erholungsphasen.</p>
<p data-start="31607" data-end="31726">Einschränkungen, Veränderungen oder der Abschluss einer Werkgruppe vermögen diesen Schaffensimpuls neu zu organisieren.</p>
<h4 data-start="31607" data-end="31726">Weitere Informationen</h4>
<p><a href="http://www.gerd-jansen.de/" target="_blank" rel="noopener">Zur Webseite des Künstlers!</a></p>
<p>Bei Interesse an Arbeiten von Gerd Jansen nutzen Sie gerne <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener">unseren Kontakt!</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie auch bei uns im Shop!</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Stefan Szczesny: Interview zum 75. Geburtstag – Leben, Kunst und Neue Wilde</title>
		<link>https://arttrado.de/news/stefan-szczesny-interview-zum-75-geburtstag-leben-kunst-und-neue-wilde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Cornelsen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 18:18:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Richter]]></category>
		<category><![CDATA[#ART4GLOBALGOALS]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Beuys]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Szczesny]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmar Polke]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Blinky Palermo]]></category>
		<category><![CDATA[Tony Shafrazi]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Stefan Szczesny: Interview zum 75. Geburtstag – Leben, Kunst und Neue Wilde Früh bewegte sich Stefan Szczesny im Umfeld bedeutender <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/stefan-szczesny-interview-zum-75-geburtstag-leben-kunst-und-neue-wilde/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Stefan Szczesny: Interview zum 75. Geburtstag – Leben, Kunst und Neue Wilde</h4>
<p>Früh bewegte sich Stefan Szczesny im Umfeld bedeutender Künstlerpersönlichkeiten: Begegnungen mit Joseph Beuys, Gerhard Richter, Blinky Palermo und Sigmar Polke prägten ebenso wie seine Jahre in Paris und New York seine künstlerische Entwicklung.</p>
<p>Später wurde er Teil einer internationalen neoexpressionistischen Bewegung der 1980er-Jahre, die – von den deutschen ‚Neuen Wilden‘ über die italienische Transavanguardia bis hin zur US-amerikanischen Szene um Julian Schnabel und Francesco Clemente – die expressive, figurative Malerei wieder in den Mittelpunkt rückte.</p>
<h4>Stefan Szczesny im Interview</h4>
<p><strong>Sie wuchsen in einem starken intellektuellen Umfeld auf – Ihr Vater war der Schriftsteller und Philosoph Gerhard Szczesny, und auch Ludwig Marcuse förderte Sie früh. Später studierten Sie an der Akademie der Bildenden Künste München und beschäftigten sich parallel intensiv mit Kunstgeschichte und Philosophie. Hatten philosophische Fragen für Sie zeitweise eine ähnliche Anziehungskraft wie die bildende Kunst?</strong></p>
<p><em>Ja, ich hatte einen intensiven Dialog mit meinem Vater über die Grundfragen der Philosophie und den Sinn des Lebens. Ludwig Marcuse war der Ersatzgroßvater, voller anarchistischer Gedanken, lebensbejahend und anregend. Er schrieb ja das Werk: Die Philosophie des Glücks.</em></p>
<p><strong>Das Buch „Hunger nach Bildern“ von Wolfgang Max Faust wurde zu einem wichtigen Dokument der Bewegung der „Neuen Wilden“, zu deren prägenden Künstlern Sie gezählt werden. Sie arbeiteten früh auch als Kunstkritiker. Hatte Ihnen diese Perspektive auf die Kunstszene geholfen, Ihr eigenes künstlerisches Schaffen bewusster zu reflektieren?</strong></p>
<p><em>Während meiner langen Studienzeit war ich Kunstkritiker der Abendzeitung in München. Ich habe auf diese Weise schon früh wichtige Künstlerkollegen kennengelernt. Ich habe berichtet vom ersten Kölner Kunstmarkt, wie Joseph Beuys an die Türe klopfte, habe Zeit mit Gerhard Richter, Blinky Palermo, Sigmar Polke verbracht, Visionen umzusetzen.</em></p>
<p><strong>Hatten Sie damals bereits das Gefühl, Teil eines grundlegenden Aufbruchs in der Malerei zu sein – oder wurde Ihnen die Bedeutung dieser Entwicklung erst im Rückblick wirklich bewusst?</strong></p>
<p><em>Mit Hilfe eines DAAD-Stipendiums war ich nach Paris gegangen, dort habe ich mich entschlossen, mit der rein gegenstandslosen, inzwischen akademisch gewordenen Malerei zu brechen. Bei meiner Rückkehr nach Deutschland bin ich rumgereist, um zu sehen, ob ich mit meiner Haltung Mitstreiter habe. Daraus resultierende Wendepunkte markierten aber nicht, welche internationale Durchschlagskraft es haben sollte.</em></p>
<p><strong>War Ihre Hinwendung zu dieser expressiven Form der Malerei vor allem eine bewusste Entscheidung aus persönlicher Faszination heraus – oder ergab sie sich eher aus den Begegnungen und der Dynamik der damaligen Kunstszene?</strong></p>
<p><em>Für mich persönlich war die Auseinandersetzung mit der alten Malerei und parallel die Entwicklung in der Musikszene entscheidend. Die Malerei sollte wieder direkte Lebenserfahrungen einfließen lassen.</em></p>
<p><strong>Wie erinnern Sie sich an diese Zeit heute: erschien sie Ihnen damals besonders intensiv und schnelllebig oder eher wie eine natürliche Entwicklung Ihrer künstlerischen Laufbahn?</strong></p>
<p><em>Die Zeit war sehr intensiv und schnell, eine internationale Bewegung. Julian Schnabel, Francesco Clemente, Combas usw. Ich habe viel Zeit in New York verbracht und ab 1995 ein Atelier in NY. Die New Yorker Zeit war am wichtigsten und hat meine Kunst als Künstler zu arbeiten sehr geprägt. Tony Shafrazi war mein erster New Yorker Galerist.</em></p>
<p><strong>Ihr Leben und Ihre Arbeit sind stark von Reisen geprägt – von Paris über New York bis in den Mittelmeerraum. Welche Rolle spielen diese Erfahrungen für Ihre Inspiration?</strong></p>
<p><em>Ich gehöre zu den Künstlern, deren Arbeit immer auch etwas Biographisches hat. Man sieht, wie mich die Umgebung beeinflusst hat. Licht und Schatten des Südens spielen dabei eine große Rolle.</em></p>
<figure id="attachment_19388" aria-describedby="caption-attachment-19388" style="width: 946px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-19388 size-full" src="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_6890.jpg" alt="Stefan Szczesny in seinem Atelier. Foto wie Titelbild von @Diana Kordwina. Stefan Szczesny: Interview zum 75. Geburtstag – Leben, Kunst und Neue Wilde - Ein Leben für die Kunst. Künstler entdecken auf ARTTRADO." width="946" height="855" srcset="https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_6890.jpg 946w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_6890-300x271.jpg 300w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_6890-768x694.jpg 768w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_6890-800x723.jpg 800w, https://arttrado.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG_6890-600x542.jpg 600w" sizes="(max-width: 946px) 100vw, 946px" /><figcaption id="caption-attachment-19388" class="wp-caption-text">Stefan Szczesny in seinem Atelier. Foto wie Titelbild von @Diana Kordwina.</figcaption></figure>
<p><strong>Für den World Wildlife Fund realisierten Sie zur Expo 2000 ein großformatiges Projekt mit Wandbildern. Inwiefern spiegeln solche Arbeiten auch Ihre Erinnerungen und Eindrücke unterschiedlicher Kulturen und Landschaften wider?</strong></p>
<p><em>Bei meiner großen Naturverbundenheit war die Identifikation mit den Zielen des WWF völlig authentisch. Ich konnte meine Handschrift, meine Vision vom irdischen Paradies einbringen.</em></p>
<p><strong>In vielen Ihrer Werke spielt die Darstellung der Weiblichkeit eine zentrale Rolle. Ist diese Bildwelt eher Ausdruck einer persönlichen Faszination oder auch ein Symbol für Lebensfreude und Sinnlichkeit?</strong></p>
<p><em>Für mich ist der weibliche Körper, mein positives Gegenüber, die Allegorie des Lebens.</em></p>
<p><strong>Sehen Sie Ihre Kunst eher als Spiegel der Schönheit und Widersprüche der Welt – oder als ein eigenes, autonomes Universum?</strong></p>
<p><em>Es geht mir um meinen Ausdruck des Schönen, mit der Erkenntnis, etwas Lebensbejahendes zu schaffen. Vergleichsweise wie in der Musik. Ein Lichtblick, kurzes Glücksgefühl in unserer schwierigen Welt. Um das Licht am Ende des Tunnels nicht zu vergessen.</em></p>
<p><strong>Seit 2021 investieren Sie außerdem in das UNESCO-Projekt „Art4GlobalGoals“. Gab es Ihrerseits bereits vor der Anfrage des WWF eine persönliche Auseinandersetzung mit Umwelt-/Artenschutz oder wurde dadurch erst Ihr Interesse für solche Themen geweckt?</strong></p>
<blockquote><p>Mir war es immer wichtig, einen Beitrag zu leisten und mich in die großen demokratischen Projekte der Menschheit einzubringen. Wir müssen gerade heute Freiheit und Demokratie vehement verteidigen.</p></blockquote>
<p><strong>Architektur und Kunst gehören für Sie eng zusammen. Dieses Zusammenspiel haben Sie unter anderem im Projekt „Ein Traum vom irdischen Paradies“ auf der Insel Mainau verwirklicht.</strong></p>
<p><em>Ich war immer von der Idee des Gesamtkunstwerks beseelt. Das Zusammenspiel von Natur, Architektur und Kunst im humanistischen Sinne ergibt die Basis einer Hochkultur.</em></p>
<p><strong>Warum wurde gerade Mainau Schauplatz für dieses Projekt, obwohl es sicherlich einige schöne Orte in den südlichen Ländern gegeben hatte, in denen derzeit Lebens- &amp; Arbeitsschwerpunkte stattfanden? Lag dies an der Nähe zu Ihrer ursprünglichen Heimat München, in Verbindung mit der doch sehr tropisch anmutenden Flora und Fauna auf der Insel, oder hatte dies andere Gründe? Was hat Sie an diesem Ort besonders gereizt?</strong></p>
<p><em>Die Mainau ist eine kleine, übersichtliche Insel, die mich sehr gereizt hat. Außerdem wurde ich von der Bernadotte-Familie angesprochen. Es war ein einzigartiges Projekt.</em></p>
<p><strong>Viele Besucher empfinden die Arbeiten auf der Mainau als sehr poetisch und romantisch – einige Paare haben dort sogar geheiratet. War diese emotionale Wirkung beabsichtigt? Und waren die Darstellungen auch eine kleine Liebeserklärung an Ihre eigene Frau oder an die Weiblichkeit an sich?</strong></p>
<p><em>Natürlich spielt meine Frau eine große Rolle in meinem Werk.</em></p>
<p><strong>Große Projekte lassen sich nicht immer verwirklichen. Wie gehen Sie mit Ideen um, die letztlich unverwirklicht bleiben? Haben Sie beispielsweise einmal mit dem Gedanken gespielt, die geplante 5m hohe Vase auf Mainau, selbst finanziert, doch noch zu verwirklichen?</strong></p>
<p><em>Auf jeden Fall bleibt das in meinem Hinterkopf. Es gibt nur eine Werkstatt in Dänemark, die solche Vasen realisieren kann.</em></p>
<p><strong>Die größte Vase der Welt misst heute rund acht Meter Höhe – Ihre geplante Vase wäre damit inzwischen nicht mehr die größte. Hätte Sie das auf irgendeine Weise gekränkt oder vielleicht sogar Ihr Ehrgeiz geweckt, eine noch größere zu schaffen? Oder spielte eine solche Form der Selbstdarstellung für Sie ohnehin nie eine entscheidende Rolle?</strong></p>
<p><em>Der Wettbewerb um die Größe interessiert mich nicht.</em></p>
<p><strong>Arbeiten Sie in erster Linie für sich selbst, für das Publikum oder für die Kunst als Idee?</strong></p>
<p><em>Zuerst arbeite ich für mich selbst.</em></p>
<p><strong>Gibt es Bücher oder Musik, zu denen Sie immer wieder zurückkehren und die Sie über die Jahre begleitet haben?</strong></p>
<p><em>Zum Beispiel &#8222;Stimmen der Stille von Andre Malraux&#8220;, die Gedanken meines Vaters&#8230; Miles Davis,Keith Jarrett …….</em></p>
<p><strong>Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wie Jazz Ihre Malerei beeinflusst?</strong></p>
<p><em>Bevor ich in die Malerei eingetaucht bin, war ich Schlagzeuger bei einer Jazz/Blues Gruppe. Für mich ist auch heute die Malerei näher bei der Musik als bei der Literatur. Beim Arbeiten höre ich am meisten Jazzmusik.</em></p>
<p><strong>Kommt es vor, dass Ihnen ein Werk auch nach seiner Fertigstellung noch nicht ganz abgeschlossen erscheint?</strong></p>
<p><em>Ja, deshalb musste es eine Zeit im Atelier und in meinem Haus hängen um ständigen Prüfungen zu unterliegen.</em></p>
<p><strong>Gibt es Beispiele, wo sich ein Werk dadurch noch einmal grundlegend verändert hat?</strong></p>
<p><em>Ich komme morgens ins Atelier und sehe plötzlich, was noch fehlt, manchmal nur die Verlängerung eines Strichs.</em></p>
<p><strong>Sie haben einmal gesagt, dass New York – insbesondere vor den Ereignissen des 11. Septembers – zu den inspirierendsten Städten für Sie gehörte. Die Stadt ist laut, dynamisch und voller Energie. Inspirieren Sie eher solche lebendigen, turbulenten Orte – oder entstehen Ihre Arbeiten eher aus Momenten der Ruhe? </strong></p>
<p><em>Ich habe zwei Drittel meines Lebens in großen Städten verbrach, heute möchte ich in der Natur leben.</em></p>
<p><strong>Gibt es nach all den Jahren als Künstler noch Gefühle oder Ausdrucksformen, deren Darstellung Ihnen besonders viel abverlangt oder die für sie schwerer wieder zu geben sind als andere?</strong></p>
<p><em>Die Wiederstände des Materials in der Skulptur sind viel schwerer. Auch die Finanzierung gibt eine Grenze auf.</em></p>
<p><strong>Was hat Ihnen bisher die größte innere Befriedigung oder den größten Seelenfrieden gegeben?</strong></p>
<p><em>Wenn ich unbeschwert arbeiten kann und meine Familie in der Nähe weiß.</em></p>
<p><strong>Wenn die Kunst die Zeit überdauert, löst sie sich oft von der Person ihres Schöpfers. Was wäre Ihnen wichtig: dass Ihr Name als Künstler erinnert wird? Oder dass Ihre Kunst für sich selbst weiterlebt?</strong></p>
<p><em>Die Kunst löst sich auch von mir direkt nach dem Entstehungsprozess ab und führt ein Eigenleben.</em></p>
<p><strong>Wenn es nur noch zwei statt drei Grundfarben gäbe – welche würden Sie wählen?</strong></p>
<p><em>Vielleicht blau und rot.</em></p>
<p><strong>Gibt es ein Ritual, das Sie an Ihrem Geburtstag gerne pflegen, weshalb Sie sich an diesem Tag besonders freuen?</strong></p>
<p><em>Ich freue mich, meine Familie und Freunde zu sehen</em></p>
<p><strong>Und mit Blick auf Ihren kommenden Geburtstag: Gibt es etwas, das Sie sich in diesem Jahr besonders wünschen würden – ganz gleich, wie groß oder klein dieser Wunsch sein mag?</strong></p>
<p><em>Das mein großes Filmportrait fertig wird und bei arte gezeigt werden kann.</em></p>
<p><strong>Können Sie uns schon mehr über den ARTE-Film erzählen – worum geht es darin genau?</strong></p>
<p><em>Der Film begleitet mich seid den achtziger Jahren, ein sinnlich rauschhaftes Erlebnis zwischen Malerei/Leben/Musik und Geschichte. Die Musik stammt von meinem unlängst verstorbenen Freund Klaus Doldinger. Es gibt Interviews mit Kollegen, Sammlern und Kunstkritikern wie Klaus Honnef und Donald Kuspit.</em></p>
<p><strong>Hat das Filmteam Sie bei Ihrer Arbeit begleitet oder eher biographische Aspekte eingefangen?</strong></p>
<p><em>Die Filmteams haben mich bei der Arbeit und meinen großen Projekten wie der EXPO 2000 und dem Mainauprojekt begleitet.</em></p>
<p><strong>Wir freuen uns auf den Film und danken für Ihre Zeit und Mühe!</strong></p>
<h4>Mehr über Stefan Szczesny</h4>
<p>Stefan Szczesny gehört zu den Künstlern, die sich nie wirklich in Schubladen pressen ließen. Auch wenn er als Mitbegründer der „Neuen Wilden“ in den 1980ern Kunstgeschichte geschrieben hat. Früh präsent in Ausstellungen in Köln und Berlin, entwickelte er schnell eine eigenständige Handschrift. Statt kühler Konzeptkunst setzt er bis heute auf eine unmittelbare, sinnliche Bildsprache: kräftige Farben, fließende Linien und Motive, die das Leben feiern.</p>
<p>Seine Arbeiten kreisen immer wieder um wiedererkennbare Themen – weibliche Figuren, üppige Stillleben, mediterrane Landschaften. Doch es geht ihm weniger um das Motiv selbst als um das Gefühl dahinter: Licht, Wärme, Bewegung. Genau darin liegt die Energie seiner Werke, die zwischen Figuration und freier Geste oszillieren. Internationale Projekte – etwa großformatige Skulptureninstallationen in Saint-Tropez oder Ausstellungen in Paris, New York City und Dubai – zeigen, wie breit sein Werk rezipiert wird.</p>
<p>Neben Malerei umfasst sein Schaffen auch Skulpturen, Zeichnungen und raumgreifende Projekte im öffentlichen Raum. Darunter Kunstinstallationen entlang der Küste der Côte d’Azur sowie Kooperationen mit internationalen Galerien und Institutionen. Sein Lebensmittelpunkt in Südfrankreich prägt dabei nicht nur seine Motive, sondern auch die Atmosphäre seiner Arbeiten. Ein Künstler, der sich irgendwo zwischen Atelier, Strand und gelebter Leichtigkeit bewegt.</p>
<p>Zur Webseite des Künstlers: <a href="https://www.stefan-szczesny.com/" target="_blank" rel="noopener">https://www.szczesny.com/</a></p>
<h4>Auktion für den guten Zweck</h4>
<p>Im Rahmen dieses besonderen Jubiläumsjahres planen wir zudem eine Auktion eines ausgewählten Werkes von Stefan Szczesny. Der Erlös soll vollständig an einen deutschen Tierschutzverein gespendet werden und konkret dort helfen, wo Unterstützung dringend benötigt wird – etwa bei der Finanzierung von Futter, Tierarztkosten sowie der Anschaffung von Geschirren und Leinen.</p>
<p>Mit dieser Initiative möchten wir nicht nur Kunst erlebbar machen, sondern auch einen Beitrag zu mehr Verantwortung und Mitgefühl leisten. Sammlerinnen und Sammler sowie alle Interessierten, die dieses Projekt begleiten oder nichts verpassen möchten, sind herzlich eingeladen, sich bereits jetzt per E-Mail bei uns zu melden oder regelmäßig unsere Webseite im Blick zu behalten. Weitere Infos über den Ablauf folgen in einem separaten Artikel in Kürze.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/news/category/kunstveranstaltungen-klare-empfehlung/" target="_blank" rel="noopener">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstlerportraets/kunstinterviews/" target="_blank" rel="noopener">Künstlerporträts &amp; Interviews</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
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		<title>Daniel Hopp im Interview: Zwischen Realität, Spiel und Beziehung</title>
		<link>https://arttrado.de/news/daniel-hopp-im-interview-zwischen-realitaet-spiel-und-beziehung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 12:59:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Fotokunst]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthaus Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Hopp]]></category>
		<category><![CDATA[Realität]]></category>
		<category><![CDATA[Fictional Healing]]></category>
		<category><![CDATA[Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Daniel Hopp im Interview: Zwischen Realität, Spiel und Beziehung Daniel Hopp ist ein zeitgenössischer Künstler, der sich mit den Schnittpunkten <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/daniel-hopp-im-interview-zwischen-realitaet-spiel-und-beziehung/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Daniel Hopp im Interview: Zwischen Realität, Spiel und Beziehung</h4>
<p>Daniel Hopp ist ein zeitgenössischer Künstler, der sich mit den Schnittpunkten von Fiktion, Realität und gesellschaftlichen Randzonen beschäftigt. Häufig arbeitet er partizipativ und kollaborativ, indem er andere Menschen in seine Projekte einbezieht. Humor, Instabilität und das Spiel mit Machtverhältnissen sind zentrale Elemente seiner Arbeit. Mit seinem Alter Ego Daniel Benjamin hinterfragt er Rollen, Beziehungen und die Grenzen der Darstellung – immer in einem Spannungsfeld zwischen Dokumentation und Fiktion.</p>
<p>Mehr über seine Ausstellung finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/daniel-hopp-ausstellung-fictional-healing-im-kunsthaus-hamburg/" target="_blank" rel="noopener">Fictional Healing im Kunsthaus Hamburg</a></p>
<h3>Interview mit Daniel Hopp</h3>
<p><strong>Wenn Sie Ihre Arbeit in einem Satz beschreiben müssten – welche Geschichte erzählen Ihre Bilder eigentlich?</strong></p>
<p><em>„Fictional Healing“ zeigt eine Realität, die nicht stabil ist. Sie schwankt zwischen Selbstermächtigung und Kontrollverlust und das ist schmerzhaft, lustig und absurd.</em></p>
<p><strong>Erinnern Sie sich an einen Moment während der Arbeit, der Sie besonders überrascht hat?</strong></p>
<p><em>Der Moment, als mein Alter Ego Daniel Benjamin merkt, dass sich bei „Fictional Healing“ nicht alles nur um ihn dreht. Alleine wäre da nie draufgekommen, das hat der Arbeitsprozess mit Anderen hervorgebracht.</em></p>
<p><strong>Warum interessieren Sie sich für gesellschaftliche Randzonen?</strong></p>
<p><em>Vielleicht weil ich selbst nie das Gefühl hatte, in der „Mitte“ zu stehen. Ich kenne diese Zwischenräume ziemlich gut – auch durch eigene Erfahrungen, die mich an den „Rand“ gebracht haben.</em></p>
<blockquote><p>„Fictional Healing“ ist eine Einladung, sich mit Obdachlosenunterkünften, Freundschaft, 5-Euro-Sex, Crack, Zärtlichkeit oder der Beseitigung einer Leiche zu beschäftigen. Ich lade die Besucher ein, sich einfach auf das Spiel einzulassen. &#8211; Daniel Hopp</p></blockquote>
<p><strong>Wann wissen Sie, dass eine Idee stark genug für ein Projekt ist?</strong></p>
<p><em>Wenn ich sie nicht erklären kann.</em></p>
<p><strong>Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Kunst mehr redet als verändert?</strong></p>
<p><em>In „Fictional Healing“ reden wir sehr viel. Sprache ist hier selbst Handlung. Erst das Sprechen verschiebt die Rollen. Teilnehmende übernehmen die Rolle der Regie, die Regie wiederum wird zum Schauspieler. Diese sorgsamen Machtverschiebungen sind immer fragil. Die Sprache bricht dann auch manchmal zusammen. Sie wird fragmentarisch, aggressiv oder zirkulär.</em></p>
<p><em>Das zeigt sich besonders in emotionalen oder eskalierenden Momenten. Hier wird die Sprache nicht mehr kontrolliert, sondern passiert einfach. Das Zusammenspiel von Sprache und Veränderung ist eine wesentliche Erfahrung, die man beim „Fictional Healing“ macht.</em></p>
<p><strong>Werden Themen wie Ausgrenzung in Zukunft verschwinden?</strong></p>
<p><em>Gesellschaften produzieren ständig neue Formen von Normalität – und damit auch neue Formen von Abweichung.</em></p>
<p><strong>Wo endet die künstlerische Freiheit und wo beginnt Verantwortung?</strong></p>
<p><em>Das ist eine permanente Verhandlung. Meine Arbeit verhandelt ständig zwischen den Handlungsspielräumen, die im Spiel erzeugt werden, und der Verantwortung gegenüber den realen Situationen, die in der Konsequenz entstehen.</em></p>
<p><strong>Wie vermeiden Sie die Ästhetisierung von Leid?</strong></p>
<p><em>Die Leute, mit denen ich arbeite, haben eine enorme Fantasie, Humor und Intelligenz. Das passt nicht in die Kategorien, die unsere Gesellschaft für sie vorgesehen hat – und genau daraus entstehen in Fictional Healing die Bilder, nicht aus einer Außenbeschreibung von Leid.</em></p>
<p><strong>Ist Partizipation politisch oder eine Methode?</strong></p>
<p><em>Beides. Ohne andere Menschen könnte meine Arbeit gar nicht entstehen. Gleichzeitig entsteht in jeder Zusammenarbeit eine politische Situation, weil Fragen von Macht, Verantwortung und Beziehung auftauchen – auch darin, wie Bilder entstehen, wer daran beteiligt ist und welche Beziehungen dabei sichtbar werden.</em></p>
<p><strong>Kann Fiktion näher an der Wahrheit sein als Dokumentation?</strong></p>
<p><em>In Fictional Healing wird Fiktion zu einer Praxis, in der Erfahrungen übersetzt werden – indem andere Körper sie spielen und neu anordnen. An einem Punkt wird mein Alter Ego Daniel Benjamin zum Beispiel gefragt: „Kann es sein, dass du versuchst, deinen Film dramatischer zu machen, als er ist?“ Dadurch wird etwas sichtbar, das im Dokumentarischen oft verborgen bleibt – weil die Realität selbst schon instabil ist und immer wieder hinterfragt wird.</em></p>
<p><strong>Kann Kunst noch differenzierte Perspektiven zeigen?</strong></p>
<p><em>Meine Arbeit zeigt die Differenz zwischen Erfahrung und Darstellung. Zwischen Leben und Spiel. In Fictional Healing bleibt unklar, was dokumentarisch und gespielt wurde. Diese Unschärfe ist produktiv.</em></p>
<p><strong>Wie verhindern Sie, dass Menschen zu Material für Ihre Kunst werden?</strong></p>
<p><em>Die Beziehung ist das Material. Fiktionale Heilung ist Beziehungsarbeit. Die Bilder entstehen aus diesen Beziehungen – in denen ich selbst genauso involviert bin. Die Frage ist, wer in einer Situation wen formt und welche Bilder daraus entstehen.</em></p>
<p><strong>Ist das Publikum der Kunstinstitutionen ein Problem?</strong></p>
<p>Auch ich liebe das Publikum von Fictional Healing. Weil es nicht außerhalb der Situation steht, sondern Teil der Beziehung ist – und damit selbst Teil der Bilder wird, die entstehen.</p>
<p><strong>Funktioniert der Kunstbetrieb zu schnell für Ihre Arbeit?</strong></p>
<p><em>Mich interessiert nur die Zeitlichkeit meiner künstlerischen Arbeit.</em></p>
<p><strong>Warum spielt Humor eine Rolle in Ihren Arbeiten?</strong></p>
<p><em>Weil Humor in Fictional Healing oft genau in den Momenten entsteht, in denen etwas kippt. Und weil ständig etwas außer Kontrolle gerät, muss man einfach lachen.</em></p>
<p><strong>Welche Frage sollte das Publikum unbedingt stellen?</strong></p>
<p><em>Wo kann ich jetzt sofort das Werk des Künstlers kaufen?</em></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Zur Webseite des Künstlers: <a href="https://www.daniel-hopp.com/?utm_source=ig&amp;utm_medium=social&amp;utm_content=link_in_bio&amp;fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAc3J0YwZhcHBfaWQMMjU2MjgxMDQwNTU4AAGndbLtq8iw7E1C4tbJzD-LpvCZpeBrMuBUSYQTaUGtM_JrhF4MBRWBD-6CsJo_aem_drqJGwpHraoOojoJu3QbLA" target="_blank" rel="noopener">https://www.daniel-hopp.com/</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke finden Sie auch bei uns im Shop!</p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/?s=interview" target="_blank" rel="noopener">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren Kontakt.</p>
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		<title>Axel Beyer im Interview &#8211; Stadt sehen, bevor sie verschwindet</title>
		<link>https://arttrado.de/news/axel-beyer-im-interview-stadt-sehen-bevor-sie-verschwindet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2026 15:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Fotokunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Beyer]]></category>
		<category><![CDATA[New Topographics]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Shore]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Joel Meyerowitz]]></category>
		<category><![CDATA[kunst in hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Schürmann]]></category>
		<category><![CDATA[Bialobrzeski]]></category>
		<category><![CDATA[fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[fotokunst]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Schmidt]]></category>
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					<description><![CDATA[Axel Beyer im Interview &#8211; Stadt sehen, bevor sie verschwindet Axel Beyers Fotografien sind geprägt von Klarheit und Reduktion. Inmitten <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/axel-beyer-im-interview-stadt-sehen-bevor-sie-verschwindet/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Axel Beyer im Interview &#8211; Stadt sehen, bevor sie verschwindet</h4>
<p>Axel Beyers Fotografien sind geprägt von Klarheit und Reduktion. Inmitten des visuellen Chaos der Stadt sucht er nach präzisen Kompositionen – nach Momenten, in denen sich Struktur, Fläche und Licht zu einem „bildnerischen Klima“ verdichten. Dabei bewegt sich seine Praxis bewusst zwischen dokumentarischer Genauigkeit und künstlerischer Interpretation.</p>
<p>Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist der urbane Wandel: Abriss, Neubau und temporäre Zustände erzeugen Bilder, die oft schon im Moment ihrer Entstehung zu Dokumenten der Vergangenheit werden. Serien und Diptychen erweitern diese Perspektive – sie öffnen neue Assoziationsräume und verdichten einzelne Beobachtungen zu komplexeren Erzählungen.</p>
<p>Für Trasferta richtet Beyer seinen Blick auf den Hamburger Stadtteil St. Georg – und schafft damit eine direkte Verbindung zwischen Ausstellungsraum und Stadtraum.</p>
<p>Bis zum 27.03.2026 werden ausgewählte Arbeiten im Rahmen der TRASFERTA Ausstellung im Hamburger Nachtspeicher23 gezeigt. <a href="https://arttrado.de/news/kunst-in-hamburg-paolo-moretto-axel-beyer-ausstellung-trasferta/" target="_blank" rel="noopener">Mehr über die Ausstellung finden Sie hier!</a></p>
<h4>Über den Künstler Axel Bayer</h4>
<p>Der in Lüneburg geborene Fotograf Axel Bayer zählt zu den prägnanten Stimmen der deutschen Autorenfotografie, wenn es um das Spannungsfeld zwischen dokumentarischer Genauigkeit und poetischer Verdichtung geht. Seit seinem Studium des Kommunikationsdesigns an der Fachhochschule Hamburg, wo er sich früh intensiv der Fotografie zuwandte, entwickelt Bayer eine Bildsprache, die urbane Räume, gesellschaftliche Bruchstellen und stille Absurditäten gleichermaßen sichtbar macht.</p>
<p>Bekannt wurde er insbesondere durch sein Langzeitprojekt „Bebra Curiosa“, das nicht nur 2010 beim Dummy Award ausgezeichnet wurde, sondern sich auch in Ausstellungen, Publikationen und internationalen Präsentationen etablierte. Seine Arbeiten bewegen sich dabei stets zwischen Konzept und Beobachtung – mal als präzise Serie, mal als installative Rauminszenierung, wie etwa im Museum der Arbeit.</p>
<p>Mit Ausstellungen im In- und Ausland, darunter die Deichtorhallen Hamburg, sowie der Auszeichnung mit dem Georg Koppmann Preis im Jahr 2019, hat Bayer seine Position in der zeitgenössischen Fotografie kontinuierlich gefestigt. Im Gespräch mit ARTTRADO gibt er Einblicke in seine künstlerische Entwicklung.</p>
<h4>Gespräch mit Axel Beyer</h4>
<p><strong>Wie würden Sie Ihre fotografische Handschrift beschreiben?</strong></p>
<p><em>Ich mag aufgeräumte Bilder. Im allgemeinen optischen Chaos der Stadt bemühe ich mich, klare Kompositionen zu finden.</em></p>
<p><strong>Wann beginnt für Sie Fotografie – im Moment des Sehens oder erst beim Auslösen?</strong></p>
<p><em>Auf jeden Fall im Moment des Sehens. Erfahrung und Intuition lassen mich Situationen erkennen, in denen ich durch „Verdichtung“ Bilder erzeugen kann. Der Auslöser ist dann nur noch der mechanische Akt.</em></p>
<p><strong>Ihre Bilder zeigen oft Details, die leicht übersehen werden. Wie entwickeln Sie dieses Gespür?</strong></p>
<p><em>Das kommt durch Erfahrung und ständiges Unterwegssein. Man ist permanent auf Empfang und gleicht die eigene Vorstellung von guten Bildern mit der Realität ab.</em></p>
<p><strong>Warum haben Sie sich für den Stadtteil St. Georg entschieden?</strong></p>
<p><em>Ich finde es spannend, in einem Raum Dinge zu zeigen, die direkt mit dem Umfeld der Galerie korrespondieren. Besucher erkennen das oft und sind dann inspiriert, genauer hinzuschauen.</em></p>
<p><strong>Wie hat die Zusammenarbeit mit Paolo Moretto Ihre Arbeit beeinflusst?</strong></p>
<p><em>Paolo hat mich eingeladen, weil er trotz unterschiedlicher Praxis eine gewisse Wesensverwandtschaft gesehen hat. Beim Hängen der Arbeiten haben sich tatsächlich verblüffende Parallelitäten gezeigt. Der Kontext seiner Bilder hat teilweise auch meine Sicht auf meine eigenen Motive verändert.</em></p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-captioned="" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/DVsDy77AtMz/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
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<p>&nbsp;</p>
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</div>
</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<p><strong>Warum arbeiten Sie häufig mit Diptychen oder Serien?</strong></p>
<p><em>In der Kombination wachsen die Bilder über sich hinaus und öffnen neue Assoziationen. Im besten Fall entsteht dabei so etwas wie ein „drittes Bild“.</em></p>
<p><strong>Wann ist ein Bild oder eine Serie für Sie fertig?</strong></p>
<p><em>Nach einer Fototour bin ich immer gespannt auf die Sichtung am großen Monitor. Dann folgt Auswahl und Nachbearbeitung. Bei Serien kann es lange dauern – sie entstehen oft über einen längeren Zeitraum und erfordern Geduld und Ausdauer.</em></p>
<p><strong>Arbeiten Sie eher intuitiv oder geplant?</strong></p>
<p><em>Eindeutig intuitiv – aus dem Moment heraus.</em></p>
<p><strong>Wie bewegen Sie sich zwischen Dokumentation und Interpretation?</strong></p>
<p><em>Ich bemühe mich um eine dokumentarische Sehweise – mit normalen Brennweiten, möglichst ohne Verzerrung und bei diffusem Licht. Aber durch die Auswahl des Ausschnitts bleibt jedes Bild letztlich eine persönliche Interpretation.</em></p>
<p><strong>Was interessiert Sie besonders im Stadtraum?</strong></p>
<p><em>Weniger einzelne Gebäude, sondern das Gefüge von Flächen und Formen – idealerweise wie ein Bühnenbild. Wichtig ist ein bestimmtes „bildnerisches Klima“, mit möglichst neutralem Licht.</em></p>
<p><strong>Welche Themen stehen im Zentrum Ihrer Arbeit?</strong></p>
<p><em>Vor allem die Stadt im Umbruch. Wenn Gebäude verschwinden, entstehen neue Blickachsen – und Bilder, die schnell zu Dokumenten der Vergangenheit werden.</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt der Betrachter?</strong></p>
<p><em>Das hängt vom Interesse ab. Im besten Fall wird er dazu angeregt, genauer hinzusehen.</em></p>
<p><strong>Warum arbeiten Sie gerne in Offspaces wie dem nachtspeicher23?</strong></p>
<p><em>Ich habe dort oft mit starkem Ortsbezug gearbeitet. Das stößt auf Interesse, weil der Lebensraum der Besucher mit verhandelt wird. Außerdem schätze ich den direkten Austausch.</em></p>
<p><strong>Welche Einflüsse prägen Ihre Arbeit?</strong></p>
<p><em>In den 80ern waren es die „New Topographics“, vor allem amerikanische Fotografen wie Stephen Shore oder Joel Meyerowitz. In Deutschland etwa Michael Schmidt oder Wilhelm Schürmann. Heute kommt viel Inspiration aus dem Internet – verbunden fühle ich mich zum Beispiel mit Peter Bialobrzeski.</em></p>
<p><strong>Können stille Fotografien heute noch gesellschaftliche Fragen aufwerfen?</strong></p>
<p><em>Gerade heute. In Zeiten der Reizüberflutung stoßen ruhige, präzise Bilder auf große Resonanz. Für mich ist Ästhetik die Voraussetzung für einen intensiven Eindruck. Die einfache Aussage „so sieht es aus“ kann sehr stark sein.</em></p>
<p><strong>Wie behaupten sich Ihre Arbeiten im Zeitalter von Instagram?</strong></p>
<p><em>Das großformatige Bild im Ausstellungsraum hat für mich eine ganz andere Wirkung als das schnelle Scrollen auf dem Smartphone.</em></p>
<p><strong>Wie gehen Sie mit urbaner Dynamik und Veränderung um?</strong></p>
<p><em>Das ist ein fortlaufender Prozess. Mein Projekt „Temporäre Einsichten“ beschäftigt sich genau damit – mit der Dokumentation städtischer Veränderung.</em></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über den Künstler auf seiner Webseite! &#8211; <a href="https://www.axelbeyer.de/about" target="_blank" rel="noopener">https://www.axelbeyer.de/about</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke finden Sie auch bei uns im Shop!</p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Paolo Moretto im Interview &#8211;  Zwischen Fragment, Erinnerung und Haltung</title>
		<link>https://arttrado.de/news/paolo-moretto-im-interview-zwischen-fragment-erinnerung-und-haltung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2026 14:48:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Fragment]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Haltung]]></category>
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		<category><![CDATA[Mario Schifano]]></category>
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					<description><![CDATA[Paolo Moretto im Interview &#8211; Zwischen Fragment, Erinnerung und Haltung Paolo Moretto, geboren 1959 in Verona, Italien. Seine Ausbildung erhielt <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/paolo-moretto-im-interview-zwischen-fragment-erinnerung-und-haltung/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Paolo Moretto im Interview &#8211; Zwischen Fragment, Erinnerung und Haltung</h4>
<p>Paolo Moretto, geboren 1959 in Verona, Italien. Seine Ausbildung erhielt er in den Jahren 1985 bis 1989, sowohl in der staatlichen Kunstschule für Bildhauer „Scuola d´Arte Paolo Brenzoni“ in Verona (Schüler von L. Brazzarola) als auch bei dem Privatdozent für Kunstgeschichte und Malerei, G. Longhetto.</p>
<p>1998 war Moretto Stipendiat der Druckwerkstatt der Städtischen Galerie Wolfsburg, 2003 erhielt er ein Arbeitsstipendium im Paul-Ernst-Wilke-Atelier/Bremerhaven Anfang bis Mitte der 90er Jahre war Paolo Moretto in Oldenburg ansässig und dort Mitglied der inzwischen historischen Produzentengalerie und Ateliergemeinschaft KARG. Heute lebt und arbeitet Moretto als freischaffender Künstler in Hamburg, Deutschland.</p>
<p>Dort zeigt er aktuell auch gemeinsam mit Axel Beyer die Ausstellung TRASFERTA. Der Titel der Ausstellung – „Unterwegssein“ – lässt sich dabei nicht nur geografisch lesen, sondern auch als künstlerisches Prinzip: Morettos Praxis ist geprägt von Bewegung im Denken, im Material und im Bild. Ausgangspunkt ist Neugier, verstanden als Form von Forschung. Daraus entstehen Arbeiten, die weniger linear erzählen als vielmehr Assoziationen freisetzen – ohne dabei auf narrative Tiefe zu verzichten.</p>
<p>Gleichzeitig zeigt sich in seiner Haltung eine deutliche Distanz zum etablierten Kunstbetrieb. Moretto versteht Kunst als eigenständigen Denkraum – jenseits von Marktlogiken und schnellen Lesbarkeiten. Seine Arbeiten fordern Aufmerksamkeit, Zeit und die Bereitschaft, sich auf Fragment und Vieldeutigkeit einzulassen.</p>
<h4>Über Paolo Moretto</h4>
<p>Paolo Moretto arbeitet mit Collage, Mixed Media und objekthaften Konstruktionen. Seine Bildsprache speist sich aus Fragmenten – visuellen wie materiellen – und verbindet persönliche, historische und kulturelle Referenzen.</p>
<p>Inspiration findet er häufig in unspektakulären Kontexten: Industriegebiete, urbane Zwischenräume oder Überreste von Werbeplakaten werden zu Ausgangspunkten seiner Arbeiten. Dabei ist der Zufall weniger prägend, als es zunächst scheint – vielmehr folgt jede Kombination einer bewussten Setzung.</p>
<p>Seine künstlerischen Einflüsse reichen von historischen Avantgarden bis zur Nachkriegsmoderne, darunter Positionen wie Robert Rauschenberg, Mario Schifano oder Sigmar Polke. Auch Strömungen wie Dada, Pop Art oder der Situationismus bilden wichtige Bezugspunkte.</p>
<blockquote><p>„Nur die Götter wissen, wann es fertig ist“ &#8211; Paolo Moretto</p></blockquote>
<h4>Auszüge aus dem Gespräch mit Paolo Moretto</h4>
<p><strong>Wie würden Sie Ihre künstlerische Sprache in einem Satz beschreiben?</strong></p>
<p><em>„Mir fehlt ein passender Ausdruck … nur ein Wort: situationistisch.“</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt Bewegung oder Reise in Ihrer Arbeit?</strong></p>
<p><em>„Ich reise relativ gerne – aber nur in Europa. Ein Flug darf nicht länger als drei Stunden dauern.“</em></p>
<p><strong>Wie entsteht eine neue Arbeit?</strong></p>
<p><em>„Ich glaube, Neugier ist die Grundlage der Forschung.“</em></p>
<p><strong>Wie entscheiden Sie, welche Materialien zusammenkommen?</strong></p>
<p><em>„Ich entscheide anhand des Themas, das ich mir selbst vorgeschlagen habe.“</em></p>
<p><strong>Wann ist eine Arbeit für Sie fertig?</strong></p>
<p><em>„Das hängt davon ab … sobald mich die Kombination zufriedenstellt. Aber das heißt nicht, dass es fertig ist – nur die Götter wissen es!“</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt der Zufall in Ihren Collagen?</strong></p>
<p><em>„Der Zufall spielt in dem von mir geschaffenen System eine minimale Rolle; bewusst muss alles zusammenpassen.“</em></p>
<p><strong>Was inspiriert Sie im Alltag?</strong></p>
<p><em>„Gewöhnliche Plätze, Industriegebiete – und Überreste von Werbeplakaten.“</em></p>
<p><strong>Arbeiten Sie eher narrativ oder assoziativ?</strong></p>
<p><em>„Wenn wir assoziativ im sozialen Sinne meinen … ja. Aber an Erzählung mangelt es nicht.“</em></p>
<p><strong>Warum arbeiten Sie in Serien?</strong></p>
<p><em>„Serielle Kreation umfasst eine Vielzahl von Perspektiven – und nimmt eine eher erzählerische Bedeutung an.“</em></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt der Ausstellungsraum?</strong></p>
<p><em>„Ein Ausstellungsraum ist die Bühne der Erzählung. Im nachtspeicher23 spielt er durch seine besonderen und begrenzten Dimensionen eine herausfordernde Rolle.“</em></p>
<p><strong>Arbeiten Sie gerne mit anderen zusammen?</strong></p>
<p><em>„Ja – ein intellektueller Austausch muss stattfinden, auf Grundlage von Kompromissen.“</em></p>
<p><strong>Welche Einflüsse prägen Ihre Arbeit?</strong></p>
<p><em>„Russischer Suprematismus, Dada, Futurismus, Situationismus, internationale Pop Art … und Künstler wie Rauschenberg, Schifano, Polke, Dieter Roth, Martin Kippenberger …“</em></p>
<p><strong>Wie stehen Sie zum Kunstmarkt?</strong></p>
<p><em>„Der Kunstmarkt … pfeif drauf! Der ist purer Dreck!“</em></p>
<p><strong>Kann Collage heute noch subversiv sein?</strong></p>
<p><em>„Die Kunstwelt befindet sich im kompletten Chaos … der einzige Weg ist, im ‚Underground‘ zu bleiben, um tun zu können, was man will.“</em></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über den Künstler finden Sie auf seiner Webseite: <a href="https://www.paolomoretto.com/biographie/" target="_blank" rel="noopener">https://www.paolomoretto.com/biographie/</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke finden Sie auch bei uns im Shop!</p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Julia Mann im Interview &#8211; Ausstellung im Autohaus NIO Frankfurt</title>
		<link>https://arttrado.de/news/julia-mann-im-interview-ausstellung-im-autohaus-nio-frankfurt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Mar 2025 09:11:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstveranstaltungen ← klare Empfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Finissage]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst aus Mainz]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Mann]]></category>
		<category><![CDATA[NIO Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst in Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[events]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Julia Mann im Interview &#8211; Ausstellung im Autohaus NIO Frankfurt Im NIO Frankfurt läuft aktuell eine Ausstellung von Julia Mann <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/julia-mann-im-interview-ausstellung-im-autohaus-nio-frankfurt/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Julia Mann im Interview &#8211; Ausstellung im Autohaus NIO Frankfurt</h4>
<p>Im NIO Frankfurt läuft aktuell eine Ausstellung von Julia Mann bis zum 29. März. Am letzten Tag ist auch eine Finissage mit anwesender Künstlerin angesetzt. Die Vernissage läuft von 17:30 bis voraussichtlich 19:00 Uhr.</p>
<p>Ihre Leidenschaft für die Kunst entdeckte Julia Mann bereits mit 19 Jahren, doch erst später wurde die Malerei zu ihrem Lebensweg. Sie entwickelte eine eigene, unverwechselbare Handschrift: Mit intuitiven Pinselstrichen und leuchtenden Neonfarben erschafft sie Kompositionen, die den Betrachter visuell herausfordern, ihn einladen in eine unbeschwerte Welt einzutauchen und sich seiner eigenen Stärken bewusst zu werden. Besonders die harmonische Balance der fließenden Farben verleiht ihren Werken eine mitreißende Dynamik.</p>
<p>Die Künstlerin setzt sich Gegenwärtig mit dem Thema der Selbstverwirklichung auseinander. Die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und die Weiterentwicklung der Fähigkeiten der eigenen Person steht im Fokus.</p>
<h4>Künstlerin Julia Mann im Interview</h4>
<p><strong>Nächste Woche ist deine Finissage im NIO Frankfurt, wie geht es dir und wie lief es bisher?</strong></p>
<p><em>Vor einer Veranstaltung bin ich immer etwas nervös und versuche alles genau zu planen um auf alles vorbereitet zu sein an dem Tag. Meine Kunstwerke kommen sehr gut an bei den Menschen in Frankfurt. Sie passen toll in das NIO Haus und sind ein wahrer Eyecatcher. Deshalb freue ich mich einfach auf den Abend und erhoffe mir einen tollen Austausch mit Kunstliebhaber.</em></p>
<p><strong>Wie hast du überhaupt zur Kunst gefunden und wie viele Werke sind bis heute entstanden?</strong></p>
<p><em>Es war nicht geplant, eher Zufall. Wir sind in unser neues Haus gezogen und die Wände waren weiß. Zu weiß und dann habe ich selbst mit eine Leinwand und Farben gekauft und einfach mal angefangen. Das es so groß wird habe ich damals niemals gedacht. Das ist schon verrückt im Nachhinein. Ich denke zwischen 200-300 Werke, ob groß oder klein.</em></p>
<p><strong>Wie kann man sich den Entstehungsprozess von deinen Werke vorstellen?</strong></p>
<p><em>Keine Skizzen, nur gute Musik. Manchmal stelle ich mir die Farben zusammen, aber ganz oft entsteht es intuitiv.</em></p>
<p><strong>Was macht gute Kunst für dich aus?</strong></p>
<p><em>Schwer zu sagen. Es gibt so viele Künstler und so viele Geschmäcken. Jeder Mensch hat seinen eigenen Geschmack welche Kunst er gut findet. Für mich ist gute Kunst, kreativ, einzigartig, individuell und mit Liebe gemalt. Und es muss mir gefallen!</em></p>
<p><strong>Muss Kunst immer eine Botschaft haben oder kann sie auch einfach &#8222;nur schön&#8220; sein?</strong></p>
<p><em>Jedes Kunstwerk hat seine eigene Botschaft für mich, ich dränge die aber nie meinen Sammlern auf. Jeder kann doch seine eigene Geschichte und Interpretation haben. Viele kaufen ein Kunstwerk, weil sie es schön finden und ich finde dies reicht auch, wenn es die Menschen so glücklich macht.</em></p>
<p><strong>Was möchtest du mit deiner Kunst erreichen?</strong></p>
<p><em>Ich bin noch am Anfang meiner Reise und bin so gespannt, wohin die Reise gehen wird. Ich möchte meine Kunstwerke in noch mehr Städten ausstellen, auch international. Da habe ich auch schon Angebote bekommen, die ich noch nicht angekommen habe, wegen meinen zwei kleinen Kindern, aber das möchte ich in Zukunft bald realisieren.</em></p>
<p><strong>Wer soll deine Kunst auf keinen Fall kaufen?</strong></p>
<p><em>Menschen die meine Werke und mich nicht mögen. Pessimisten und negativ eingestellte Menschen.</em></p>
<p><strong>Was darf auf keinen Fall über dich an die Öffentlichkeit gelangen?</strong></p>
<p><em>Puh schwere Frage, ich halte mein Privatleben so gut es geht aus Instagram und Co. Heraus, das hat auch dort nichts zu suchen meiner Meinung nach. Ansonsten bin ich eigentlich ein sehr offener und unkomplizierter Mensch, der auch gerne auf fast jede Frage antwortet.</em></p>
<p><strong>Hattest du schonmal so etwas wie eine Schaffenskrise? </strong></p>
<p><em>Klar hat man mal ein Hängerchen, besonders wenn der Druck so groß ist. Hier das Auftragswerk, da die Ausstellung, schnell noch das und das machen. Das geht manchmal an die Substanz. Was ich gelernt habe, wenn es nicht mehr geht dann geht es nicht. Lieber mal ein Tag Pause machen, die Menschen warten auf ihr Werk, denn es soll ja etwas ganz besonderes sein. Manchmal sieht es nach einem Tag schon wieder ganz anders aus. Mir hilft wirklich immer gute Laune Musik und die Sonne, wenn sie mal da ist.</em></p>
<p><strong>Gibt es etwas, was du auf dem Kunstmarkt gerne ändern würdest?</strong></p>
<p><em>Ja, die Vorurteile. Ich werde oft gefragt, wie ich denn von meiner Kunst leben kann oder mir wird gesagt, die armen Künstler. Ich glaube manche suchen dann den Hut für die Münzen im Atelier 😉 das bringt mich oft zum schmunzeln. Des Weiteren fände ich es schöner, wenn es mehr Zeit in miteinander anstatt ein gegeneinander wäre. Jedes Kunstwerk ist anders und es gibt so viele Käufer für alle Möglichkeiten Kunstwerke. Da verstehe ich manchmal den Neid und die Missgunst nicht. Ich helfe wo ich kann und verbinde auch gerne Künstler mit Ausstellungsorten, why Not.</em></p>
<p><strong>Kannst du nach NIO schon mehr über kommende Projekte oder geplante Ausstellungen verraten?</strong></p>
<p><em>Also es ist im Sommer ein Event mit Mini geplant, da freue ich mich schon sehr darauf. Anfang Mai ist ein großes Event zusammen mit dem tollen Weingut Braunewell geplant. Vielleicht geht es Ende des Jahres nach Berlin in eine Galerie.</em></p>
<p><strong>Warum sollte man unbedingt mal zu einer Ausstellung von dir kommen oder sich mit deinen Werken auseinandersetzen?</strong></p>
<p><em>Man muss meine Kunstwerke einfach mal live gesehen haben. Die Tiefe und Details sieht man oft nur aus der Nähe, auch wenn das Licht darauf scheint ändert sich das Kunstwerk. Die Gold und Neon Akzente kommen zum Vorschein. Es ist eine kleine Reise, ein Eintauchen in meine Welt der Farben.</em></p>
<p><strong>Danke dir für deine Zeit und Mühe und viel Erfolg für die Finissage!</strong></p>
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</div>
</blockquote>
<p><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über die Künstlerin finden Sie hier: <a href="https://www.julia-mann.art/">Julia Mann Art | Künstlerin</a></p>
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<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
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<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Michaela Achatz &#8211; Unperfekt, lebendig, ausdrucksstark</title>
		<link>https://arttrado.de/news/interview-mit-michaela-achatz-unperfekt-lebendig-ausdrucksstark/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Mar 2025 12:09:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Künstler entdecken]]></category>
		<category><![CDATA[Holz]]></category>
		<category><![CDATA[Holzkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Unperfekt]]></category>
		<category><![CDATA[lebendig]]></category>
		<category><![CDATA[ausdrucksstark]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Michaela Achatz]]></category>
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		<category><![CDATA[Schnitzmesser]]></category>
		<category><![CDATA[skulpturen]]></category>
		<category><![CDATA[Kettensäge]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit Michaela Achatz &#8211; Unperfekt, lebendig, ausdrucksstark Jede Skulptur von Michaela Achatz entwickelt sich aus dem Moment heraus. Sie <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/interview-mit-michaela-achatz-unperfekt-lebendig-ausdrucksstark/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Interview mit Michaela Achatz &#8211; Unperfekt, lebendig, ausdrucksstark</h4>
<p>Jede Skulptur von Michaela Achatz entwickelt sich aus dem Moment heraus. Sie folgt den organischen Linien des Holzes, lässt sich von Rissen, Kanten und Maserungen leiten, bis eine ausdrucksstarke, reduzierte Form entsteht. Nicht Perfektion interessiert sie, sondern das Lebendige – das Unvorhersehbare, das jedem ihre Werk seinen eigenen Charakter gibt.</p>
<p>Inspiration findet sie nicht nur in der Natur, sondern auch viel in Menschen. So beobachtet Achatz Bewegungen, Gesten, Haltungen – oft sind es flüchtige Momente, Begegnungen auf der Straße, die sie tief berühren und ihre Kunst beeinflussen. Präsenz, Vergänglichkeit und Ausdrucksstärke sind zentrale Elemente ihrer Arbeit. Sie möchte keine fertigen Antworten geben, sondern Raum für eigene Wahrnehmungen und Emotionen öffnen.</p>
<p>Ihr künstlerischer Weg ist unkonventionell. Ohne akademische Ausbildung, aber mit umso mehr Leidenschaft und Experimentierfreude hat sie ihre eigene Formsprache entwickelt. Seit 2020 widmet Michaela Achatz sich konsequent der Kunst – frei von vorgegebenen Normen, aber tief verbunden mit dem Material.</p>
<h4>Michaela Achatz im Interview</h4>
<p><strong>Wo sind Sie gerade, wie geht es Ihnen und woran arbeiten Sie aktuell?</strong></p>
<p><em>Ich bin gerade mitten im kreativen Prozess und arbeite aktuell an drei Skulpturen, wobei eine davon bereits weiter fortgeschritten ist. Meine Arbeiten entstehen intuitiv, und dieser Moment, wenn aus dem rohen Material eine Form sichtbar wird, fasziniert mich jedes Mal<br />
aufs Neue.</em></p>
<p><strong>Wie viele Kunstwerke haben Sie bis heute erschaffen und wie viele davon würden Sie als gelungen bezeichnen?</strong></p>
<p><em>Da ich Quereinsteigerin bin, habe ich in den letzten Jahren viele verschiedene Richtungen ausprobiert – von Holzskulpturen über abstrakte Malerei bis hin zu Mixed-Media-Arbeiten. Seit letztem Jahr liegt mein Fokus klar auf der Bildhauerei. Seit Sommer 2024 habe ich fünf Skulpturen fertiggestellt und arbeite aktuell an drei weiteren.</em></p>
<p><strong>Wie kann man sich den Entstehungsprozess eines Ihrer Werke vorstellen? </strong></p>
<p><em>Meine Arbeit ist stark intuitiv. Ich beginne nie mit einer festen Skizze oder einem klaren Plan, sondern lasse mich vom Material leiten. Besonders das Holz „spricht“ zu mir – ich arbeite oft mit unperfektem Holz, mit Witterungsspuren, Ästen und Rissen. Ein makelloser, perfekt zugeschnittener Block würde mich nicht inspirieren. Ich folge den natürlichen Strukturen und entdecke dabei die Skulptur, die bereits im Holz verborgen liegt.</em></p>
<p><strong>Mit welchen Materialien arbeiten Sie?</strong></p>
<p><em>Ich arbeite hauptsächlich mit Lindenholz, besonders für meine Köpfe, da es sich hervorragend für feine Schnitzarbeiten eignet. Gleichzeitig experimentiere ich gerne mit Esche, Fichte, Eiche und Nussbaum, um ihre spezifischen Eigenschaften in meine Skulpturen einfließen zu lassen. Besonders inspirieren mich Hölzer mit Witterungsspuren, Astlöchern und Rissen, da sie bereits eine Geschichte erzählen und meine Formgebung beeinflussen. Neben Holz arbeite ich auch mit Metall, Porzellan und recycelten Materialien. Ich kombiniere verschiedene Materialien und suche immer nach neuen Wegen, diese miteinander zu verbinden. Demnächst mache ich einen Schweißkurs, um Metall noch stärker in meine Skulpturen einfließen zu lassen. Ich finde es spannend, wie sich harte, industrielle Materialien mit dem organischen Charakter von Holz kombinieren lassen.</em></p>
<p><strong>Was machen Sie mit einem Kunstwerk, wenn Sie selbst einmal nicht zufrieden sind?</strong></p>
<p><em>Ich lasse es stehen. Manchmal braucht ein Werk einfach Zeit. Es gibt Momente, in denen ich nicht weiterkomme, aber das bedeutet nicht, dass das Werk gescheitert ist – es muss vielleicht einfach ruhen, bis der richtige Impuls kommt. Oft entstehen gerade aus diesem<br />
Prozess heraus die spannendsten Werke.</em></p>
<p><strong>Was macht gute Kunst für Sie aus?</strong></p>
<p><em>Gute Kunst bewegt. Sie kann faszinieren, Freude bereiten oder einen unerwarteten Moment der Erkenntnis hervorrufen. Ich liebe es, wenn ein Kunstwerk eine emotionale Reaktion auslöst – sei es bei mir während des Schaffensprozesses oder bei jemandem, der es später betrachtet.</em></p>
<p><strong>Muss Kunst immer eine Botschaft haben, oder kann sie auch einfach nur schön sein?</strong></p>
<blockquote><p>Kunst muss nicht zwangsläufig eine klare Botschaft haben. Für mich zählt vor allem, dass sie wirkt – und das ist für jeden Menschen unterschiedlich. Ein Kunstwerk kann tief berühren, ästhetisch ansprechend sein oder einfach nur einen Moment des Staunens und der Faszination auslösen. Das allein ist bereits wertvoll.</p></blockquote>
<p><strong>Darf Kunst alles oder gibt es Grenzen?</strong></p>
<p><em>Kunst eröffnet neue Perspektiven, gibt Denkanstöße und hinterfragt Grenzen. Doch wo verlaufen diese überhaupt? Grenzen können einschränken, den Blick verengen – und doch sind sie tief in gesellschaftlichen und moralischen Normen verankert.</em></p>
<p><em>Ich finde es spannend, immer wieder über diese „Grenzen“ hinauszudenken und sie bewusst zu hinterfragen. Während meiner Zeit in China vor zehn Jahren wurde mir durch den Kontakt mit einer mir völlig fremden Kultur bewusst, wie sehr unser Denken von erlernten Grenzen geprägt ist. Diese Erfahrung hat mich inspiriert, meinen Kopf zu öffnen und stets zu fragen: Was liegt dahinter? Was bleibt verborgen? Genau dieser Reiz treibt mich an – der Wunsch, über das Offensichtliche hinauszublicken. Trotzdem gibt es für mich eine klare Grenze: Kunst sollte moralische und ethische Grundwerte nicht überschreiten.</em></p>
<p><strong>Wie sind Sie überhaupt zur Kunst gekommen?</strong></p>
<p><em>Kunst hat mich schon seit meiner Kindheit fasziniert – ich habe immer gerne kreativ gearbeitet. Damals hatte ich jedoch noch nicht den Mut oder das Vertrauen, dass ich diesen Weg wirklich gehen könnte. Vor etwa fünf Jahren bin ich dann wieder intensiver zur Kunst zurückgekommen und habe zunächst viel experimentiert. Ich begann mit Malerei, Motorsägen-Skulpturen und Mixed Media und habe mit verschiedenen Materialien gearbeitet. Die Malerei hat mich interessiert, aber ich hatte nie das Gefühl, dort wirklich außergewöhnliche Werke zu schaffen. Mit der Bildhauerei ist das anders – sie fesselt mich, macht mir Spaß und gibt mir das Gefühl, wirklich einzigartige Kunst zu erschaffen. In meinen Skulpturen sehe ich etwas Besonderes, das bleibt und eine eigene Präsenz hat. Dieses Gefühl treibt mich an und lässt mich immer weiter in die Formensprache des Materials eintauchen.</em></p>
<p><strong>Können Sie uns schon verraten, was als nächstes bei Ihnen passiert?</strong></p>
<p><em>Momentan arbeite ich daran, meine Kunst einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Ich möchte gezielt mit Galerien in Kontakt treten und meine Werke in passenden Ausstellungen präsentieren. Gleichzeitig bleibe ich meiner künstlerischen Intuition treu und lasse mich weiterhin von neuen Materialien und Ideen inspirieren. Wo genau mich dieser Weg hinführt, weiß ich noch nicht – aber sicher ist, dass ich ihn weitergehe.</em></p>
<p><strong>Danke für Ihre Zeit und Mühe!</strong></p>
<p>Wer die Künstlerin bei der Arbeit gesehen hat, weiß &#8211; dass das mehr als ein leeres Versprechen ist. Wir sind gespannt, wohin die Reise von Michaela Achatz gehen wird und werden mit Sicherheit berichten.</p>
<blockquote class="instagram-media" style="background: #FFF; border: 0; border-radius: 3px; box-shadow: 0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width: 540px; min-width: 326px; padding: 0; width: calc(100% - 2px);" data-instgrm-captioned="" data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/reel/DHLDO_fx1sl/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="14">
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<p style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; line-height: 17px; margin-bottom: 0; margin-top: 8px; overflow: hidden; padding: 8px 0 7px; text-align: center; text-overflow: ellipsis; white-space: nowrap;"><a style="color: #c9c8cd; font-family: Arial,sans-serif; font-size: 14px; font-style: normal; font-weight: normal; line-height: 17px; text-decoration: none;" href="https://www.instagram.com/reel/DHLDO_fx1sl/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" target="_blank" rel="noopener">Ein Beitrag geteilt von m7achatz.art (@m7achatz.art)</a></p>
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<h4>Weitere Informationen</h4>
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<p>Mehr über die Künstlerin finden Sie hier: <a href="https://m7achatz.de/portfolio/">Portfolio &#8211; m7achatz.de</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie auch bei uns im Shop!</a></p>
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		<title>Künstlerin Nadia Schreiner aka. Painting Journeys® im Interview</title>
		<link>https://arttrado.de/news/kuenstlerin-nadia-schreiner-aka-painting-journeys-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Mar 2025 16:43:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps für Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerin]]></category>
		<category><![CDATA[Nadia Schreiner]]></category>
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		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[luxemburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
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					<description><![CDATA[Künstlerin Nadia Schreiner aka. Painting Journeys® im Interview Nadia Schreiner gestaltet ihre Bilder mit Hingabe und minutiöser Präzision. Detailverliebtheit prägt <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/kuenstlerin-nadia-schreiner-aka-painting-journeys-im-interview/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Künstlerin Nadia Schreiner aka. Painting Journeys® im Interview</h4>
<p>Nadia Schreiner gestaltet ihre Bilder mit Hingabe und minutiöser Präzision. Detailverliebtheit prägt ihr Schaffen und lässt Kunstfreunde und Sammler immer wieder aufs Neue staunen. Mit Painting Journeys® möchte die Künstlerin Weltoffenheit, Optimismus und Farbe in den oft grauen Alltag bringen. In ihren Werken zeichnet sich Lebensfreude ab und das wissen auch immer mehr Käufer zu schätzen &#8211; Nadia Schreiner ist vielleicht noch ein kleiner Geheimtipp, macht sich aber bereits einen Namen, weit über die Grenzen von Luxemburg hinaus.</p>
<h4>Im Interview mit Nadia Schreiner</h4>
<p><strong>Wo sind Sie grade, wie geht es Ihnen und woran arbeiten Sie aktuell?</strong></p>
<p><em>Aktuell lebe ich mit meinem Ehemann unserem 3 jährigen Sohn und meinem alten Atelierkater 🙂 in Wöllstein in Rheinland-Pfalz. Es geht mir sehr gut, ich bin sehr produktiv/kreativ gerade da ich kurz vor einer großen Ausstellung stehe. Grade male ich ein zwei Meter hohes Bild mit einem Segelschiff.</em></p>
<p><strong>Im bürgerlichen Leben sind Sie Flugbegleiterin. Wie haben Ihre Reisen Ihre künstlerische Entwicklung beeinflusst? Gibt es ein bestimmtes Land oder eine Stadt, die einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen hat?</strong></p>
<p><em>Ich sage mal so, es hat eigentlich ALLES mit dem Reisen angefangen. Gemalt habe ich schon immer, aber ich hatte meinem Weg noch nicht gefunden. Erst als ich anfing die ganze Welt zu sehen wurde ich grenzenlos kreativ, und PAINTING JOURNEYS war geboren. Eigentlich hat mich jedes Land und Stadt kreativ und auch menschlich beeinflusst. </em></p>
<blockquote><p><em>Japan ist allerdings ein Land das meine Bilder besonders beeinflusst hat. Von dort nehme ich immer das hochwertige handgeschöpfte Papier mit und verarbeite es in meinen japanischen Bildern.</em></p></blockquote>
<p><strong>Können Sie uns durch Ihren kreativen Prozess führen? Wie verwandeln Sie Ihre Reiseerlebnisse in Kunstwerken bzw. &#8211; wie kann ich mir den Entstehungsprozess ihrer Arbeiten vorstellen?</strong></p>
<p><em>Mir schießen die Ideen und wie sie aussehen sollten, also das fertige Bild einfach in den Kopf. 🙂 Es ist so wie ein Wasserhahn. Wenn man ihn aufdreht kommt ständig Wasser raus. Wenn man dann kein Eimer drunter stellt geht das Wasser verloren. So ist es auch mit meinen Ideen. Ich brauche dann gleich eine Leinwand um meine Idee festzuhalten sonst geht sie verloren. Aber dann kommt gleich die nächste. Es gibt keine Grenzen.</em></p>
<p><strong>Was bedeutet „Painting Journeys“ für Sie Persönlich, abgesehen von der künstlerischen Darstellung Ihrer Reisen?</strong></p>
<p><em>Painting Journeys am Anfang bedeutete es, dass ich meinen &#8222;Reisebildern&#8220; einen Namen gegeben habe. Jetzt bedeutet es so viel mehr für mich. Durch Painting Journeys konnte ich mich selbst finden und verwirklichen. Es bedeutet nicht nur das Reisen in den Bildern sonst auch die alltäglichen kleinen schönen Abenteuer, die unser Leben so besonders machen.</em></p>
<p><strong>Wie hat die künstlerische Laufbahn Ihrer Mutter Ihre eigene Kunst beeinflusst? Gibt es bestimmte Techniken oder Philosophien, die Sie von ihr übernommen haben?</strong></p>
<p><em>Der Einfluss meiner Mutter auf meine Kunst war/ist natürlich enorm. Durch sie habe gesehen was es bedeutet sich künstlerisch auszuleben und auszuprobieren. Das Talent meiner Mutter fand ich immer bemerkenswert und, wie sie nebenbei als erfolgreiche Künstlerin 3 Kinder großgezogen hat war/ist bewundernswert. Meine Mutter hatte andere Techniken, einfach eine andere Art zu malen, aber ihre Philosophien wie zum Beispiel: Es gibt keine Fehler auf der Leinwand, oder wenn man den Kopf ausschaltet das Herz und die Seele anschaltet bevor man malt, ist man am besten&#x1f60a;</em></p>
<p><strong>Wo sehen Sie „Painting Journeys“ in den nächsten fünf Jahren? Gibt es neue Projekte oder Ideen, die Sie gerne umsetzen möchten?</strong></p>
<p><em>Zukunftsvision, das ist immer schwer glaub ich einen Künstler zu fragen. Ich bin froh wenn ich meine Bilder weiter malen kann und ich damit Menschen glücklich mache. Ich habe eine 180x180cm Leinwand im Atelier stehen, wenn ich dieses Bild anfange, wird es mich Wochen/Monate kosten aber ich weiß es wird ein Highlight&#x1f60a;. </em></p>
<p><strong>Wie möchten Sie mit Ihrer Kunst den Alltag der Menschen bereichern? Was hoffen Sie, dass die Betrachter aus Ihren Werken mitnehmen?</strong></p>
<p>Wenn wir ehrlich sind, sind die Nachrichten der Welt sehr oft ziemlich negativ und herausfordernd. Meine Bilder sollen die Menschen fröhlich machen und sie für einen Moment die Realität vergessen lassen. Ganz oft kommen die Menschen grimmig rein und gehen mit einem Lächeln wieder raus. Das freut mich immer am meisten.</p>
<blockquote><p>Mein „Symbol“ ist der Schmetterling. Weil es einfach faszinierend ist, dass aus einer Raupe, wenn sie stirb ein Schmetterling wird. Für mich bedeutet es, dass egal was gerade nicht so schön ist und man denkt es geht nicht weiter, es eigentlich noch schöner weitergehen wird.</p></blockquote>
<p><strong>Glauben Sie, dass das Reisen nicht nur Ihre Kunst, sondern auch Ihr Leben als Ganzes bereichert hat? Wenn ja, wie?</strong></p>
<p><em>Absolut! Die Welt zu sehen, die verschieden Kulturen, Menschen….Das alles öffnet den persönlichen Horizont. Reisen bildet, wie man so schön sagt&#x1f60a;</em></p>
<p><strong>Wie reagieren die Menschen auf Ihre Kunst? Gibt es besondere Rückmeldungen oder Geschichten von Betrachtern, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind?</strong></p>
<p><em>Es gibt eigentlich durchgehend nur positive Rückmeldungen. Aber ja, ich habe das Glück, dass meine Bilder sehr beliebt sind und die Menschen die Bilder kaufen weil es ihr zu Hause bereichert. Ich darf mir das neue zuhause der Bilder ganz oft persönlich anschauen oder wenn das nicht geht dann kriege ich immer ein Foto&#x1f60a;</em></p>
<h4>Was bedeutet für Sie Kunst?</h4>
<p><em>Was bedeutet Kunst für mich, hmm eigentlich alles. Zusammen mit meiner Familie vervollständigt mich die Kunst.</em></p>
<p><strong>Darf Kunst alles oder gibt es Grenzen?</strong></p>
<p><em>So lange sie niemandem schadet darf die Kunst alles.</em></p>
<p><strong>Was darf auf keinen Fall über Sie an die Öffentlichkeit gelangen?</strong></p>
<p>&#x1f60a;Diese Frage wurde mir noch nie gestellt. Ich habe keine „Leichen“ im Keller oder als junges Ding Nacktfotos machen lassen&#x1f60a;Also denke ich, ich stehe ganz gut da&#x1f60a;</p>
<p><strong>Wer soll Ihre Kunst auf keinen Fall kaufen?</strong></p>
<p><em>Hmmm, ich sage immer bei meinen Bildern: Das Bild findet seinen Menschen, und der Mensch sein Bild. Jeder der sich an meinen Kunstwerken erfreut darf sie kaufen. Nicht so glücklich wäre ich wenn sie verändert oder gar zerstört werden würden. Wenn ich das wüsste würde ich es niemals verkaufen.</em></p>
<p><strong>Danke für Ihre Zeit und Mühe und frohes Schaffen. Ich bin gespannt auf die Solo-Ausstellung!</strong></p>
<p><a href="https://arttrado.de/news/werk-der-woche-116-pura-vida-von-nadia-schreiner-aus-luxemburg/" target="_blank" rel="noopener">Anmerkung der Reaktion: Das 116.Werk der Woche finden Sie hier!</a></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Mehr über die Künstlerin finden Sie hier:<a href="https://www.painting-journeys.com/" target="_blank" rel="noopener"> https://www.painting-journeys.com/</a></p>
<p>Besondere Kunstwerke finden <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">Sie auch bei uns im Shop!</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kontakt.</a></p>
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		<title>Otto Zitko im Interview &#8211; Im Labyrinth der Linien &#8211; Ausstellung SO WHAT in Berlin</title>
		<link>https://arttrado.de/news/otto-zitko-im-interview-im-labyrinth-der-linien-ausstellung-so-what-in-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Heidemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Feb 2025 05:11:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstinterviews]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz und Knapp]]></category>
		<category><![CDATA[Otto Zitko]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie Crone]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Linien]]></category>
		<category><![CDATA[ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[vernissage]]></category>
		<category><![CDATA[kunst in berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[events]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst entdecken]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Labyrinth der Linien: Otto Zitko im Interview &#8211; Ausstellung SO WHAT in Berlin Seit den 1980er-Jahren prägt er mit <br/> <a class="btn btn-xs btn-default" href="https://arttrado.de/news/otto-zitko-im-interview-im-labyrinth-der-linien-ausstellung-so-what-in-berlin/">Weiterlesen</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Im Labyrinth der Linien: Otto Zitko im Interview &#8211; Ausstellung SO WHAT in Berlin</h4>
<p>Seit den 1980er-Jahren prägt er mit seinem expressiven, gestischen Ansatz die internationale Kunstszene und zählt zu den wichtigsten Vertretern einer Kunst, die sich radikal dem Prozess und dem Augenblick verschreibt. Zitkos Arbeiten, die den Betrachter nicht nur visuell, sondern auch körperlich in ihren Bann ziehen, sind in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit zu finden.</p>
<p>Kunstfreunde aus Deutschland haben vom 22. Februar bis 24. April 2025 die Möglichkeit, ausgewählte Arbeiten von Zitko in der Galerie Crone in Berlin zu betrachten. <a href="https://arttrado.de/news/crone-berlin-zeigt-otto-zitko-ausstellung-so-what/" target="_blank" rel="noopener">In seiner Ausstellung SO WHAT werden 14 großformatige Arbeiten des Künstlers gezeigt.</a></p>
<h4>Otto Zitko im Interview</h4>
<p><strong>Wo sind Sie grade, wie geht es Ihnen und woran arbeiten Sie aktuell?</strong></p>
<p><em>Ich bin in Wien, es geht so, ich sortiere und räume auf.</em></p>
<p><strong>Ihre Werke wirken oft dynamisch, fast impulsiv. Spiegelt sich darin Ihre Gefühlswelt wider, oder ist der künstlerische Prozess für Sie eher analytisch?</strong></p>
<p><em>Es geht um die Konstruktion der Geste. Dass sich auch ab und zu emotionale Befindlichkeiten niederschlagen, kann durchaus sein</em></p>
<p><strong>Ihre großformatigen Linienzeichnungen interagieren intensiv mit dem Raum. Wie beeinflusst die Architektur eines Raumes Ihre Herangehensweise an ein neues Projekt?</strong></p>
<p><em>Zweifelsohne sind architektonische Gegebenheiten, Lichtsituation, Möblierung etc. Parameter, die meine künstlerische Entscheidung jeweils mitbestimmen.</em></p>
<p><strong>Die letzten Jahre waren durch die globale Pandemie geprägt. Inwiefern hat diese Zeit Ihre künstlerische Praxis oder Ihre Perspektive auf Kunst beeinflusst?</strong></p>
<p><em>Ich war recht froh, mehr Ruhe, Zurückgezogenheit und weniger Leistungsdruck zu verspüren.</em></p>
<p><strong>Wie sehen Sie die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst in den nächsten Jahren, und welche Rolle möchten Sie dabei spielen?</strong></p>
<p><em>Da wird sich, vor allem durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, sehr viel ändern. Ich selbst werde meinen Weg weiter gehen, auch generationsbedingt.</em></p>
<p><strong>Welchen Rat würden Sie jungen Künstlern geben, die am Anfang ihrer Karriere stehen und ihren eigenen Stil finden möchten?</strong></p>
<p><em>Nicht sofort und primär an die Karriere denken, sondern daran arbeiten, gute Kunst zu machen.</em></p>
<h4>Was macht gute Kunst für Sie aus?</h4>
<p><em>Gute Kunst sollte emotional oder intellektuell berühren können.</em></p>
<p><strong>Darf Kunst alles oder gibt es Grenzen?</strong></p>
<p><em>Grenzen sind dort zu ziehen, wo Grundrechte anderer, wie etwa das Recht auf Menschenwürde, verletzt wird.</em></p>
<p><strong>Gibt es ein prägendes Erlebnis aus Ihrer Kindheit oder Jugend, das Ihren Weg als Künstler entscheidend beeinflusst hat?</strong></p>
<p><em>Mein Großvater war Hobbymaler und Holzschnitzer. Ich habe seine Werke sehr bewundert und gemocht.</em></p>
<p><strong>Auf welche Ihrer Arbeiten sind Sie ganz besonders stolz?</strong></p>
<p><em>Ich bin sehr streng, was die Autorisierung meiner Arbeiten betrifft und gebe grundsätzlich nur solche frei, die ich als gelungen betrachte.</em></p>
<p><strong>Wer soll sich mit Ihrer Kunst auseinandersetzen und warum sollte man die aktuelle/kommende Ausstellung besuchen? </strong></p>
<p><em>Die Besucher_innen, die Interesse haben, werden Bilder sehen, mit denen ich mich im Sommer/Herbst letzten Jahres auseinandergesetzt habe, sie finalisiert oder eine Entscheidung zur Freigabe getroffen habe. Diese wurden in Relation zueinander gestellt sowie mit neuen Tafeln ergänzt.</em></p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Sie planen einen Besuch in Berlin? – <a href="https://www.booking.com/searchresults.de.html?city=-1746443&amp;aid=2155507&amp;no_rooms=1&amp;group_adults=2" target="_blank" rel="noopener">Hotels finden Sie bei unseren Partner Booking.com</a></p>
<p>Ausgewählte Kunstwerke <a href="https://arttrado.de/shop/" target="_blank" rel="noopener">finden Sie bei uns im Shop!</a></p>
<p>Von uns ausgewählte Veranstaltungen finden Sie unter <a href="https://arttrado.de/events/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&gt;&gt;&gt;Events&lt;&lt;&lt;</a></p>
<p>Unsere Interviews finden Sie hier: <a href="https://arttrado.de/news/category/kuenstler-portraits/interview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview| Arttrado.de</a></p>
<p>Wenn Sie uns über ihr spannendes Kunstprojekt informieren wollen, nutzen Sie unseren <a href="https://arttrado.de/kontakt/">Kontakt.</a></p>
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